Trüffelbällchen
- Zutaten: 30 g Gänsestopfleber, 20 g Schlagsahne,
30 g feingehackte Trüffelschale, 2 Würfel vom geschälten
Trüffel (Kantenlänge 4 mm), ¼ Tasse Weinbrand, ½
Tasse Portwein.
Zubereitung: Leber mit der Sahne pürieren. Kühl stellen.
Trüffelschale und Trüffelwürfel in dem Weinbrand und
Portwein 15 Minuten bei mittlerer Hitze kochen. Abgießen. Auf
einem Küchentuch abtropfen lassen. Je einen Trüffelwürfel
mit jeweils der Hälfte der Leber-Sahne-Mischung umhüllen
und dabei zu Bällchen formen. Bällchen in der Trüffelschale
wälzen, so daß sie ringsum davon umgeben sind. Kühl
stellen.
Anmerkungen: Man kann die Bällchen noch mit Gelée aus
dem Trüffelsud überziehen, um ihnen Glanz zugeben. Sie gehören
zu den Folies, die man als Häppchen zu alkoholischen Getränken
reicht, meistens zusammen mit Wachteleiern, Hummerscheren, Kaviar,
Kalbszunge usw.

Rote-Beeten-Suppe (Borschtsch)
- Zutaten: 2 Rote Beeten, 1 Zwiebel, 150 g gewürfelter
geräucherter (oder luftgetrockneter) Schinken, 1 große Tomate,
2 EL Essig, 1 l Hühnerbrühe, 1 EL Salz, 1 TL feingemahlener
schwarzer Pfeffer, 2 EL feingehackte Petersilie, 3 EL Butterschmalz,
4 cl Wodka, 150 g Saure Sahne.
Zubereitung: Rote Beeten schälen, in feine Streifen schneiden.
Zwiebel feinhacken. Schinken feinwürfeln. In dem Butterschmalz
Zwiebel und Schinken anbraten, bis die Zwiebel glasig wird. Rote Beete
zufügen. Hitze verringern. Tomate häuten, entkernen, würfeln,
mit Wodka, Essig und Hühnerbrühe zufügen. 30 Minuten
leise köcheln lassen. Salzen und pfeffern. Mit der gehackten
Petersilie bestreuen. Saure Sahne beistellen.
Beilage: Röstbrot.
Anmerkungen: Statt geräuchertem Schinken kann man auch gekochte
gepökelte Rinderbrust nehmen. Manchmal wird die Saure Sahne gleich
untergerührt. Weitere gelegentlich verwendete Zutaten sind gewürfelte
Karotten und gewürfelter Sellerie, die zusammen mit der Rote
Beete zugefügt werden.- Wie ich hörte, wird Borschtsch in
Polen, dort Barszcz genannt, oft ohne Einlage, also gesiebt serviert.-
Manchmal wird Borschtsch auch püriert aufgetragen. Außerdem
kann man mit Gewinn durchgeseihtes Purée und standardmäßig
zubereitete Rote-Beeten-Suppe im Verhältnis 1 : 1 verbinden.
Literatur: Carême (1832: 145-146; 148), Escoffier (1921: 173),
Bocuse (1977: 83-84).

Kohlsuppe (Schtschi)
- Zutaten: 250 g gepökelte und kleingewürfelte
Rinderbrust, 1 kg Wirsing (Savoyer Kohl), 2 mittelgroße Zwiebeln,
3 mittelgroße Karotten, 1 Petersilienwurzel, 1 mittelgroße
Stange Lauch, ¼ Sellerieknolle, 4 cl Wodka, 1 Tasse getrocknete
weiße Bohnen, 1 EL Salz, 1 EL feingemahlener weißer Pfeffer,
1 Tasse Weißwein, 2 l ungesalzene Hühnerbrühe, 50 g
durchwachsener Speck, 50 g Butter- oder Schweineschmalz.
Zubereitung: Bohnen und Rinderbrust in 1 l Wasser zum Kochen bringen.
Hitze reduzieren und 2 ½ Stunden köcheln lassen. Abgießen.
Speck, Zwiebeln, Karot-ten, Selleriewurzel und Sellerie fein würfeln.
Lauch quer in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Speck, Zwiebeln, Karotten,
Petersilienwurzel, Sellerie und Lauch bei mittlerer Hitze 15 Minuten
in dem Schmalz schmoren. Mit dem Wodka ablöschen. Wirsing längs
achteln, entstrunken, quer in fingerdicke Scheiben schneiden und mit
dem Wein, der Hühnerbrühe, dem Pfeffer und dem Salz zu dem
Schmorgemüse geben. Zum Kochen bringen, Hitze reduzieren und
15 Minuten köcheln lassen. Bohnen und Rinderbrust zugeben und
weitere 15 Minuten köcheln lassen.
Beilage: Röstbrot.
Anmerkungen: Die getrockneten Bohnen werden bisweilen durch die doppelte
Menge Steckrübenwürfel ersetzt.- Polnische Kohlsuppe wird
mit Weißkohl statt Wirsing zubereitet. Außerdem tauscht
man den frischen Kohl zur Hälfte gegen Sauerkraut aus und fügt
der Suppe 150 g quer in 3 mm dicke Scheiben geschnittene Krakauer
Mettwurst hinzu sowie 50 g getrocknete Steinpilze. Es gibt zwei Varianten
der polnischen Kohlsuppe: Kapu?niak ist sehr suppig angelegt, Bigos
recht dick. Man könnte sagen, aus Kapu?niak wird Bigos, wenn
man die Suppe stärker einkocht, oder umgekehrt, aus Bigos wird
Kapu?niak, wenn man Flüssigkeit (Brühe oder Wein und Wasser)
hinzufügt.
Literatur: Carême (1832: 143-144).

Ostersuppe
- Zutaten: Gesäuberte Innereien von einem Milchlamm
oder -zicklein mit 6 kg Schlachtgewicht, 2 grob gewürfelte Zitronen,
3 grobgehackte Stangen Lauchzwiebeln, 1 Bund Dill, 20 Pfefferkörner,
1 EL Salz, 100 g Langkornreis, ½ Tasse grobgehackte schlichte
Petersilie (ohne Stengel).
Zubereitung: Innereien in kleine Würfel schneiden. Leber- und
Nierenwürfel beiseite legen. Übrige Innereien mit den Zitronenwürfeln,
den Lauchwiebeln, dem Dill, dem Pfeffer und dem Salz in 2 l Wasser
2 ½ Stunden kochen. Durch ein Sieb pressen. In der durchs Sieb
gepreßten Brühe die Leber- und Nierenwürfel 1 Minuten
kochen. Würfel ohne Druck aus der Brühe sieben. Brühe
erneut zum Kochen bringen. Den Reis in die Brühe geben. 15 Minuten
kochen. Für die letzte Minute die Leber- und Nierenwürfel
wieder zugeben. Mit der Petersilie bestreuen.
Beilage: Römersalat, Zwieback, Ziegenfrischkäse.
Anmerkungen: Für deftige Zubereitungen erübrigt sich das
Durchsieben. Man verwendet dann anstelle von Zitronenwürfeln
nur den Saft von zwei Zitronen.

Gekochte Miesmuscheln
- Zutaten: 2 kg Miesmuscheln (Moules Bouchot), 2 EL Liquamen,
je 1 TL Fenchelsamen, gerebelter Thymian, gelbe Senfsaat, Korianderkörner
und Kümmel, je 3 Chilischoten, Lorbeerblätte und Nelken.
Zubereitung: 3 l Wasser mit dem Salz zum Kochen bringen. Gewürze
auf Gaze streuen. Die Gaze zu einem Beutel verknoten. Wenn das Wasser
kocht, den Gewürzbeutel und die Muscheln zugeben. 10 Minuten
kochen lassen. Muscheln durch ein Sieb abgießen. Aus der Schale
nehmen.
Anmerkungen: Gekochte Miesmuscheln verwendet man als Einlage für
Eintöpfe, Suppen, Risotto usw. Als Dekorationselement verwahrt
man bisweilen einige Schalen, um die Muscheln darin zu servieren.

Falsche Schildkrötensuppe (Mockturtle Soup)
- Zutaten: 2 l Kalbsbrühe, 1 Tasse mittelsüßer Madeira,
500 g Kalbsbacke, ½ Tasse Schildkrötengewürz, ¼
l Spanische Sauce, 1 EL Liquamen.
Zubereitung: Kalbsbacke in der Kalbsbrühe zum Kochen bringen.
Hitze reduzieren. 2 ½ Stunden köcheln lassen. Kalbsbacke
herausnehmen. Fett entfernen. Den Rest in Würfel von 5 mm Kantenlänge
oder Julienne schneiden. Kalbsbrühe entfetten. Schildkrötengewürz
mit dem Madeira und 1 Tasse von der Kochbrühe aufkochen. Hitze
reduzieren. 1 Stunde köcheln lassen. Zweimal durchseihen. Mit
der Spanischen Sauce und dem Liquamen zu der restlichen Kochbrühe
geben. Brühe erneut erhitzen und die Kalbsbackenwürfel zufügen.
10 Minuten leise köcheln lassen.
Beilage: Fleurons.
Anmerkungen: Man kann die Suppe anreichern mit Bällchen aus
püriertem Kalbfleisch, das man mit Purée von hartgekochtem
Eigelb mischt.- Für Lady Curzon setzt man der Suppe eine mit
Curry aromatisierte Haube aus geschlagener Sahne auf.- Echte Schildkrötensuppe
verlangt die Beigabe von Fleisch der Suppenschildkröte (chelonia
mydas), das im Prinzip genauso zubereitet wird wie die Kalbsbacke.
Man reduziert dann entsprechend die Menge der Kalbsbacke (gegebenfalls
verzichtet man ganz darauf).- Manche kochen auch aus den Schilden
der Kröte eine Brühe. Sie wird zubereitet wie Kalbsbrühe
und dann anstelle der für die Kalbsbacke verwendeten Kalbsbrühe
verwendet.
Literatur: La Varenne (1651: 113-114), Carême (1832: 95-96),
Escoffier (1921: 177-178).

Sauerkrautsuppe mit Heilbutt
-
Zutaten: 25 g Butter, 1 feingehackte mittelgroße
Zwiebel, 2 durchgepreßte Knoblauchzehen, 2 Tassen nicht zu grob
gewürfelter roter Paprika, 2 EL grobgehacktes Korianderkraut,
1 entkernte feingewürfelte Vogelaugenchilischote, 1 EL feingeriebene
Ingwerwurzel, 1 TL edelsüßes Paprikapulver, 1 Lorbeeblatt,
0,7 l Geflügelbrühe, 150 g Sauerkraut, 1 EL gemahlener weißer
Pfeffer, 400 g Heilbuttfilet, Saft einer Zitrone, 2 TL Salz.
Zubereitung: Zwiebel und Knoblauch bei mittlerer Hitze in der Butter
anschwitzen. Paprika, Korianderkraut, Chili, Ingwer, Lorbeer, Sauerkraut,
Geflügelbrühe und Pfeffer hinzufügen. Hitze erhöhen,
nach dem Aufkochen Hitze wieder verringern. Mischung 45 Minuten leise
köcheln lassen, dann pürieren. Heilbutt mit dem Salz bestreuen
und 15 Minuten in dem Zitronensaft marinieren. Pürierte Suppe
zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. Heilbutt einlegen und 5 Minuten
leise köcheln lassen.
Anmerkungen: Es handelt sich bei der Sauerkrautsuppe um eine Variante
der Soljanka bzw. Seljanka. Diese Suppe wird - statt mit Fisch - auch
mit Fleisch- oder Wursteinlage serviert. Selbst Sauerkraut ist bei
Soljanka nicht zwingend. Manche nehmen an Stelle von Sauerkraut Mixed
Pickles.
Literatur: Escoffier (1921: 163-164; 182).

Crème Dubarry
- Zutaten: 1 Blumenkohl, 6 mittelgroße, geschälte, mehligkochende
Kartoffeln, 1 EL Salz, 1 Tasse Béchamel, 1 EL gemahlene Muskatnuß.
Zubereitung: Blumenkohl und Kartoffeln mit dem Salz in Wasser zum
Kochen bringen. Hitze reduzieren. 20 Minuten köcheln lassen.
Im Sieb abtropfen lassen. Mit der Béchamel verquirlen. Durch
ein Sieb geben. Muskatnuß einrühren.
Anmerkungen: Man kann die Crème zu einer Suppe (mit Demi-glace)
verdünnen.- Der Name der Crème verbindet sich mit Marie-Jeanne
Bécu, der Gräfin du Barry (1743-1793). Es heißt,
sie sei Geliebte Ludwigs XV. gewesen. Sie wurde 1793 enthauptet, als
sie leichtsinnigerweise von einem Aufenthalt in England nach Paris
zurückreiste.
Literatur: Escoffier (1921: 745).

Melonensuppe mit Königskrabbenfleisch
- Zutaten: 1 Gallia-Melone,
1 Tasse Ernußsauce, ½ l Läuterzucker, je 1 TL feingehackte
entkernte Vogelaugenchilischoten und gemahlene Muskatnuß, 2 EL
grob gehackte Korianderkrautblätter, 1 blanchiertes Königskrabbenbein.
Zubereitung: Melone auf den Stielansatz stellen. Oberes Drittel der
Melone in Zakkenschnitt abschneiden. Melonenfleisch bis auf 1 cm ringsum
aus der Melone schälen, grob hacken und 5 Minuten in dem Läuterzucher
kochen. Königskrabbenfleisch aus der Schale nehmen und grob würfeln.
Schale des Königskrabbenbeins 10 Minuten in dem Läuterzucker
kochen. Sud durch ein Sieb geben. Sud mit dem Melonenfleisch und den
übrigen Zutaten (außer dem Königskrabbenfleisch) pürieren.
Die ausgehöhlte Melone und das Purée drei Stunden im Kühlschrank
kalt stellen. Purée mit dem Königskrabbenfleisch verrühren.
In die Melone füllen. Auf grob zerschlagenes Eis stellen. Den
Deckel schräg an die Melone legen.
Beilage: Röstbrot.
Anmerkungen: Anstelle von Königskrabbenfleisch nimmt man auch
das Fleisch von Flußkrebsen, Langoustinen (Kaisergranat) usw.
Außer Gallia-Melonen eignen sich Charentais- und Cavaillon-Melonen.

Kürbissuppe mit Miesmuscheln
- Zutaten: 250 g Fleisch vom Muskatkürbis, ½ EL Salz, 125
ml Schlagsahne, je ½ TL gemahlene Muskatnuß und Safranfäden,
je 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer und geriebene Ingwerwurzel, 12
gekochte Mismuscheln.
Zubereitung: Kürbisfleisch mit dem Salz und ½ l Wasser
zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. 15 Minuten köcheln lassen.
In ein Sieb geben. Abtropfen lassen und pürieren. Sahne, Muskatnuß,
Safran, Ingwer und Pfeffer einrühren. Erneut bei geringer Hitze
erwärmen (20 Minuten). Miesmuscheln zufügen. 5 Minuten köcheln
lassen.
Beilage: Röstbrot.
Anmerkungen: Aus Kürbissuppe entsteht Kürbisbrei, wenn
man die Suppe etwas länger köcheln läßt.- Größere
Mengen Kürbissuppe werden gelegentlich in einem ausgehöhlten
Kürbis serviert.
Literatur: Bocuse (1977:80).

Hühnersuppe mit Shiitake
- Zutaten: je ½ l Kokusnußmilch und Hühnerbrühe,
6 Kaffir-Limetten-Blätter, 1 EL fein gehackter oder geriebener
Galgant, 1 EL Limonensaft, 1 EL thailändische Fischsauce, 1 EL
Palmzucker, je 4 entkernte und in feine Scheiben geschnittene rote und
grüne Chilischoten, 3 mittelgroße, längs in Streifen
geschnittene Chili-schoten (entkernt), 1 EL in feine Scheiben geschnittenes
Zitronengras, 250 g enthäutete Hühnerbrust, 5 in grobe Scheiben
geschnittene Shiitake, 12 kleine grüne Auberginen, je 1 EL Korianderkraut
und Basilikumblätter (fein gehackt), 1 TL Salz.
Zubereitung: Kokusnußmilch mit der Hühnerbrühe zum
Kochen bringen. Limetten-Blätter, Galgant, Limonensaft, Fischsauce,
Palmzucker, in Scheiben geschnittene Chilischoten und Zitronengras
zugeben. 5 Minuten köcheln lassen. Hühnerbrust in mundgerechte
Stück schneiden, salzen. Mit den Pilzen und den Auberginen in
den Sud geben. Weitere fünf Minuten kochen. Korianderkraut und
Basilikumblätter unterrühren. Mit den in Streifen geschnittenen
Chilischoten bestreuen.
Anmerkungen: Statt Hühnbrust kann man auch die entsprechende
Menge Garnelenschwänze nehmen. Eine Verfeinerung der Suppe ergibt
sich, wenn man vor der Zugabe von Hühnerbrust, Pilzen und Auberginen
den Sud durchseiht. Als Ersatz für Shiitake (Lentinula Edodes)
werden bisweilen Champignons verwendet.

Mulligatawny
- Zutaten: 1 Suppenhuhn von 2 kg, 1 Bund Koriander (Blätter
mit Stengeln), 1 EL ganze Korianderblätter (ohne Stengel), 2 grob
gehackte mittelgroße Zwiebeln, 1 fein gehackte mittelgroße
Zwiebel, 2 grob gehackte Knoblauchzehen, 1 durchgepresste Knoblauchzehe,
4 getrocknete kleine rote Chilischoten, 2 größere in feine
Streifen geschnittene frische rote Chilischoten, 2 grob gehackte Karotten,
1 in grobe Stücke geschnittene Stange Lauch, 4 grob gehackte Tomaten,
1 grob gehackte Korianderwurzel, 20 schwarze Pfefferkörner, 2 EL
Salz, 1 EL Koriandersamen, 1 EL Bockshornkleesamen, 4 Lorbeerblätter,
Saft von einer Zitrone, 1 l fetter Sauerrahm (Schmant), ½ Tasse
Curryblätter (murraya koenigii), 2 vollreife Bananen, 1 vollreife
Mango, 40 g Butterschmalz, 1 EL Madras-Currypulver, ½ Tasse Mandelstifte.
Zubereitung: Huhn in 2 l Wasser zum Kochen bringen. Aufsteigenden
Schaum abschöpfen. Bund Koriander, grob gehackte Zwiebeln, Knoblauchzehen,
Karotten, Lauch, Tomaten, getrocknete Chilischoten, Pfeffer, Korianderwurzel,
Bockshornkleesamen, Salz, Lorbeer- und Curryblätter zufügen.
Hitze reduzieren. Huhn zwei Stunden leise Köcheln lassen. Huhn
herausnehmen, häuten, Fleisch von den Knochen nehmen und nicht
zu grob würfeln. Brühe durch ein Sieb geben, den Zitronensaft
und Schmant hineinrühren und leise weiterköcheln lassen.
Bananen und Mango in nicht zu grobe Stücke schneiden. Fein gehackte
Zwiebel und durchgepresste Knoblauchzehe in 30 g Butterschmalz bei
mittlerer Hitze glasig werden lassen. Bananen- und Mangostücke
zugeben und 10 Minuten schmurgeln lassen. Falls die Mischung zu fest
wird oder stark bräunt mit etwas von der Hühnebrühe
ablöschen. Die Bananen-Mango-Zwiebel-Mischung in die Brühe
rühren. 10 Minuten ziehen lassen. Mandelstifte in 10 g Butterschmalz
bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren leicht rösten.
Die Brühe erneut durch ein Sieb geben. Hühnerfleisch zufügen
und fünf Minuten erhitzen. Currypulver unterrühren. Mit
Korianderblättern, Chilistreifen und gerösteten Mandelstiften
bestreuen.
Beilage: gekochter Reis.
Anmerkungen: Manchmal werden die Brüste des Huhns vor dem Kochen
gelöst und zunächst (gehäutet) beiseite gelegt. Die
Keulen trennt man ebenfalls (für andere Verwendungen) ab. Die
Haut von Brust und Keulen wird zusammen mit der Karkasse zur Zubereitung
der Brühe benutzt. Man nimmt dann zwei Hühner oder reduziert
die Wassermenge und alle anderen Zutaten um die Hälfte. Die Brüste
werden längs in etwa fingerdicke Streifen geschnitten und in
den 30 g Butter mit der fein gehackten Zwiebel und der durchgedrückten
Knoblauchzehe ringsum 10 Minuten gebraten. Sobald die Zwiebeln glasig
sind, fügt man die Bananen- und Mangostücke zu. Nachdem
die Hühnerbruststreifen schön goldbraun geworden sind, nimmt
man sie heraus und schneidet sie in Würfel. Nur das gebratene
Brustfleisch wird dann der Brühe zugefügt. Die (ungegarten)
Keulen verwendet man anderweitig. Statt eines Suppenhuhns solte man
bei dieser Variante besser einen jungen Masthahn nehmen, denn der
Sinn des Bratens besteht hauptsächlich darin, die Brust nicht
zu faserig und trocken werden zu lassen, was bei langem Kochen unumgänglich
ist.
Literatur: Escoffier (1921: 178).

Ochsenschwanzsuppe
- Zutaten: 1 Ochsenschwanz, 1 große grobgewürfelte
Zwiebel, 1 große zerdrückte Knoblauchzehe, 4 kleine getrocknete
Chilischoten, 3 Pimentkörner, 2 Lorbeerblätter, 2 grob gehackte
frische Tomaten, 1 grob gehackte getrocknete Tomate, 2 cl Gin, 1 TL
Liebstöckl, 1 TL Oregano, 20 Pfefferkörner, 1 TL Salz, 4 EL
Olivenöl, 1 Tasse dunkler Rotwein.
Zubereitung: Ochsenschwanz enttalgen und an den Bandscheiben quer
in Stücke schneiden. Olivenöl kräftig erhitzen. Ochsenschwanzstücke
darin rundum anbraten. Zwiebel zugeben und, wenn sie Farbe angenommen
hat, mit Gin ablöschen. Alle übrigen Zutaten außer
Salz zugeben, die Mischung knapp mit Wasser bedecken und sprudelnd
zum Kochen bringen. Abschäumen. Hitze reduzieren und drei Stunden
köcheln lassen. Ochsenschwanz aus dem Sud nehmen und Fleisch
von den Knochen lösen. Brühe durch ein Sieb geben und Fett
abschöpfen. Rotwein zu der Brühe geben und mit dem Fleisch
und dem Salz wieder erhitzen, bis der Alko-hol sich aus dem Wein verflüchtigt
hat.
Beilage: geröstetes Weißbrot.
Anmerkungen: Eine besonders aromatische Brühe ergibt sich, wenn
man noch ein paar Stengel Petersilie, etwas Sellerie, 1 TL Rosmarinnadeln
und 1 grob gehackte Karotte mitschmoren läßt.
Literatur: Escoffier (1921: 180).

Soupe Soubise
- Zutaten: 6 grobgehackte mittelgroße Zwiebeln,
3 grobgehackte große Knoblauchzehen, ½ TL Thymian, 2 EL
Butterschmalz, 4 Tassen Fleischbrühe (aus beliebigem Fleisch: Kalb,
Rind, Geflügel o. ä.), ½ Tasse geraspelter Gruyère,
1 TL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 Tasse Béchamel-Sauce
(alternativ: 1 Tasse Sauce Richelieu).
Zubereitung: Zwiebeln und Knoblauch im Butterschmalz bei mittlerer
Hitze glasig werden lassen. Thymian zufügen. 5 Minuten weiterschmoren.
Mit 1 Tasse Fleischbrühe pürieren und durch ein Sieb pressen.
3 Tassen Fleischbrühe und den Käse zugeben. Bei mittlerer
Hitze zum Köcheln bringen. Béchamel-Sauce, Salz und Pfeffer
zufügen. Kräftig rühren, bis die Béchamel-Sauce
sich innig mit den übrigen Zutaten verbunden hat.
Beilage: Geröstete Weißbrotwürfel.
Anmerkungen: Die Richelieu ist der Béchamel zweifellos vorzuziehen.
Außerdem kann man mit Gewinn 1 entkernte und feingehackte Vogelaugenchilischote
zufügen sowie 100 ml Crème double.- Das Gericht soll seinen
Namen Charles de Rohan, prince de Soubise (1715 bis 1787), verdanken,
der als General unter Ludwig XIV. und Ludwig XV. diente. Ihm wird
auch die Sauce Soubise zugeschrieben, die wahrscheinlich vor der Suppe
entstand. Sie ist eher ein Coulis als eine Sauce. Man nimmt dafür
die gleiche Menge Zwiebeln, Butterschmalz, Béchamel, Salz und
Pfeffer wie für die Suppe. Die anderen Zutaten fallen weg.
Literatur: Carême (1832: 330), Escoffier (1921: 39).

Schwarze Bohnen mit Kalbsohr, Schinken, Speck und Gänsebrust
- Zutaten: 1 Tasse getrocknete Schwarze Bohnen, 2 EL
Gänseschmalz, 1 feingehackte Zwiebel, 2 durchgedrückte Knoblauchzehen,
2 Tassen Kalbsconsommé, 1 grobgewürfeltes Kalbsohr, je ½
Tasse Würfel à 8 mm Kantenlänge vom Bayonner Schinken,
vom durchwachsenen Speck (beides ohne Schwarte) und von der enthäuteten
Gänsebrust, 1 Gazesäckchen mit 2 Stengeln Thymian, 1 Stengel
Rosmarin, 5 Salbeiblättern, 2 Lorbeerblättern, 20 schwarzen
Pfefferkörner, 1 Chilischote und 2 Nelken, 1 Tasse Weißwein.
Zubereitung: Zwiebel mit den Knoblauchzehen im Schmalz glasig werden
lassen. Bohnen und Consommé zugeben. Danach Kalbsohr, Schinken,
Speck und Gänsebrust einrühren. Gazesäckchen auflegen.
Weißwein und 2 Tassen Wasser dazugeben. Zum Sieden bringen.
Hitze reduzieren. 5 Stunden köcheln lassen. Gaze-säckchen
herausnehmen.
Beilage: Mango Chutney, Petersilie, Apfelsinenspalten, Mangoldgrün,
Reis.
Anmerkungen: Ähnlich wird brasilianische Feijoada zubereitet.
Man nimmt dann statt Kalbs- Schweineohr und ersetzt Schinken durch
Carne do sol (Carne seca). An die Stelle von Gans tritt geräucherte
Schweinewurst. Eine andere Variante ist westfälisches Blindhuhn,
für das man allerdings weiße statt schwarzer Bohnen nimmt
sowie zusätzlich grüne Bohnen (auch mehrere Sorten, einschließlich
Saubohnen) und anstatt Bayonner westfälischen Schinken.

Serbische Bohnensuppe
- Zutaten: 1 Tasse getrocknete weiße Bohnen, 2
EL Schweineschmalz, 1 feingehackte Zwiebel, 2 durchgedrückte Knoblauchzehen,
3 Tassen Hühnerbrühe, 1 Tasse grobgewürfelte Cabanossi,
½ Tasse Würfel à 8 mm vom durchwachsenen Speck (ohne
Schwarte), 1 Gazesäckchen mit 2 Stengeln Thymian, 1 Stengel Rosmarin,
5 Salbeiblättern, 2 Lorbeerblättern, 20 schwarzen Pfefferkörner,
1 Chilischote und 2 Nelken, 1 TL Salz, ½ feingewürfelter
grüner Gemüsepaprika, 1 TL Paprikapulver, 1 EL feingehackte
Petersilienblätter.
Zubereitung: Zwiebel mit den Knoblauchzehen im Schmalz glasig werden
lassen. Bohnen, Salz und Brühe zugeben. Danach Cabanossi, Paprikapulver
und Speck einrühren. Gazesäckchen auflegen. 2 Tassen Wasser
dazugeben. Zum Sieden bringen. Hitze reduzieren. 5 Stunden köcheln
lassen. Nach 4 ½ Stunden die Papri-kawürfel zugeben. Gazesäckchen
herausnehmen. Mit der Petersilie überstreuen.
Beilage: Mixed Pickles, frisches Weißbrot.

Gustum de holeribus
- Condies bulbos liquamine, oleo et vino. cum cocti fuerint,
iecinera porcelli et gallinarum et ungellas et aucellas divisas. haec
omnia cum bulbis ferveant. Cum ferbuerint, teres piper, ligusticum,
suffundis liquamen, vinum et passum, ut dulce sit, ius de suo sibi suffundis,
revocas in bulbos. cum ferbuerint, ad momentum amulo obligas. (lib.
quart., V., 2.)
Interpretation: 2 Hühnerfüße säubern und 3 Stunden
kochen. 2 Hühnerflügel blanchieren. ½ kg Zwiebeln
waschen und mehrmals in jeweils erneuertem Wasser zum Kochen bringen.
Zwischen den einzelnen Kochvorgängen immer wieder lose Zwiebelhaut
entfernen. Wenn die Zwiebeln nach einer ¾ Stunde gar sind,
gegebenfalls noch anhängende Wurzeln und trockene Häutchen
abschneiden. Die Zwiebeln in 3 EL ÖL, 1 EL Liquamen und 1 Tasse
trockenem Rotwein langsam schmoren. Unterdessen ¼ kg Schweine-
und Hühnerleber würfeln und mit den Flügeln und den
Füßen zu den Zwiebeln geben. 1 EL gemahlenen Pfeffer, 1
EL gehacktem Liebstöckl, 1 EL Liquamen, ½ Tasse trockenen
Rotwein und ½ Tasse passum zugeben. 10 Minuten schmoren und
mit Amulum binden.
Anmerkungen: Dieses Rezept soll seiner Überschrift nach die
Zubereitung einer Gemüsevorspeise beschreiben. Da keine bestimmte
Gemüsesorte benannt wird, erwartet man Angaben zur Herrichtung
einer "bunten Platte" oder ein Rezept, das für viele
Gemüsesorten geeignet sein müßte. Überraschenderweise
erfährt man dann jedoch, daß es sich um ein spezielles
Rezept für bulbos handelt. Jedenfalls erwähnt der Autor
- entgegen seinen sonstigen Gepflogenheiten in ähnlich gelagerten
Fällen - mit keinem Wort, daß er seinen Zubereitungsvorschlag
auch bei anderen Gemüsen für geeignet hält. Ich nehme
deshalb an, daß die Überschrift verderbt ist und gustum
de bulbis heißen müßte.
Bulbus ist im Lateinischen wohl ein griechisches Fremdwort und bezeichnet
die Zwiebel unterschiedlicher Gewächse (zum Beispiel von Blumen,
aber auch von Grünpflanzen). Allerdings habe ich keine Belege
dafür gefunden, daß auch die gewöhnliche Garten- oder
Gemüsezwiebel von den Römern als bulbus bezeichnet worden
wäre. Ich habe deshalb nach einer eßbaren und tatsächlich
auch als Speise verwendeten Zwiebel gesucht. Fündig bin ich auf
Kreta geworden, wo man als mese (von altgr. mattye; lat. mattea, dtsch.
Appetithappen) gerne die dort so genannten ???????????? verzehrt.
Es handelt sich dabei um die Zwiebeln einer in sandigem, meernahem
Boden besonders gut gedeihenden drei- bis vierblättrigen Kriechpflanze.
Diese Zwiebeln sind sehr bitter und werden deshalb in mehrfach gewechseltem
Wasser gegart, wobei man nach jedem Kochvorgang die auftreibenden
äußeren Häutchen entfernt. Auch nach dieser Prozedur
bewahren die bulbi eine prägnante Bitterkeit, die sich am besten
durch die Zugabe von Süße abfangen läßt.
Apicius empfiehlt zum Süßen passum, einen Wein aus Sultaninen
(Columella 1993: XII, 29):
Passum si ex uva apiana facere volueris, uvam apianam integram legito,
acina corrupta purgato et secernito, postea in perticis suspendito.
Perticae uti semper in sole sint facito; ubi satis cor-rugata erunt
acina, demito et sine scopionibus in dolium conicito, pedibusque bene
calcato. Ubi unum tabulatum feceris, vinum vetus spergito, postea
altum supercalcato, item vinum conspergito. Eodem modo tertium calcato,
et infuso vino ita supernatare sinito dies quinque: postea pedibus
proculcato, et in fiscina nova uvas premito.
Wer selber kein passum herstellen will, ist mit dem Mavrodafni-Wein
aus Patras gut beraten. Interessante geschmackliche Varianten ergeben
sich mit dem ungarischen Tokayer, den französischen Sau-ternes-Weinen
oder deutschen Trockenbeerenauslesen.
Ein kleine Unklarheit läßt das Rezept in bezug auf das
zu verwendende ligusticum (Liebstöckl). Es wird nämlich
nicht ausdrücklich gesagt, ob das Kraut frisch oder getrocknet
verwendet werden soll. Da Apicius jedoch so verfährt, daß
er einmal ein getrocknetes Kraut verlangt, einmal ein frisches und
einmal überhaupt keine Angaben dazu macht, ist wohl anzunehmen,
daß der Autor in diesen letzteren Fällen dem Koch oder
der Köchin - je nach Neigung oder Umständen - die Entscheidung
anheim stellen wollte.
Apicius sagt nie, was für Pfeffer zu verwenden ist: weißer,
schwarzer, roter, grüner oder womöglich Szechuanpfeffer.
Ich unterstelle regelmäßig, daß schwarzer Pfeffer
gemeint ist. Heutigen Gepflogenheiten entsprechend könnte man
aber natürlich auch speziell zu hellen Saucen hier und da weißen
Pfeffer nehmen. Noch Dioskurides (1906-1914) wußte zwar nicht,
wie man schwarzen und weißen Pfeffer gewinnt. Doch zumindest
diese beiden Pfeffersorten waren den Römern auf jeden Fall bekannt.
Das Zerstoßen und Mischen des Pfeffers mit anderen Gewürzen
wird in römischer Zeit gewöhnlich im Möser erfolgt
sein. Die damals gebräuchlichen steinernen Handmühlen, die
auch in zeitgenössischen Haushalten zum Schroten von Korn hier
und da noch in Gebrauch sind, dürften schon auf Grund ihrer Unhandlichkeit
und ihres Gewichtes als Gewürzmühlen kaum Verwendung gefunden
haben. In jedem Fall läßt sich bei allen Gewürzmischungen
eine verhältnismäßig grobe beziehungsweise grobkörnige
Konsistenz annehmen.
Wo Rezepte - wie das vorliegende - Wein verlangen, gehe ich generell
von Rotwein aus, der ja unverändert in den Mittelmeerländern
die Weinproduktion dominiert.

Gaisburger Marsch
- Zutaten: 2 Scheiben Rinderbein mit Knochen (800 g),
2 Lorbeerblätter, 3 Nelken, 2 feingehackte Zwiebeln, 4 halbierte
und quer in dünne Streifen geschnittene Zwiebeln, 1 Stange Lauch,
3 Stengel Petersilie, 2 feingehackte Karotten, 4 Tomaten, 1 TL Thymianblätter,
1 EL Majoranblätter, ¼ Sellerieknolle, 100 g Champignons,
3 getrocknete Vogelaugenchilischoten, 20 schwarze Pfefferkörner,
100 g Butter, 3 EL Olivenöl, 1 Tasse Weißwein, 2 cl Cognac,
400 g geschälte, mehligkochende Kartoffeln, 125 g Weizenmehl, 3
Hühnereier, 3 ½ EL Salz, 4 EL feingeschnittener Schnittlauch.
Zubereitung: Beinscheiben mit Karotten und gehackten Zwiebeln in
25 g Butter und dem Öl kräftig anbraten. Mit Cognac ablöschen.
Hitze reduzieren. Lauch, Sellerie, Tomaten und Champignons grob hacken.
Mit Petersilie, Thymian, Majoran, Chili, Pfefferkörnern, Lorbeer
und 2 l Wasser zu den Beinscheiben geben. 2 ½ Stunden kochen.
Beinscheiben herausnehmen. Brühe durch ein Sieb geben. Das Fleisch
von den Beinscheiben heben und in spielwürfelgroße Stücke
schneiden. dabei Fett und Sehnen entfernen. Kartoffeln in spielwürfelgroße
Stücke schneiden. Mit 1 EL Salz in 1 l kaltes Wasser geben. Aufkochen
lassen. Hitze reduzieren. 10 Minuten köcheln lassen. Abgießen.
25 g Butter bei mittlerer Hitze zerlassen. Abkühlen lassen. Mit
dem Mehl, ½ EL Salz und den Eiern zu einem nicht zu dicken
Teig verrühren. Gegebenenfalls etwas mehr Ei zufügen. Den
Teig 3 mm dünn auf ein Holzbrett streichen. 1 ½ l Wasser
zum sprudelnden Kochen bringen. Von Holzbrett den Teig in 5 mm dünnen
Streifen in das Wasser streifen und 1 ½ Minuten kochen lassen
(s. Spätzle). Zwiebelstreifen in 50 g Butter bei mittlerer Hitze
kräftig bräunen. Fleischbrühe erneut zum Kochen bringen.
Es sollte noch 1 l sein. Hitze reduzieren. Salz, Kartoffeln und Spätzle
zugeben. 5 Minuten ziehen lassen. Mit den Zwiebelstreifen und dem
Schnittlauch bestreuen.
Anmerkungen: In Frankreich ist es nicht ungebräuchlich, vergleichbare
Eintöpfe mit einer Schicht aus Brotscheiben oder geriebener Krume
zu belegen, über die man großzügig Käse raspelt,
um den Eintopf zu gratinieren. Das macht man zum Beispiel bei einem
Eintopf, der sich Garbure nennt, eigentlich immer, unabhängig
davon, was der Eintopf enthält.
Literatur: Carême (1832: 104-106), Escoffier (1921: 165-167),
Bocuse (1977: 83).

Pichelsteiner Eintopf
- Zutaten: 2 Scheiben Rinderbein mit Knochen (800 g),
2 Lorbeerblätter, 3 Nelken, 2 fein gehackte Zwiebeln, 10 Schalotten,
2 Stangen Lauch, 3 Stengel Petersilie, 2 fein gehackte Karotten, 2 quer
in 4 cm lange Stücke geschnittene Karotten, 4 Tomaten, 1 TL Thymianblätter,
1 EL Majoranblätter, ½ Sellerieknolle, 100 g Champignons,
3 Vogelaugenchilischote, 12 schwarze Pfefferkörner, ¼ Wirsing
(250 g), 25 g Butter, 3 EL Olivenöl, 1 Tasse Weißwein, 2
cl Cognac, 400 g geschälte festkochende Kartoffeln, 2 EL Salz,
4 EL feingehackte Petersilie, 1 EL grobgemahlener schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Beinscheiben mit feingehackten Karotten und Zwiebeln
in 25 g Butter und dem Öl kräftig anbraten. Mit Cognac ablöschen.
Auf mittlere Hitze reduzieren. 1 Stange Lauch, ¼ Sellerieknolle,
Tomaten und Champignons grobhacken. Mit 3 Stengeln Petersilie, Thymian,
Majoran, Chili, Pfefferkörnern, Lorbeer und 2 l Wasser zu den
Beinscheiben geben. 2 ½ Stunden kochen. Beinscheiben herausnehmen.
Brühe durch ein Sieb geben. Das Fleisch von den Beinscheiben
heben und in spielwürfelgroße Stücke schneiden. dabei
Fett und Sehnen entfernen. Kartoffeln und ¼ Sellerie in spielwürfelgroße
Stücke schneiden. 1 Stange Lauch quer in gut daumendicke Scheiben
schneiden. Brühe wieder zum Kochen bringen. Fleisch, Kartoffeln,
Selleriewürfel, Lauchscheiben, Karottenstücke und Wirsing
mit dem Salz in die Brühe geben. Aufkochen lassen. Hitze reduzieren.
Und 45 Minuten leise köcheln lassen. Mit der Petersilie und dem
grob gemahlenen Pfeffer bestreuen. Zum Servieren den Wirsing in daumendicke
Scheiben schneiden.
Anmerkungen: Ähnlich wird Scotch Broth zubereitet. Nur fügt
man zusammen mit dem Kochwasser 125 g Graupen hinzu.

Pisum Indicum
- Pisum coques. cum despumaverit, porrum et coriandrum
concidis et mittis in caccabum ut ferveat. et accipies sepias minutas,
sic quomodo sunt cum atra-mento suo, ut simul coquantur. adicies oleum,
liquamen et vinum, fasciculum porri et coriandri. facies ut coquantur.
cum coctum fuerit, teres piper ligusti-cum, origanum, carei modicum,
suffundis ius de suo sibi, vino et passo tempe-rabis. sepias minutatim
concidis et in pisum mittis. piper asparges et inferes. (lib. quint.,
III., 3.)
Interpretation: ½ kg frische Erbsen blanchieren und mit 3
EL feingeschnittenem sowie 1 EL feingehacktem Korianderkraut garen.
¼ kg grobgehackte Sepia mit ihrer Tinte in 1 EL Öl, 1
Tasse Wein, 1 Tasse Wasser, 1 EL Liquamen, einer Stange Lauch und
3 Stengeln Korianderblättern ½ Stunde kochen. Sepia herausnehmen.
Sud auf 1 Tasse einkochen, durchsieben. Sepia in den durchgesiebten
Sud zurückgeben. ½ Tasse Wein, ½ Tasse passum,
1 TL grob zerstoßenen Pfeffer, 1 TL Origano, ½ TL Kümmel
zugeben. Nochmals ¼ Stunde kochen. Sepia in erbsengroße
Würfel schneiden und zusammen mit den Erbsen in ½ Tasse
Sud umschwenken. Mit 1 TL feinzerstoßenem Pfeffer bestreuen.
Anmerkungen: Um was es sich bei pisum indicum handelt, ist unklar.
Meine Interpretation nimmt Erbsen an. Gemeint sein könnten auch
Kichererbsen. Kichererbsen sind zwar keine Erbsen, aber Walfische
sind auch keine Fische. Der Zusatz indicum weist in jedem Fall auf
eine Besonderheit hin, die darauf schließen läßt,
daß eigentlich nicht die gemeine Gartenerbse gemeint sein kann.
Bemerkenswert an diesem Rezept ist im übrigen die Tatsache, daß
Apicius die Sepia in ihrer Tinte zubereitet wissen will. Diese Zubereitungsweise
entspricht der auch heute noch in der venezianischen Küche geübten
Praxis. Sie ist außerhalb Venedigs dagegen eher unüblich,
weil die schwarze Tinte das weiße Fleisch der Sepia trübt
und regelrecht unansehnlich macht. Vielleicht nimmt Apicius das des
Aromas wegens in Kauf.

Räucherfisch-Suppe
- Zutaten: 1 geräucherte Makrele (ohne Kopf, enthäutet,
entgrätet und in grobe Stücke zerteilt), 6 entstielte Shiitake,
1 l Hühnerbrühe, 2 grob gehackte große rote Chilischoten,
1 in dünne Streifen geschnittene große rote Chilischote (entkernt),
1 grob gehackte mittelgroße Zwiebel, 2 grob gehackte Stengel Zitronengras,
4 grob gehackte Kaffir-Limetten-Blätter, 1 TL thaländische
Garnelenpaste (Industrieprodukt), 1 TL thailändische Fischsauce,
3 EL Palmenzucker, 1 EL Tamarindenmark, 1 EL grob gehackter Galgant,
1 EL in dünne Streifen geschnittener Ingwer, ¼ Tasse in
dünne Streifen geschnittene Basilikumblätter.
Zubereitung: Shiitake in dünne Streifen schneiden. Hühnerbrühe
mit grob gehackten Chilischoten, Zwiebel, Zitronengras, Limetten-Blättern,
Garnelenpaste, Palmzucker, Fischsauce, Tamarindenmark und Galgant
zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. 15 Minuten köcheln lassen.
Sud durch ein Sieb geben. Wieder aufs Feuer stellen. Shiitake, in
Streifen geschnittene Chilischote und Ingwer zugeben. 10 Minuten köcheln
lassen. Makrele zugeben. Weitere fünf Minuten köcheln lassen.
Mit Basilikum bestreuen.
Beilage: Reis.
Anmerkungen: Statt Makrele kann man auch Lachs nehmen oder einen
anderen geräucherten Fisch, statt Tamarindenmark Zitronen- oder
Limettensaft (den man allerdings erst mit der Makrele zugibt). Der
Räucherfisch sollte genug Salz an die Suppe abgeben. Wenn nicht,
leicht nachsalzen.

Hamburger Aalsuppe
- Zutaten: 300 g geräucherten Aal, 500 g Hühnerklein,
1 Knochen vom geräucherten Schinken mit etwas Fett und Fleisch
daran, ¼ Sellerieknolle, 1 Stengel Selleriekraut, 3 Karotten,
8 Stengel schlichte Petersilie, 1 Stange Lauch, 2 Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe,
20 Pfefferkörner, 3 Nelken, 250 g Backobst (Aprikosen, Pflaumen,
Äpfel), 3 getrocknete Vogelaugenchilischoten, ½ EL Salz.
Zubereitung: Aal häuten, von der Gräte lösen und in
löffelgerechte Stücke Schneiden. Aalhaut und -gräte,
Sellerieknolle, Selleriekraut, 2 Karotten, 5 Stengel Petersilie, das
Grüne der Lauchstange und die Hälfte des Weißen, Zwiebeln,
Knoblauch und Backobst grob hacken. Hühnerklein und Schinkenknochen
in 2 l Wasser zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. Schaum abschöpfen.
grob gehacktes Gemüse und Backobst sowie Nelken, Chili und Pfefferkörner
zufügen. Zwei Stunden köcheln lassen. Durch ein Sieb geben.
Sud abkühlen lassen, entfetten, erneut erhitzen. Die Blätter
von 3 Petersilienstengeln feinhacken. Den Rest vom Lauch und die dritte
Karotte in dünne Scheiben schneiden. Aalstücke und Karotte
in den Sud geben und fünf Minuten ziehen lassen. Lauch und Salz
zugeben und weitere fünf Minuten ziehen lassen. Mit der gehackten
Petersilie bestreuen.
Beilage: Röstbrot.
Anmerkungen: Eigentlich ist die Hamburger Aalsuppe eher ein Eintopf.-
An Stelle von geräuchertem kann man auch frischen ("grünen")
Aal nehmen. Sehr elegant ist (in nicht zu dicke Streifen geschnittener)
geräuchter Stör als Alternative zu geräuchertem Aal.
Er sollte dann 8 bis 10 Minuten ziehen. Statt eines Schinkenknochens
kann man 200 g durchwachsenen Speck verwenden. In die Suppe kann man
zusammen mit den Karotten ein paar geschälte und entkernte Birnenspalten
geben.- Ohne Fisch heißt die Suppe Quer-durch-den-Garten bzw.
Pot-au-feu. Man läßt dafür meistens außer dem
Fisch auch das Obst beiseite.- Eine besonders reiche Variante der
Hamburger Aalsuppe enthält neben Aal Dorschzungen, Rindermarkbällchen
und Carabineros.- Hier und da hört man, die Aalsuppe habe mit
Aal nichts zu tun. Der Name der Suppe sei auf die im Niederdeutschen
verbreitete Verkürzung von "alles" auf "all"
und die damit meistens verbundene Dehnung des Vokals zurückzuführen.
Es handele sich also um eine Suppe aus allem, was die Küche gerade
hergibt. Das muß nicht falsch sein. Nur umfaßt "alles"
eben alles, gegebenenfalls auch Aal. Das vermutlich älteste Hamburger
Kochbuch, von dem ich allerdings nur einen Nachdruck der fünften
Auflage kenne, verzeichnet zwei Varianten der Aalsuppe: beide mit
Aal.- Schlesisches Himmelreich ist eine Variante der Hamburger Aalsuppe,
die weniger flüssig angelegt wird und weder Fisch noch Hühnerklein
enthält, dafür aber mehr Gepökeltes oder Geräuchertes
vom Schwein.
Literatur: Richter und Hommer (1879: 76-77), Bocuse (1977: 73-74).

Muschelsuppe (Clam Chowder)
- Zutaten: 1 kg Venus- oder Herzmuscheln, 1 grob gehackte
Karotte, 1 Stange Lauch (in Scheiben geschnitten), 3 Stengel Petersilie,
1 grob gehackte Zwiebel, 1 Stengel Selleriekraut, ¼ grob gehackte
Sellerieknolle, 12 schwarze Pfefferkörner, 3 Nelken, 3 getrocknete
kleine rote Chilischoten, 1 TL Thymian, 2 Tassen trockener Weißwein,
50 g in dünne Stifte geschnittener durchwachsener Speck, 2 EL Butter,
2 EL Mehl, 1 Tasse feingewürfelte festkochende Kartoffeln, 2 Tassen
Sahne, ½ TL Salz.
Zubereitung: Muscheln 3 Minuten in sprudelndem Wasser kochen, aus
der Schale lösen. Gemüse, Wein und Gewürze (ohne Salz)
in das Kochwasser geben und auf 3 Tassen einkochen. Speck in der Butter
bei mittlerer Hitze rösten, bis er sich gebräunt hat. Hitze
reduzieren, Mehl zugeben und unter Rühren etwas dicken lassen
(5 Minuten). Muschelsud durch ein Sieb geben und nach und nach zu
der Speck-Butter-Mehl-Mischung geben. Hitze erhöhen. Kartoffeln
und Sahne zufügen und zehn Minuten nicht zu stark kochen lassen.
Muscheln zufügen und weitere 3 Minuten köcheln lassen. Salz
zufügen.
Beilage: Röstbrot.
Anmerkungen: Eleganter sind Jakobsmuscheln statt Venus- oder Herzmuscheln.
Sie werden nicht vorgekocht, sondern roh geöffnet, dann gesäubert,
von der Sehne befreit und gewürfelt oder in Scheiben geschnitten.
Den Rogen (Corail) drückt man durch ein Sieb und gibt ihn zusammen
mit dem Muschelfleisch in die Suppe.
Literatur: Escoffier (1921: 174).

Spargelcremesuppe
- Zutaten: 300 g Hühnerklein, ¼ Sellerieknolle,
1 Stengel Selleriekraut, 5 Stengel Petersilie, 1 Karotte, 1 kleine Petersilienwurzel,
1 Stange Lauch, 1 Zwiebel, eine Knoblauchzehe, 3 Vogelaugenchilischoten,
4 mittelgroße Champignons, 20 Pfefferkörner, 3 Nelken, 1
TL Thymianblätter, ½ TL Zucker, 1 TL Salz, 1 kg weißer
Spargel, ¼ l Sahne, 1 Eigelb.
Zubereitung: Alles Gemüse außer Spargel grobhacken und
mit Hühnerklein, Chili, Pfeffer und Thymian zum Kochen bringen.
Hitze reduzieren. Schaum abschöpfen. 1 ½ Stunden köcheln
lassen. Sud durch ein Sieb geben. Erneut zum Kochen bringen. Spargel
quer in grobe Stücke schneiden. Spargelköpfe beiseite legen.
Übrige Spargelstücke mit Zucker und Salz in den Sud geben
und bei verringerter Hitze ½ Stunde köcheln lassen. Sud
wieder durch ein Sieb geben und die Spargelstücke dabei gut ausdrücken.
125 ml Sahne mit dem Eigelb verrühren und teelöffelweise
etwas von dem Sud dazu geben (12 TL). Den übrigen Sud erneut
erhitzen, bis er leicht siedet. Die Sahne-Ei-Mischung und die Spargelköpfe
sowie die restliche Sahne unter Rühren zugeben. 12 Minuten leise
köcheln lassen.
Anmerkungen: Sellerie, Karotte und Knoblauch kann man auch weglassen.
Das Spargelaroma tritt dann stärker hervor. Die Suppe wird dadurch
heller. Statt Hühnerklein kann man die doppelte Menge Kalbsknochen
nehmen.

Spargel Kutusow
- Zutaten: Je 10 Spitzen von grünem und weißem
Spargel, 10 kleine Karotten, 1 EL Zucker, 1 EL Salz, 2 Tassen Kokusmilch,
2 Tassen Froschschenkelbrühe, 1 TL gemahlener weißer Pfeffer,
1 entkernte feingehackte Vogelaugenchilischote, 1 feingehackte mittelgroße
Zwiebel, 1 durchgedrückte Knoblauchzehe, 3 Nelken, ½ TL
gemahlener Kardamomsamen, 4 Zweige Thymian, 1 EL grobgehackte Petersilienblätter,
½ Tasse feingemahlene Erdnüsse, ¼ Tasse Sonnenblumenöl,
1 EL Safran, ¾ Tasse feingehackte Trüffelschale, ½
Tasse Portwein, ¼ Tasse Weinbrand
Zubereitung: Spargelspitzen und Karotten mit je ½ EL Salz
und Zucker 8 Minuten in wenig sprudelndem Wasser kochen. In einem
Sieb abtropfen lassen. Zwiebel und Knoblauch bei mittlerer Hitze in
dem Öl glasig werden lassen. Kokusmilch, Brühe, Kräuter,
Erdnüsse und die Gewürze (außer Safran) zufügen.
Bei erhöhter Hitze auf zwei Tassen einkochen. Durchsieben. Trüffelschale
in Port und Weinbrand aufkochen. Hitze reduzieren. 15 Minuten leise
köcheln lassen. In einem Sieb abtropfen lassen. Kochflüssigkeit
auf 1 EL einkochen. Mit der Trüffelschale und dem Safran in die
Kokusmilch geben. Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Spargel
und Karotten zufügen. 2 Minuten köcheln lassen.
Beilage: Innereien vom Milchzicklein mit Pizzaiola.
Anmerkungen: Anreichern kann man das Gericht mit grob gewürfelten
Trüffeln, die genauso gekocht werden wie die Schale.- Benannt
ist das Gericht nach dem russischen General Michail Illario-nowitsch
Kutusow (1745-1813), der Napoléon I aus Rußland vertrieb,
wobei dessen Grande Armée von über 600.000 Mann auf 40.000
oder weniger dezimiert worden sein soll.

Spargelsuppe La Varenne
- Zutaten: 500 g geschälter weißer (oder auch
grüner) Spargel, je 1 TL Salz, Zucker, feingemahlener schwarzer
Pfeffer, feingeriebene Muskatnuß, 2 EL gleichanteilig gemischte
feingehackte Kräuter (Petersilie, Basilikum, Rosmarin, Thymian,
Zitronenmelisse, Kerbel und Brunnenkresse), Croûtons von einer
fingerdicken Scheibe Weißbrot.
Zubereitung: Spargel mit Salz und Zucker in ½ l Wasser 10
Minuten kochen. Abgießen. Spargelstangen quer in 4 cm lange
Stücke schneiden. Die Spitzen beiseite legen. Die übrigen
Stücke mit 1 Tasse von dem Kochwasser pürieren. Kräuter,
Pfeffer und Muskatnuß zugeben. Spargelspitzen im restlichen
Kochwasser erhit-zen. Gleichzeitig separat das Purée erhitzen.
Spargelspitzen abgießen und auf die Croûtons legen. Das
Purée darüber geben.
Anmerkungen: Das Gericht eignet sich ausgezeichnet für die Fastenzeiten.
Außerhalb dieser Zeiten fügt man dem Purée ¼
Tasse Crème double hinzu und schwenkt die Spargelspitzen, bevor
man sie auf die Croûtons legt, in 20 g zerlassener Butter.-
Statt Spargel kann man Schwarzwurzeln nehmen, bei denen man anstelle
der Spargelspitzen entsprechend große Stücke der Schwarzwurzeln
verwendet.
Literatur: La Varenne (1651: 153-154), Carême (1832: 68).

Avocadosuppe mit Kaisergranatschwänzen
- Zutaten: 2 vollreife Avocados, 3 fein gehackte frische
kleine rote Chilischoten, ½ Tasse fein gehacktes Koriandergrün,
1 EL und 1 TL Salz, ½ TL feingemahlener schwarzer Pfeffer, ¾
l kalte Hühnerbrühe, 12 Stück Kaisergranat.
Zubereitung: Kaisergranat mit 1 EL Salz in sprudelnd kochendem Wasser
4 Minuten garen. Aus dem Wasser nehmen, abkühlen lassen und schälen.
Avocados schälen, entkernen, grob würfeln und mit den übrigen
Zutaten (außer Kaisergranat) verquirlen und durch ein Sieb geben.
Kaisergranat auf die durchgesiebte Suppe legen.
Anmerkungen: Statt Kaisergranat kann man auch Flußkrebse nehmen,
denen man zum Kochen 1 TL Kümmel beigibt. In der Fastenzeit nimmt
man statt Hühnerbrühe Gemüsebrühe.
Literatur: Grant (2000: 36).

Erbsensuppe mit Bockwurst
- Zutaten: 500 g getrocknete grüne Erbsen, ½
Tasse Liebstöckl (fein gehackt), 1 Schinkenknochen (vom Räucherschinken),
1 EL Salz, 1 TL feingemahlener schwarzer Pfeffer, 50 g durchwachsener
fein gewürfelter Speck, 50 g Butter, 1 fein gehackte mittelgroße
Zwiebel, 6 Bockwürste. Zubereitung: Erbsen mit Liebstöckl,
Salz, Pfeffer und Schinkenknochen in 2 l Wasser zum Kochen bringen.
Hitze reduzieren und 6 Stunden leise köcheln lassen. Zwischendurch
mehrmals umrühren und gegebenenfalls mehr Wasser zufügen.
Speck und Zwiebel in der Butter bei mittlerer Hitze glasig werden lassen.
Mit 2 Tassen der Erbsensuppe, die 3 Stunden gekocht haben soll, verrühren
und die Mischung in die Suppe geben. 15 Minuten vor Ende der Garzeit
den Schinkenknochen herausnehmen und die Bockwürste einlegen.
Beilage: Scharfer Senf, Weißbrot.
Anmerkungen: Kurz vor Ende der Garzeit kann man einen Teil der Erbsen
pürieren und zurück in die Suppe geben. Sie wird dadurch
noch "sämiger". An Stelle von Bockwürsten kann
man genauso gut Hamburger Knackwürste oder Frankfurter (Wiener)
nehmen.

Erbsensuppe mit Rindermarkbällchen Schiller
- Zutaten: 1 Tasse feine gefrostete Erbsen, 2 Tassen
Consommé, 125 ml Schlagsahne, ½ TL Salz, je 1 TL feingemahlener
weißer Pfeffer und feingeriebene Muskatnuß, 10 Rindermarkbällchen.
Zubereitung: Consommé zum Kochen bringen. Erbsen und ½
TL Salz hineingeben. Hitze reduzieren. Erbsen 5 Minuten köcheln
lassen. Abgießen. 2 EL Erbsen beiseite legen. Rest pürieren.
½ Tasse von der Kochbrühe, die Schlagsahne, Pfeffer, Muskatnuß,
beiseite gelegte Erbsen und Markbällchen zufügen. Bei mittlerer
Hitze 5 Minuten köcheln lassen.
Anmerkungen: Anstelle von Markbällchen werden häufig Croûtons
genommen, die man erst beim Servieren zufügt.- Kaiserschoten,
die man anstelle von Palerbsen nehmen kann, brauchen nicht gefrostet
zu sein.- Ob das Gericht nach Friedrich Schiller (1759-1805), dem
meistzitierten Autor deutscher Sprache, benannt ist, weiß ich
nicht.
Literatur: Carême (1832: 138).

Brechbohneneintopf
- Zutaten: ½ kg Rinderbrust ohne Talg und Knochen,
250 g in grobe Stücke geschnittene Brechbohnen, je 125 g geschälte
Karotten und festkochende Kartoffeln, 1 feingehackte mittelgroße
Zwiebel, 1 durchgepreßte Knoblauchzehe, 1 geriebene Muskatnuß,
1 TL gemahlener weißer Pfeffer, 1 TL Zucker, 50 g Butter, 1 Tasse
Sauce Richelieu, 2 EL feingehackte Dillspitzen, 2 EL Olivenöl.
Zubereitung: Rinderbrust in 100 g Pökelsalz und 1 l Wasser 7
Tage pökeln, anschließend 24 Stunden in klarem Wasser entsalzen
und dann 2 ½ Stunden in nochmals gewechseltem Wasser kochen.
Aus dem Kochwasser nehmen, gut kühlen, quer zur Faser in dünne
Scheiben schneiden. Karotten und Kartoffeln würfeln (auf 8 mm
Kantenlänge). Bohnen, Karotten und Kartoffeln getrennt 5 Minuten
in je 250 bis 500 ml Kochwasser von der Rindbrust kochen. Zwiebel
und Knoblauch in der Butter bei mittlerer Hitze glasig werden lassen.
1 Tasse von dem Bohnen-Kochwasser, Richelieu, Muskatnuß, Pfeffer
und Zucker zugeben. 5 Minuten köcheln lassen (bis die Richelieu
heiß ist). Bohnen, Karotten, Kartoffeln und Rinderbrust einrühren.
10 Minuten köcheln lassen. Dill mit dem Olivenöl verrühren.
Beistellen.
Anmerkung: Es scheint kein Fehler zu sein, 5 Minuten vor Ende der
Garzeit eine entkernte feingehackte Vogelaugenchilischote einzustreuen.-
Statt die Rinderbrust zu pökeln, verwenden manche sie frisch.
Man bereitet sie dann mit den Zutaten zu, die man auch für Kalbsbrühe
nimmt. Garzeit 2 ½ Stunden. Die Kochbrühe wird durch ein
Sieb gegeben und genauso verwendet wie das Kochwasser der gepökelten
Brust. Man muß ihr nur 1 EL Salz beigeben. Zum Fleisch gibt
man in diesem Fall ebenfalls Salz (1 TL).

Froschschenkelsuppe
- Zutaten: 1 kg Froschschenkel, ¼ l trockener
Weißwein, 1 EL Salz, 1 TL feingemahlener weißer Pfeffer,
12 weiße Pfefferkörner, je 1 grob gehackte Zwiebel, Karotte
und (nicht zu große) Lauchstange, 6 grob gehackte Champignons,
3 Stengel Petersilie, 1 Stange grob gehackter Bleichsellerie, 2 Nelken,
1 kleine getrocknete rote Chilischote, je ½ Tasse fein gewürfelte
Karotten, Kohlrabi und Lauchgrün, 1 TL Kresseblätter, 500
g fette saure Sahne (Schmant), ½ fein gemahlene Muskatnuss, Saft
von ½ Zitrone.
Zubereitung: Fleisch der Froschschenkel von den Knochen lösen.
Knochen mit dem grob gehackten Gemüse, Pfefferkörner, Wein,
½ EL Salz, Nelken, Chilischote zum Kochen bringen, Hitze reduzieren.
Sud 1 Stunde leise köcheln lassen, durch ein Sieb geben. Schmant
zufügen. Sud um 30% einkochen. Fein gewürfelte Gemüse
zufügen. 5 Minuten köcheln lassen. Froschschenkelfleisch
mit ½ EL Salz und 1 TL feingemahlenem weißen Pfeffer
bestreuen. Zu dem Sud geben. weitere 5 Minuten leise köcheln
lassen. Vom Feuer nehmen. Muskatnuss und Zitronensaft unterrühren.
Mit Kresseblättern bestreuen.
Beilage: Weißbrot.
Anmerkungen: Als Wein sollte man eine säurebetonte Rebsorte
wählen, zum Beispiel Riesling. Statt Kresse passt auch Kerbel.
Manche rühren nach Ende der Kochzeit noch gewürfelte kalte
Butter ein (50 g). Der Begriff der Suppe ist hier - wie sonst auch
- recht unscharf. Bei stärker gedickten Suppen kann man die Suppe
natürlich auch als Sauce ansehen.
Literatur: Bocuse (1977: 161-162); Haeberlin (1986: 91).

Froschschenkelbällchen
- Zutaten: 20 Froschschenkel mittlerer Größe.
1 Zwiebel, 1 Stange Lauch, 1 daumendicke Scheibe Knollensellerie, je
1 Bund Petersilie und Estragon, 3 Knoblauchzehen, 1 große Karotte,
2 Vogelaugenchilischoten (alles grobgehackt), 3 Nelken, 20 schwarze
Pfefferkörner, 3 Lorbeerblätter, 1 EL gerebelte Thymianblätter,
1 Stengel Rosmarin, 2 Tassen frische Weißbrotbrösel, 2 EL
mittelfein gehackter Kerbel, 100 g Kichererbsenmehl, ½ Tasse
Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Froschschenkel entbeinen, durch den Wolf drehen. Knochen
mit den anderen Zutaten (ohne das Froschschenkel-Purée, den
Kerbel, das Brot und das Kichererbsenmehl) in 1 l Wasser zum Kochen
bringen. Hitze reduzieren. 2 Stunden köcheln lassen. Durch ein
Sieb pressen. Mit dem Froschschenkel-Purée, dem Kerbel und
dem Brot verkneten. Zu ziegenaugengroßen Bällchen formen.
In dem Kichererbsenmehl wenden. Bällchen bei mittlerer Hitze
in dem Öl 5 Minuten unter Schwenken braten.
Beilage: Seeigel-Sauce, Bärlauch-Spinat.
Anmerkungen: Genauso werden Jakobsmuschelbällchen zubereitet.
Bei dem Sud verwendet man anstelle der Froschschenkelknochen das Corail
der Muscheln.

Tomaten-Gurken-Suppe (Gazpacho)
- Zutaten: 5 Tassen gehäuteten, entkernte und gewürfelte
Tomaten (Concassé), 3 Tassen geschälte, entkernte und gewürfelte
Salatgurken, 2 durchgedrückte Knoblauchzehen, 1 TL feingemahlene
getrocknete Vogelaugenchilischoten, 1 EL Salz, 1 EL feingemahlener schwarzer
Pfeffer.
Zubereitung: Zutaten zu Brei verarbeiten (im Mörser oder mit
dem Cutter). Brei auf unter 10° C kühlen.
Beilage: geröstetes Weißbrot, fein gewürfelter Schinken,
fein gewürfelte hart gekochte Eier, fein gewürfelter grüner
Paprika, blanchierte Venusmuscheln, Herzmuscheln oder Austern.
Anmerkungen: Manchmal wird Gazpacho auch mit etwas Eiswasser verdünnt.

Kartoffelsuppe mit Sauerampfer
- Zutaten: 4 geschälte, mittelgroße mehligkochende
Kartoffeln, 1 EL Salz, 1 EL fein gemahlener weißer Pfeffer, 250
g Schlagsahne, 5 Tassen entstielte und quer in dünne Streifen geschnittener
Sauerampfer, 3 EL Butter, 1 fein gehackte mittelgroße Zwiebel.
Zubereitung: Kartoffeln in 1 l Wasser mit 1 EL zum Kochen bringen.
20 Minuten kochen lasse. Abgießen. Mit der Schlagsahne verquirlen.
Sauerampfer und Zwiebel bei mittlerer Hitze in der Butter unter Rühren
5 Minuten schmoren lassen. Alle Zutaten verrühren.
Beilage: geröstetes Weißbrot.
Crème Vichyssoise
- Zutaten: 4 geschälte, mittelgroße mehligkochende
Kartoffeln, 1 EL Salz, 1 l Kalbsbrühe, 1 EL feingemahlener weißer
Pfeffer, 250 g Schlagsahne, 3 EL Butter, 3 Tassen in dünne Streifen
geschnittener Lauch, 1 Tasse mittelfein gewürfelte Zwiebel.
Zubereitung: Kartoffeln in der Kalbsbrühe zum Kochen bringen.
20 Minuten kochen lassen. Abgießen. Dabei Kalbsbrühe auffangen.
Butter bei mittlerer Hitze zerlassen. Lauch und Zwiebeln darin
unter Rühren leicht schmoren. Zu den Kartoffeln geben. Salz und
Pfeffer zufügen. Mischung unter Beifügung von 1/4 l Kalbsbrühe
pürieren und durch ein Sieb pressen. Kühl stellen. Sahne unterrühren.
Anmerkungen: Oft wird die Vichyssoise noch mit feingehackten Kräutern bestreut, z.B. Petersilie, Kerbel oder Schnittlauch.- Die ungekühlt servierte Vichyssoise nennen manche auch Crème Parmentier.

Obazda
- Zutaten: 250 g durchgereifter Camembert oder Brie,
100 g vollfetter Quark, 100 g Butter, ½ TL Salz, 1 TL gemahlener
weißer Pfeffer, 2 TL edelsüßes Paprikapulver, 3 EL
quer in 3 mm dünne Röllchen geschnittene junge Zwiebeln, 3
EL quer in 3 mm dünne Stücke geschnittener Schnittlauch, 3
EL in 3 x 3 mm dünne Stifte geschnittene Radieschen.
Zubereitung: Käse (mit Rinde) und Butter grob würfeln.
Pfeffer, Quark und 1 TL Paprikapulver zugeben. Diese Zutaten mit der
Gabel gründlich durcharbeiten. Fertige Masse mit 1 TL Paprikapulver
pudern und mit Zwiebeln, Schnittlauch und Radieschen bestreuen.
Beilage: Graubrot.
Anmerkungen: Manchmal wird die Käse-Butter-Quark-Masse mit etwas
Bier oder Wein angereichert. Die Mengenverhältnisse in der Käse-Butter-Quark-Masse
lassen sich vielfach variieren. Auch mischt man bisweilen den Camembert
bzw. Brie mit anderen Käsesorten.- Einer von mir gehörten
Vermutung zufolge sollte Obazda ursprünglich Aussehen und Geschmack
überreifen Käses verbessern.

Eierstich

Royale Crécy
- Zutaten: 1 dl Hühnerbrühe, 1 EL Butter, 75
g feingeraspelte Karotten, ½ TL Zucker, ½ TL feingehackter
Kerbel, 2 EL Béchamel, 2 EL Schlagsahne, je ¼ TL Salz,
gemahlener weißer Pfeffer und gemahlene Muskatnuß. 1 Hühnerei
und zwei Eigelb
Zubereitung: Butter bei mittlerer Hitze zerlassen, Karotten und Kerbel
zufügen. Mit der Hühnerbrühe bei erhöhter Hitze
aufkochen lassen. Hitze wieder reduzieren. Unter Rühren die Karotten
sehr weich werden lassen. Gewürze, Béchamel und Sahne zufügen.
Unter Rühren 5 Minuten köcheln lassen. Vom Feuer nehmen. Alles
durch ein Sieb pressen. Ei und Eigelb verschlagen. In die durchgepreßte
Mischung rühren. Im Wasserbad 20 Minuten stocken lassen.
Anmerkungen: Eine Royale kann man auch mit Sellerie, Endivien und
vielen anderen Zutaten herstellen. In jedem Fall handelt es sich um
eine Art Eierstich, der durch die verwendeten Zutaten nur verfeinert
wird.
Literatur: Escoffier (1921: 115-117).

Eiersalat
- Zutaten: 4 Hühnereier, 50 g gefrostete feine Erbsen,
¼ roter Paprika, 2 Frühlingszwiebeln, ½ Maiskolben,
2 mittelgroße Gewürzgurken, 1 Tasse Mayonnaise, 1 TL Salz,
1 EL Zucker.
Zubereitung: Eier für 12 Minuten in sprudelnd kochendes Wasser
geben, unter kaltem Wasser abschrecken, pellen, längs vierteln
und quer in ca 1 cm dicke Stücke schneiden. Erbsen drei Minuten
mit ½ TL Salz in sprudelnd kochendes Wasser geben, abschrecken
und abtropfen lassen. Maiskolben 15 Minuten mit 1 TL Salz und 1 EL
Zucker, in sprudelnd kochendes Wasser geben und abtropfen lassen.
Maiskörner vom Kolben schneiden. Gewürzgurken vierteln,
entkernen und in 0,5 x 0,5 cm große Würfel schneiden. Paprika
von Kerngehäuse befreien und in 1 x 1 cm große Würfel
schneiden. Zwiebeln quer in 0,2 cm dünne Scheiben schneiden.
Alle Zutaten vorsichtig vermengen.
Beilage: geröstetes Weißbrot, gehackte Petersilie.

Rindfleischsalat
- Zutaten: 500 g gekochte Oberschale vom Rind, 2 entkernte
feingehackte Vogelaugenchilischoten, 3 entkernte feingehackte Gewürzgurken,
1 EL Kapernknospen, ½ Tasse feingehackter gelber Paprika, ½
Tasse gekochte und feingewürfelte Karotten, 2 EL feingehackte Petersilie,
4 in dünne Scheiben geschnittele Lauchzwiebeln, 2 TL gemahlener
schwarzer Pfeffer, 1 TL Salz, 1 TL Scharfer Senf, ½ TL Worcestershiresauce,
½ TL Zucker, ½ Tasse Sonnenblumenöl, ¼ Tasse
Weißweinessig.
Zubereitung: Rindfleisch in dünne Streifen schneiden. Mit den
übrigen Zutaten gründlich vermengen.
Beilage: Gebuttertes Grau- bzw. Feinbrot oder Laugenbrezel.
Anmerkungen: Anstelle von Gewürzgurken nehmen manche eine entsprechende
Menge Salatgurken.

Sauergemüse (Mixed Pickles)
- Zutaten: Je 3 Tassen Blumenkohlröschen, in 5 mm
dicke Scheiben geschnittene Karotten, kleine Schalotten, in 5 mm breite
Streifen geschnittener roter Paprika und in 5 mm dicke Scheiben geschnittene
Gewürzgurken, 4 Tassen Weißweinessig, je 1 Bund Petersilie,
Estragon und Dill, 3 Lorbeerblätter, 1 TL gerebelter Thymian, 3
Nelken, 1 EL Salz, 1 EL Zucker, 20 schwarze Pfefferkörner, drei
grobgehackte Knoblauchzehen.
Zubereitung: 2 l Wasser mit Petersilie, Estragon, Dill, Lorbeer,
Pfeffer, Thymian, Nelken, Salz, Zucker und Knoblauch bei großer
Hitze zum Kochen bringen. 1 Stunde bei kleiner Hitze köcheln
lassen. Ohne Druck durch ein Sieb seihen. Kochwasser wieder auf große
Hitze stellen. Blumenkohl, Karotten, Schalotten und Pa-prika zugeben.
10 Minuten sprudelnd kochen lassen. Gemüse durch ein Sieb seihen.
Essig zu dem Kochwasser geben. Aufkochen lassen. Vom Feuer nehmen.
Wasser-Essig-Mischung über das Gemüse geben. Abkühlen
lassen. Gewürzgurken zugeben.
Beilage: Grillfleisch, Pommes Pont Neuf, Tomatenconcassée.
Anmerkung: Eleganter ist es, die Gemüse separat zu kochen und
vor dem Begießen mit der Wasser-Essig-Mischung in Eiswasser
abzuschrecken.- Wenn Gurken als Einlegeware frisch erhältlich
sind, behandelt man sie wie die übrigen Gemüse.

Salzkartoffeln
- Zutaten: 500 g geschälte festkochende Kartoffeln,
1 EL Salz.
Zubereitung: Kartoffeln auf 5 cm Kantenlänge zerteilen. Kleine
Kartoffeln ganz lassen. 1 l Wasser mit dem Salz und den Kartoffeln
bei großer Hitze zum Kochen bringen. Wenn das Wasser sprudelt,
Hitze etwas reduzieren. 15 Minuten kochen lassen. Kochwasser abgießen.
Kartoffeln auf kleiner Hitze noch 15 Sekunden entwässern.
Anmerkungen: Über die trockenen Kartoffeln gibt man oft noch
2 EL zerlassene Butter und 1 EL fein- oder grobgehackte Petersilienblätter.-
Bouillonkartoffeln werden genauso wie Salzkartoffeln zubereitet. Nur
verwendet man statt Wasser Geflügel- oder Fleischbrühe.-
Kartoffeln auf englische Art werden ebenfalls wie Salzkartoffeln zubereitet
- nur ohne Salz.
Literatur: Escoffier (1921: 760).

Kartoffelbrei (Kartoffelpurée)
- Zutaten: 1 kg geschälte mehligkochende Kartoffeln,
50 g Butter, 125 g Sahne, 1 EL Salz, 2 TL gemahlener weißer Pfeffer,
1 TL geriebene Muskatnuß.
Zubereitung: Wasser zum Kochen bringen, Salz und Kartoffeln hineingeben,
wieder aufkochen lassen, Hitze reduzieren, ¼ Stunde köcheln
lassen. Kartoffeln mit Butter, Sahne, Pfeffer und Muskatnuß
zu Brei verarbeiten.
Beilage: 250 g (in 50 g Butter) braun geschmorte Zwiebelringe.
Anmerkungen: Dem Kartoffelbrei kann man 150 g grobgehackten Bärlauch
zufügen. Dazu püriert man zunächst den Bärlauch
mit der Sahne und der Butter und fügt dann die gekochten Kartoffeln
sowie Pfeffer und Muskatnuß hinzu. Kartoffelbrei mit Bärlauch
bzw. Zigeunerknoblauch wird auch Hexenzwiebelbrei genannt.- Wie Kartoffelbrei
wird Steckrübenpurée und Zuckerrübenpurée
zubereitet sowie Purée aus Topinambur oder Knollenziest (Stachys
Affinis bzw. Crosne).- In Schottland legt man Zuckerrübenpurée
(fast immer ohne Butter- und Sahnezusatz) als "Neeps" (Kurzform
von Turnips) oder "Swedes" dem "Nationalgericht"
Haggis bei.

Labskaus
- Zutaten: 1,5 kg mehligkochende geschälte Kartoffeln,
½ kg Stockfisch, ½ kg Rinderbrust ohne Talg und Knochen,
1 geriebene Muskatnuß, 1 TL gemahlener weißer Pfeffer, 25
g Butter, 2 feingehackte mittelgroße Zwiebeln, 150 ml Schlagsahne.
Zubereitung: Rinderbrust in 100 g Pökelsalz und 1 l Wasser 7
Tage pökeln, anschließend 24 Stunden in klarem Wasser entsalzen
und dann 2 ½ Stunden in nochmals gewechseltem Wasser kochen.
Aus dem Kochwasser nehmen und grob würfeln. Stockfisch unter
fließendem kalten Wasser vom Salz befreien. 24 Stunden in mehrfach
gewechseltem kalten Wasser weiter entsalzen. In kaltem Wasser aufsetzen,
zwei Minuten kochen lassen. Anschließend bei abgeschalteter
Hitze 20 Minuten ziehen lassen. Von Haut und Gräten befreien.
Zerblättern. Rinderbrust und Stockfisch durch einen Fleischwolf
drehen. Kartoffeln in kaltem Wasser aufsetzen und nach dem ersten
Aufkochen bei verringerter Hitze 20 Minuten köcheln lassen. Durchpressen
oder mit dem Quirl zu Brei verarbeiten. Zwiebeln in der Butter anschwitzen.
Den Fisch, die Rinderbrust, die Zwiebeln, den Pfeffer, die Schlagsahne
und die Muskatnuß einarbeiten. Unter Rühren im Wasserbad
auf Eßtemperatur erwärmen.
Beilage: Eingelegte Rote Beeten, Gewürzgurken, Senfgurken, Matjesfilets,
Bismarckheringe, Spiegeleier.
Anmerkungen: Statt Rinderbrust nimmt man auch Corned Beef. Auf den
Stockfisch wird oft verzichtet und statt dessen die Fleischmenge verdoppelt.
Die in Butter angeschwitzten Zwiebeln lassen ebenfalls viele beiseite.
Viele fügen der Kartoffel-Fisch-Fleischmischung den Saft von
Roten Beeten bei.- Abgekühlt läßt sich Labskaus auch
braten. Man formt handtellergroße, flache (0,5 cm hohe) Küchlein
und brät sie von beiden Seiten bei mittlerer Hitze jeweils 15
Minuten in reichlich Butter. An Stelle der Spiegeleier gibt man je
einen EL Crème fraîche mit 10 g Räucherlachs dazu.-
Erstmals soll Labskaus 1701 in einem Schriftstück erwähnt
worden sein. Es ist eines der typischen alten Seemannsgerichte. Heute
wird Labskaus vorwiegend in norddeutschen und dänischen Traditionsgaststätten
angeboten. In der Seemannsküche spielt das Gericht keine Rolle
mehr. Der Name "Labskaus" soll aus dem Englischen (von "lobscouse")
kommen.

Ius in mugile salso
- piper, ligusticum, cuminum, cepa, menta, ruta, calva,
caryota, mel, acetum, sinape et oleum. (lib. non., X., 6.)
Interpretation: 1 mittelgroße feingehackte Zwiebel, 1 TL gemahlener
Pfeffer, 3 EL gehackter Liebstöckl, 1 EL feingemahlener Kreuzkümmel,
2 EL gehackte Minze, 2 EL gehackte Raute, calva (?), 2 EL caryota,
1 EL Honig, 3 EL Olivenöl, 1 TL Senf, 1 EL Weinessig im Mörser
zerstampfen und anschließend in der Pfanne bei mittlerer Temperatur
10 Minuten schmoren lassen.
Anmerkungen: Apicius hat im liber nonus drei Rezepte für eingesalzenen
Fisch, zwei für Meeräschen und eines für Stör
und Thunfisch. Alle drei Rezepte sind nahezu identisch. Nur eines
schlägt an Stelle von Liebstöckl Origano und an Stelle von
Kreuzkümmel Rauke vor. Außerdem erfolgt die Zubereitung
bei diesem Rezept ohne Zwiebeln. Wie sehr häufig bei Apicius
geben alle drei Rezepte keine Hinweise für die Verarbeitung des
hauptsächlichen Geschmacksträgers, des salsum. Es benennt
nur die Zutaten für die Soße. Heute sind in den Mittelmeerländern
als eingesalzener Fisch fast ausschließlich der Dorsch (als
Stock- oder Klippfisch) und die Sardelle in Gebrauch. Die von Apicius
benannten Fische sind in vergleichbarer Konservierung unbekannt oder
jedenfalls unüblich. Für den Fall, daß man sich als
Grundprodukt doch so etwas wie Stockfisch vorstellen muß, könnte
man an eine Rezeptur von Paul Bocuse denken (1977: 140):
"Beim Einkauf darauf achten, daß der Stockfisch einen
sehr braunen Rücken hat, der Bauch dagegen silbrig schimmert.
Er muß dick sein, das Fleisch weiß und mit kurzen Fasern.
Auf keinen Fall dünne, flache Fische mit hartem und gelblichem
Fleisch nehmen.
Zunächst unter fließendem kalten Wasser waschen und auf
allen Seiten sorgfältig abbürsten. Dann in Stücke von
etwa 125 g brechen und in kaltes Wasser legen. Entweder unter fließendem
oder wenigstens mehrmals erneuertem Wasser 24 Stunden wässern
und dadurch gründlich entsalzen.
Das Kochen selbst ist sehr einfach: Die gewässerten Stücke
abtropfen, mit der Haut nach außen aufrollen und mit einer Schnur
wie eine Roulade zusammenbinden. In einen Topf legen und mit kaltem
Wasser reichlich bedecken. Zum Kochen bringen, beim ersten Aufwallen
die Hitze reduzieren oder auf eine andere Platte ausweichen, damit
der Stockfisch, ohne zu kochen, je nach Größe 15 bis 18
Minuten gar ziehen kann. Zwischendurch abschäumen, den Topf jeweils
wieder zudecken."
Bocuse empfiehlt zwei Rezepte für die weitere Zubereitung (ibidem:
141): ein Stockfisch-Purée und Bratkartoffeln mit Stockfisch.
Für das Stockfisch-Purée hält er zusätzlich
eine Variante bereit, die mit gedünsteten Trüffeln angereichert
wird. Da er in seinen Rezepten die im Alten Rom unbekannten Kartoffeln
vorsieht, kann man davon ausgehen, daß hier andere Zutaten vorzusehen
wären, zum Beispiel Graupen oder ähnliches. Hier trotzdem
die Bocuse-Rezepte:
"Zutaten für 6 bis 8 Personen: 500 g Stockfisch mit sehr
weißem Fleisch, 2-3 dl kaltgepreßtes Olivenöl, 1
Knoblauchzehe, 1 dl Sahne oder Mlich, 100 g gekochte, heiße
Kartoffeln, 1 Prise gemahlener weißer Pfeffer, Salz, 1 Zitrone
(Saft).
Zubereitung: Den Stockfisch wie oben beschrieben vorbereiten, entsalzen
und kochen. Abtropfen, die hellen und dunklen Häute sowie die
Gräten entfernen und das Fleisch in kleine Blättchen zerteilen.
In einer Kasserolle mit dickem Boden 1 dl Olivenöl erhitzen.
Den geblätterten Stockfisch und die zerdrückte Knoblauchzehe
zufügen. Mit einem hölzernen Kochlöffel oder einem
Spachtel diese Masse kräftig durcharbeiten, bis der Fisch zerfallen
und zu einer glatten Paste geworden ist. Nun die Kasserolle vom Feuer
nehmen oder die Hitze mildern. Stetig weiter mit dem Kochlöffel
durcharbeiten, dabei nach und nach das restliche Öl und die Sahne
oder die Milch untermischen. Zum Schluß die zerdrückten,
in der Schale oder im Dampf gekochten Kartoffeln zufügen, mit
Pfeffer - und falls überhaupt nötig - mit Salz würzen.
Zum Schluß den Zitronensaft gut in die Masse arbeiten. Das Purée
muß jetzt eine glatte, leichte, luftige und sehr weiße
Paste sein."
Stockfisch à la lyonnaise
"Zutaten: 500 g gekochter Stockfisch, 3 mittelgroße Zwiebeln,
20 g Butter, 2 EL Öl, 3 mittelgroße gekochte Kartoffeln,
Pfeffer, Petersilie, 2 TL Essig.
Zubereitung: Den Stockfisch von allen Gräten und Häuten
befreien. In kleine Blättchen zerteilen und bei milder Hitze
in den geöffneten Ofen stellen, damit das überflüssige
Kochwasser verdunstet und der Fisch etwas trockener wird. Inzwischen
die Zwiebeln in feine Streifen schneiden und in einer Pfanne oder
einem Topf bei schwacher Hitze in dem Butter-Öl-Gemisch andünsten.
Wenn sie weich und hellgelb geworden sind, die in Salzwasser gekochten,
geschälten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln zugeben.
Bei guter Hitze anbraten, bis Zwiebeln und Kartoffelscheiben ein wenig
Farbe bekommen haben. Jetzt den Stockfisch zufügen, alles vermischen,
einige Augenblicke kräftig anbraten und mit etwas frisch gemahlenem
Pfeffer würzen. Eine gute Prise gehackte Petersilie zufügen,
nochmals umwenden und anrichten. In der leeren Pfanne den Essig erhitzen
und kochend über den Stockfisch träufeln."
Beide Rezepte lassen sich alternativ - wie bereits angedeutet - problemlos
mit Graupen oder Weizenschrot zubereiten. Daß in römischer
Zeit tatsächlich Graupen oder Weizenschrot verwendet wurden,
läßt sich natürlich nicht beweisen. Ich stütze
meine Vermutung hauptsächlich auf ein traditionelles kretisches
Rezept, bei dem Weizenschrot ähnlich benutzt wird wie die Kartoffeln
für Stockfisch à la lyonnaise. Nur daß im Falle
des kretischen Rezeptes an die Stelle von Stockfisch Weinbergschnecken
treten. Ein Hinweis, der in eine andere Richtung deutet, ist einem
Apicius-Rezept zu entnehmen, das eine Art Ersatz für eingesalzenen
Fisch beschreibt:
Salsum sine salso
iecur coques, teres, et mittes piper aut liquamen aut salem. addes
oleum. iecur leporis aut haedi aut agni aut pulli, et, si volueris,
in formella piscem formabis. oleum viridem supra adicies.
Wenn man sich an diesem Rezept orientiert, dann gelangt man zu der
Annahme, daß bei manchen Zubereitungen von salsum vielleicht
sogar an "pur" zubereitete eingesalzene Fische zu denken
ist. Denn auch die Leber wird nur gewürzt, aber nicht durch weitere
Zutaten "gestreckt".
Bei zwei weiteren Rezepten, die man zur Untermauerung dieser Interpretation
heranziehen könnte, wurde allerdings die Vermutung geäußert,
daß es sich wahrscheinlich eher um Soßen handelt, die
man zu salsum sine salso reichen soll, als um Alternativen zur Zubereitung
von salsum sine salso mit Leber.
Hier kurz die Rezepte:
Aliter vice salsi
cuminum, piper, liquamen teres, et passum modice vel caroenum et
nuces tritas plurimas misces et simul conteres et <in> salsare
defundes. oleum modice superstillabis et inferes.
Aliter salsum sine salso
cuminum tantum quantum quinque digitis tollis, piperis ad dimidium
eius et unam spicam alei purgatam teres, liquamen superfundes, oleum
modice superstillabis. hoc aegrum stomachum valde reficit et digestionem
facit.
Alföldi-Rosenbaum (1981: 99). bemerkt zu dem Nußrezept:
"Das vorliegende Rezept ergibt eine recht kompakte Nußmischung,
und wenn man salsare (ein ungebräuchliches Wort) als Salzlösung
oder Salzlake versteht, hat man auch den für den Stockfisch-Ersatz
notwendigen Bestandteil."
Zu dem Kreuzkümmel-Rezept schreibt sie (ibidem): "Auch
hier braucht man nicht anzunehmen, daß nur eine Sauce beschrieben
und der eigentliche Stockfisch-Ersatz ausgelassen wird. Das Gericht
ist eine zähflüssige Masse, mit dem Löffel zu essen,
die den schwer verdaulichen Stockfisch ersetzen soll."
Für die Ansicht von Alföldi-Rosenbaum scheint mir zusätzlich
die Tatsache zu sprechen, daß Apicius vorzugsweise (wenn freilich
auch nicht immer) Soßenrezepte mit der Überschrift "(ius)
in ..." versieht.

Brandade vom Eisbein
- Zutaten: 125 g Eisbein ohne Haut und Fett. 150 g Sahne.
Zubereitung: Eisbein fein würfeln und in Wasser 1 Stunde kochen.
Abtropfen lassen und zusammen mit der Sahne pürieren. Die Masse
durch ein Sieb pressen.
Anmerkungen: So wird auch Brandade vom Stockfisch (Brandade de morue)
zubereitet. Der Stockfisch wird gewaschen, von allem Salz befreit,
gehäutet und entgrätet. Man kocht den Stockfisch in groben
Stücken (20 Minuten). Er wird dann in kleine Stücke geschnitten,
mit der Sahne püriert und durch ein Sieb gepreßt.
Literatur: Escoffier (1921: 326).

Stilton-Walnuß-Creme
- Zutaten: 50 g Stilton, 50 g Butter, 1 TL edelsüßes
Paprikapulver, ½ Tasse feingehackte Walnüsse, 2 EL feingehackte
Petersilienblätter, 1 EL weißer Portwein.
Zubereitung: Zutaten gründlich vermengen.
Beilage: Röstbrot oder frisches Weißbrot.
Anmerkungen: Daß man auch andere Sorten Blauschimmel-Käse
(z. B. Roquefort) nehmen kann, liegt auf der Hand. Bei sehr milden
Sorten (z. B. Gorgonzola) reduziert man die Buttermenge auf 25 g sowie
die Menge der übrigen Zutaten um ein Viertel. Alternativ zu weißem
Port (süß oder trocken) bietet sich insbesondere Tokajer
an, aber auch heller Marsala oder ähnliches.- Stilton-Walnuß-Creme
kommt häufiger als Sandwich-Aufstrich zum High Tea vor.

Ziegenfrischkäse mit Schnittlauch
- Zutaten: 50 g Ziegenfrischkäse, 2 EL feingeschnittener
Schnittlauch, ½ TL Salz.
Zubereitung: Zutaten gründlich vermengen.
Beilage: Röstbrot oder frisches Weißbrot.
Anmerkungen: Ziegenfrischkäse mit Schnittlauch kommt häufig
als Sandwich-Aufstrich zum High Tea vor. Anstelle von Ziegenfrischkäse
nimmt man auch Frischkäse aus Schafs- oder Kuhmilch.

Schlemmerschnitte
- Zutaten: 50 g Rinderfilet, 50 Kaviar, ¼ TL Salz,
½ TL Pfeffer, 1 TL feingehackte Kapernknospen, ½ TL feingehackte
entkernte Vogelaugenchilischoten, 1 Scheibe Weißbrot.
Zubereitung: Rinderfilet in sehr feine Würfel schneiden. Mit
Salz, Pfeffer, Kapern und Chili vermengen. Weißbrot goldbraun
rösten. Rinde abschneiden. Brot mit dem Rinderfilet bestreichen.
Darüber den Kaviar geben.
Anmerkungen: In der Fastenzeit nimmt man statt Rinderfilet Jakobsmuscheln,
zu denen allerdings besser als Kaviar gesalzener Lachsrogen (Keta-Kaviar)
paßt. Viele lassen das Rinderfilet bzw. die Muscheln ungewürzt.-
Die Schlemmerschnitte ist eines der typischen hamburgischen Gerichte.

Hamburger Käsebrot

Liptauer Käse (Liptói)
- Zutaten: 150 g mild gesalzener, kremiger Schafs- oder
Ziegenkäse, 50 g Butter, ½ TL scharfer Senf, 1 gespülte,
feingehackte Sardelle aus der Salzlake, 1 ½ EL Rosenpaprika,
1 TL feingemahlener Kümmel, 1 ½ EL feingeschnittener Schnittlauch,
6 feingehackte Kapernknospen.
Zubereitung: Alle Zutaten mit einer Gabel innig vermengen.
Beilage: Sauerteigbrot (Grau-, Fein-, Mischbrot), junge Zwiebeln,
Radieschen, Paprikastreifen oder -würfel.

Sahnemeerretich
- Zutaten: 100 ml Schlagsahne, 1 EL feingeriebener Meerrettich.
Zubereitung: Schlagsahne aufschlagen. Meerrettich einschlagen.
Beilage: Räucherlachs, Räucheraal, geräucherte Forelle,
gekochter Karpfen, gekochte Forelle, gekochte gepökelte Rinderbrust;
Salzkartoffeln oder Röstbrot bzw. frisches Weißbrot.

Auberginenbrei
- Zutaten: 3 Auberginen, 2 gewürfelte Zwiebeln,
1 durchgepresste Knoblauchzehe, 1 entkernte, feingehackte Vogelaugenchilischote,
je 1 TL (alles gemahlen) Koriander, Bockshornkleesamen, Pfeffer, Kreuzkümmel
und Gelbwurz. 250 g Sahnejoghurt, 1 TL Salz, Saft von 1 Zitrone, ½
Tasse Olivenöl.
Zubereitung: Auberginen ¾ Stunde im vorgeheizten Ofen bei
250° C garen. Anschließend aus der Haut heben und würfeln.
Zwiebeln und Gewürze in dem Olivenöl anbraten, Auberginen
dazugeben, Joghurt und Zitrone unterheben. Leise 10 Minuten unter
häufigem Umrühren köcheln lassen. Pürieren.
Anmerkungen: Auberginenbrei wird öfter auf einer bunten Vorspeisenplatte
mit Oliven, gemischten Salaten, geschmorten Zucchini, deftigen Würstchen
usw. serviert. In der Fastenzeit verzichtet man auf den Joghurt.

Knoblauchbrei
- Zutaten: 2 Knoblauchknollen, 400 g Weißbrotkrume,
100 g geputzte Mandeln, ½ TL Salz, 1 TL gemahlener weißer
Pfeffer, 100 ml Olivenöl, Saft von 2 Zitronen.
Zubereitung: Knoblauchknolle in Zehen zerlegen. Zehen häuten
und mit etwas Öl sowie den Mandeln im Mörser zerstampfen.
Nach und nach unter Zufügen von weiterem Öl, Salz, Pfeffer
und Zitronensaft das Brot einarbeiten. Der Knoblauchbrei soll geschmeidig
sein, ohne daß aus dem Brei Öl austritt.
Beilage: Schwarze Oliven, eingelegter Paprika, grob gehackte Petersilienblätter.

Knoblauch mit Sultaninen
- Zutaten: 2 Tassen gehäutete Knoblauchzehen, 1
Tasse Sultaninen, ½ Tasse roter Portwein, ¼ Tasse Weinbrand,
1 EL feingehackter und 1 EL grobgehackter Kerbel, ½ Tasse Olivenöl,
½ TL Salz, 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Sultaninen in Port und Weinbrand aufkochen und abkühlen
lassen. Durch ein Sieb geben. Knoblauchzehen und Sultaninen bei mittlerer
Hitze unter Rühren in dem Öl anbraten. Feingehackten Kerbel,
Salz und Pfeffer zugeben. Unter Rühren 5 Minuten schmoren lassen.
Port und Weinbrand zugeben. Bedeckt ¾ Stunde schmoren lassen.
Mit dem grobgehackten Kerbel bestreuen.
Beilage: Derbe Fleisch- und Fischzubereitungen, Makkaroni, Spinat.
Anmerkungen: Grobgehackte Nüsse und Mandeln können das
Gericht bereichern.

Linsenbrei
- Zutaten: 250 g Mung Dal, 1 fein gewürfelte Zwiebel,
2 grob gewürfelte Tomaten, 1 EL Tamarindenmark, 2 zerdrückte
Knoblauchzehen, 8 fein gehackte Chilischoten, 2 EL Olivenöl, 1
EL Liquamen, 1 TL gemahlene Gelbwurz, 1 TL gemahlene Koriandersamen,
1 TL gemahlener Kreuzkümmel, 1 TL braune Senfsaat, 1 TL fein gehackte
Ingwerwurzel, 2 gemahlene Nelken, 1 EL griechisches Heu, 1 TL gemahlener
schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Dal waschen, mit dem Liquamen und der Hälfte der
Chilischoten in 1 l Wasser zum Kochen bringen. Ungefähr ½
Stunde bei mittlerer Hitze kochen lassen. Zu Brei verrühren,
durch ein Sieb geben. Im Öl bei erhöhter Hitze die Senfsaat
zum Platzen bringen. Brei und übrige Zutaten neben dem Feuer
einrühren. Erneut aufs Feuer stellen und bei mittlerer Hitze
unter Rühren 5 Minuten schmoren. Wieder durch ein Sieb geben.

Linsenbrei-Bällchen

Bohnenbrei
- Zutaten: 1 Tasse getrocknete weiße Bohnen, 1
EL Salz, ½ TL gemahlener weißer Pfeffer, 1 EL Olivenöl,
1 EL Weißweinessig, 1 TL fein gehackte Petersilie.
Zubereitung: Bohnen mit 1 EL Salz in reichlich Wasser weich kochen
(3 Stunden). Abgießen. Mit ½ Tasse Kochwasser, Pfeffer
Salz, Öl und Essig pürieren. Mit der Petersilie bestreuen.
Beilage: Eingelegte Oliven, feingehackte Zwiebeln, Weißbrot.
Anmerkungen: Genauso wird Erbsbrei zubereitet.
Literatur: Escoffier (1921: 142).

Selleriebrei
- Zutaten: 1 kg geschälte Sellerieknollen, 1 kg
geschälte mehligkochende Kartoffeln, 250 g Sahne, 2 EL und ½
TL Salz, 1 EL gemahlener weißer Pfeffer, 1 TL geriebene Muskatnuß.
Zubereitung: 2 Töpfe Wasser zum Kochen bringen, je 1 EL Salz
zu Kartoffeln bzw. Sellerie hineingeben, wieder aufkochen lassen,
Hitze reduzieren. Kartoffeln ¼ Stunde, Sellerie ½ Stunde
köcheln lassen. Kartoffeln und Sellerie mit Sahne, Pfeffer, Muskatnuß
und ½ TL Salz pürieren.
Anmerkungen: Genauso wird Blumenkohlbrei zubereitet. Für Blumenkohl
reicht eine Garzeit von 20 Minuten.
Literatur: Escoffier (1921: 140).

Karottenbrei (Purée Crécy)
- Zutaten: 500 g geschälte und grob gewürfelte
Karotten, 1 EL Salz, 1 TL Zucker, 1 mittelgroße feingehackte Zwiebel,
1 TL gerebelte Thymianblätter, 50 g Butter, 1 l helle Kalbsbrühe,
125 g Langkornreis.
Zubereitung: Karottenwürfel mit Zwiebelwürfeln, Thymian,
Salz und Zucker in der Butter bei mittlerer Hitze unter Rühren
15 Minuten anbraten. Reis und Kalbsbrühe zufügen. 45 Minuten
leicht sprudelnd kochen. Durch ein Sieb geben.
Anmerkungen: Zur Verfeinerung verrührt man den Brei mit 50 g
weicher Butter. Escoffier notiert: "Se fait également
en Crème ou en Velouté." Für Purée
Crécy à la Briarde ersetzt man den Reis durch 250 g
geschälte, gewürfelte mehlig kochende Kartoffeln. In der
Fastenzeit nimmt man statt Butter Öl, statt Kalbsbrühe Hummer-
oder Muschelbrühe. Reis bzw. Kartoffeln sind entbehrlich. Man
verringert dann die Menge der Brühe auf ½ l. Bevor man
die Karotten würfelt, ist es zur Farbverstärkung hilfreich,
die bisweilen gelbliche, immer farblich abweichende Seele aus den
Karotten zu schneiden. Man nimmt dann der herausgeschnittenen Menge
entsprechend mehr Karotten.- Bei Crécy brachte Edward III.
Philipp VI. im Hundertjährigen Krieg am 26. August 1346 eine
herbe Niederlage bei. Die Benennung des Karottenbreis nach dem Ort,
vor dem die Schlacht ausgefochten wurde, ist nicht gesichert. Aber
es mag zutreffen, daß dort die Bodenverhältnisse zum Anbau
von Karotten besonders gut geeignet sind.
Literatur: Carême (1832: 387), Escoffier (1921: 141-142).

Glacierte Karotten
- Zutaten: 250 g geschälte und zu olivenförmigen
Stücken geschnittene Karotten, 250 ml Hühnerbrühe, 2
EL gemahlener schwarzer Pfeffer, je 1 TL Salz und gerebelter Thymian,
25 g Thymianhonig, 50 g Butter, ½ Tasse grob gehackte Petersilie.
Zubereitung: Alle Zutaten (außer Petersilie) in einem kleinen
Topf zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. 15 Minuten schmoren lassen.
Karotten aus dem Sud nehmen. Warm stellen. Sud auf 50 ml reduzieren.
Über die Karotten geben. Mit der Petersilie bestreuen.
Beilage: Kalbsschnitzel Brillat-Savarin, Blumenkohl, Trüffel.

Couscous
- Zutaten: 250 g Weizengrieß, 2 EL Salz.
Zubereitung: 2 l Wasser zum Kochen bringen. Salz zufügen. Hitze
reduzieren, bis das Wasser nur noch leise köchelt. Weizengrieß
in ein Sieb geben, mit kaltem Wasser spülen. Das Sieb mit dem
Schrot so über das kochende Wasser hängen, daß es
mit dem Wasser nicht in Berührung kommt. Schrot 30 bis 45 Minuten
dämpfen. Während der Dämpfzeit den Grieß zwei-
bis dreimal lockern und Klümpchen, die sich gebildet haben zerdrücken.
Anmerkungen: Statt Grieß kann auch Schrot nehmen.- Couscous
wird im Maghreb gerne als Alternative für Reis gereicht.

Foufou
- Zutaten: 500 g Maniok-Wurzeln, 500 g Kochbananen, 3
EL Salz.
Zubereitung: Maniok-Wurzeln und Kochbananen schälen und würfeln.
In drei l Wasser mit dem Salz zum Kochen bringen und 30 bis 45 Minuten
bei nicht zu großer Hitze kochen. Wasser abgießen. Die
Würfel zu Brei verarbeiten.
Anmerkungen: Foufou wird im südlichen West-Afrika als Beilage
zu Fleisch und Fisch gegessen, aber auch "pur". Das bevorzugt
Mischungsverhältnis zwischen Maniok und Bananen variiert stark.

Kartoffelkroketten
- Zutaten: 1 kg Kartoffelbrei ohne Butter und Sahne,
2 durchgerührte Eier, 100 g feingeriebenes frisches Weißbrot
ohne Rinde, 3 EL Olivenöl, 50 g Butter.
Zubereitung: Kartoffelbrei und Ei verkneten. Etwa daumenlange und
daumendicke Zylinder formen, in Paniermehl wälzen, im Öl-Butter-Gemisch
bei mittlerer Hitze unter häufigem Wenden goldbraun braten.
Anmerkungen: Genauso werden Bärlauchkroketten (aus Bärlauchbrei)
zubereitet. Mit Gewinn kann man dafür den Kartoffelbrei zur Hälfte
durch Artischockenbrei ersetzen, wie er für Isicia ex sphondylis
verwendet wird.

Wurzelgemüse (Brunoise)
- Zutaten: Je ½ Tasse feingewürfelte (2 mm
Kantenlänge) Karotten, Petersilienwurzeln und Lauch, 25 g Butter.
Zubereitung: Zutaten in der Butter bei mittlerer Hitze leicht bräunen.
Anmerkungen: Weitere Zutaten sind häufiger Pastinaken und Kartoffeln.
Für Mirepoix nimmt man Petersilie, Thymian, Zwiebeln und Schinkenspeck
hinzu. Brunoise wird auch statt gebraten 5 Minuten in Butterwasser
blanchiert oder roh verwendet.- Manche vermuten, Mirepoix sei nach
dem Herzogtum gleichen Namens benannt oder womöglich zu Ehren
von Gaston Pierre Charles de Lévis Lomagne (1699-1757), Duc
de Mirepoix (ab 1751).

Isicia ex sphondylis
- Elixatos sphondylos conteres et nervos eorum eximes,
deinde cum eis alicam elixatam; ova conteres, piper, liquamen. isicia
ex his facies cum nucleis et pi-pere. in omento assabis, oenogaro perfundes,
et pro isiciis inferes. (lib. sec., I., 6. und lib. tert., XX., 7.)
Interpretation: 500 g gekochte Artischockenböden (ohne Heu und
Fasern) mit 250 g gekochten Graupen, 3 Eiern, 2 EL schwarzem Pfeffer
und 1 EL Liquamen im Mörser durcharbeiten. 3 EL ganze schwarze
Pfefferkörner sowie 150 g grob zerkleinerte Nüsse (Walnüsse,
Haselnüsse, Pinienkerne) zufügen. Frikadellen formen Mit
Schweine-, Lamm- oder Ziegennetz umwickeln. In Oenogarum bei mittlerer
Hitze ungefähr 30 Minuten schmoren.
Anmerkungen: Was sphondyli sind, ist umstritten. Einige halten sie
- zumindest was Apicius angeht - für eine Muschelart. Als Argument
dafür wird angeführt, daß sphondyli im liber nonus
(thalassa) behandelt werden, das sich ansonsten ausschließlich
mit Meerestieren befaßt, und daß sie dort (XI.) außerdem
in einem Atemzug mit Austern und Quallen (Seenesseln) genannt werden
(Alföldi-Rosenbaum 1981: 108). Andere vermuten, daß sphondyli
sowohl eine Muschelart (am ehesten wohl Jakobsmuscheln) als auch Artischockenböden
sein können. Das Argument dafür ist ihre Behandlung im liber
tertius (cepuros), wo der Autor ihnen einen ganzen Abschnitt (XX.)
gewidmet hat.
Ich selber halte die zweite Deutung für wahrscheinlicher (obwohl
die Zubereitung mit Jakobsmuscheln kein Problem ist). Und zwar gerade
weil sphondyli im liber nonus zusammen mit Quallen genannt werden.
Der Begriff, den der Autor zur Bezeichnung von Quallen benutzt ist
nämlich urtica. Und urtica ist eigentlich die Brennessel. Erst
aus dem Zusamenhang läßt sich ableiten, daß urtica
marina, also die Seenessel gemeint ist. Im Umkehrschluß würde
ich deshalb folgern, daß es im liber secundus (sar-coptes) und
im liber tertius (cepuros) bei sphondyli um Artischockenböden
geht. Hinzu kommt, daß der Witz des Rezeptes darin bestehen
soll, sie als isicia zu servieren, als ob es Frikadellen beziehungsweise
Crépinettes wären. Alle sonst für isicia angegebenen
Zubereitungen enthalten entweder Meeresfrüchte oder Fleisch.
Das "als ob" ergibt demnach nur Sinn, wenn gerade keine
dieser beiden Zutaten darin enthalten ist.
Das Wort sphondyli leitet sich vom griechischen ????????? her, was
meistens Wirbelknochen bedeutet. Auch diese Tatsache spricht für
die Möglichkeit der Deutung von sphondyli als Artischockenböden
(oder vielleicht sogar besser noch als Artischockenherzen). Denn nicht
nur die Form der einzelnen Artischockenböden (beziehungsweise
-herzen), sondern auch ihre Anmutung, wenn sie zu einer Säule
aufeinander geschichtet sind, erinnert durchaus an Wirbelknochen.
Literatur: Escoffier (1921: 729).

Bärlauch-Avocado-Bällchen
- Zutaten: 1 Tasse Bärlauch-Avocado-Crème,
1 Tasse frische Weißbrotbrösel, 100 g Kichererbsenmehl, 3
EL Olivenöl.
Zubereitung: Crème und Brösel vermengen. Bällchen
(3 cm Durchmesser) formen. In dem Kichererbsenmehl wenden. Bei mittlerer
Hitze 8 Minuten von allen Seiten in dem Öl braten.
Beilage: Knoblauch mit Sultaninen, andere Bällchen (aus Jakobsmuscheln,
Froschschenkeln oder Artischocken).

Thüringer Kartoffelklöße
- Zutaten: 1 kg mehligkochende Kartoffeln, 1 TL geriebene
Muskatnuß, 2 ½ EL Salz, 2 Eier, 2 TL Zitronensaft, 3 Scheiben
Kastenweizenbrot, 4 EL Butter, 5 EL Braune Butter.
Zubereitung: Kartoffeln schälen. Den dritten Teil fein, den
Rest grob raspeln. Zironensaft, Eier, Muskatnuß und ½
EL Salz zufügen. In ein Seihtuch geben, auspressen. Kartoffelmasse
mit Hilfe einer Gabel auflockern. Weißbrot entrinden. In 25
Würfel (5 mm Kantenlänge) schneiden. Die Würfel bei
guter Hitze in der Butter kräftig rundum rösten. Kartoffelmasse
fünfteln. Jedes Fünftel zu einem Fladen formen und fünf
Röstbrotwürfel hineingeben. Kartoffelfladen mit Druck zu
Klößen formen. 2 l Wasser mit 2 EL Salz zum Kochen bringen.
Hitze verringern, bis das Wasser keine Bewegung mehr zeigt. Klöße
hineingeben und 20 Minuten ziehen lassen. Über jeden Kloß
1 EL heiße Braune Butter geben.
Beilage: Sauer- oder Schweinebraten, Rotkohl.
Anmerkungen: Die genaue Garzeit der Klöße richtet sich
nach der Kartoffelsorte. Entscheidend ist, daß die Klöße
ein wenig von dem Geschmack und der Konsistenz roher Kartoffeln bewahren.
Da die Klöße beim Garen leicht zerfallen, kann man sie
- ohne geschmacklichen Verlust - vor dem Garen in Gaze füllen,
die man mit Garn straff schließt und vor dem Servieren entfernt.

Schlesische Kartoffelklöße
- Zutaten: 1 kg mehligkochende Kartoffeln, ½ Tasse
Kartoffelmehl, 1 TL geriebene Muskatnuß, 2 ½ EL Salz, 2
Eier, 2 TL Zitronensaft.
Zubereitung: Kartoffeln schälen. In 2 l Wasser mit 2 EL Salz
zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. 15 Minuten kochen lassen. Abgießen.
Wasser aufbewahren. Kartoffeln mit den Eiern, dem Kartoffelmehl, ½
EL Salz und der Muskatnuß zu Brei pürieren. Tischtennisballgroße
Klöße formen. Jeden Kloß in Gaze füllen, und
die Gazehülle mit Garn straff schließen. Die Klöße
mit dem Zitronensaft beträufeln. Aufbewahrtes Wasser erneut zum
Kochen bringen. Hitze verringern, bis das Wasser keine Bewegung mehr
zeigt. Klöße hineingeben und 10 Minuten ziehen lassen.
Beilage: Schlesisches Himmelreich.
Anmerkungen: Zum Garen der Klöße muß man manchmal
dem aufbewahrten Kochwasser weiteres Wasser hinzufügen. Die Gazehülle
der Klöße vor dem Servieren entfernen.- Fertiggegarte und
abgekühlte Schlesische Kartoffelklöße kann man paniert
gut in Butterschmalz oder Öl braten.

Herzoginkartoffeln
- Zutaten: 6 mittelgroße, mehligkochende Kartoffeln,
50 g Butter, 1 Hühnerei, ¼ TL fein gemahlene Muskatnuss,
1 TL fein gemahlener weißer Pfeffer, 1 ½ EL Salz.
Zubereitung: Kartoffeln in der Schale mit 1 EL Salz zum Kochen bringen.
Hitze reduzieren. 15 Minuten leise köcheln lassen. Pellen und
durch die Kartoffelpresse drücken. Restliches Salz, 30 g Butter,
Ei, Muskatnuss und Pfeffer unterrühren. Ein Backblech mit 20
g Butter bestreichen. Kartoffelmasse in eine Spritztüte geben
und durch eine Schlitztülle schneckenförmig in nicht zu
großen Portionen auf das Backblech drücken. Im vorgeheizten
Ofen (150° C) 20 Minuten backen beziehungsweise bis die Schnecken
goldbraun sind.
Beilage: Ossobuco, Blumenkohl.
Anmerkungen: Beliebt als Form für Herzoginkartoffeln sind auch
S-förmige Streifen und Kringel.
Literatur: Escoffier (1921: 762).

Kartoffelsalat mit Speck
- Zutaten: 3 große festkochende Kartoffeln, 1 mittelgroße
feingewürfelte Zwiebel, 50 g durchwachsener feingewürfelter
Speck, 2 EL Sonnenblumenöl, 2 EL Essig, 1 TL Salz, ½ TL
gemahlener schwarzer Pfeffer, 3 verrührte Eigelb, ½ Salatgurke.
Zubereitung: Kartoffeln ungeschält in sprudelndem Wasser 25
Minuten kochen, abschrecken, pellen und in nicht zu dicke Scheiben
schneiden. Speck und Zwiebel in Sonnenblumenöl bei mittlerer
Hitze braten, bis die Zwiebel glasig ist. Mit Essig ablöschen.
Mischung in eine Schale geben. Etwas abkühlen lassen. Salatgurke
längs vierteln, entkernen, in dünne Scheiben schneiden und
mit Essig, Salz, Pfeffer und Eigelb zu der Zwiebel-Speck-Mischung
geben. Durchrühren. Dann die Kartoffelscheiben unterheben. 15
Minuten ziehen lassen.

Kartoffelsalat mit Speck, Essig und Zwiebeln
- Zutaten: 1 kg festkochende, mittelgroße Kartoffeln,
2 EL Salz, 1 Tasse Weißweinessig, 2 Tassen fein gehackte Zwiebeln,
1 Tasse feingewürfelter durchwachsener Speck, ½ Tasse feingeschnitter
Schnittlauch, 2 EL Butterschmalz.
Zubereitung: Ungeschälte Kartoffeln und 1 EL Salz mit Wasser
bedeckt zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. 15 Minuten köcheln
lassen. Von Feuer nehmen, abgießen, pellen und in 0,5 cm dicke
Scheiben schneiden. Speck in dem Butterschmalz bei mittlerer Hitze
Farbe annehmen lassen. Zwiebeln zugeben und glasig werden lassen.
Essig zufügen. Vom Feuer nehmen. Kartoffeln mit der Mischung
vermengen. 15 Minuten ziehen lassen. Dann mit dem Schnittlauch nochmals
gründlichen wenden und vermengen.
Anmerkungen: In manchen Gegenden ist es üblich, zusammen mit
dem Essig 1 Tasse lauwarme Hühner- oder Kalbsbrühe zuzufügen.
Bei kleinen Kartoffeln sollte man die Garzeit um drei Minuten reduzieren.

Kartoffelsalat mit Mayonnaise
- Zutaten: 3 große festkochende Kartoffeln, 1 Tasse
Mayonnaise, 1 TL Salz, ½ TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 mittelgroße
feingewürfelte Zwiebel, 3 mittelgroße Gewürzgurken,
1 EL fein gehackte Petersilie.
Zubereitung: Kartoffeln ungeschält in sprudelndem Wasser 25
Minuten kochen, abschrecken, pellen und in nicht zu dicke Scheiben
schneiden. Zwiebel 2 Minuten in kochendes Wasser geben und abtropfen
lassen. Gewürzgurken längs vierteln, entkernen und in nicht
zu grobe Würfel schneiden. Mayonnaise mit Salz, Pfeffer, Zwiebel
und Gurken verrühren. Kartoffelscheiben unterheben. 15 Minuten
ziehen lassen. Mit Petersilie bestreuen.
Anmerkungen: Zur Anreicherung eignen sich in feine Streifen geschnittene
Radieschen sowie in kleine Würfel geschnittene rote Paprikaschoten.

Kartoffelpuffer
- Zutaten: 4 große mehligkochende Kartoffeln, Saft
von 1 Zitrone, 1 Zwiebel, 1 TL Salz, ½ TL gemahlener schwarzer
Pfeffer, 1 Hühnerei, 4 EL Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Kartoffeln und Zwiebel feinraspeln. Raspelgut zwischendurch
mehrfach mit Zitronensaft beträufeln. Masse durch ein Seihtuch
ausdrücken, salzen, pfeffern, Ei unterrühren und zu 6 gleichgroßen
Häufchen formen. Das Öl stark erhitzen und die Häufchen
nach und nach hineingeben. Dabei platt drücken, so daß
sich 5 mm dicke Pfannküchlein ergeben. Die Pfannküchlein
von jeder Seite 5 Minuten braten bzw. bis sie von beiden Seiten gebräunt
sind.
Beilage: Apfelbrei, Tomatenketchup, Senf, Sauce Tartare (Tatarensauce),
Pflaumensauce, Chutney.
Anmerkungen: Das Ei ist zur Bindung der geraspelten Kartoffeln nicht
erforderlich. Man kann es weglassen..- Die Bezeichnung der Kartoffelpuffer
als Crêpes Parmentier wird allgemein auf den französischen
Pharmazeuten Antoine-Auguste Parmentier (1737-1813) zurückgeführt,
der im Siebenjährigen Krieg als Militär-Apotheker in preußische
Gefangenschaft geriet und während seiner Haft die von seinen
Landsleuten geradezu verpönten Kartoffeln im unvermeidlichen
Selbstversuch näher kennenlernte, um sie nach seiner Freilassung
in Frankreich zu propagieren.

Berner Rösti
- Zutaten: 4 mittelgroße festkochende Kartoffeln,
50 g Butter, 50 g durchwachsener Speck, 1 EL und ½ TL Salz, 1
TL grob gemahlener schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Kartoffeln ungeschält in ¾ l Wasser mit
1 EL Salz zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. 15 Minuten leise köcheln
lassen. Pellen und über Nacht abkühlen lassen. In zündholzdicke
Streifen raspeln. Speck fein würfeln, in der Butter bei mittlerer
Hitze (nicht zu stark) rösten, mit einem Schaumlöffel aus
der Pfanne heben und mit dem Pfeffer und dem restlichen Salz unter
die Kartoffelstreifen mischen. Aus der Mischung mit nicht zu großem
Druck vier Bälle formen. Die Bälle zu fingerdicken runden
Fladen zurecht drücken. Die Fladen in der Bratbutter von jeder
Seite 3 Minuten braten, bis sie goldbraun sind.
Beilage: Zürcher Geschnetzeltes oder Matjesfilets Hausfrauenart,
Tomatensalat.
Anmerkungen: Da die Rösti eine gewisse Lockerheit haben sollen,
ist es besser, wenn sie beim Braten etwas breiig geraten als zu fest.
Oft werden den Kartoffeln außer dem Speck noch 50 g geraspelter
Schweizer Hartkäse beigefügt (Emmenthaler, Greyerzer oder
ähnliches).

Pickert
- Zutaten: 1 kg mehligkochende Kartoffeln, 8 Hühnereier,
1 kg Mehl, ½ kg geklärte Butter, 60 g frische Hefe, ¾
Tasse lauwarme Milch, ½ TL Zucker, 1 EL Salz, 250 g Sultaninen
(Sultaninen).
Zubereitung: Kartoffeln schälen, fein reiben und mit den Eiern
und dem Salz verrühren. Nach und nach das Mehl zugeben. Hefe
zerbröseln, mit dem Zucker und der Milch verrühren, 15 Minuten
gehen lassen und unter die Kartoffel-Mehl-Mischung rühren. Der
Teig soll nicht zu fest sein, sondern noch dickflüssig. Gegebenenfalls
etwas lauwarme Milch zufügen. Die Sultaninen einrühren und
den Teig 1 Stunde gehen lassen (bis er sich verdoppelt hat). Die Butter
auf mittlere Hitze bringen. Den Teig in Portionen von einer ¾
Tasse in die Butter geben und dabei zu runden, 1 cm dicken Fladen
drücken. Von beiden Seiten je 3 Minuten goldbraun backen.
Beilage: gesalzene Butter, Rübensirup, Leberwurst.
Anmerkungen: Statt frischer Hefe kann man eine nach Herstellerangabe
entsprechende Menge Trockenhefe (Industrieprodukt) nehmen. Das Verrühren
mit Milch und Zucker entfällt dann. Man vermengt die Trockenhefe
einfach mit dem Mehl, bevor man es zu der Kartoffelmasse gibt. Statt
geklärter Butter nehmen viele Öl.- Der Teig wird in manchen
Gegenden auch in eine Kastenform gegeben, um ihn im Ofen zu backen.
Die Fladen sind in Lippe verbreitet, der als Laib gebackene Pickert
im übrigen Westfalen. Anderwärtig nimmt man kein Mehl, sondern
nur Kartoffeln und bereitet den Teig auch ohne Hefe, aber mit Speck-
oder Mettwurstwürfeln und Lauch sowie Zwiebeln. So entsteht dann
Saarländischer Dippelappes oder sauerländische Potthucke.
Ein weiterer enger Verwandter des lippischen Fladenpickerts ist der
friesische Speckendicken.

Kartoffel-Omelette
- Zutaten: 2 mittelgroße festkochende Kartoffeln,
5 Hühnereier, 1 TL Salz, 1 ½ TL gemahlener schwarzer Pfeffer,
½ l Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Kartoffeln schälen und in 1 cm dicke Stifte schneiden,
bei großer Hitze in dem Öl backen, bis sie goldbraun sind.
Aus dem Öl heben und abtropfen lassen. Öl bis auf 5 EL abgießen.
Hitze um die Hälfte reduzieren. Eier mit Salz und Pfeffer gut
verrühren. Eier mit den Kartoffelstiften vermengen und die Masse
in das Öl geben. 5 Minuten backen. Teigmasse auf einen Teller
gleiten lassen. Mit einem anderen Teller bedecken. Umdrehen, so daß
die gebackene Seite nach oben zeigt. Omelett vom Teller zurück
in das Öl gleiten lassen. 3 Minuten weiterbacken.
Beilage: Bauernsalat.
Anmerkungen: Statt das Omelett zu wenden, kann man es auch nach der
ersten Backzeit zum Fertigbacken unter einen Salamander stellen.-
Anstelle von Kartoffelstiften kann man auch Kartoffelwürfel nehmen.-
Ähnlich werden Omelettes mit Champignons, Zucchini oder Spargel
zubereitet. Nur die Vorbereitung der Zutaten weicht ab. So nimmt man
etwa für Spargel-Omelette eher gekochte als fritierte Spargelspitzen.
Natürlich kann man jedes Omelette mit zusätzlichen Gewürzen
sowie Kräutern anreichern oder anderes Fett verwenden. Außerdem
werden oft Saucen und Garnituren beigegeben.
Literatur: Escoffier (1921: 269-274).

Pommes Frites (Pont Neuf)
- Zutaten: 2 große, geschälte festkochende
Kartoffeln, ½ l Sonnenblumenöl, 1 TL Salz.
Zubereitung: Kartoffeln in 6 mm dicke Stifte schneiden. Kartoffelstäbchen
abtrocknen. Öl auf große Hitze bringen. Kartoffelstäbchen
darin fritieren, bis sie ringsum goldbraun sind. Aus dem Öl heben,
abtropfen lassen und salzen.
Beilage: Mayonnaise, Ketchup.
Anmerkungen: In englischsprachigen Ländern begegnet man Pommes
Pont Neuf auch als French Fries oder (Potato) Chips.- Streichholzkartoffeln
werden genauso zubereitet. Man schneidet sie nur dünner (3 mm).
Zur Optimierung des Ergebnisses empfiehlt es sich bei beiden Varianten,
die Kartoffelstifte nach zwei Minuten aus dem Fett zu heben und das
Fett vor dem Weiterbacken noch einmal sehr heiß werden zu lassen,
weil die Stifte dann knuspriger gelingen. Strohkartoffeln schneidet
man noch dünner als Streichholzkartoffeln. Sie werden unter anderem
zur Zubereitung von Kartoffelkörbchen benutzt.
Literatur: Escoffier (1921: 762-763).

Kartoffelkörbchen
- Zutaten: 1 große geschälte Kartoffel, ½
TL Salz, 1 l Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Kartoffel längs in 2 mm dicke Streifen schneiden.
Streifen in zwei Sieben jeweils zu Körbchen anordnen. Auf jedes
Körbchen je ein anderes, etwas kleineres Sieb drücken. Öl
auf 180° C erhitzen. Jedes Körbchen darin 2 Minuten fritieren.
Aus dem Öl heben. Dann jeweils noch einmal 2 Minuten fritieren.
Anmerkungen: Man kann auch kleinere Siebe nehmen und gewinnt dann
mehr Körbchen.- Die Körbchen werden gerne zur Aufnahme von
gebackenem Fisch verwendet. Saucen, die man über die Einlage
geben möchte dürfen nicht zu flüssig sein, damit die
Körbchen nicht aufgeweicht werden..
Literatur: Escoffier (1921: 763).

Kartoffelchips
- Zutaten: 2 große, geschälte festkochende
Kartoffeln, ½ l Sonnenblumenöl, 1 TL Salz, 2 TL Paprikapulver.
Zubereitung: Kartoffeln quer in 1 mm dicke Scheiben schneiden. Abtrocknen.
Öl auf große Hitze bringen. Kartoffelscheiben darin fritieren,
bis sie ringsum goldbraun sind. Aus dem Öl heben. Abtropfen lassen.Salzen.
Mit dem Paprikapulver pudern.
Beilage: Sauergemüse (Mixed Pickles).

Bratkartoffeln
- Zutaten: 2 festkochende mittelgroße Kartoffeln,
50 g durchwachsener Speck, 1 EL fein gehackte Zwiebeln, ½ TL
Salz, ½ TL grobgemahlener schwarzer Pfeffer, 1 EL Schweineschmalz.
Zubereitung: Kartoffeln in der Schale zum Kochen bringen. Hitze reduzieren
und 15 Minuten kochen lassen. Pellen und in 3 mm dicke Scheiben schneiden.
Durchwachsenen Speck in 3 x 3 mm dicke Streifen schneiden. Mit den
Zwiebeln im Schweineschmalz bei mittlerer Hitze unter Rühren
bräunen. Vom Feuer ziehen. Fett abgießen. In dem abgegossenen
Fett die Kartoffelscheiben von jeder Seite 3 Minuten braten (bis sie
beidseitig goldbraun sind). Aus dem Fett heben. Zwiebeln und Speck
dazugeben.
Beilage: Roastbeef, gegrillter Fisch, Béarnaise.

Anna-Kartoffeln
- Zutaten: 2 mittelgroße mehligkochende Kartoffeln,
1 TL Salz, 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 200 g zerlassene Butter.
Zubereitung: Aus den Kartoffeln zwei Zylinder von 5 cm Durchmesser
herausschneiden. Die Zylinder quer in 3 mm dicke Scheiben schneiden.
Den Boden von 2 runden hitzefeste Formen von 10 cm Durchmesser und
5 cm Höhe mit je 1 EL Butter bedecken. Jeweils eine Schicht Kartoffeln
kreisförmig und leicht überlappend darauf anordnen. Mit
etwas Salz und Pfeffer bestreuen. Je 1 EL Butter darüber geben.
Weitere Kartoffelscheiben in Gegenrichtung zur ersten Schicht auflegen.
Salzen, pfeffern und buttern wie zuvor. So weiter fortfahren, bis
alle Kartoffelscheiben verbraucht sind. Die Formen bei gut mittlerer
Hitze im Ofen 30 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen. Die flüssige
Butter abgießen. Kartoffeln in den Formen servieren oder aus
den Formen auf Teller heben.
Beilage: Gedünsteter Fisch, buntes Gemüse.
Anmerkungen: Die oberste Kartoffelschicht soll gebräunt sein.
Die Kartoffeln kann man natürlich auch (in größerer
Menge und mehreren Kreisen) in einer großen Terrine anordnen.
Man braucht dann mehr Salz, Pfeffer und Butter. In jedem Fall ist
es wichtig, mindestens fünf Kartoffelschichten zu haben.
Literatur: Escoffier (1921: 760).

Gratin-Kartoffeln (Dauphinoise)
- Zutaten: 250 g geschälte und quer in 3 mm dünne
Scheiben geschnittene mehligkochende Kartoffeln, 10 g Butter, 1 Tasse
Schlagsahne, 1 Tasse geraspelter Parmesan, 1 TL Salz, 2 TL gemahlener
schwarzer Pfeffer, 1 TL feingeriebene Muskatnuß, 1 Eigelb, 1 geschälte
Knoblauchzehe.
Zubereitung: Eine Terrine, die alle Kartoffeln in einer Lage faßt,
kräftig mit der Knoblauzehe bereiben und anschließend mit
der Butter ausstreichen. Die Kartoffelscheiben überlappend einlegen.
Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuß bestreuen. Eigelb mit der Sahne
und ½ Tasse Parmesan verquirlen. Über die Kartoffeln geben.
Restlichen Parmesan überstreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 150°
C 45 Minuten backen.
Beilage: Gebratenes, gegrilltes oder geschmortes Fleisch, Ratatouille.
Anmerkungen: Den Garzustand sollte man zwischendurch mehrfach überprüfen.
Je nach Kartoffelsorte kann die Garung kürzer oder (selten) länger
ausfallen. Wenn der Käse früh bräunt, deckt man die
Terrine bis 5 Minuten vor Ende der Garzeit mit Aluminiumfolie ab.-
Man kann die Hälfte der Kartoffeln durch entsprechend zurechtgeschnittene
Scheiben Muskatkürbis ersetzen. Das ergibt einen Kartoffel-Kürbis-Gratin.-
Statt Parmesan nehmen viele auch Edamer, Gruyère, Comté
oder dergleichen.- Für eine insgesamt zartere Zubereitung wählt
man eine kleinere Terrine, in die man mehrere Schichten legt, die
einzeln gewürzt, aber erst abschließend auf der obersten
Schicht mit der Sahne-Mischung und dem Käse übergossen bzw.
bestreut werden.
Literatur: Escoffier (1921: 763-764).

Risi Bisi
- Zutaten: 125 g Langkornreis, 250 g gefrostete feine
Erbsen, 1 EL Salz, 50 g Butter, 1 TL Zucker, 2 EL fein gehackte Petersilie.
Zubereitung: 0,5 l Wasser zum Kochen bringen. Salz zufügen.
Zwölf Minuten sprudelnd kochen lassen. Durch ein Sieb abgießen.
Butter bei mittlerer Hitze in einem Topf zerlassen. Zucker darin zerlassen.
Reis und Erbsen zufügen. Hitze reduzieren und unter gelegentlichem
Rühren zehn Minuten in der Butter köcheln lassen. Mit der
Petersilie bestreuen.
Beilagen: Gulyás, Curries, Geschnetzeltes usw.

Paella
- Zutaten: 250 g Langkornreis, 4 EL Salz, 1 TL gemahlener
weißer Pfeffer, 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 2 fein gehackte
Zwiebeln, 3 durchgedrückte Knoblauchzehen, 3 TL Safran, 1 entkernte,
grobgewürfelte grüne Gemüsepaprikaschote, 4 cl Trester,
2 EL scharfes Paprikapulver (Pimenton), 2 Hähnchenschenkel, 6 geschälte
Garnelenschwänze, 4 kleine, gesäuberte Tintenfische, 100 g
Seeteufel (ohne Haut und Knochen), 6 gebürstete Miesmuscheln, Saft
von zwei Zitronen, 2 Tassen Hühnerbrühe, 9 EL Olivenöl,
1 EL fein gehackte Petersilie.
Zubereitung: Garnelen und Seeteufel in 1 EL Salz und dem Saft einer
Zitrone ½ Stunde marinieren. Tintenfische 15 Minuten bei großer
Hitze mit 1 EL Salz und nicht zuviel Wasser kochen. Abtropfen lassen
und in 2 EL Öl 5 Minuten ringsum kräftig anbraten, vom Feuer
nehmen und mit dem Saft einer Zitronen marinieren. Hähnchenschenkel
mit 1 EL Salz und 1 TL schwarzem Pfeffer bestreuen und bei mittlerer
Hitze in 3 EL Öl von jeder Seite 10 Minuten braten. Zwiebel mit
dem Knoblauch und dem Safran bei mittlerer Hitze in 4 EL Öl glasig
werden lassen. Reis, 1 EL Salz, den weißen Pfeffer und Paprika
zugeben, und den Reis glasig werden lassen. Mit Trester ablöschen.
Umrühren. Das Paprikapulver und die Hühnerbrühe zugeben.
Hähnchenschenkel einlegen und 30 Minuten leise schmoren lassen.
Tintenfische und Miesmuscheln zufügen und weitere 5 Minuten schmoren
lassen. Seeteufel zugeben und weitere 5 Minuten schmoren lassen. Garnelenschwänze
zugeben und weitere 5 Minuten schmoren lassen. Mit der Petersilie
bestreuen.
Beilage: gemischter Salat.
Anmerkungen: Dieses typische Restegericht macht wenig Arbeit, wenn
man die Fleisch-, Fisch- und Meeresfrüchte-Zutaten gegart vorliegen
hat. Man bereitet dann einfach den Safranreis zu und legt vor Ende
der Garzeit die sonstigen Zutaten ein. Lediglich die Hähnchenschenkel
sollte man häuten und dann am besten gleich zusammen mit dem
Reis aufsetzen, nachdem man sie vorher noch kurz von beiden Seiten
kräftig angebraten hat. Statt Miesmuscheln kann man auch eine
entsprechend größere Menge Venusmuscheln nehmen, statt
Hähnchen anderes Geflügel oder alles zusammen. Safran kann,
wenn er nur zum Färben dienen soll, durch 1 TL gemahlene Gelbwurz
ersetzt werden. In Indonesien heißt das Gericht Nasi Goreng;
es wird dort - selbstverständlich ohne Trester - anders als die
Paella in Spanien nicht langsam geschmort, sondern unter Rühren
bei großer Hitze gebraten. Sofern man sämtliche Zutaten
(einschließlich Reis) gegart vorliegen hat, ist das Gericht
binnen 4 Minuten zubereitet. Bami Goreng ist eine Variante zu Nasi
Goreng, bei der man Nudeln anstelle von Reis verwendet. Für Nasi
und Bami Goreng nimmt man statt Paprikapulver Sambal Oelek. In den
USA wird oft eine chinesische Variante dieser Resteverwertungen angeboten,
die dort Chop Suey heißt. Die Zutaten sind im Grunde beliebig.
Die Würzung erfolgt freilich nicht mit Safran, sondern mit Fünferlei-Gewürz,
Sojasauce und Ingwer. Chop Suey ist gewissermaßen das US-amerikanisch
modifizierte Nasi-Goreng.

Jambalaya
- Zutaten: 125 g durchwachsener Speck, 3 EL Olivenöl,
1 mittelgroße fein gehackte Zwiebel, 1 durchgepreßte Knoblauchzehe,
1 Tasse Langkornreis, 2 TL Salz, 1 TL feingemahlener schwarzer Pfeffer,
2 Vogelaugenchilischoten, 3 gehäutete, entkernte und gewürfelte
Tomaten, 1 grüne Gemüsepaprikaschote (entkernt und in Würfel
geschnitten), 1 Scheibe gekochter Schinken (250 g), 250 g kleine Garnelenschwänze
ohne Panzer, 2 Tassen Hühnerbrühe, 2 cl Rum.
Zubereitung: Speck fein würfeln und in dem Olivenöl bei
mittlerer Hitze anrösten. Zwiebel und Knoblauch zugeben. Wenn
die Zwiebel glasig ist, mit dem Rum ablöschen. Reis, Salz und
Pfeffer zugeben. Chilischoten entkernen und fein scneiden. Wenn der
Reis glasig ist, Chilischoten, Tomaten, Paprika und Hühnerbrühe
zugeben. 15 Minuten garen. Falls der Reis zu trocken wird, Wasser
zugeben. Gekochten Schinken in dünne Streifen schneiden (5 mm).
2 Minuten vor Ende der Garzeit Schinkenstreifen und Garnelenschwänze
zugeben.
Beilage: Fein gehackte Petersilie oder fein gehacktes Korianderkraut.
Gemischter Salat.
Anmerkungen: Manche geben 100-150 g gekochtes oder gebratenes Hühnerfleisch
mit in dieses Gericht, dem Bill Haley eines seiner fröhlichen
kleinen Lieder gewidmet hat. Man kann auch 50 g gewürfelte Champignons
zufügen. Wichtig ist der Speck, der Jambalaya die besondere Note
gibt.
Literatur: Time-Life International (1974: 68).

Risotto Mailänder Art (Milanese)
- Zutaten: 1 Tasse Langkorn-Reis, 50 g Butter, 1 feingehackt
mittelgroße Zwiebel, 1 durch gedrückte Knoblauchzehe, 1 Tasse
trockener Weißwein, ¾ l Demi glace, 1 Tasse geriebener
Parmesankäse, je 1 TL Salz und fein gemahlener weißer Pfeffer.
Zubereitung: Butter bei mittlerer Hitze zerlassen. Zwiebel und Knoblauch
zufügen. Wenn die Zwiebel glasig geworden ist, unter Rühren
Reis zufügen. Nach einer Minute mit dem Weißwein ablöschen.
Hitze reduzieren. Salz und Demi glace in jeweils kleineren Mengen
zufügen. Wenn der Reis die Brühe fast ganz aufgesogen hat,
weitere Brühe zufügen. 10 Minuten vor der erwarteten Fertigstellung,
die bis zu einer ¾ Stunde dauern kann, Käse und Pfeffer
zufügen.
Beilage: 150 g in wenig Salzwasser 12 Minuten gekochte Brechbohnen,
die man durch ein Sieb abschüttet und mit 30 g Butter sowie 1
TL schwarzem gemahlenem Peffer über milder Hitze verrührt.
Dazu legt man kräftig gebratenes oder geschmortes Fleisch, auch
Innereien, speziell Leber und Niere.
Anmerkungen: Genauso wird Risotto auf piemontesische Art (alla piemontese)
zubereitet, nur nimmt man statt Parmesan eher Greyerzer (Gruyère)
oder eine Mischung beider Käsesorten und als Beilage weißen,
in dünne Scheiben über das Risotto geriebenen Alba-Trüffel
(50 g). Manche geben zum Reis Mailänder Art, wenn der Käse
schmilzt, 6 EL pürierte Tomaten, 50 g in schmale Streifen geschnittenen
Schinken (gekochten oder geräucherten) und 50 g in dünne
Scheiben geschnittene, 5 Minuten in gesalzener Butter geschwenkte
Champignons. Eine weitere Variante von sowohl Mailänder wie auch
Piemonteser Risotto ist Riz à l'orientale. Hierfür fügt
man dem Reis zusammen mit dem Käse 1 EL Safranfäden hinzu.
Statt Greyerzer oder Parmesan eignet sich natürlich jeder andere
vollfette, nicht zu aromatische Hartkäse für die beschriebene
Art der Zuberei-tung (Emmenthaler, Gouda, Edamer, Graviera usw.).-
Als Risotto-Ersatz nimmt man 1 Tasse Lang-korn-Reis, die man in ½
l Wasser oder weißer Brühe mit ¼ l Weißwein
und 1 TL Salz 12 Minuten kocht und anschließend abgießt.
Dann zerläßt man bei mittlerer Hitze 50 g Butter, fügt
1 feingehackt mittelgroße Zwiebel und 1 durch gedrückte
Knoblauchzehe hinzu. Wenn die Zwiebel glasig geworden ist, rührt
man den Reis und den Käse ein. Das Gericht ist fertig, wenn der
Käse geschmolzen ist.
Literatur: Escoffier (1921: 770).

Venusmuschel-Risotto
- Zutaten: 1 Tasse Langkorn-Reis, 60 Venusmuscheln, 1
l trockener Weißwein, 2 durchgedrückte Knoblauchzehen, 2
grob gehackte mittelgroße Zwiebeln, 1 Tasse grob gehackte Karotten,
1 Tasse grob gehackter Sellerie, 1 Tasse grob gehackter Lauch, ½
Tasse grob gehackte Petersilienwurzel, 3 Lorbeerblätter, 20 schwarze
Pfefferkörner, 1 EL Thymianblätter, 1 TL Oreganoblätter,
1 TL Rosmarinblätter, 3 getrocknete kleine rote Chilischoten, 1
Tasse quer in dünne Streifen geschnittene Lauchzwiebeln, 1 Tasse
fein gewürfelte rote Paprikaschoten, 1 TL Safranfäden, 1 Tasse
geraspelter Parmesankäse, je 1 TL Salz und feingemahlener weißer
Pfeffer, 3 EL fein gehackter Schnittlauch, 25 g Butter, 3 El Olivenöl.
Zubereitung: Knoblauch, grob gehackte Zwiebeln, Karotten, Sellerie,
Lauch, Lorbeerblätter Pfefferkörner, Thymian-, Oregano und
Rosmarinblätter, Chilischoten in dem Weißwein zum Kochen
bringen. Hitze reduzieren. 1 Stunde leise köcheln lassen. Durch
ein Sieb geben. Erneut zum Kochen bringen. Venusmuschel abspülen.
In die kochende Brühe geben. Nach einer Minute aus der Brühe
nehmen. Brühe beiseite stellen. Venusmuscheln aus der Schale
nehmen. Reis, Lauchzwiebeln und Paprika bei mittlerer Hitze 5 Minuten
in der Butter und dem Olivenöl wenden. Brühe und Safran
zufügen. Bei großer Hitze zum Kochen bringen. Hitze reduzieren,
und die Mischung 20 Minuten unter häufigem Rühren leise
sieden lassen. Gegebenenfalls tassenweise immer wieder etwas Wasser
unterrühren. Salz, feingemahlenen weißen Pfeffer und Parmesankäse
zugeben. Weitere 10 Minuten unter häufigem Rühren garen.
Vom Feuer nehmen, das Muschelfleisch untermengen und mit dem Schnittlauch
bestreuen.
Beilage: Pesto.
Anmerkungen: Statt allein mit Venusmuscheln, kann man das Gericht
auch unter Verwendung von Sepia, geschälten kleinen Garnelenschwänzen
und Miesmuscheln zubereiten. Man reduziert dann die Venusmuschelmenge.
Die Sepia schneidet man in kleine Stück und kocht sie nach den
Venusmuscheln für 20 Minuten in der Brühe, die zuvor geschrubbten
Miesmuscheln für 5 Minuten, die Garnelenschwänze für
1 Minute. Als Garnitur werden manchmal kurz in Butter gebratene Jakobsmuscheln
verwendet, die man zuvor quer zur Faser in jeweils vier Scheiben geschnitten
hat, oder auch 2 Minuten in Butter gebratene große Garnelenschwänze.
Genauso wie Venusmuschel-Risotto wird Froschschenkel-Risotto (aus
500 g Froschschenkeln) zubereitet. Ihr Fleisch wird nach dem Kochen
von den Knochen gelöst und - wie das Muschelfleisch - vor dem
Servieren in den Reis gerührt.

Pilaf mit Ochsenschwanz
- Zutaten: 1 ½ Tassen Langkornreis, 4 EL Olivenöl,
500 g Ochsenschwanz, je 1 Tasse fein gehackte Zwiebeln, Karotten und
Sellerie, 1 Tasse Erbsen, ½ grob gehackte rote Paprikaschote,
3 entkernte und fein gehackte fingerlange rote Chilischoten, 1 in nicht
zu dünne Scheiben geschnittene mittelgroße Stange Lauch,
1 gehäutete und entkernte Tomate, 1 Tasse entkernte und grob gehackte
Schlangengurken, 1 TL Thymian, 2 Lorbeerblätter, 1 EL fein gehackter
Ingwer, 4 EL Sojasauce (Industrieprodukt), 1 Tasse Sake, 1 EL Salz,
1 EL grob gemahlener schwarzer Pfeffer, 2 TL Szechuanpfeffer, 1 ganzes
Stück Sternanis, 1 TL Fenchelsamen, 3 Nelken, ein 5 cm langes Stück
Kanehl.
Zubereitung: Ochsenschwanz in grobe Stücke schneiden und bei
gut mittlerer Hitze in dem Olivenöl mit Zwiebeln, Karotten und
Sellerie kräftig bräunen. Szechuanpfeffer, Anis, Fenchel,
Nelken und Kanehl in der Gewürzmühle feinmahlen; zusammen
mit Sojasauce, Sake, Thymian, Ingwer und Lorbeerblättern zum
Ochsenschwanz geben. Durchrühren und eine Tasse Wasser zufügen.
Nochmals durchrühren. Hitze reduzieren und zugedeckt 2 ½
Stunden schmoren. Zwischendurch eventuell weiteres Wasser zufügen
(das Fleisch soll immer zu ¼ in Flüssigkeit liegen). Lorbeerblätter
herausnehmen. Reis, Paprika, Chili, Lauch, Tomate, Erbsen, Salz und
1 Tasse Wasser zugeben. Unter häufigem Umrühren ¾
Stunde schmoren. Gegebenenfalls immer wieder in kleinen Mengen Wasser
zugeben. Mit Pfeffer bestreuen.
Beilage: Chutneys, gemischter Salat, ????????.
Anmerkungen: Statt Ochsenschwanz kann man auch Fleischwürfel
aus der Keule nehmen, vorzugsweise vom Lamm, die Garzeit reduziert
sich dann um eine Stunde.

Indianerreis
- Zutaten: 250 g Indianerreis, 1 EL Salz.
Zubereitung: Reis und Salz in 1 l sprudelnd kochendes Wasser geben.
Wenn das Wasser wieder zu sprudeln beginnt, Hitze reduzieren und 45
Minuten köcheln lassen. Dabei soll der Reis sich etwas öffnen.
Gegebenfalls Garzeit verlängern.
Anmerkungen: Indianerreis wird auch als wilder Reis bezeichnet. Indianerreis
kann man nach dem Kochen noch Dämpfen. Er vervierfacht dabei
sein Volumen. Die dazu benötigte Dämpfzeit lässt sich
schwer angeben, da sie von vielen Faktoren abhängt. Man muss
einfach in größeren Abständen überprüfen,
ob der Reis sich schon wunschgemäß vergrößert
hat. Das angestrebte Ziel besteht darin, ihn so zart zu machen wie
gekochte Nudeln.

Sushi
- Zutaten: 500 g Rundkornreis, 1 EL Salz, 1 TL Zucker,
½ Tasse Reisessig, je 100 g Thunfisch-, Lachs- und Wolfsbasch-Filet,
7 Nori-Algen-Blätter (Industrieprodukt), 50 g Wasabi-Pulver (Industrieprodukt),
¼ l Sojasauce (Industrieprodukt).
Zubereitung: Reis mit Salz und Zucker in 1 l sprudelnd kochendes
Wasser geben. Wenn das Wasser wieder zu sprudeln beginnt, Hitze reduzieren.
Reise 15 bis 20 Minuten leise köcheln lassen. Er soll dabei weich
und klebrig werden. Gegebenenfalls Kochzeit verringern oder verlängern.
Wenn der Reis nicht alles Wasser auf-genommen hat, durch ein Sieb
das Kochwasser abgießen. Anschließend den Reis mit einem
Holzlöffel lockern, den Reisessig einrühren, und den Reis
kalt werden lassen. Fischfilets in nicht ganz kleinfingerdicke Streifen
schneiden. In das Wasabipulver teelöffelweise kaltes Wasser geben,
bis es eine leicht knetbare, weiche, aber nicht zu flüssige Konsistenz
hat. Die Algenblätter quer halbieren. Auf die rauhe Seite der
vorher mit Wasser angefeuchteten Algenblätter je ½ Tasse
von dem Reis geben, und den Reis flächig darauf verteilen und
andrücken. Am oberen und unteren Rand 2 cm unbedeckt lassen.
Auf den Reis unterhalb der Mitte der Algenblätter quer je einen
(oder mehrere) Streifen Fischfilet legen, so daß der Fisch über
die ganze Breite reicht. Je ¼ TL von dem Wasabi-Brei über
dem Fisch verteilen. Die Algenblätter mit dem Reis, dem Fisch
und dem Wasabi zu Rollen formen. Die Rollen quer in sechs Stücke
schneiden. Nicht verbrauchten Wasabibrei mit der Sojasauce verrühren
und beistellen.
Beilage: Süß-sauer eingelegte Ingwerscheiben.
Anmerkungen: Mit dem Fisch kann man Gartenprodukte in die Sushi-Rollen
einwickeln, z. B. Schnittlauch, dünne Streifen von Lauchzwiebeln,
Salatgurken, Karotten, Paprika Kohlrabi, Rettich etc. Sehr hübsch
ist es, den Reis teilweise zu färben, zum Beispiel gelb (mit
Gelbwurz) oder schwarz (mit Tinte vom Tintenfisch) und so weiter.
Die Färbemittel (die natürlich auch geschmackliche Komponenten
haben) fügt man dem kochenden Reis zu.- Frischer Wasabi ist in
Europa schwer erhältlich, aber dem Pulver vorzuziehen. Er muß
sehr fein gerieben und geringer dosiert werden als der Brei aus Wasabi-Pulver.-
California-Rolls sind eine Variante, für die man erst den Reis
auf einem Stück Frischhaltefolie ausbreitet, darüber ein
Algenblatt legt und die Fischstreifen mit Wasabi auf dem Algenblatt
plaziert. Das ganze wird dann mit Hilfe der Folie gerollt wie "normales
Sushi" und anschließend gerne noch mit Sesamsamen bestreut.-
Anstelle von rohem Fisch kann man auch (gekochten) Oktopus benutzen
oder (ebenfalls gekochte) Langoustinen und dergleichen. Beliebt ist
schließlich noch Surimi (Industrieprodukt), ein aus Weißfischen
hergestellter Ersatz für das kostspielige Fleisch von Königskrabben.-
Manchmal wird ganz auf Algenblätter verzichtet, und man formt
einfach Reisbällchen, auf die man einen Streifen Fischfilet mit
Wasabibrei drückt (Nigiri-Sushi).

Sashimi
- Zutaten: Rohes Fischfilet, Wasabi-Brei, Sojasauce und
süß-sauer eingelegte Ingwerscheiben (s. Sushi).
Zubereitung: Fisch in mundgerechte Stücke schneiden. Wasabibrei,
Sojasauce und Ingwerscheiben dazu servieren.
Anmerkungen: Manche braten für Sashimi Wolfsbasch- oder auch
Zanderfilet (mit Haut) auf der Hautseite kräftig an und zerschneiden
die ansonsten noch weitgehend rohen Filets erst dann.

Spätzle
- Zutaten: 125 g Weizenmehl, 2 Hühnereier, 1 ½
EL Salz, 25 g zerlassene (abgekühlte) Butter.
Zubereitung: Von dem Salz 1 TL abnehmen und mit den übrigen
Zutaten zu einem sehr weichen Teig verarbeiten. Den Teig 3 mm dick
auf einem glatten Brett aus-streichen. Übriges Salz mit 1 l Wasser
zum Kochen bringen. Teig in 3 mm dünnen Streifen vom Brett in
das kochende Wasser schaben. Die Streifen "portionsweise"
2 Minuten kochen lassen, jeweils mit dem Schaumlöffel herausheben
und warm stellen.
Anmerkungen: Spätzle werden meistens unmittelbar nach der Zubereitung
verwendet. Es steht ihnen gut an, wenn man sie dafür in warmer
(nicht heißer) zerlassener Butter schwenkt. Wenn sie nicht zur
sofortigen, sondern zu späterer Verwendung bestimmt sind, breitet
man sie auf einem bemehlten Brett aus, bis sie ausgekühlt sind.
Man gibt sie dann mit dem Mehl in einen Beutel, in dem man sie durchschüttelt,
um sie ringsum mit Mehl zu umhüllen, und danach in einen Durchschlag,
in dem man überflüssiges Mehl abschüttelt.- Statt sie
vom Brett zu schaben, drücken manche sie lieber durch ein Lochsieb
oder eine Spätzle-Presse. Das geht schneller und liefert ähnliche
Ergebnisse wie Spätzle vom Brett.

Tarhonya
- Zutaten: 150 g frisch gekochte Spätzle, 1 ½
Zwiebeln, 1 gehäufter EL Schweineschmalz, 1 TL edelsüßes
Paprikapulver, 250 ml Kalbsbrühe.
Zubereitung: Frisch gekochte Spätzle abkühlen lassen und
in 1 bis 2 Zentimeter lange Graupen schneiden. Auf einem bemehlten
Brett ausbreiten, bis sie ausgekühlt sind. Mit dem Mehl in einem
Beutel durchschütteln. In einen Durchschlag geben und das überschüssige
Mehl abschütteln. Über Nacht fest werden lassen, besser
noch zwei Tage. Zwiebeln längs vierteln, quer in dünne Streifen
schneiden. Schweineschmalz bei guter Hitze zerlassen. Zwiebeln in
dem Schmalz unter Rühren bräunen. Graupen für 5 Minuten
in sprudelnd kochende Kalbsbrühe geben. Herausheben und abtropfen
lassen. Zwiebeln aus dem Schmalz heben und über die Graupen geben.
Großzügig mit dem Paprikapulver pudern.
Beilage: Schmorbraten.
Anmerkungen: Tarhonya bilden eine der Beilagen für viele ungarische
oder ungarisch inspirierte Gerichte. Man kann statt der getrockneten
Graupen auch ganz frische, noch heiße, nicht weiter behandelte,
aber abgetropfte Spätzle in die Zwiebeln rühren und sie
dann vor dem Pudern mit Paprika zusammen mit den Zwiebeln aus dem
Schmalz heben.

Maisgrießbrei (Polenta)
- Zutaten: 100 g Maisgrieß, ½ TL Salz, 1
EL Olivenöl oder Butter.
Zubereitung: 300 ml Wasser zum Kochen bringen. Salz und Öl zufügen.
Hitze reduzieren. Langsam unter Rühren den Grieß einstreuen.
10 Minuten unter Rühren leise köcheln lassen. Vom Feuer
nehmen. An einem warmen Ort 30 Minuten quellen lassen.
Beilage: Tintenfisch in seiner Tinte.
Anmerkungen: Man kann den Brei auch zu Fladen formen, die Fladen
erkalten lassen und später kurz braten. Für diesen Zweck
empfiehlt es sich, dem noch warmen Brei vor dem Abkühlen 1 Ei
einzurühren. Nach dem Braten bestreut man sie gegebenfalls noch
mit geriebenem Käse (zum Beispiel Parmensan) und schiebt sie,
bis der Käse leicht bräunt, unter den Salamander..- Um Maisgrießbrei
für den sofortigen Verzehr zu vollenden, fügt man ihm weiteres
Öl oder weitere Butter zu, bis er geschmeidig wird.
Literatur: Escoffier (1921: 776).

Haferbrei (Porridge)
- Zutaten: 50 g Haferflocken, 250 ml Schlagsahne, ½
TL Salz, 1 TL feingemahlener weißer Pfeffer.
Zubereitung: Sahne bei mittlerer Hitze erwärmen. Haferflocken,
Salz und Pfeffer zufügen. 20 Minuten köcheln lassen. Mit
Druck durch ein Sieb geben.
Beilage: Lammkrone, Minzsauce.
Anmerkungen: Haferbrei wird statt mit Sahne auch mit Wasser oder
Milch zubereitet.- Flüssiger angelegt (mit weniger Haferflocken
bzw. mehr Sahne, Wasser oder Milch) heißt Haferbrei auch Haferschleim.

Haferbreiklöße
- Zutaten: 1 Tasse dicker Haferbrei, 1 Ei, ½ Tasse
gekochter Bayonner Schinken, ½ TL feingeriebene Muskatnuß,
1 TL feingehackte Kerbelblätter.
Zubereitung: Haferbrei, Ei, Muskatnuß, Kerbel und Schinken
verkneten. 4 Klöße formen. Klöße in Aluminiumfolie
wickeln. Auf einem Rost in leise siedendem Was-ser 15 Minuten kochen.

Croûtons
- Zutaten: 1 fingerdicke Scheibe Weißbrot, 20 g
Butter.
Zubereitung: Weißbrot entrinden und in Würfel schneiden,
die in Länge und Breite der Höhe entsprechen. In der Butter
bei mittlerer Hitze ringsum bräunen.
Anmerkungen: In der Fastenzeit röstet man das Brot ohne Butter
(zum Beispiel in einem Röstautomaten oder in Öl).

Nudelteig
- Zutaten: 300 g Mehl, 3 große Eier, ½ TL
Salz, ½ TL geriebene Muskatnuß.
Zubereitung: Zutaten mit dem Teighaken durchkneten bis sich der Teig
zu einer festen Kugel formt. Die Teigkugel in Klarsichtfolie packen
und 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Anmerkung: Aus dem Nudelteig kann man Teig für Fettucine, Tortellini,
Ravioli, Lasagne und so weiter ausrollen.

Lasagne

Tortellini mit Wildentenfüllung und Raukesalat
nach Harald Wohlfahrt
- Zutaten: 350 g Nudelteig, 200 g kleine Pfifferlinge,
150 g Butter, 120 g durchgekühltes Wildentenfleisch, 1 Eiweiß,
100 g flüssige Sahne, ½ durchgepreßte Knoblauchzehe,
2 fein geschnittene Schalotte, 1 TL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer
Pfeffer, 150 g feingehackte Rauke, 20 kleine fritierte Raukeblätter,
1 dl Geflügelbrühe, 0,5 dl trockener Weißwein, 1 feingewürfelte
Kartoffel, 50 g Karotten in Streifen geschnitten und blanchiert, 50
g Lauch in Streifen geschnitten und blanchiert.
Zubereitung: Das Wildentenfleisch würfeln und mit dem Eiweiß
in pürieren. Nach und nach die flüssige hinzufügen
und solange pürieren, bis ein feiner Brei entsteht. 100 g Pfifferlinge
putzen, fein würfeln und in 50 g Butter mit dem Knoblauch und
1 Schalotte anschwitzen. Mit ½ TL Salz und 1 TL Peffer unter
den Brei mischen. Nudelteig dünn ausrollen und Quadrate von 5x5
cm ausschneiden. In die Mitte der Quadrate je 1 TL des Breies geben
und Tortellini formen. In kochendem Salzwasser 10 Minuten garen. Die
feingehackte Rauke mit der gewürfelten Kartoffel und 1 Schalotte
in 50 g Butter andünsten, mit dem Weißwein und der Geflügelbrühe
auf-füllen. Langsam köcheln lassen bis die Kartoffeln weich
sind und durch ein Sieb passieren. 100 g Pfifferlinge sowie die Gemüsestreifen
dazu geben, einmal bei mittlerer Hitze aufbrodeln lassen. Vom Feuer
ziehen. 50 g Butter mit ½ TL Salz und 1 TL Pfeffer einschwenken.
Diese Sauce zu den Tortellini geben. Mit den fritierten Raukeblättern
bestreuen.
Anmerkungen (Harald Wohlfahrt zugeschrieben): "Schon die alten
Ägypter kannten und schätzten die Köstlichkeit von
Entenfleisch. Ein Nachklang dieser über dreitausend Jahre alten
Freude an der inzwischen weltweit beliebten Delikatesse begegnet Ägyptenreisenden
auf Schritt und Tritt. Auf den Reliefs in den Tempeln und Gräbern
der Pharaonen sind sie in schier unendliche Vielfalt und mit größter
Detailliebe immer wieder dargestellt. Sogar als Schriftzeichen spielten
sie in dem Reich am Nil eine wichtige Rolle. Gleich mehrere Hieroglyphen
zeigen Enten. Mal fliegend, mal flatternd, mal sitzend.- Es ist nicht
bekannt, wieviele Rezepturen man damals für die Zubereitung der
leckeren Vögel kannte. Aber es kann durchaus sein, daß
die eine oder andere Vorform der Tortellini mit Wildentenfüllung
schon bekannt war. Denn die Köchinnen und Köche des Landes,
in dem die Pyramiden (das einzige noch erhaltene der sieben Weltwunder)
geschaffen wurden, verstanden sich auch auf die Herstellung zahlreicher
Mehlspeisen. Und viel mehr braucht man eigentlich auch gar nicht für
das Gericht."- Rauke wird heute meistens (italienisch) als Rucola
bezechnet. In der Küche findet fast ausschließlich die
schmalblättrige Sorte Verwendung.

Weißer Spargel (gekocht)
- Zutaten: 1 kg Spargel, 1 EL Salz, 1 TL Zucker, 50 g
Butter.
Zubereitung: Spargel schälen, dabei die knospenartigen Köpfe
ungeschält lassen. Untere Enden der Spargelstangen abschneiden
(2 cm). 1 l Wasser mit Salz und Zucker sprudelnd zum Kochen bringen.
Spargel hineingeben. Hitze reduzieren und leise siedend 12 bis 15
Minuten kochen. Abgießen. Auf kleinster Hitze noch etwas entwässern.
Butter in kleinen Stücken einschwenken.
Beilage: Alle gebratene Fleisch- und Fischsorten, Salzkartoffeln,
Holländische Sauce.
Anmerkungen: Es gibt spezielle Spargelkochtöpfe, in denen man
in einem Drahtkorb die Spargelstangen senkrecht stehend kochen kann
(mit den Enden nach unten). Die Kochwassermenge sollte dabei bis etwa
zur Mitte der Stangen reichen. Die benötigte Wassermenge ist
dann meistens deutlich geringer. Entsprechend reduziert man die Salz-
und Zuckermenge. Man kann das Kochwasser zusammen mit den Spargelabfällen
aufsetzen (Schale und Enden). Das Wasser gibt man dann durch ein Sieb,
bevor man den Spargel zufügt. Der Spargel erhält dadurch
eine kräftigere Note.

Weißer Spargel (gebraten)
- Zutaten: 1 kg Spargel, 1 EL Salz, 1 TL gemahlener weißer
Pfeffer, 50 g Butter.
Zubereitung: Spargel schälen, dabei die knospenartigen Köpfe
ungeschält lassen. Untere Ende der Spargelstangen abschneiden
(2 cm). Spargelstangen in fingerdicke Scheiben schneiden, Köpfe
ganz lassen. Bei gut mittlerer Hitze Spargelscheiben 10 Minuten in
der Butter mit dem Salz und dem Pfeffer braten. Nach fünf Minuten
Garzeit die Spargelköpfe zufügen.
Beilage: Alle Fleisch- und Fischgerichte mit Sahnesauce, Salzkartoffeln.

Glacierte Karotten

Glacierte Süßkartoffeln
- Zutaten: 750 g Süßkartoffeln, 1 EL Salz,
50 g Butter, Saft von 2 Apfelsinen, 2 cl Apfelsinenlikör, 4 EL
brauner Zucker.
Zubereitung: Süßkartoffel schälen und quer in fingerdicke
Scheiben schneiden. Kartoffelscheiben in 1 l Wasser mit dem Salz zu
Kochen bringen. Hitze reduzieren, und Kartoffelscheiben 15 Minuten
garen. Abgießen. Apfelsinensaft, Apfensinenlikör, Zucker
und Butter zum Kochen bringen und auf etwa die Hälfte einkochen.
Kartoffelscheiben flach in einen Bräter legen, mit der Sauce
übergießen und bei mittlerer Hitze in 30 Minuten fertig
garen. Zwischendurch ein- bis zweimal wenden und dabei erneut mit
der Sauce begießen.
Anmerkungen: Statt Apfelsinenlikör kann man auch einen whiskyhaltigen
Likör nehmen. Besonders elegant wird das Gericht, wenn man den
Rest der Sauce honigdick einkocht und die Kartoffelscheiben abschließend
damit beträufelt. Für Süßkartoffelpurée
kocht man die Kartoffeln 5 Minuten länger, püriert sie mit
den übrigen Zutaten und stellt sie bei geringer Hitze noch 15
Minuten auf den Herd. Zwischendurch umrühren und gegebenenfalls
etwas Wasser zufügen.

Gedünsteter Brokkoli
- Zutaten: 500 g Brokkoliröschen, 1 EL Salz.
Zubereitung: ½ l Wasser zum Kochen bringen, Salz und Brokkoliröschen
zugeben. Hitze reduzieren. Topf verschließen. 15 Minuten dünsten.
Geschmorter Fenchel
Zutaten: 1 Fenchelknolle, ½ TL Salz, 1 mittelgroße feingehackte
Zwiebel, 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 3 Lorbeerblätter,
3 EL Olivenöl, 1 EL Thymianhonig.
Zubereitung: Fenchelknolle vierteln, entstrunken und bei mittlerer
Hitze mit den übrigen Zutaten 40 Minuten schmoren.Lorbeerblätter
herausnehmen.

Überbackener Fenchel
- Zutaten: 1 Fenchelknolle, 1 EL Salz, je eine 2 mm dicke
Scheibe junger Gouda und gekochter Schinken.
Zubereitung: Fenchelknolle halbieren und entstrunken. In 1 l kochendem
Salzwasser 30 Minuten garen. Abtropfen lassen und erst mit dem Schinkenspeck,
dann mit dem Käse bedecken. In den vorgeheizten Ofen geben, bis
der Käse zu schmelzen beginnt.
Beilage: Weißbrot.
Anmerkungen: Statt in Salzwasser kann man den Fenchel in Hühner-
oder Kalbsbrühe kochen.

Schmorgemüse mit Holzgurke
- Zutaten: 1 fein gehackte Zwiebel, 1 zerdrückte
Knoblauchzehe, 1 Tasse geschälte, entkernte und grobgewürfelte
Holzgurke, 20 Bamies, 1 gewürfelte grüne Paprikaschote, 1
geschälte und gestiftelte Karotte, 4 gewürfelte Champignons,
2 EL Olivenöl, 15 kleine Basilikumblätter, je ½ TL
Salz und gemahlener schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Öl auf mittlere Hitze bringen. Bamies, Paprika
und Karotte darin 5 Minuten braten. Zwiebel, Holzgurke, Knoblauch,
Champignons, Salz und Pfeffer zugeben, zudecken und 10 Minuten schmoren
lassen. Mit den Basilikumblättern bestreuen.

Blumenkohl mit zerlassener Butter und Muskatnuß
- Zutaten: 1 Blumenkohl, 1 EL Salz, ½ geriebene
Muskatnuß, 50 g Butter.
Zubereitung: Blumenkohl in Salzwasser 20 Minuten kochen. Butter bei
mittlerer Hitze zerlassen. Blumenkohl aus dem Wasser nehmen, abtropfen
lassen, mit der Butter übergießen und mit Muskatnuß
überreiben.
Anmerkungen: Genauso wird Rosenkohl zubereitet. Auf die für
Blumenkohl angegebenen Zutaten rechnet man in diesem Fall 500 g Rosenkohl.

Rosenkohl mit Edelkastanien
- Zutaten: 500 g Rosenkohl, 1 EL Salz, ½ geriebene
Muskatnuß, 50 g Butter, 500 g Edelkastanien (Maronen).
Zubereitung: Kastanien kreuzweise einritzen und in sprudelndem Wasser
15 Minuten kochen. Schälen und häuten. Kastanien mit Rosenkohl
in Salzwasser 20 Minuten kochen. Butter bei mittlerer Hitze zerlassen.
Kastanien und Blumenkohl aus dem Wasser nehmen, abtropfen lassen,
mit der Butter übergießen und mit Muskatnuß überreiben.

Rotkohl
- Zutaten: 2 kg Rotkohl, 3 geschälte, entkernte
und gewürfelte Boskop-Äpfel, 1 EL Salz, 1 TL Pfeffer, 100
g Gänseschmalz, 1 mit 1 Nelke gespickte mittelgroße Zwiebel,
1 Lorbeerblatt, 1 Tasse Rotwein, 3 EL Zucker, 3 EL rotes Johannisbeergelee.
Zubereitung: Rotkohl in feine Streifen scheiden und im Gänseschmalz
bei mäßiger Hitze anschmoren lassen. Mit Rotwein ablöschen.
Alle übrigen Zutaten zufügen und den Kohl mindestens 2 Stunden
schmoren lassen. Zwischendurch umrühren und gegebenenfalls immer
wieder etwas Wasser zugießen. Lorbeerblatt und Nelke herausnehmen.
Anmerkungen: Statt Gänseschmalz kann man auch Schweinemalz nehmen.
Lorbeer und Nelke sind entbehrlich. Statt Rotwein kann man alternativ
auch ¼ Tasse Rotweinessig nehmen.

Champagnerkraut

Jägerkohl
- Zutaten: 700 g Weißkohl, 250 g in feine Streifen
geschnittener durchwachsener Speck, 2 EL Zucker, 1 EL Salz, 1 TL Pfeffer,
50 g Butter, ½ Tasse Weißweinessig.
Zubereitung: Weißkohl in feine Streifen schneiden. Speck in
Butter bei mäßiger Hitze anbraten. Hitze erhöhen und
Kohl sowie alle anderen Zutaten zugeben. Häufig umrühren
und Hitze wieder reduzieren. Wenig Wasser nach Bedarf zufügen.
2 Stunden schmoren lassen. Zwischendurch mehrmals umrühren. Man
kann auch Wirsing nehmen, den man jedoch nur 30 bis 45 Minuten schmoren
läßt.
Beilage: Hirschragoût und Röstkartoffeln.
Anmerkungen: Für Jägerkohl auf russische Art fügt
man dem Kohl eine entkernte, mittelfein gehackte, nicht zu große
Gewürzgurke hinzu, außerdem vom Volumen her entsprechende
Mengen in Essigwasser mit wenig Salz und Zucker gegarter kleiner ganzer
weißer Zwiebeln (Silberzwiebeln) sowie ebenso zubereiteter Streifen
von rotem Paprika (Tomatenpaprika) und Streifen von Roter Beete. 10
Minuten vor Ende der Garkeit rührt man 200 g vollfetten sauren
Rahm (Crème fraîche) unter.

Grünkohl mit Bremer Pinkel, Schweinebacke
und süßen Röstkartoffeln

Grünkohltopf mit Röstkartoffeln

Spitzkohl
- Zutaten: 1 kg Spitzkohl, 125 g durchwachsener Speck,
250 g Sahne, 1 TL Salz, ½ TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 50
g Butter.
Zubereitung: Spitzkohl vierteln, entstrunken und in dünne Streifen
schneiden. Speck fein würfeln und in der Butter bei mittlerer
Hitze leicht bräunen. Die Kohlstreifen einrühren und zwanzig
Minuten bei veringerter Hitze unter gelegentlichem Umrühren in
der abgedeckten Pfanne schmoren. Salz, Pfeffer und Sahne zugeben.
Gründlich verrühren. Hitze etwas erhöhen und unter
Rühren solange schmoren, bis die Sahne etwas dickt.
Beilage: Karbonade und Salzkartoffeln.
Anmerkungen: Genauso kann man Wirsing zubereiten.

Chicorée Mornay
- Zutaten: 1 Chicorée, ½ TL Salz, 1 TL
gemahlener schwarzer Pfeffer, ¾ Tasse Béchamel, 50 g geklärte
Butter, 1 feingehackte Schalotte, 1 durchgepreßte Knoblauchzehe,
50 g grobgeriebener Comté.
Zubereitung: Chicorée entstrunken. In feine Streifen schneiden.
Schalotte mit dem Knoblauch bei mittlerer Hitze in der Butter glasig
werden lassen. Chicorée mit Salz und Pfeffer zugeben. Zugedeckt
½ Stunde schmoren lassen. Béchamel zufügen. Etwas
einkochen. Mit dem Käse bestreuen. 2 Minuten unter dem Salamander
bräunen.
Beilage: Gulasch, Herzoginkartoffeln.
Anmerkungen: Der Chicorée gehört wie der Radicchio zu
den veredelten Arten der Zichorie und ist also ein Verwandter der
gemeinen Wegwarte, der Liebeszauberpflanze usw.

Gefüllte Artischockenböden
- Zutaten: 12 Artischocken, 250 g Ratatouille, 2 Hühnereier,
2 Tassen geraspelter Käse (Edamer, Comté, Gouda), 48 kleine
Kapernknospen, 2 Zitronen, 4 EL Oli-venöl, Salz.
Zubereitung: Aus den Artischocken die Böden herauslösen,
dabei immer wieder mit Zitronensaft beträufeln. 2 l Wasser mit
2 EL Salz und den Artischockenböden zum Kochen bringen. Hitze
reduzieren und Artischockenböden 30 Minuten köcheln lassen.
Ratatouille mit Eiern, Käse und Kapern durchrühren. Damit
die abgetropften Artischockenböden füllen. Gefüllte
Artischockenböden im vorgeheizten Ofen (180° C) 10 Minuten
auf dem Olivenöl braten.
Beilage: Zahnbrasse in der Kräuterkruste.
Anmerkungen: Man kann Artischocken im Prinzip mit nahezu beliebigen
Zutaten füllen. Es empfiehlt sich jedoch meistens, die Füllung
mit Ei und Käse zu binden. Sie bekommt dadurch Halt und läuft
nicht von den sehr flachen Artischockenböden herunter. Eine Version
für gefüllte Artischockenböden sieht pro Boden 1 EL
Kürbisbrei (bzw. -purée) vor und 1 Rebhuhnbällchen,
über das man jeweis 1 TL Rebhuhnsauce sowie 3 kleine Stücke
Petersilienblätter gibt.

Gefüllte Champignons mit Tomatensauce
- Zutaten: 300 g große Champignons (6 Stück),
125 g Beefsteakhack, 4 EL Sahne, 1 daumendicke Scheibe Kastenweizenbrot
(entrindet), 5 EL fein gehackte Zwiebeln, 1 zerdrückte Knoblauchzehe,
1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 4 feingemahlene getrocknete rote
Chilischoten, 4 mittelgroße Tomaten (gehäutet, entkernt und
grob gehackt), 3 gehäufte EL geraspelter Comté, 1 EL fein
gehackte Petersilie, 8 schwarze Oliven, 1 TL Salz, 1 TL Thymian, 1 TL
Oregano, 2 EL Olivenöl, ½ Tasse trockener Weißwein.
Zubereitung: Champignons entstielen. Stiele fein hacken. Weizenbrot
zerpflücken, mit Sahne tränken und mit dem Beefsteakhack,
2 EL fein gehackten Zwiebeln, fein gehackten Champignonstücken,
½ TL Pfeffer, Hälfte der feingemahlenen Chilischoten,
Käse, ½ TL Thymian, Petersilie und ½ TL Salz verkneten.
Champignons damit füllen. Ofen auf 180° C vorheizen. Champignons
mit der Hackmischung füllen. Tomaten mit der anderen Hälfte
der Chilischoten, ½ TL Pfeffer, ½ TL Salz, ½
TL Thymian, Oregano, Knoblauch und 3 EL Zwiebeln in 2 EL Öl bei
mittlerer Hitze 10 Minuten braten. Hitze erhöhen und Weißwein
zugeben. Etwas einkochen lassen. Durch ein Sieb geben. Oliven entkernen
und längs in Streifen schneiden. Zu der Tomatensauce geben. Tomatensauce
mit den Oliven in feuerfestes Geschirr geben. Gefüllte Champignons
darauf setzen. 30 Minuten bei mittlerer Hitze im Ofen braten.
Beilage: Feldsalat.
Anmerkungen: Statt Comté kann man einen anderen vollfetten
Hartkäse nehmen. Wenn man nur kleine Champignons hat, braucht
man meistens mehr davon. Das Gericht wird freilich eleganter. Die
Garzeit im Ofen kann man auf 15 Minuten verringern. Die Tomatensauce
sollte dann entsprechend länger vorgegart werden.

Gefüllte Champignons mit Bayonner Schinken
- Zutaten: 6 mittelgroße Champignonköpfe,
je 3 TL feingehackter Bayonner Schinken und feingehackte Zwiebeln, je
1 EL feingemahlener schwarzer Pfeffer und feingehackte Petersilienblätter,
25 g Butter.
Zubereitung: Champignonköpfe mit je ½ TL Schinken und
Zwiebeln füllen. Mit dem Pfeffer bestreuen. Petersilie darüber
verteilen und auf jeden Champignonkopf ½ TL Butter geben. Ofen
auf 150° C vorheizen. Einen feuerfesten Teller mit der restlichen
Butter einfetten. In den Ofen stellen. 10 Minuten schmoren. Hitze
auf 220° C erhöhen. Weitere 5 Minuten schmoren.
Beilage: Kochfisch, Kapernsauce.

Gefüllte Tomaten
- Zutaten: 6 mittelgroße Tomaten, 150 g Rinderhack,
100 g Joghurt, zwei fingerdicke Scheiben Weizenbrot (entrindet), 1 TL
Salz, ½ TL feingemahlener schwarzer Pfeffer, 1 fein gehackte
Zwiebel, 1 durchgedrückte Knoblauchzehe, 2 entkernte feingeschnittene
kleine rote Chilischoten, ½ TL gerebelter Thymian, 1 TL scharfer
Senf, 4 EL geraspelter Gouda oder Edamer, 3 EL Olivenöl.
Zubereitung: Von den Tomaten unterhalb des Stielansatzes einen Deckel
abschneiden. Tomaten aushöhlen. Übrige Zutaten, außer
Öl, verkneten, und die Tomaten damit füllen. Ofen auf mittlere
Hitze bringen. Öl in einen Topf geben. Die gefüllten Tomaten
darauf setzen. 30 Minuten bei guter Hitze im Ofen garen.
Beilage: gekochter Reis, Feldsalat.
Anmerkungen: Der Füllung kann man 1 TL Tomatenmark beigeben
oder 1 EL fein gehackte Oliven (grüne oder schwarze). Senf und
Käse kann man weglassen. Als Alternative zu Rinderhack kann man
Lammhack, Kalbshack oder gemischtes Hack (Rind und Schwein) nehmen.
Aus den Deckeln und dem Kerngehäuse der Tomaten läßt
sich eine begleitende Sauce zubereiten: Man kocht dazu die Tomatenabfälle
mit 1 Lorbeerblatt, 1 Nelke, 1 grob gehackten Zwiebel, 1 durchgedrückten
Knoblauchzehe, ½ Tasse Weißwein, 2 cl Trester, 1 TL Pfefferkörner,
1 TL Thymianblätter, 1 TL Oregano, 2 grob gehackten Champignons,
1 TL Salz auf kleiner Hitze ½ Stunde und drückt die Sauce
dann durch ein Sieb.

Gefüllte Zucchiniblüten
- Zutaten: 15 große Zucchiniblüten, ½
Tasse Langkornreis, 2 ½ feingehackte mittelgroße Zwiebeln,
2 cl Trester, 1 EL feingehackte Minze, 1 EL feingehackte Petersilie,
Kopf, Lunge, Nieren, Herz und Leber von 1 Kaninchen, 1 TL grob gemahlener
schwarzer Pfeffer, 1 TL Salz, 1 Chilischote, 1 grobgehackte Karotte,
12 schwarze Pfefferkörner, 2 EL schwerer Rotweinessig, 4 EL Thymianhonig,
1 TL Thymianblätter, 1 TL Rosmarinblätter, 1 durchgedrückte
Knoblauchzehe, 1 grob gehackte Tomate, 1 Tasse Weißwein, ½
Tasse Rotwein, 6 EL Olivenöl, 1 TL feingehackter Liebstöckl,
30 Sultaninen, 15 gestiftelte Mandelkerne.
Zubereitung: Reis mit 1 fein gehackten Zwiebel in 2 EL Öl bei
mittlerer Hitze glasig werden lassen. Mit Trester ablöschen.
½ Tasse Weißwein, Petersilie, Minze und ½ Tasse
Wasser zugeben. 10 Minuten schmoren lassen. Kaninchenkopf und Chilischote,
1 TL Thymianblätter, 1 TL Rosmarinblätter, Knoblauch, Tomate,
Pfefferkörner, ½ Tasse Weißwein und 1 Tasse Wasser
zugeben. 1 Stunde köcheln lassen. Brühe durch ein Sieb geben.
Nieren quer in Scheiben schneiden, Herz längs in Streifen schneiden,
Leber in kleine Würfel schneiden. Nieren, Herz und Leber mit
½ feingehackten Zwiebel bei mittlerer Hitze in 2 EL Öl
anbraten. Liebstöckl, Essig, Rotwein, Honig, Salz und grob gemahlenen
Pfeffer zugeben. Hitze erhöhen, 5 Minuten kräftig durchkochen,
mit dem Reis, den Sultaninen und den Mandelstiften vermischen, und
die Zucchiniblüten mit der Mischung füllen. Die Blüten
am Blütenende zusammendrücken, mit einer schraubenden Bewegung
verschließen, in die Brühe legen und auf schwacher Hitze
½ Stunde ziehen lassen.
Beilage: gebratener Kaninchenrücken, Pommes Frites.

Gefüllte Peperoni
- Zutaten: je 6 grüne und rote Peperoni, 80 g weicher
Ziegenkäse, 1 Tasse Mehl, 1 Hühnerei, 1 Tasse Paniermehl,
1 TL Salz, 1 TL fein gemahlener weißer Pfeffer, 1 l Olivenöl.
Zubereitung: Peperoni aushöhlen. Ziegenkäse zu Brei zerdrücken
und in die ausgehöhlten Peperoni geben. Das Mehl mit dem Salz
und mit Pfeffer vermengen. Das Ei kräftig schlagen. Gefüllte
Peperoni erst durch die Mehlmischung, dann durch das Ei, zum Schluß
durch das Paniermehl ziehen. Olivenöl zum Sieden bringen (180°
C). Gefüllte Peperoni darin 4 Minuten backen.
Anmerkungen: Wenn die Peperoni sehr schlank sind, schneidet man sie
längs an einer Seite auf, entkernt sie, füllt den Käse
ein und drückt sie wieder zu ihrer ursprünglichen Form zusammen.

Pakoras
- Zutaten: Gekochtes oder gebratenes Gemüse (zum
Beispiel Kartoffeln, Blumenkohl, Artischockenböden, Auberginen,
Kohlrabi), frisches, geschältes Obst (zum Beispiel Bananen, Äpfel,
Birnen, Ananas), 2 l Sonnenblumenöl oder Butterschmalz, 2 Tassen
Linsenmehl, Salz, 1 TL Madras-Currypulver, 1 TL gemahlene Chilischoten,
½ TL Gelbwurz (gemahlen), 1 TL Salz, 1 TL fein gemahlener schwarzer
Pfeffer, ½ TL Garam Masala.
Zubereitung: Gemüse und Obst in grobe Stücke zerteilen.
Sonnenblumenöl auf 180° C erhitzen. Unterdessen übrige
Zutaten mit mit 1 Tasse Wasser verrühren. Gemüse und Obst
durch diesen Teig ziehen und schwimmend ausbacken.
Beilage: Minzsauce.
Anmerkungen: Statt Linsenmehl kann man auch Kichererbsenmehl nehmen.
Außerdem kann man das Wasser weglassen und die Gemüse bzw.
das Obst einfach in der Mehl-Gewürzmischung wenden. Man nimmt
dann nur 1 Tasse Öl und brät die Pakoras unter Wenden bei
mittlerer Hitze 10 Minuten.
Literatur: Kumar (2000: 28).

Fillo-Taschen mit Spinatfüllung
- Zutaten: 40 Streifen Fillo-Teig (5 x 25 cm), 5 EL Olivenöl,
250 g Spinat, 250 g Lauchzwiebeln, 150 g Feta-Käse, 2 Eier, 3 EL
Sahnejoghurt, 3 TL Salz, 1 TL grob gemahlener schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Spinat und Zwiebeln fein hacken. In 3 EL Öl mit
2 TL Salz bei mittlerer Hitze fünf Minuten schmoren. In einem
Sieb abtropfen lassen. Feta mit einer Gabel zerdrücken. Mit den
Eiern und dem Joghurt verquirlen. Diese Masse mit der Spinat-Zwiebel-Mischung
und je 1 TL Salz und Pfeffer vermengen. Ein Backblech mit zwei EL
Öl einfetten. Von der Füllung jeweils einen gehäuften
Teelöffel auf das unter Ende eines Fillo-Streifen geben. Den
Fillo-Streifen von einer der unteren Ecken diagonal über die
Füllung ziehen, so daß der untere Rand des Streifens deckungsgleich
auf dem linken oder rechten Rand des Streifens zu liegen kommt. Dadurch
entsteht ein gleichschenkliges Dreieck, das man nun vier Mal nach
oben beziehungsweise nach links oder rechts umschlägt. Die fertige
dreieckige Tasche auf das gefettete Backblech legen. Mit den übrigen
Fillo-Streifen ebenso verfahren. Die Taschen sollten jeweils mit der
Seite auf das Backblech gelegt werden, die beim Umschlagen zuletzt
angewickelt wurde. Im gut vorgeheizten Ofen bei 200° C 15 bis
20 Minuten backen (bis die Taschen goldbraun sind).
Anmerkungen: Statt mit Spinat werden die Taschen oft mit anderen
grünblättrigen Gewächsen zubereitet, zum Beispiel Mangold
(aus dem man zuvor die weißen Rippen herausschneidet) oder wilden
Kräutern. Den Käse, die Eier und den Joghurt kann man weglassen
und nimmt dann mehr Kräuter. Umgekehrt kann man auch auf die
Kräuter verzichten und bereitet dann Käsetaschen zu. Statt
Feta nimmt man vielfach ???????. Es eignen sich für derbere Füllungen
auch (entrindet) Vacherin, Epoisses oder Munster.

Blätterteigtasche mit Spinatfüllung
- Zutaten: 200 g Blätterteig, 5 EL Olivenöl,
250 g Spinat, 100 g Lauchzwiebeln, 200 g Feta, 2 Eier, 3 TL Salz, 1
TL grob gemahlener schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Spinat und Lauchzwiebeln fein hacken. In 3 EL Olivenöl
mit 2 TL Salz bei mittlerer Hitze fünf Minuten schmoren. In einem
Sieb abtropfen lassen. Feta mit einer Gabel zerdrücken. 1 Ei verquirlen.
Ei und Feta mit der Zwiebel-Mischung und je 1 TL Salz und Pfeffer vermengen.
Ein Backblech mit zwei EL Öl einfetten. Den Blätterteig kreisförmig
ausrollen. Die Füllung auf die eine Hälfte des Blätterteiges
geben. Die andere Blätterteighälfte über die Füllung
ziehen, so daß die Kreisränder zur Deckung kommen. Die Kreisränder
kräftig andrücken. Die fertige Tasche auf das gefettete Backblech
legen. 1 Ei verquirlen und die Tasche damit bestreichen. Im gut vorgeheizten
Ofen bei 200° C 15 Minuten backen (bis die Tasche goldbraun ist).

Spinat mit Kichererbsen
- Zutaten: 2 kg Spinat, 1 Tasse getrocknete Kichererbsen,
3 fein gehackte mittelgroße Zwiebeln, 1 EL Kreuzkümmel, 1
EL grob gemahlener schwarzer Pfeffer, 3 EL Salz, 5 EL Olivenöl.
Zubereitung: Kichererbsen 24 Stunden in reichlich Wasser einweichen
und 1 Stunde mit 1 EL Salz kochen. Abgießen. Spinat entstielen,
grob hacken und mit den Zwiebeln, dem Pfeffer, dem Kreuzkümmel
und 2 EL Salz sowie den Kichererbsen unter Rühren in dem Öl
bei mittlerer Hitze 10 Minuten schmoren.
Beilage: Salz- oder Röstkartoffeln, gebratener Fisch oder gebratenes
Fleisch.
Anmerkungen: Wenn die Kichererbsen noch warm sind, fügt man
sie erst im letzten Moment dem geschmorten Spinat zu, damit sie sich
möglichst wenig grün verfärben.

Bärlauch-Spinat

Bamies mit Tomaten
- Zutaten: 500 g Bamies, 2 entkernte, geschälte
und grob gehackte Tomaten, 1 fein gehackte mittelgroße Zwiebel,
2 Chilischoten, 12 schwarze Pfefferkörner, 1 TL Kreuzkümmel,
½ TL Salz, 1 EL fein gehackte Petersilie, 3 EL Olivenöl.
Zubereitung: Obere Stielenden, den Bartansatz (wenn vorhanden) und
die äußersten Spitzen der Bamies abschneiden. Öl bei
mittlerer Temperatur erhitzen. Bamies hineingeben und fünf Minuten
unter Rühren braten. Pfeffer, Chili und Kreuzkümmel fein
mahlen. Mit dem Salz, der Zwiebel und den Tomaten zu den Bamies geben.
15 Minuten schmoren. Zum Schluß mit der Petersilie überstreuen.
Anmerkungen: Bamies werden auch als Okraschoten, Gombos, Gumbos oder
Ladyfingers bezeichnet. Bei der Vor- und Zubereitung ist darauf zu
achten, daß der Fruchtkörper sich nicht öffnet. Man
kann Bamies auch ohne Tomaten, Zwiebel und Petersilie zubereiten.
Das Rezept bleibt ansonsten das gleiche, nur besprenkelt man die Bamies
zum Schluss mit 1 EL Zitronensaft.

Bamies mit Garnelenschwänzen
- Zutaten: 20 mittelgroße Garnelen, 20 Bamies,
¼ TL braune Senfsaat, 1 fein gehackte Zwiebel, 1 zerdrückte
Knoblauchzehe, 2 Lorbeerblätter, 1 TL Oregano, 20 schwarze Pfefferkörner,
2 getrocknete Chilischoten, 1 getrocknete Tomate, 2 EL Zitronensaft,
1 TL Salz, 3 EL Olivenöl.
Zubereitung: Garnelen auspulen, in 1 EL Zitronensaft und ½
TL Salz 15 Minuten marinieren. Bamies putzen, in dem Olivenöl
mit der Senfsaat bei mittlerer Hitze unter Wenden 5 Minuten braten.
Zwiebel zugeben und weitere 5 Minuten braten. Lorbeerblätter,
Oregano, Pfefferkörner, Chilischoten und getrocknete Tomate in
der Gewürzmühle feinmahlen und zusammen mit den Knoblauch
sowie 1 EL Zitronensaft, den abgetropften Garnelenschwänzen und
½ TL Salz unter Rühren zugeben. Weitere fünf Minuten
braten.
Beilage: Weißbrot.
Anmerkungen: Bamies werden auch Okraschoten genannt, Gombos oder
Lady-Fingers.

Ratatouille
- Zutaten: 1 Tasse feingewürfelte Zwiebeln, 1 EL
durchgepreßte Knoblauchzehen, je 3 Tassen nicht zu fein gewürfelte
Auberginen, entkernte Zucchini und entkernte sowie gehäutete Tomaten,
je 2 EL fein gehackter Dill und fein gehackte schlichte Petersilie,
je 1 EL getrockneter Thymian, Origano und Basilikum, 4 Lorbeerblätter,
1 Zweig Rosmarin, 2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 TL Salz, 6 EL
Olivenöl, 4 cl Trester.
Zubereitung: Olivenöl erhitzen. Zwiebeln zugeben und glasig
werden lassen. Mit Trester ablöschen. Alle anderen Gemüse
sowie Knoblauch und Kräuter zugeben. Gut durchrühren. Pfeffern
und salzen. 45 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren. Lorbeerblätter
und Rosmarin herausnehmen.
Anmerkungen: Zucchini kann man durch entkernte Salat- oder Holzgurken
ersetzen. Außerdem läßt sich das Gericht ergänzen
durch gewürfelte Artischockenböden und gewürfelte Champignons.

Ratatouille mit Kapern und Strandzwiebeln
- Zutaten: 1 Tasse feingewürfelte Zwiebeln, 1 EL
durchgepreßte Knoblauchzehen, je 3 Tassen nicht zu fein gewürfelte
Auberginen, entkernte Zucchini, entkernte gelbe Paprikaschoten und entkernte
sowie gehäutete Tomaten, 3 EL Kapernknospen, 10 kleine Strandzwiebeln
(????????????), 1 EL frisch gerebelte Thymianblätter, 1 EL getrockneter
Origano, 1 EL grob gehacktes Basilikum, 4 Lorbeerblätter, 2 TL
gemahlener schwarzer Pfeffer, 4 gemahlene Chilischoten, 1 TL Salz, 6
EL Olivenöl, 4 cl Trester.
Zubereitung: Olivenöl erhitzen. Zwiebeln zugeben und glasig
werden lassen. Mit Trester ablöschen. Alle anderen Zutaten zugeben.
Gut durchrühren. 45 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen.
Lorbeerblätter herausnehmen.
Anmerkungen: Zucchini kann man durch entkernte Salat- oder Holzgurken
ersetzen. Außerdem läßt sich das Gericht ergänzen
durch gewürfelte Artischockenböden und gewürfelte Champignons.

Gustum de cucurbitis
- Cucurbitas coctas expressas in patinam compones. adicies
in mortarium piperem, cuminum, silfi modice, rutam modicum, liquamine
et aceto tem-perabis, mittes defritum modicum ut coloretur, ius exinanies
in patinam. cum ferbuerit iterum ac tertio, depones et piper minutum
asparges. (lib. tert., IV., 1.)
Interpretation: ½ kg vom Kerngehäuse befreite und gewürfelte
Zucchini in Salzwasser blanchieren, abtropfen lassen und in eine Pfanne
geben. Je ½ TL Pfeffer und Kreuzkümmel mit einem gehäuften
TL gehackter Raute und einer Messerspitze Teufelsdreck im Mörser
zerstoßen und zusammen mit ½ TL Liquamen, 1 EL Essig
und 1 EL Defritum zu den Zucchini geben. Dreimal kurz aufsieden lassen.
Mit ½ TL zerstoßenem Pfeffer bestreuen.
Anmerkungen: Das zentrale Problem dieses Rezeptes ist die Frage:
Was sind cucurbitae? Alföldi-Rosenbaum (1981) folgend gehe ich
davon aus, daß die heute meistens italienisch als Zucchini bezeichnete
Kürbissorte gemeint ist. Ich habe das Rezept allerdings - mit
durchaus schmackhaften Ergebnissen - auch auf andere Kürbissorten
angewendet. In diesen Fällen wurde jedoch abweichend von der
angegebenen Interpretation stets nur das geschälte Fruchtfleisch
verwendet.- Von Apicius werden durchgehend nie nähere Angaben
über den zu verwendenden Essig gemacht. Essig ist eben Essig.
Ich nehme deshalb an, daß in aller Regel der gewöhnliche
Weinessig gemeint ist. Da in diesem Rezept neben dem Essig ausdrücklich
Defritum als Farbträger genannt wird, ist es plausibel, von Rotweinessig
auszugehen, der den Farbeffekt naturgemäß besser unterstützt
als Weißweinessig.- In diesem wie in zahlreichen anderen Rezepten
wird bei Apicius davon ausgegangen, daß der Garprozeß
in Etappen verläuft. Man bringt die Speisen zum Kochen, zieht
sie vom Feuer und bringt sie erneut zum Kochen. Wenn diese Zubereitungstechnik
Sinn ergeben soll, muß man längere Abkühlungsphasen
zwischen den Hochtemperaturphasen unterstellen. Im Vergleich zwischen
durchgehaltener gemäßigter guter Hitze und hohen Temperaturen
mit zwischengeschalteten Abkühlungsphasen habe ich allerdings
keinen merklichen geschmacklichen Unterschied feststellen können.-
Zahlreiche Apicius-Rezepte sehen - wie dieses - Teufelsdreck (laser(picium)
bzw. silphium) vor, den aus den Wurzeln gezogenen Saft der Sirpepflanze
(asafoetida). Da Apicius statt silphium oder laser bisweilen auch
laser radicem als Ingredienz benennt, ist anzunehmen, daß die
Alten Römer an Stelle des Saftes der Sirpepflanze bisweilen auch
einfach ein bißchen geriebene Sirpewurzel in ihre Gerichte hineinarbeiteten
(ganz ebenso wie man vielerorts Meerrettich verwendet). In der modernen
europäischen Küche ist Teufelsdreck un-gebräuchlich.
Die indische Küche dagegen scheint ihn auch heute noch verhältnismäßig
viel zu verwenden. In der Regel freilich nicht pur, sondern in einer
Gewürzmischung, zu der auch Gelbwurz, Gummi arabicum und eine
Reihe anderer Zutaten gehören. Ich vermute, daß in der
altrömischen Küche den Speisen nur winzigste Mengen beigegeben
wurden. Dies unter anderem deshalb, weil Apicius eine Methode angibt,
wie sich Teufelsdreck so strecken läßt, daß eine
Unze nahezu endlos (toto tem-pore) vorhält. Alföldi Rosenbaum
(1981) folgert, daß Teufelsdreck in römischer Zeit recht
kostspielig gewesen sein muß. Andererseits ergibt es wenig Sinn,
ein Gewürz endlos zu strecken, wenn man am Ende davon überhaupt
nichts mehr erahnen kann. Und das ist der Punkt, auf den es ankommt:
Apicius unterstellt offenbar, daß mit Teufelsdreck aromatisierte
Pinienkerne den gleichen Zweck erfüllen wie das reine silphium:
Ut uncia laseris toto tempore utaris
Laser in spatiosum doliolum vitreum mittis et nucleos pineos ut puta
viginti, cumque utendum fuerit lasere, nucleos conteres, et in cibis
miraberis in sapores. et tantum numero nucleorum doliolo referentur.

Kohlrabi mit Sahnesauce
- Zutaten: 2 große Kohlrabi, 1 EL Salz, ½
TL gemahlener weißer Pfeffer, ½ TL gemahlene Muskatnuß,
¼ l Sahne.
Zubereitung: Kohlrabi schälen und in etwa bleistiftdicke Stifte
schneiden. In kochendem Salzwasser 10 Minuten garen. Wasser abgießen.
Pfeffer und Sahne zugeben. Bei großer Hitze etwas einkochen.
Mit Muskatnuß überstreuen.
Anmerkungen: Statt mit Sahne kann man Kohlrabi auch mit Butter zubereiten.
Man läßt den Kohlrabi 5 Minuten länger kochen und
gibt dann 25 g zerlassene Butter mit Pfeffer hinzu. Das Einkochen
entfällt.

Sellerie mit Schweinebauch und Speck
- Zutaten: 500 g geschälter und grobgewürfelter
Sellerie, 1 Stengel Selleriekraut, 1 kleine Stange Lauch, 1 Karotte,
5 Stengel Petersilie, 2 mittelgroße Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe,
4 kleine rote Chilischoten, 4 Pimentkörner, 12 schwarze Pfefferkörner,
5 Salbeiblätter, 500 g geschälte und grobgewürfelte festkochende
Kartoffeln, 1 EL Salz, 250 g Schweinebauch, 250 g durchwachsener Speck,
1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Selleriekraut, Lauch, Karotte, 3 Stengel Petersilie,
Zwiebeln und Knoblauchzehe grob hacken und in 1 ½ l Wasser
mit dem Schweinebauch und dem Speck sowie Chilischoten, Piment, Pfefferkörnern
und Salbei zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. 2 Stunden köcheln
lassen. Durch ein Sieb geben. Sud auffangen. Fleisch aus dem Suppengemüse
heben. Sellerie und Kartoffeln in dem Sud mit Salz und dem Fleisch
zum Kochen bringen und anschließend 20 Minuten bei verringerter
Hitze leise köcheln lassen. Zutaten aus dem Sud nehmen. Fleisch
quer in kleinfingerdicke Scheiben schneiden. Kartoffeln und Sellerie
mit dem gemahlenen Pfeffer und feingehackten Blättern von 2 Stengeln
Petersilie bestreuen.
Beilage: scharfer Senf.
Anmerkungen: Statt Schweinebauch und Speck kann man auch Schweine-
oder Kalbsbacke nehmen, statt Sellerie Steckrüben. Man erhält
dann Steckrübeneintopf.

Wurzelgemüse mit Schweineschwanz
- Zutaten: 1 Schweineschwanzstück von 750 g, 200
g Pökelsalz, 1 gehäufter EL grob zerstoßene Wacholderbeeren,
20 schwarze Pfefferkörner, 1 zerbröselte Vogelaugenchilischote,
1 EL Majoranblätter, 1 Zweig Rosmarin, 1 Stengel Salbei, 1 Karotte,
1 Stück Sellerie, 1 Kartoffel (von jeweils 250 g), 1 EL Salz, 1
TL feingemahlener weißer Pfeffer, 1 TL feingeriebene Muskatnuß,
2 EL Butter, 2 EL feingehackte Petersilie.
Zubereitung: Schweineschwanzstück Für 1 Woche mit 2 l Wasser,
dem Pökelsalz, den Wacholderbeeren, den Pfefferkörnern,
dem Chili, dem Majoran, dem Rosmarin und dem Salbei an einem kühlen
Ort einlegen. Das Fleisch herausnehmen. Spülen. In 2 l Wasser
aufkochen und 4 Stunden bei kleiner Hitze köcheln lassen. Dabei
das Wasser zweimal wechseln. Fleisch abtropfen lassen. Die Knochen
und überschüssiges Fett sowie die Schwarte entfernen. Fleisch
in grobe Würfel (bis 15 mm Kantenlänge) schneiden. Gemüse
in 3 mm dicke Scheiben schneiden. Aus den Scheiben Rosetten ausstechen
(Durchmesser 25 mm). In 1 l Wasser mit 1 EL zum Kochen bringen. Hitzen
reduzieren und 15 Minuten köcheln lassen. Abgießen. Pfeffer,
Muskat, Butter und Fleisch zugeben. Bei kleiner Hitze 20 Minuten erneut
erhitzen. Zwischendurch umrühren. Mit der Petersilie überstreuen.
Beilage: scharfer Senf.

Gemüseeintopf mit gepökeltem Schweinenacken
- Zutaten: 200 g gepökelter Schweinenacken, 2 Hamburger
Kochwürste, 125 g durchwachsener Speck, ¼ Wirsing, 2 mittelgroße
Karotten, ¼ Sellerieknolle, 8 kleine Kartoffeln, 1 Kopf Kohlrabi,
5 Stengel Petersilie, 1 Lorbeerblatt, 3 kleine Zweige Thymian, 2 Zwiebeln,
4 Nelken, 20 schwarze Pfefferkörner, 2 EL Salz.
Zubereitung: Karotten, Sellerie, Kartoffeln, Zwiebeln und Kohlrabi
schälen. Kohlrabi vierteln. Sellerie, Wirsing und Kohlrabi in
kleinfingerdicke Scheiben schneiden. Alle Zutaten (außer Kartoffeln,
Wirsing und Kohlrabi) mit 2 l Wasser zum Kochen bringen. Hitze stark
reduzieren. Nach 2 Stunden Kochzeit Kartoffeln, Wirsing und Kohl-rabi
zufügen. Noch ½ Stunde köcheln lassen. Alles im Sieb
abtropfen lassen. Nelken, Pfefferkörner, Petersilie, Thymianzweige
und Lorbeerblatt heraussammeln.
Beilage: scharfer Senf.
Anmerkungen: Statt Kohlrabi kann man auch Teltower Rübchen nehmen-.
Die Kochbrühe reduziert man auf ½ l und stellt sie bei.
Literatur: Robuchon (1996: 118-119).

Geschmorter Paprika (Peperonata)
- Zutaten: Je 2 grüne, rote und gelbe Gemüsepaprika,
2 fein gehackte mittelgroße Zwiebeln, 2 durchgedrückte Knoblauchzehen,
3 EL Olivenöl, 1 TL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 1
EL Thymianhonig, ½ Tasse Rotweinessig.
Zubereitung: Paprikaschoten achteln, säubern, mit den Zwiebeln
im Öl bei guter Hitze von jeder Seite drei Minuten braten. Hitze
reduzieren. Alle übrigen Zutaten zugeben. Umrühren, zudecken
und 30 Minuten unter gelegentlichem Rühren schmoren. Etwas abkühlen
lassen. Haut von den Paprikaachteln abziehen.

Gebratene Auberginen
- Zutaten: eine mittelgroße Aubergine, 1 TL Salz,
1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, Saft von ½ Zitrone, ¾
Tasse Weizenmehl, 5 EL Olivenöl.
Zubereitung: Aubergine quer in 3 mm dicke Scheiben schneiden. Salzen
und mit dem Zitronensaft beträufeln. 15 Minuten ziehen lassen.
Zwischendurch einmal wenden. Auberginenscheiben abtrocknen. Pfeffer
und Mehl vermengen. Auberginenscheiben darin wenden. Abklopfen. Auberginenscheiben
bei mittlerer Hitze von jeder Seite 3 Minuten in dem Öl braten.
Beilage: geriebener Parmesankäse, Weißbrot.
Anmerkungen: Man kann dem Mehl, von dem man dann weniger nimmt, etwas
geriebenen Käse beifügen. Genauso werden (entkernte) Zucchini
zubereiten.

Auberginen mit Senfsauce
- Zutaten: 1 Aubergine von 500 g, 1 TL Salz, 1 EL fein
gemahlene Gelbwurz, 2 frische kleine rote Chilschoten (quer in Röllchen
geschnitten, 2 TL fein gemahlener Kreuzkümmel, 1 EL feingeriebener
frischer Ingwer, 3 gehäutete, entkernte und gewürfelte Tomaten,
1 EL fein gemahlene braune Senfsaat, 1 TL Rosenpaprika, 150 g Joghurt,
Saft von ½ Zitrone, 6 EL Butterschmalz.
Zubereitung: Aubergine quer in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Salz
mit Gelbwurz vermengen. Auberginenscheiben darin wenden und in dem
Butterschmalz von beiden Seiten bei gut mittlerer Hitze je 3 Minuten
anbraten. Auberginen aus der Pfanne nehmen. Übrige Zutaten in
die Pfanne geben und unter Rühren 20 Minuten kochen. 5 Minuten
vor Ende der Garzeit die Auberginen dazu geben.
Beilage: gekochter Langkornreis.
Literatur: Kumar (2000: 70).

Leipziger Allerlei
- Zutaten: 500 g nicht zu große lebende Flusskrebse,
1 Tasse Spargelköpfe, 1 Tasse geschälte kleine Karotten, 1
Tasse Spitzmorcheln, ½ Tasse gefrostete Erbsen, 3 EL und ½
TL Salz, 25 g Butter, 2 TL Zucker, 1 Bund Dill, 1 TL Kümmel, 12
weiße Pfefferkörner, 3 kleine getrocknete Chilischoten, Saft
einer halben Zitrone. 2 Tassen Holländische Sauce, 4 cl dunkler
Weinbrand, 8 cl dunkler Portwein.
Zubereitung: 2 l Wasser mit 2 EL Salz, Dill, Kümmel, weißen
Pfefferkörnern und Chilischoten zum Kochen bringen. Hitze etwas
reduzieren. 15 Minuten köcheln lassen. Hitze wieder erhöhen.
Flusskrebse zugeben und 5 Minuten kochen. Flusskrebse herausnehmen,
abspülen und aus ihrem Panzer lösen. Mit Zitronensaft be-träufeln.
Spargelköpfe in sprudelnd kochendem Wasser (½ l) mit 1
EL Salz und ½ TL Zucker 5 Minuten garen. Karotten in ½
l kaltes Wasser mit ½ TL Salz und 1 TL Zucker geben. Zum Kochen
bringen. Hitze reduzieren. 12 Minuten köcheln lassen. Erbsen
in sprudelnd kochendem Wasser (¼ l) mit ½ TL Salz und
1 TL Zucker 4 Minuten garen. Alle drei Gemüse aus dem Kochwasser
nehmen. Spitzmorcheln bei mittlerer Hitze in dem Portwein und dem
Weinbrand 15 Minuten kochen. Abgießen. Butter mit den drei Gemüsen
und den Krebsen zu den Morcheln geben. 3 Minuten dünsten. Butter
abgießen. Holländische Sauce unterziehen.
Beilage: Kalbsschnitzel, Salzkartoffeln.
Anmerkungen: Manchmal wird die Gemüsemischung angereichert durch
Kohlrabi, Brechbohnen oder auch Blumenkohlröschen.

Schmorgurken mit Hack
- Zutaten: 1 Schmorgurke (600 g), 400 g Hackfleisch,
2 fein gehackte Zwiebeln, 2 durchgepresste Knoblauchzehen, ½
Tasse Weißwein, 1 Tasse enthäutete, entkernte und gewürfelte
Tomaten, 100 g vollfetter Ziegenweichkäse, 1 ½ TL Salz,
1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 3 EL Olivenöl, 2 EL fein gehackte
schlichte Petersilie.
Zubereitung: Schmorkurke schälen, entkernen, in nicht zu grobe
Würfel schneiden. Hackfleisch bei mittlerer Hitze in dem Oliven
anbraten. Zwiebeln und Knoblauch zugeben. Unter Rühren 5 Minuten
braten. Salz und Pfeffer zugeben. Mit Weißwein ablöschen.
Tomaten und Schmorgurken zugeben. Durchrühren und 15 Minuten
schmoren lassen. Zwischendurch gelegentlich umrühren. Ziegenkäse
in Würfel schneiden und über der Mischung verteilen. 2 Minuten
weiter schmoren. Mit der Petersilie bestreuen.
Beilage: Salzkartoffeln oder Makkaroni.
Anmerkungen: Man kann beliebige Fleischsorten verwenden. Zu bevorzugen
ist Ziegen- oder Lammhack.

Mung-Bohnen-Purée
- Zutaten: 1 Tasse Mung-Bohnen, 1 EL Salz, 1 Stück
Kanehl (5 cm), 1 TL Bockshornklee, 4 getrocknete Vogelaugenchilischoten,
12 schwarze Pfefferkörner, ½ TL feingehackte Ingwerwurzel,
6 feingehackte Curryblätter (murraya koenigii), 1 Nelke, 1 TL braune
Senfsaat, 3 EL Butterschmalz, 1 mittelgroße fein gehackte Zwiebel,
1 durchgepresste Knoblauchzehe, 2 cl Arrak, 1 EL fein gehacktes Korianderkraut.
Zubereitung: Bohnen über Nacht in 1 l Wasser einweichen. Bohnen
spülen. Butterschmalz bei mittlerer Hitze zergehen lassen. Senfsaat,
Zwiebel Ingwer, Curryblätter und Knoblauch zugeben. Übrige
Zutaten in der Gewürzmühle oder im Mörser zu feinem
Pulver verarbeiten. Wenn die Zwiebeln glasig sind, Gewürzmischung
und Bohnen einrühren. Mit 2 cl Arrak ablöschen. Bohnen,
Salz und 1 Tasse Wasser zugeben. ¾ Stunde schmoren lassen.
In Abständen immer wieder etwas Wasser nachgießen, damit
die Bohnen nicht zu trocken werden. Sie sollen erst am Ende der Garzeit
kein Wasser mehr haben. Mit 1 EL Korianderkraut bestreuen.
Beilage: Tandoori-Hähnchen, gekochter Reis.
Anmerkungen: Man kann die Gewürzmischung mit ½ TL Fenchel-
oder Selleriesamen anreichern. Statt getrockneter Chilischoten kann
man frische nehmen, die dann nicht gemahlen oder zerstoßen,
sondern entkernt, fein geschnitten und zusammen mit den Zwiebeln in
die Pfanne gegeben werden. Statt Wasser kann man Hühnerbrühe
nehmen.

Gelbe Linsen
- Zutaten: 100 g gelbe Linsen, 3 quer in dünne Röllchen
geschnittene frische kleine rote Chilischoten, 1 EL Salz, 1 mittelgroße
fein gehackte Zwiebel, 2 durchgedrückte Knoblauchzehen, 1 TL fein
gemahlener Kreuzkümmel, 1 TL fein gemahlene Gelbwurz, 1 EL fein
geriebener frischer Ingwer, ½ Tasse in dünne Streifen geschnittene
Kokusnuß, 3 EL Butterschmalz.
Zubereitung: Kokusnußstreifen bei mittlerer Hitze in dem Butterschmalz
leicht bräunen. Aus der Pfanne nehmen. Alle übrigen Zutaten
in die Pfanne geben und unter Rühren drei Minuten anbraten. 1
Tasse Wasser einrühren und 45 Minuten köcheln lassen. Zwischendurch
(alle 5 Minuten) halbtassenweise immer wieder Wasser zufügen
und umrühren. 5 Minuten vor Ende der Garzeit die Kokusnußstreifen
einrühren.
Beilage: Geschmortes oder gebratenes Fleisch, gekochter Langkornreis.
Anmerkungen: Genauso kann man rote Linsen zubereiten. Nur die Garzeit
ist kürzer. 12 bis 15 Minuten genügen.
Literatur: Kumar (2000: 28).

Chili con carne
- Zutaten: 250 g getrocknete Kidney-Bohnen, 100 g feingewürfelter
durchwachsener Speck, 1 Tasse fein gehackte Zwiebeln, 3 durchgepresste
Knoblauchzehen, 200 g recht klein gewürfeltes Rindfleisch aus der
Keule, 10 entkernte und fein geschnittene kleine rote Chilischoten,
10 gehäutete und entkernte Tomaten, 1 fein gewürfelte Karotte,
1 entkernte und nicht zu grob gewürfelte grüne Paprikaschote,
½ Tasse feingewürfelten Bleichsellerie, 1 in dünne
Scheiben geschnittene Lauchstange, 2 EL fein gehackte Petersilie, 1
EL Thymianblätter, 2 Lorbeerblätter, 1 EL Salz, 1 EL grob
gemahlener schwarzer Pfeffer, 50 g Butterschmalz.
Zubereitung: Bohnen ¼ Stunde in reichlich Wasser mit 1 EL
Salz sprudelnd kochen lassen. In der Kochflüssigkeit beiseite
stellen. Speck und Zwiebeln bei mittlerer Hitze im Butterschmalz etwas
Farbe annehmen lassen. Rindfleisch zugeben und ringsum bräunen.
Bohnen in ein Sieb geben. Abtropfen lassen. Kochflüssigkeit aufbewahren.
Bohnen mit den übrigen Zutaten (außer Petersilie) zum Fleisch
geben und verrühren. 1 ½ Stunden schmoren lassen. Zwischendurch
immer wieder umrühren und gelegentlich etwas Kochwasser von den
Bohnen zugeben. Abschließend mit Petersilie bestreuen.
Anmerkungen: Man kann statt gewürfeltem Fleisch auch Hackfleisch
nehmen. Oft wird das Gericht außerdem mit 1 Tasse Maiskörner
angereichert, die man in der letzten ¾ Stunde mitschmoren läßt.
Chilischoten habe eine sehr unterschiedliche Schärfe, die sich
auch mit der Lagerzeit verändert. Um das Gericht nicht zu scharf
geraten zu lassen, empfiehlt es sich, zunächst nur die halbe
Menge zuzugeben und zwischendurch mehrfach abzuschmecken. Unter Umständen
braucht man auch mehr als zehn Schoten. Beim Abschmecken muss man
beachten, daß Chili seine Schärfe den übrigen Zutaten
nur langsam mitteilt. Man muß also nach erneuter Chili-Zugabe
mit dem Abschmecken immer ein paar Minuten warten.
Literatur: Grant 2000: 94-95.

Saubohnen
- Zutaten: 2 kg Saubohnen (mit Schoten), 1 EL Salz, 1
TL gemahlener Kreuzkümmel.
Zubereitung: Bohnen aus den Schoten pulen, mit Salz und Kreuzkümmel
in 1 l kochendes Wasser geben und mindestens 1 ½ Stunden (bei
reduzierter Hitze) kochen.
Beilage: in dünne Scheiben geschnittene Zwiebeln, Paprikapulver.
Anmerkungen: Man kann die Bohnenkerne auch aus ihrer dicken Haut
pulen. Die Zubereitungsweise bleibt im übrigen die gleiche. Nur
nimmt man lediglich ½ l Wasser, ½ EL Salz und fügt
statt Kreuzkümmel 1 EL Zucker zu. Die Garzeit wird dann ebenfalls
reduziert. 10 bis 15 Minuten genügen.

Steinpilze in Butter geschmort
- Zutaten: 500 g Steinpilze, 4 EL Butter, 1 TL Salz,
½ TL gemahlener weißer Pfeffer.
Zubereitung: Steinpilze putzen. Schwämme aus den Kappen schneiden.
Pilze halbieren, vierteln oder achteln (je nach Größe).
Butter auf mittlere Hitze bringen. Pilze darin unter Rühren anbraten.
Salzen, pfeffern. Circa zehn Minuten unter Rühren schmoren.
Beilage: gebratenes Fleisch, Salzkartoffeln, gedünstetes Gemüse.
Anmerkungen: Wenn die Pilze beim Anbraten viel Wasser abgeben, erhöht
man kurzfristig die Hitze, damit das Wasser schnell verkocht.

Steinpilze mit Rosmarin
- Zutaten: 500 g Steinpilze, 4 EL Butter, 1 TL Salz,
½ TL gemahlener schwarzer Pfeffer, ½ fein gehackte mittelgroße
Zwiebel, 1 EL Rosmarinnadeln, 1 in feine Streifen geschnittene mittelgroße
Karotte.
Zubereitung: Steinpilze putzen. Schwämme aus den Kappen schneiden.
Pilze halbieren, vierteln oder achteln (je nach Größe).
Butter auf mittlere Hitze bringen. Zwiebel und Karotte darin anbraten.
Pilze und Rosmarin zugeben. Salzen, pfeffern. 10 Minuten unter Rühren
schmoren.
Beilage: gebratenes Fleisch, Salzkartoffeln, gedünstetes Gemüse.
Anmerkungen: Pilze geben beim Anbraten meistens relativ viel Wasser
ab. Man erhöht dann kurzfristig die Hitze, damit das Wasser schnell
verkocht. Mit der Zwiebel und der Karotte kann man 2 EL in feine Streifen
geschnittenen geräucherten Speck zugeben. Das Rezept passt auch
(mit Speck) gut für Maronen und Pfifferlinge.

Austernseitlinge gebacken
- Zutaten: 500 g Austernseitlinge, ½ Tasse Olivenöl,
1 TL Salz, 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 Tasse Mehl, 2 Eier,
2 Tassen geriebenes Weißbrot vom Vortag, Saft von einer Zitrone.
Zubereitung: Austernseitlinge salzen, pfeffern und in Mehl wenden.
Eier verschlagen. Austernseitlinge darin wenden und dann mit dem Weißbrot
panieren. In dem Olivenöl bei mittlerer Hitze von jeder Seite
5 Minuten backen. Mit Zitronensaft be-sprenkeln.
Beilage: ????????, gemischter Salat.
Anmerkungen: Der Austernseitling (Pleurotus Ostreatus) eignet sich
bei vielen Gerichten als kleine geschmackliche Variante zum Champignon.
Sein Fleisch ist etwas fester.

Geschmorte Champignons
- Zutaten: 20 kleine Champignons, Saft von ¼ Zitrone,
1 TL Salz, 2 TL grob gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 fein gehackte Zwiebel,
3 EL Olivenöl, 2 cl Trester, 2 TL Honig, ½ Tasse Balsamessig.
Zubereitung: Zwiebel bei mittlerer Hitze in dem Olivenöl glasig
werden lassen, mit dem Trester ablöschen. Champignons, Salz und
Pfeffer zugeben. 10 Minuten schmoren. Essig und Honig zugeben. Weitere
5 Minuten schmoren. Abkühlen lassen.
Anmerkungen: Geschmorte Champignons nimmt man meistens als Komponente
einer kalten oder lauwarmen Vorspeisenplatte. Für Champignons
à la Grecque verzichtet man oft auf den Honig und fügt
statt dessen 1 TL feingehacktes Fenchelkraut hinzu. Franzosen nehmen
außerdem gerne insbesondere noch Lorbeer und Thymian. Wie geschmorte
Champignons bzw. Champignons à la Grecque werden auch (vorgekocht)
Blumenkohl, Fenchel, Artischocken, Lauch und Karotten zubereitet
Literatur: Bocuse (1977: 39).

Gekochte Champignons
- Zutaten: 500 g kleine Champignons mit geschlossenen
Köpfen, 1 ½ l Hühnerbrühe, 1 EL Salz.
Zubereitung: Brühe mit dem Salz zum Kochen bringen. Champignons
zugeben und 15 Minuten bei mittlerer Hitze garen.
Anmerkungen: Gekochte Champignons werden vorwiegend zur Ergänzung
von anderen Gerichten verwendet. Zum Beispiel fein gehackt bei der
Käsezubereitung; ganz oder in Scheiben geschnitten als Belag
für Pizza; ganz in Suppen, Ragoûts und Aufläufen.

Gemischte Pilze Habermehl
- Zutaten: Je 100 g kleine Steinpilze, Pfifferlinge und
schwarze Trüffel, 2 Tassen roter Portwein, 1 Tasse Weinbrand, 1
Zweig Rosmarin, 1 EL gerebelte Thymianblätter, 200 ml Crème
fraîche, 100 ml Schlagsahne, 1 TL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer
Pfeffer, 1 EL Safran, 25 g Butter.
Zubereitung: Trüffel schälen. Schale sehr fein hacken.
Geschälte Trüffel grob würfeln, kleinere ganz lassen.
Portwein mit Weinbrand, Rosmarin, Thymian, ½ TL Salz und 1
TL Pfeffer zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. 20 Minuten leise
köcheln lassen. Durch ein Sieb pressen. In dem Sud Trüffelschale
20 Minute kochen. Absieben. Trüffelstücke ebenfalls 20 Minuten
(in dem gleichen Sud) kochen. Trüffel absieben. Steinpilze und
Pfifferlinge 5 Minuten bei mittlerer Hitze mit ½ TL Salz und
1 TL Pfeffer in der Butter schmoren. Trüffel-Morchel-Sud mit
der Trüffelschale erneut zum Kochen bringen. Crème fraîche
und Schlagsahne zufügen. Auf die Hälfte einkochen. Hitze
reduzieren. Pilze und Safran einrühren. 5 Minuten köcheln
lassen.
Anmerkungen: Der Kochsud für die Trüffel gewinnt, wenn
man neben den anderen Zutaten 2 grobgehackte Vogelaugenchilischoten
mitkocht.

Morcheln Villeneuve
- Zutaten: 250 g Spitzmorcheln, 1 ½ Tassen roter
Portwein, ¾ Tasse Weinbrand, 1 TL Thymianblätter, ½
TL Salz, 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 50 g Butter, 200 g Béchamel.
4 Blätterteigpastetchen.
Zubereitung: Morcheln in Port und Weinbrand bei mittlerer Hitze 15
Minuten kochen. Thymian, Salz, Pfeffer und Butter zufügen. Weitere
15 Minuten kochen. Béchamel zufügen und etwas einkochen.
Blätterteigpastetchen im Ofen kurz erhitzen. Mit den Pilzen und
der Sauce füllen. Übermenge ringsum beigeben.
Beilage: Zigeunerschnitzel, Rosenkohl.
Literatur: Escoffier (1921: 759).

Trüffelessenz

Trüffel unter der Asche
- Zutaten: 4 Trüffel à 70 g. Vier dünne
Scheiben Tiroler Speck, 4 EL Champagner.
Zubereitung: Trüffel (ungeschält) in je zwei halbierte
Scheiben Tiroler Speck wickeln (einmal längs, einmal quer). Speck
mit kleinen Spießen befestigen. Mit je 1 EL Champagner benetzen.
In Aluminiumfolie wickeln. In noch glühende Asche legen und damit
auch bedecken. Garzeit: 30 Minuten (oder je nach Zustand der Asche).
Spieße entfernen.
Literatur: Escoffier (1921: 773).

Shiitake mit Gemüse
- Zutaten: 250 g entstielte Shiitake, 1 mittelgroße
Zwiebel, 1 mittelgroße Karotte, 1 Tasse gefrostete Erbsen, 1 Tasse
nicht zu grob gewürfelter roter Paprika, 2 EL feingewürfelte
große rote Chilischoten, 1 Tasse Sojabohnensprossen, ½
Tasse gekochte und in Streifen geschnittene Bambusschösslinge,
10 g Glasnudeln (Industrieprodukt), 3 EL Sojasauce (Industrieprodukt),
6 EL Sake, 1 TL Fünferlei-Gewürz, 3 EL Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Erbsen in sprudelndem Salzwasser 30 Sekunden kochen
und in Eiswasser abschrecken. Glasnudeln eine Stunde in kaltem Wasser
einweichen. Zwiebel längs halbieren, quer in 5 mm dicke Scheiben
schneiden, in dem Öl bei gut mittlerer Hitze glasig werden lassen.
Pilze in 5 mm dicke Scheiben schneiden. Karotten vierteln und schräg
zur Schnittlinie in nicht zu kleine Stücke schneiden. Karotten
mit allen übrigen Zutaten zu den Zwiebeln geben und 10 Minuten
schmoren.
Beilage: Tempura oder gebratene Hähnchenflügel, gekochter
Reis.
Anmerkungen: Wenn man sehr kleine Shiitake hat, lässt man sie
ganz. An Stelle von Shiitake kann man Champignons nehmen. Den Zwiebeln
kann man schon beim Anbraten 50 g durchwachsenen Speck zufügen.
Als Alternative zu den Erbsen oder als Ergänzung fügen manche
1 Tasse in grobe Stücke zerteilte grüne Bohnen hinzu.

Geschmorte Totentrompeten (Herbsttrompeten)
- Zutaten: 2 Tassen gewaschene Totentrompeten, 1 Tasse
Portwein, ½ Tasse Weinbrand, ½ feingeriebene Zwiebel,
1 durchgepreßte Knoblauchzehe, ½ TL Salz, 1 TL feingemahlener
schwarzer Pfeffer, 1 TL gerebelter Thymian, 2 EL Schweineschmalz.
Zubereitung: Pilze in dem Portwein mit dem Weinbrand aufkochen. Vom
Feuer nehmen. 10 Minuten ziehen lassen. Abgießen. Schweineschmalz
bei mittlerer Hitze zerlassen. Pilze darin mit Zwiebel, Knoblauch,
Salz, Pfeffer und Thymian 10 Minuten schmoren.
Beilage: Rebhuhn, Anna-Kartoffeln.
Anmerkungen: Der von Pflanzenkundlern auch als "Craterellus
Cornucopioides" bezeichnete Pilz eignet sich farblich gut als
Alternative zu Spitzmorcheln und Trüffeln.

Maiskolben
- Zutaten: 2 Maiskolben, 1 EL Salz, 1 EL Zucker, 30 g
Butter.
Zubereitung: Maiskolben mit dem Salz und dem Zucker in 1 l Wasser
zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. Danach 15 Minuten garen. Abgießen.
Die Butter zu den Maiskolben geben, schmelzen lassen, und die Maiskolben
in der Butter ausschwenken.

Maispfannkuchen
- Zutaten: 2 Maiskolben, 1 EL Salz und 1 TL Salz, 1 EL
Zucker, 2 Hühnereier, 1 TL fein gemahlener schwarzer Pfeffer, ½
TL fein geriebene Muskatnuß, 3 EL Mehl, 50 g Butterschmalz.
Zubereitung: Maiskolben mit 1 EL Salz und dem Zucker in 1 l Wasser
zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. Danach 15 Minuten garen. Abgießen.
Die Maiskörner von den Kolben schneiden. Mit 1 TL Salz, 1 TL
Pfeffer, der Muskatnuß und dem Mehl verrühren. Die Masse
in dem Butterschmalz bei mittlerer Hitze von jeder Seite 3 Minuten
backen.
Anmerkungen: Die Pfannkuchen werden etwas feiner, wenn man die Eigelbe
vom Eiweiß trennt und das Eiweiß zu festem Schaum schlägt,
bevor man es mit den Eigelben und den anderen Zutaten verrührt.
Außerdem empfiehlt es sich, eher kleine Pfannküchlein zu
backen und die Backmasse so zu teilen, daß man insgesamt acht
Pfannküchlein erhält.
Literatur: Grant 2000: 59.

Feldsalat

Wachsbohnensalat
- Zutaten: 500 g geputzte Wachsbohnen, 1 fein gehackte
mittelgroße Zwiebel, 2 EL Branntweinessig, 3 EL Sonnenblumenöl,
1 EL Rübenzucker, 1 EL und ½ TL Salz, ½ TL gemahlener
weißer Pfeffer.
Zubereitung: 1 l Wasser mit 1 EL Salz zum Kochen bringen. Wachsbohnen
zugeben und 15 Minuten kochen lassen (bis sie gar, aber noch etwas
knackig sind). Kochwasser abschütten. Essig, Öl, Zwiebel,
Pfeffer und restliches Salz (½ TL) zu einer Marinade verrühren.
Über die Bohnen gießen. 1 bis 2 Stunden ziehen lassen.
Zwischendurch die Bohnen mehrfach wenden.
Beilage: gebratenes Fleisch mit Sauce, Salzkartoffeln.

Karotten-Rettich-Salat
- Zutaten: 150 g Karotten, 150 g Rettich, Saft von ½
Zitrone, ½ TL Salz, ½ TL grob gemahlener schwarzer Pfeffer,
1 EL fein geschnittener Schnittlauch, 1 TL Zucker, 1 EL fein geriebene
Ingwerwurzel.
Zubereitung: Karotten und Rettich in sehr feine, dünne Streifen
schneiden, mit allen anderen Zutaten vermengen und 10 Minuten ziehen
lassen.
Beilage: Gebratenes (kalt oder warm). Röstbrot.

Tomatensalat mit Dill
- Zutaten: 3 Tomaten, 1 Lauchzwiebel, 1 EL gehackte Dillspitzen,
2 EL Olivenöl, 1 EL Essig, ½ TL Salz, ½ TL gemahlener
schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Tomaten entkernen, grob würfeln, Zwiebel fein hacken.
Aus Öl, Essig Pfeffer und Salz eine Marinade anrühren. Alle
Zutaten vermengen, 5 Minuten ziehen und über einem Sieb abtropfen
lassen.

Salat von grünen Bohnen

Römersalat
- Zutaten: 1 Kopf Römersalat, 1 EL Zucker, ½
TL Salz, Saft von 3 Zitronen.
Zubereitung: Salatkopf entstrunken und in feine Streifen schneiden.
Salz, Zucker und Zitronensaft verrühren, bis sich die Kristalle
aufgelöst haben. Salat darin unter mehrfachem Wenden 10 Minuten
ziehen lassen.

Römersalat mit Joghurtsauce
- Zutaten: 1 Kopf Römersalat, 1 Tasse in dünne
Rollen geschnittene Lauchzwiebeln, 2 EL fein gehackte Dillspitzen, 250
g vollfetter Joghurt, Saft von einer Zitrone, 1 TL Salz, 1 TL fein gemahlener
weißer Pfeffer.
Zubereitung: Salatkopf entstrunken und in feine Streifen schneiden.
Mit den Zwiebeln und dem Dill vermengen. Salz, Pfeffer, Joghurt und
Zitronensaft verrühren. Über den Salat geben.
Anmerkungen: Statt Joghurt und Zitrone kann man ½ Tasse Olivenöl
und ¼ Tasse Rotweinessig nehmen: So wird Römersalat in
Griechenland zubereitet.

Apfelsinen-Zwiebel-Salat

Tomaten mit Mozzarella und Basilikum (Caprese)
- Zutaten: 1 große Tomate, 1 Stück Büffelmozzarella,
ein paar Basilikumblätter, ½ TL grobgemahlener schwarzer
Pfeffer, ¼ TL Salz, 2 EL Olivenöl, 1 EL Essig.
Zubereitung: Öl, Essig, Pfeffer und Salz zu einer Marinade verrühren.
Tomate und Mozzarella in je 6 Scheiben schneiden und in der Marinade
wenden. Auf jede Tomatenscheibe eine Mozzarellascheibe legen. Darauf
Basilikumblätter breiten und mit der Marinade übergießen.
Beilage: Weißbrot.
Anmerkungen: Als Essig sollte man einen mit Traubenmost gesüßten
Weinessig verwenden (Balsamessig). Dazu kocht man den Most auf ¼
ein und läßt ihn mehrere Tage (besser: mehrere Jahre) mit
dem Essig zie-hen. Das Verhältnis Essig zu Most sollte 3 zu 1
sein.

Gurkensalat

Bauernsalat (?????????)
- Zutaten: 1 große gehäutete, entkernte und
gewürfelte Tomate, 2 EL in dünne Scheiben geschnittene Schalotten
(alternativ: Lauchzwiebeln), 5 eingelegte schwarze Oliven, 1 kleine
Salatgurke, 1 Tasse Portulakblätter, 2 EL Olivenöl, 1 EL Rotweinessig,
½ TL Salz, ¼ TL grobgemahlener schwarzer Pfeffer, 50 g
grob zerbröselter weißer Schafskäse aus der Salzlake
(Feta).
Zubereitung: Salatgurke vierteln, entkernen, grob würfeln. Öl,
Essig, Salz und Pfeffer verrühren. Tomate, Gurke, Zwiebeln, Oliven
und Portulak in eine Schale geben. Mit der Marinade übergießen.
Kurz unter Wenden ziehen lassen. Mit dem Käse überstreuen.
Anmerkungen: Bauernsalat nach Hausfrauenart wird ohne Portulak zubereitet.
Außerdem werden die Tomaten weder gehäutet noch entkernt,
und man würfelt sie auch nicht, sondern schneidet sie in Scheiben.
Entsprechendes gilt für die Gurke. Sie wird nicht entkernt, sondern
einfach in nicht sehr dünne Scheiben geschnitten. Den Käse
legt die Hausfrau im Stück auf den Salat. Öl, Salz, Essig
und Pfeffer werden zum Schluß unverrührt (getrennt) über
das Gericht gegeben.- Für syrischen Fattusch fügt man dem
Salat je ½ Tasse gehackte Petersilie und Minze hinzu sowie
1 Tasse fein geschnittenen Römersalat und ½ TL gemahlene
Essigbaumbeeren.

Knollensellerie-Salat
- Zutaten: ¼ Sellerieknolle von 250 g, 2 EL feingehackte
Zwiebeln, je 1 TL Zucker, feingehackte Petersilie, Salz und feingemahlener
weißer Pfeffer, je 1 EL Weißweinessig und Arganöl.
Zubereitung: Sellerieknolle schälen. In 3 mm dicke Scheiben
schneiden. 1 l Wasser mit den Selleriescheiben und dem Salz zum Kochen
bringen. Hitze reduzieren. 15 Minuten kochen lassen. Für 3 Minuten
die Zwiebeln zugeben. Abgießen. Zu der Zwiebel-Sellerie-Mischung
2 EL von der Kochbrühe sowie die übrigen Zutaten ge-ben.
Verrühren. Kühl stellen.
Beilage: Lammfilet, Salzkartoffeln.

Bleichsellerie-Salat mit Schillerlocken
- Zutaten: 2 Stangen Bleichsellerie, 2 Schillerlocken,
1 großer Apfel, 1 in sehr feine Streifen geschnittene mittelgroße
Zwiebel, 1 TL Zucker, ½ TL Salz, ½ TL scharfer Senf, ½
TL gemahlener schwarzer Pfeffer, ¼ Tasse Essig, ½ Tasse
Sonnenblumenöl, 1 EL fein gehackte Petersilie.
Zubereitung: Sellerie und Schillerlocken quer in dünne Scheiben
schneiden. Übrige Zutaten verrühren und darüber geben.
¼ Stunde ziehen lassen.
Beilage: gebuttertes Schwarzbrot.
Anmerkungen: Bevor man die Schillerlocken schneidet, kann man sie
mit Gewinn bei mittlerer Hitze im Ofen erwärmen. Alternativ zu
Schillerlocken kann man auch gut in Streifen geschnittenen Stremellachs
verwenden.

Wurstsalat
- Zutaten: 150 g Fleischwurst, 50 g in Scheiben geschnittener
junger Gouda, 1 ½ Tassen dünn geschnittene Lauchzwiebeln,
1 rote Paprikaschote, ¼ Salatgurke, 4 EL fein geschnittener Schnittlauch,
1 mittelgroße gehäutete, geviertelte und entkernte Tomate,
2 hart gekochte Eier, 1 TL Salz, 1 TL grob gemahlener schwarzer Pfeffer,
1 TL scharfer Senf, ½ Tasse Walnußöl, ¼ Tasse
Weißweinessig.
Zubereitung: Fleischwurst pellen und in dünne Scheiben schneiden.
Paprika und Tomate in dünne Scheiben schneiden. Gurke vierteln,
entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Salz, Pfeffer, Essig,
Öl und Senf verrühren. Eier pellen und vierteln. Alle Zutaten
(ohne die Eier) vorsichtig vermengen. ¼ Stunde ziehen lassen.
Neu vermengen und in einem Durchschlag etwas abtropfen lassen. Die
geviertelten Eier auflegen.
Beilage: Laugenbrezel.
Anmerkungen: Statt Fleischwurst kann man auch Regensburger Wurst
nehmen oder Hamburger Knackwurst, statt Gouda genauso Edamer oder
Emmenthaler.

Fleischsalat
- Zutaten: 3 Regensburger Würste, 2 Tassen Mayonnaise,
¾ Tasse entkernte, feingewürfelte Gewürzgurken, ½
Tasse entkernte, feingewürfelte rote Paprikaschoten, ¼ TL
Chilibrühe, ½ Tasse gekochte Erbsen.
Zubereitung: Würste in heißem (nicht kochendem) Wasser
10 Minuten brühen, pellen und in knapp bleistiftdicke Streifen
schneiden. Mit den übrigen Zutaten innig vermengen.
Beilage: Schwarzbrot und Berliner Schrippen oder Hamburger Rundstücke.
Anmerkungen: Statt Regensburger kann man irgendeine andere Fleischwurst
nehmen.

Nizza-Salat
- Zutaten: 1 kleiner Römer- oder Kopfsalat, 4 mittelgroße
festkochende Kartoffeln, 150 g grüne Bohnen, 4 grob gewürfelte,
gehäutete und entkernte mittelgroße Tomaten, 1 mittelgroße
Zwiebel, 2 Hühnereier, 4 Sardellenfilet aus der Salzlake, 8 schwarze
Oliven (entkernt), 150 g gekochter Thunfisch, 6 EL Olivenöl, 3
EL dunkler Rotweinessig, 1 TL Estrangonsenf, 1 TL grob gemahlener schwarzer
Pfeffer, 5 ½ TL Salz, ½ TL Zucker.
Zubereitung: Salat längs vierteln, entstrunken und auf einem
großen Teller zu einem Kreuz legen. Kartoffeln in ½ l
Wasser mit 2 TL Salz zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. 15 Minuten
kochen lassen, pellen, in etwa spielwürfelgroße Stücke
schneiden. Brechbohnen in ½ l sprudelnd kochendem Wasser mit
3 TL Salz fünf Minuten kochen, mit sehr kaltem Wasser abschrecken.
Eier acht bis zehn Minuten kochen, pellen und längs halbieren.
Thunfisch in etwa spielwürfelgroße Stücke schneiden
oder reißen. Sardellenfilets abspülen, ¼ Stunde
wässern und nochmals abspülen. Olivenöl, Essig, ½
TL Salz, Pfeffer, Zucker und Senf zu einer Vinaigrette verrühren.
Zwiebel pellen, längs halbieren und quer in dünne Scheiben
schneiden. Zwischen die Salatviertel schichtweise die Kartoffeln,
die Tomaten, die Bohnen und den Thunfisch legen. Alles mit den dünnen
Zwiebelscheiben bestreuen und mit der Vinaigrette begießen.
Obenauf zwischen den Salatvierteln die Eier plazieren. Auf die Eier
je ein Sardellenfilet legen. Links und rechts neben die Eier je eine
Olive legen.
Beilage: Weißbrot.

Waldorfsalat
- Zutaten: 1 Kopf Blattsalat, 2 Tassen in nicht zu grobe
Streifen geschnittene Reste vom gebratenen, gegrillten oder gekochten
Huhn (ohne Haut und Knochen), je 1 Tasse in Streifen geschnittener gekochter
Sellerie, in Streifen geschnittene Karotten und in Streifen geschnittene
säuerliche Äpfel, 1 fingerdicke geschälte und entstrunkte
Scheibe Ananas (in kleine Stücke geschnitten), 1 Tasse grob gehackte
Walnußkerne, 1 TL Worcestershiresauce, 1 TL Salz, 1 TL fein gemahlener
weißer Pfeffer, Saft von einer Zitrone, 150 g fette saure Sahne
(Schmant), 150 g Schlagsahne.
Zubereitung: Blattsalat putzen. Übrige Zutaten vermischen und
mindestens 3 Stunden durchziehen lassen. Blattsalat längs vierteln.
Entstrunken. Die Sauce darüber geben.
Anmerkungen: Waldorf-Salat wird oft mit ein paar Spritzern kalter
Chilibrühe pikant gemacht.- Ursprünglich soll das Rezept
von Oskar Tschirky stammen, dem angeblich ersten Küchenchef des
Waldorf-Astoria in New York City, der sich bei der Zubereitung des
Salats allerdings auf Walnüsse, Äpfel, Sellerie und Blattsalat
beschränkt haben könnte (zzgl. Zitronensaft, Pfeffer, Salz,
Schmant und Sahne). Das von William Waldorf Astor gegründete
Hotel hat auch heute noch einen guten Namen.

Karotten-Rettich-Salat
- Zutaten: Je 1 Karotte und 1 Rettich von mindestens
3cm Quermesser. 2 EL Erdnußöl, ½ TL Sesamsamenöl,
1 EL Reisessig, ½ TL Salz, 1 TL Zucker
Zubereitung: Karotte und Rettisch schälen. Gerade gewachsene
Zylinder von je 150 g. In 1 mm x 1mm (möglichst) lange Streifen
schneiden. Beides mit den anderen Zutaten vermischen.
Beilage: Geröstetes, Gebratenes oder Geselchtes.
Anmerkungen: Für das Schneiden des Gemüses sind u. a. mechanisch
Streifenschneider (vorwiegend aus Fernost) im Handel. Sie versuchen
erheblichen Schwund. Dieser ist bei dem angegebenen Gewicht der Zutaten
berücksichtigt. - Der Salat gewinnt durch die Beigabe von ½
TL Chilipaste.

Hühnerfleisch-Salat Sylvia

Carpaccio
- Zutaten: 125 g Rinderfilet in 2 mm dicken Scheiben,
½ Tasse Vinaigrette, 1 gehäufter TL Kapernknospen, 1 EL
geraspelter Parmesan.
Zubereitung: Rinderfilet mit der Vinaigrette übergießen.
15 Minuten ziehen lassen. Filetscheiben kranzförmig auf einem
Teller anordnen. Mit den Kapern und dem Käse bestreuen.
Beilage: Kartoffelchips.
Anmerkungen: Anstelle von Rinder- nehmen manche auch Kalbsfilet oder
Thunfischfilet. Die Zubereitung mit Thunfischfilet wird gerne Pescaccio
genannt.

Papaya-Salat

Yorkshire Pudding
- Zutaten: 125 g Weizenmehl, 1 Ei, je 125 ml Schlagsahne
und Wasser, je ½ TL Salz, feingemahlenener weißer Pfeffer
und feingeriebene Muskatnuß, 1 ½ EL Butter.
Zubereitung: Ofen auf 220° C vorheizen. In einem Gefäß
von 12 cm Durchmesser und 6 cm Höhe die Butter bei mittlerer
Hitze aufschäumen lassen. Übrige Zutateten 5 Minuten verquirlen.
In die Butter geben. 15 Minuten im Ofen backen. Hitze abschalten.
10 Minuten ziehen lassen. Ofen öffnen. 5 Minuten bei offener
Ofentür weiter ziehen lassen.
Beilage: Schmorbraten, Karotten, grüne Bohnen.
Literatur: Escoffier (1921: 718).

Spiegeleier
- Zutaten: 2 Hühnereier, 4 dünn geschnittene
Scheiben durchwachsener Speck, 2 EL Butter, ½ TL Salz, ½
TL gemahlener schwarzer Pfeffer, ¼ TL Rosenpaprika.
Zubereitung: Butter bei mittlerer Hitze zerlassen. Speck einlegen.
Drei Minuten braten. Wenden. Eier aufschlagen und über den Speck
gleiten lassen. Salzen und pfeffern. 7 Minuten braten. Auf jedes Eigelb
eine Messerspitze Rosenpaprika streuen.
Beilage: Schwarzbrot und Butter, Gewürzgurken, Radieschen.
Anmerkungen: Ähnlich werden Spiegeleier Meyerbeer zubereitet.
Man verzichtet dabei auf Speck und Paprika. Statt dessen legt man
ein paar separat gebratene Lammnierenscheiben bei, über die man
2 EL Trüffelsauce gibt.

Spiegeleier Jockey-Club
- Zutaten: 2 Scheiben Kastenweizenbrot von 2 cm Dicke,
2 Hühnereier, 30 g Gänsestopfleber-Terrine, 30 ml Schlagsahne,
¼ TL Salz, ½ TL feingemahlener schwarzer Pfeffer, 100
g Kalbsniere in ihrem Fettmantel, 25 g feingehackte Trüffelschale,
¼ Tasse Weinbrand, ½ Tasse Portwein, 1 Tasse Demi-glace,
1 TL feingehackte Petersilie.
Zubereitung: Gänsestopfleber mit der Sahne pürieren. Weinbrand
mit dem Portwein und der Trüffelschale zum Kochen bringen. Hitze
reduzieren. 15 Minuten köcheln lassen. Abgießen. Trüffelschale
mit ¼ Tasse von dem Kochsud zu der Demiglace geben. Auf kleiner
Hitze erwärmen. Das Nierenfett von der Niere heben. Grobwürfeln.
Bei kleiner Hitze auslassen. Niere in 3 mm dicke Scheiben schneiden.
Dabei alles weißliche Gewebe entfernen. Nierenscheiben mit ¼
TL Salz und ½ TL feingemahlenem schwarzen Pfeffer würzen.
Von beiden Seiten in dem ausgelassenen Nierenfett (ohne Grieben) bei
mittlerer Hitze jeweils 1 Minute braten. Vom Feuer nehmen. Fett abgießen.
Brot goldbraun rösten. Eier in dem (nach dem Abgießen der
Nierenscheiben verbliebenen) Fett bei mittlerer Hitze 3 Minuten braten.
Mit ¼ TL Salz und ½ TL feingemahlenem schwarzen Pfeffer
würzen. Aus den Röstbrotscheiben je eine runde Scheibe von
5 cm Durchmesser ausstechen. Diese runden Scheiben mit dem Leber-Sahne-Purée
bestreichen. Aus den Spiegeleiern die Eigelbe mit einem Rand von Eiweiß
ausstechen (5 cm Durchmesser). Auf die mit dem Trüffel-Sahne-Purée
bestrichenen runden Brotscheiben legen. Sauce aufkochen lassen. Nierenscheiben
zufügen. Nach 1 Minute vom Feuer nehmen. Mit ein wenig Sauce
zwischen die beiden Eier löffeln und mit der Petersilie bestreuen.
Anmerkungen: Besonders dekorativ gerät das Gericht, wenn man
die zwei Hühnereier durch 6 Wachteleier ersetzt und sowohl die
Röstbrotscheiben als auch die Eier kleiner aussticht. Man setzt
dann die Nieren in die Mitte des Tellers und umgibt sie im Kreis mit
den Eiern.
Literatur: Escoffier (1921: 255).

Omelette mit Artischocken
- Zutaten: 2 Hühnereier, 2 Artischockenböden,
1 ½ TL Salz, 1 TL feingemahlener schwarzer Pfeffer, je 1 EL feingehackter
Kerbel und Schlagsahne, 30 g Butterschmalz.
Zubereitung: Artischockenböden in Würfel schneiden (1 cm
Kantenlänge). Mit 1 TL Salz in ½ l siedendem Wasser 15
Minuten kochen. Abgießen. In 10 g Butterschmalz bei mittlerer
Hitze 5 Minuten schwenken. Abgießen. Eier mit ½ TL Salz,
dem Salz, dem Kerbel und der Sahne verquirlen. Artischockenwürfel
einrühren. 20 g Butterschmalz bei mittlerer Hitze erwärmen.
Artischocken-Eier-Mischung hineingeben. 5 Minuten braten. Vom Feuer
nehmen. Danach mittig einmal überschlagen, so daß ein Halbmond
entsteht. 2 Minuten ziehen lassen.
Beilage: Mango Chuntney, Ketchup, Grüne Sauce.
Anmerkungen: Ähnlich bereitet man die meisten anderen Omelettes
zu. Die Füllung besteht für gewöhnlich aus vorgegartem
Fisch, Fleisch oder Gemüse. Gewürfelt oder in feine, nicht
zu große Scheiben geschnitten.
Literatur: Escoffier (1921: 804-806: 269-274).

Hartgekochte Eier
- Zutaten: 6 Hühnereier, 1 ½ EL Salz.
Zubereitung: 1 ½ l Wasser mit dem Salz zum Kochen bringen.
Hitze reduzieren, bis das Wasser nur noch ganz leise sprudelt. Eier
auf Zimmertemperatur bringen, an beiden Enden mit einer Nadel einstechen
und in das Wasser geben. Je nach Größe der Eier zehn bis
zwölf Minuten kochen. Eier in ein Sieb geben, mit kaltem Wasser
abschrecken, pellen, halbieren oder vierteln.
Beilage: Salz, Sardellen (oder Appetitsild) und Kapernknospen.
Anmerkungen: So werden auch Soleier zubereitet, die man allerdings
zwei Minuten länger kochen sollte. Soleier werden zunächst
nicht gepellt. Man schlägt sie nach dem Kochen rundum nur vorsichtig
an, damit die Schale Risse bekommt und legt sie für mindestens
einen Tag in eine Salzlake aus 2 Teilen Salz und 8 Teilen Wasser.

Fliegenpilze
- Zutaten: 6 hartgekochte Eier, 100 g Fleischsalat, 6
Tomaten, 2 EL Mayonnaise.
Zubereitung: Von jedem Ei am runden Ende eine dünne Scheibe,
am spitzen Ende eine dicke Scheibe abschneiden. Die Eigelbe von der
spitzen Seite aus den Eiern heben. Eier mit dem Fleischsalat füllen.
Tomaten in sprudelnd kochendem Wasser 30 Sekunden kochen, häuten.
Vom unteren Ende jeweils eine drei Zentimeter dicke Kappe abschneiden
und entkernen. Kappen über die gefüllten Eier stülpen.
Auf die Kappen mit der Spritztüte jeweils vier bis fünf
Mayonnaise-Kleckse geben.
Beilage: Pesto oder Ravigote, geröstetes Weißbrot.
Anmerkungen: Oft werden die Eier auch mit anderen Füllungen
versehen, zum Beispiel mit Krabben (unter die man dafür pro Tomate
1 TL Mayonnaise rührt) oder mit geräuchertem, gewürfeltem
Aal (unter den man dafür pro Tomate 1 TL Sahnemeerrettich rührt).-
Eine Variante sind Eier auf Husarenart, für die man die Tomaten
als Basis benutzt, in die man auf 1 EL in Butter geschwenkte feingehackte
Zwiebeln und feingewürfelten Schinken ganze weichgekochte Eier
setzt und sie jeweils mit 1 EL heißem Velouté bedeckt.
Literatur: Escoffier (1921: 255).

Toast Hawaii
- Zutaten: 1 Scheibe Weißbrot (1 cm dick), 1 EL
Butter, je 1 Scheibe gekochter Schicken und Chesterkäse (jeweils
2mm dick), 1 entstrunkte Scheibe Ananas, 2 EL feingehackte krause Petersilie,
1 Maraschino-Kirsche.
Zubereitung: Weißbrot goldbraun rösten. Mit der Butter
bestreichen. Darauf den Schinken legen, darüber die Ananas und
obenauf den Chester. 1 ½ Minuten unter den vorgeheizten Salamander
stellen. Die Petersilie auf einen flachen Teller streuen, darauf den
Toast legen und in der Mitte der Toastscheibe die Kirsche plazieren.
Anmerkungen: Das Gericht wird meistens als kleine Zwischenmahlzeit
serviert. Es soll auf Deutschlands ersten "Fernsehkoch"
zurückgehen, an den ich mich aus den späten 50er Jahren
des XX. Jahrhunderts noch gut erinnern kann. Er nannte sich Clemens
Wilmenrod und zeigte sich auf dem Bildschirm mit einer Küchenschürze,
auf die sein Porträt gedruckt war. Das von ihm "erfundene"
Originalrezept ist, wie ich hörte, ohne Maraschinokirsche ausgekommen
und wurde wohl auch mit einer zweiten auf den Käse gelegten Toatscheibe
bedeckt. Ich habe das nicht überprüft, sondern bin dem Rezept
meiner Mutter und ihrer Freundinnen gefolgt.

Kaninchen auf kreolische Art
- Zutaten: 1 grob zerlegtes Kaninchen (ohne Innereien),
1 EL Salz, 1 EL Pfeffer, 4 EL Olivenöl, 1 große Zwiebel,
500 g Tomaten, 1 Knoblauchzehe, ¼ l heller Sherry oder Portwein,
3 Vogelaugenchilischoten, 4 eingelegte grüne Peperonischoten, ¼
l Kaninchenbrühe, 2 Lorbeerblätter.
Zubereitung: Kaninchen salzen und pfeffern, in dem Öl anbraten,
fein gehackte Zwiebel, grob gehackte Tomaten, sehr fein gehackte Knoblauchzehe,
fein gehackte Peperonischoten, sehr fein gehackte Vogelaugenchilischoten
und die Lorbeerblätter zugeben. Etwas anziehen lassen, dann Wein
und Brühe zugeben und für 1 Stunde in den gut vorgeheizten
Ofen schieben.
Beilage: Reis, Kohlrabi mit Sahnesauce.

Hasenrücken
- Zutaten: 1 gespickter Hasenrücken, 1 fein gehackte
Zwiebel, 1 durchgedrückte Knoblauchzehe, 1 Pimentkorn, ½
TL Rosmarinnadeln, 20 schwarze Pfefferkörner, 1 TL Salz, 2 Vogelaugenchilischoten,
2 cl Cognac, 1 EL Butter, 2 EL Sonnenblumenöl, 1 Tasse trockener
Rotwein.
Zubereitung: Butter und Öl auf mittlere Hitze bringen. Hasenrücken
ringsum kräftig anbraten. Fleisch aus der Pfanne nehmen. Zwiebeln,
Knoblauch und fein gemahlene Gewürze zugeben. Anbrutzeln. Mit
Cognac ablöschen. Hitze reduzieren. Hasenrücken und Rotwein
zugeben. 30 Minuten zugedeckt schmoren lassen. Hasenrücken heraus
nehmen. Sud etwas einkochen lassen und durch ein Sieb über den
Hasenrücken geben.
Beilage: Kohlrabi mit Sahnesauce (oder mit zerlassener Butter), Salz-
oder Röstkartoffeln.

Hasenpfeffer
- Zutaten: Läufe, Bauchlappen, Leber, Nieren, Herz
und Kopf eines Hasen, 1 fein gehackte Zwiebel, 2 durchgedrückte
Knoblauchzehen, 1 Pimentkorn, ½ TL Rosmarinnadeln, 20 schwarze
Pfefferkörner, 1 TL Salz, 4 kleine rote Chilischoten, 2 cl Cognac,
2 EL Butter, 2 EL Sonnenblumenöl, ½ l spanische Sauce, 1
Tasse trockener Rotwein, 2 EL grob geschroteten Pfeffer.
Zubereitung: Butter und Öl auf mittlere Hitze bringen. Hasenteile
grob hacken und ringsum kräftig anbraten. Zwiebeln, Knoblauch
und feingemahlene Gewürze zugeben. Anbrutzeln. Mit Cognac ablöschen.
Hitze stark reduzieren. Spanische Sauce und Rotwein zugeben. 1 ½
Minuten zugedeckt schmoren lassen. Mit dem grobgeschroteten Pfeffer
bestreuen.
Beilage: In Butter gedünstete Pfifferlinge, Rosenkohl, Salzkartoffeln.

Hase auf königliche Art nach Senator
Couteaux
- Zutaten: 1 Hase, 2 Tassen Balsamessig, 2 EL Salz, 1
EL grob gemahlener schwarzer Pfeffer, 200 g dünn geschnittener
Rückenspeck, 400 g grob gehackte Zwiebeln, 250 g grobgehackte Karotten,
100 g Pfifferlinge, 3 Lorbeerblätter, 1 Bund Petersilie, zwei bis
drei Zweige wilder Thymian, 2 grob zerteilte Knoblauchknollen, 2 Chili-Schoten,
5 Nelken, 2 l Spätburgunder, ½ Tasse Weinbrand, 3 EL geklärte
Butter.
Zubereitung: Hasen bis oberhalb der Unterläufe abziehen, dort
Fell und Unterläufe abtrennen. Die Augen ausstechen, die Ohren
sorgfältig von allen Härchen befreien. Den Hasen ausnehmen,
dabei das Blut mit ½ Tasse Balsamessig auffangen und verrühren.
Von den Innereien Herz, Leber und Lungen grob hacken. Hasen innen
und außen von allen Häuten und Sehnen entledigen, mit je
1 ½ EL Salz und Peffer einreiben und mit dem Rückenspeck
umwickeln, speziell auch die Ohren. Hasen auf ein Rost in einen länglichen
Bräter legen. 300 g Zwiebeln, Karotten, Pfifferlinge, Lorbeer,
Petersilie, Thymian, 1 ½ Knoblauchknollen, Chili, Nelken und
Spätburgunder zufügen und für acht Stunden zugedeckt
in den auf 80° C vorgeheizten Ofen stellen. Rest der Knoblauchknollen
durchpressen, zusammen mit den restlichen Zwiebeln in der geklärten
Butter sanft anbraten. Mit dem Weinbrand flambieren und fein pürieren.
Hasen aus der Schmorflüssigkeit nehmen und den Speck - außer
bei den Ohren - entfernen. Zurück in die Schmorflüssigkeit
legen und das Innereienpurée zufügen. Weitere zwei Stunden
schmoren. Hase jetzt zum Servieren aus dem Schmortopf nehmen und Ohren
aus dem Speck wickeln. Das Hasenblut mit der Schmorflüssigkeit
über nicht zu großer Hitze verrühren und durch ein
Sieb arbeiten. Nochmals leicht erhitzen und den Hasen damit überziehren.
Beilage: In Zwiebeln und durchwachsenem Speck gedünstete Maronen-Pilze,
Purée von Eßkastanien, glacierte Karotten, Kaiserschoten,
Selleriepurée.
Anmerkungen: Hier wird eine Garzeit von zehn Stunden angenommen.
(Aristide Couteaux gibt in seiner Beschreibung des Gerichts vom 29.
November 1898 in "Le Temps" sieben Stunden an. Aber diese
Beschreibung bezieht sich auch auf eine spezielle Rasse, genau genommen
auf ein einzelnes Tier, einen Hasen, den er in Poitou geschossen hatte.)
Die Garzeit kann jedoch durchaus zwei Stunden länger oder kürzer
ausfallen. Um das stets rechtzeitig zu wissen, sollte man den Hasen
während des Garens auf seine Löffellöslichkeit überprüfen
- zum ersten Mal nach sechs Stunden. Wenn der Hase geringen Widerstand
gegen einen Versuch zeigt, Fleisch von den Knochen zu lösen,
kann die Garzeit verkürzt werden, wenn er sich "sträubt",
muß man sie verlängern. Couteaux sieht es als "Sakrileg"
an, den Hasen mit Messer und Gabel statt mit dem Löffel zu verzehren.
Eine Variante des Gerichts hat der Elsässer Koch Paul Haeberlin
- vermutlich im Anschluß an Henri Babinski (1907) - vorgeschlagen.
Das Gericht müßte für diese Zubereitung dann "Hase
auf königliche Art nach Henri Babinski" heißen. Der
Hauptunterschied besteht darin, daß man den Hasen bis zu den
Schenkelknochen hinunter entbeint, also als Ballottine vorbereitet.
Man stellt eine Füllung aus 400 g Gänsestopfleber her, die
sorgfältig gehäutet, in lange Streifen geschnitten, mit
1 TL Salz sowie 1 EL gemahlenem schwarzen Pfeffer eingerieben und
für vier Stunden in reichlich Weinbrand mariniert wird. Als zweiten
Bestandteil der Füllung dreht man 100 g ungeräucherten fetten
Speck, 200 g Schweinefleisch aus dem Schinken, 150 g Brösel (ohne
Kruste) von Kastenweizenbrot, 3 feingehackte, kurz in 25 g Butter
angeschwitzte Schalotten und 1 durchgedrückte kleine Knoblauchzehe
durch den Wolf und knetet in dieses Hack 1 Ei, 1 EL Pastetengewürz
und 2 cl Weinbrand. (Babinski selbst sieht für die Füllung
außerdem eine großzügige Portion schwarzer Trüffel
und statt Schweinefleisch Wild vor.) Die Füllbestandteile werden
in den Hasen gegeben, den man dann zusammenrollt und mit Garn bindet.
Die übrige Zubereitung folgt weitgehend dem Rezept nach Senator
Couteaux. Man nimmt allerdings nur 150 g Zwiebeln und reduziert die
Garzeit auf 2 ½ Stunden. Häberlin rät außerdem,
den Hasen, bevor man ihn füllt, über Nacht in den Zutaten
für die Sauce zu marinieren. Wegen der kürzeren Garzeit
ist das sehr zweckmäßig. Prosper Montagne kritisiert im
"Larousse gastronomique" speziell die Variante von Couteaux
als ganz und gar nicht königlich.- Escoffiers Lièvre farci
Périgoudine entspricht weitgehend dem Rezept von Babinski.
Er verzichtet allerdings auf Gänsestopfleber.
Literatur: Escoffier (1921: 660), Bocuse (1977: 281-283), Haeberlin
(1986: 240-241).

Leporem pipere sicco sparsum
- Et hunc praecondies sicut haedum Tarpeianum. antequam
coquatur, ornatus suitur. piper, rutam, satureiam, cepam, thymum modicum,
liquamine collues, postea in furnum, coques et impensa tali circumsparges:
piperis semunciam, rutam cepam, satureiam, dactilos IV, uvam passam.
ius <...> coloratum super vatillum: vinum, oleum, liquamen, caroenum.
frequenter tangitur ut condituram suam omnem tollat, postea ex pipere
sicco in disco sumitur. (lib. oct., VIII., 2.)
Interpretation: Einen Hasen entbeinen, mit 4 EL gemahlenem Pfeffer,
1 Tasse gehackter Raute, 1 Tasse gehackter Zwiebeln, ½ Tasse
Bohnenkraut, 1 EL gerebeltem Thymian und 1 EL Liquamen einreiben,
aufrollen, zusammennähen, auf einem gut geölten Blech bei
geringer Hitze in den Ofen geben und in acht Stunden mürbe braten
Inzwischen noch einmal die gleiche Menge Bohnenkraut, Zwiebeln und
Liquamen sowie ¼ l Wein, 125 ml Caroenum, 2 Tassen entkernte
und feingehackte Datteln sowie 3 EL Öl im Mörser gut durcharbeiten,
über das mürbe Fleisch geben, einziehen lassen, Fäden
entfernen, mit 3 EL gemahlenem schwarzem Pfeffer bestreuen.
Anmerkungen: André vermutet, das Fleisch solle vor dem Garen
mariniert werden (macerabis). Er ist dadurch genötigt, den Text
zu emendieren. Ich denke dagegen, daß der Braten einfach besonders
mürbe werden soll.- Sicut haedum Tarpeianum bezieht sich vermutlich
auf folgendes Rezept:
Haedum sive agnum Tarpeianum
Antequam coquatur, ornatus consuitur. piper, rutam, satureiam, cepam,
thymum modicum, et liquamine collues haedum, macerabis <...>
in furno, in patella quae oleum habeat. cum percoxerit, perfundes
in patella impensam, teres satureiam, cepam, rutam, dactilos, liquamen,
vinum, caroenum, oleum. cum bene duxerit impensam, in disco pones,
piper asparges et inferes. (lib. oct., VI., 9.)
Der Anfang des Rezeptes legt den Gedanken nahe, daß das Tier
gefüllt zu denken ist. Alföldi-Rosenbaum (1981: 80) meint
sogar, daß ornatus als der mehr oder weniger völlig ausgebeinte
Balg aufzufassen ist, so daß man es hier mit einer Zubereitung
zu tun hätte, die der im heutigen Küchfranzösisch als
Ballotine bzw. Galantine bezeichneten entspricht. Da das Rezept die
Füllung jedoch mit keinem Wort beschreibt oder erläutert,
könnte ich mir eher vorstellen, daß aus dem ausgebeinten,
aber ungefüllten Tier eine Art Rollbraten zubereitet werden soll.
Erst spät im Rezept benutzt Apicius nämlich den Ausdruck
impensam, der oft tatsächlich eine Füllung benennt, manchmal
jedoch - wie höchstwahrscheinlich hier - wohl einfach nur eine
Sauce.

leporem madidum
- In aqua praecoquitur modice, deinde componitur in patina,
coquendeus oleo in furno, et, cum prope sit coctus, ex alio oleo. pertangito
de conditura infra scripta: teres piper, <ligusticum,> satureiam,
cepam, rutam, apii semen, li-quamen, laser, vinum et modice olei. aliquotiens
versatur, in ipsa percoquitur conditura. (lib. oct., VIII., 1.)
Interpretation: Einen Hasen kurz blanchieren, abtrocknen, großzügig
mit Olivenöl bestreichen und dann bei mittlerer Hitze im Ofen
durchbraten. 15 Minuten vor Ende der Garzeit den Hasen erneut mit
Öl bestreichen, in einen anderen Topf legen und die Sauce zugeben.
Sie wird aus 1 EL Pfeffer, 1 feingehackten Zwiebel, 1 TL Bohnenkraut,
1 TL Liebstöckl, 1 Tasse feingehackter Raute, 1 EL liquamen,
1 Messerspitze Teufelsdreck, 1 Tasse Wein und 3 EL Olivenöl zubereitet.
Die Saucenzutaten werden bis auf Wein und Öl im Mörser zerstampft,
gleichzeitig wird in einer Pfanne das Öl erhitzt. Dann kommen
die zerstampften Saucenzutaten zusammen mit dem Wein in die Pfanne,
werden etwas eingekocht und über den Hasen gegeben.
Anmerkungen: Unklar ist bei diesem Rezept eigentlich nur, warum (erstens)
das Öl einmal gewechselt werden soll und (zweitens) für
die Sauce abermals Öl vorgesehen wird. Die zweite Schwierigkeit
läßt sich vermutlich dahingehend beantworten, daß
Apicius davon ausgeht, daß die Sauce separat und schon im Vorwege
zubereitet sein soll, um sie bei der endgültigen Fertigstellung
des Gerichts bereits zur Hand zu haben.
Apicius gibt insgesamt 13 Hasenrezepte an, keines für Kaninchen.
Speziell dieses Rezept läßt sich allerdings ganz ausgezeichnet
bei der Kaninchenzubereitung anwenden.
Eine Alternative zu diesem Rezept sieht eine geänderte Saucenzubereitung
vor:
Cum prope tolli debeat (scil. lepor), teres piper, dactilum, laser,
uvam passam, caroenum, li-quamen, oleum, suffundes et, cum bullierit,
piper asperges et inferes. (lib. oct., VIII., 2.)
Interpretation: Vorbereitung des Hasen wie im vorausgehenden Rezept.
Im Mörser 1 EL Pfeffer, 3 entkernte Datteln, 2 EL Sultaninen,
2 Tassen Caroenum, 1 EL Liquamen, 1 EL Öl im Mörser zerstampfen,
über den Hasen geben, dicken lassen. Mit 1 EL zerstampftem Pfeffer
bestreuen.
Anmerkungen: Man erkennt hier sehr schön das Bemühen, Saucen
nicht nur zu variieren, sondern die Vereinbarkeit durchaus gegensätzlicher
Saucenzubereitungen mit einem und demselben Hauptge-schmacksträger
zu demonstrieren. Wie bei allen Saucen des Apicius ist es nicht ganz
klar, wie reichlich die Sauce zubereitet werden soll. Dient sie lediglich
der Umhüllung des Hasen? Oder soll der Hase darin schwimmen?
Ich bin - wie auch sonst meistens - davon ausgegangen, daß es
dem Autor lediglich um die geschmackliche Abrundung bzw. Verfeinerung
geht. Dies vor allem deshalb, weil die altrömischen Eßsitten
zu einer allzu großzügigen Saucenzugabe wenig passen.

Leporem farsum
- Nucleos integros, amygdala, nuces sive glandes concisas,
piperis grana solida, pulpam de ipso lepore. et ovis fractis obligatur,
de omento porcino <ivo-lutum assatur> in furno. sic iterum impensam
facies: rutam, piper satis, cepam, satureiam, dactilos, liquamen, caroenum
vel conditum, diu combulliat donec spisset, et sic perfunditur. sed
lepus in piperato liquamine et lasere maneat. (lib. oct., VIII., 3.)
Interpretation: Einen Hasen entbeinen, Vorder- und Hinterläufe
abtrennen. Den Rücken mit den anhängenden Bauchlappen ausbreiten.
Das Fleisch vom Hals und eventuell weitere Fleischfetzen klein schneiden
und im Mörser zerstampfen. Mit Pfefferkörnern, Mandeln,
Pinienkernen, Pistazien sowie gehackten Wal- und Haselnüssen
vermischen (je 1 EL). Ein Ei unterrühren. ½ Tasse Raute,
1 EL Bohnenkraut, 3 entkernte Datteln, ½ EL Liquamen, ½
Tasse Caroenum, in der Pfanne kurz eindicken lassen, zu der Fleisch-Nuß-Mischung
geben. Den Hasen damit füllen. Eine Rolle formen. Die Rolle mit
dem Schweinenetz einschlagen, in ½ EL liquamen, 1 EL gemahlenem
Pfeffer und einer Messerspitze laser mehrfach wenden. In den Ofen
geben und bei mittlerer Hitze von jeder Seite ½ Stunde über
Weinrebenholz rösten.
Anmerkungen: Alföldi-Rosenbaum (1981: 88) deutet nucleos integros
als "ganze Pinienkerne" und nuces sive glandes als "Nüsse
oder Bucheckern". Dem kann man sich anschließen, wobei
es letzten Endes von geringer Bedeutung ist, um welche Kerne bzw.
Nüsse es sich genau handeln soll. In meiner Interpretation sehe
ich Pinienkerne, Pistazien, Wal- und Haselnüsse vor.
Da das Tier mit seinem eigenen Fleisch (pulpam de ipso lepore) gefüllt
werden soll, handelt es sich wahrscheinlich nicht um das ganze Tier,
sondern nur um den Rücken. Außerdem wäre es ansonsten
schwierig, den Braten mit Schweinenetz zu umwickeln.
Rätselhaft ist, daß Apicius keine Angaben zum Würzen
der Füllung macht. Es wird zwar die Zubereitung einer würzigen
Sauce beschrieben. Doch irgendwie legt das Rezept nahe, daß
diese Sauce nicht zu der Füllung, sondern über den halb
oder ganz fertig gebratenen Hasen gegeben werden soll. Zweifel weckt
lediglich der merkwürdige Nachsatz: sed lepus in piperato liquamine
et lasere maneat. Denn wenn der Hase in einem (welchem?) piperato
bleiben soll, darf eigentlich nichts zugegeben werden. Außerdem
ist von laser zuvor nirgendwo die Rede, und wenn man wie Alföldi-Rosenbaum
(ibdem) die angegebene Sauce (rutam, piper satis usw.) mit dem piperato
identifziert - sie spricht von "dieser (!) liquamen-Pfeffer-Sauce"
-, dann ist wieder seltsam, daß Apicius ein sed vorangesetzt
haben soll. Ich nehme deshalb an, daß die "Sauce"
für die Füllung bestimmt ist, daß der verpackte Hase
dagegen, ausschließlich in Liquamen, laser und Pfeffer gebraten
werden soll.
Literatur: Witzigmann (1986: 180-183).

Ius album in assum leporem
- Piper, ligusticum, cuminum, apii semen, ovi duri medium.
trituram colligis et facies globum ex ea. in caccabulo coques liquamen,
vinum, oleum, acetum modice, cepulam concisam, postea globulum condimentorum
mittes et agita-bis origano vel satureia. si opus fuerit, amulas. (lib.
oct., VIII., 4.)
Interpretation: 1 TL Pfeffer mit 1 TL Liebstöckl, 1 TL Kreuzkümmel,
1 TL Selleriesamen und 1 hartgekochten Eigelb im Mörser zerstampfen.
Daraus eine Kugel formen. 1 Becher Wein, 1 EL Olivenöl, 1 kleine
feingehackte Zwiebel, 1 EL Essig und 1 TL Liquamen zum Kochen bringen.
Die Kugel zugeben und mit einem Oregano-Zweig einrühren, bis
die Sauce leicht dickt. Nötigenfalls mit Amulum binden.
Anmerkungen: Dieses Rezept ist deshalb besonders wichtig, weil hier
ausdrücklich die - freilich sicher bedingte - Austauschbarkeit
von Oreganum und Bohnenkraut zur Sprache gebracht wird. Wahrscheinlich
gehört es zu den älteren Bestandteilen des apicianischen
Kochbuches. Und zwar nicht unbedingt hinsichtlich des Zeitpunktes
seiner Aufnahme, sondern im Blick auf seine Herkunft. Darauf deutet
jedenfalls die typisch ländliche Massierung von Verniedlichungsformen
hin (caccabulum, cepula, glo-bulum). Alföldi-Rosenbaum (1981:
89) thematisiert die Frage, warum diese Sauce als album bezeichnet
wird. Ich halte diese Frage für nicht weiter wichtig. Bei antiken
Farbbezeichnungen darf man nie vergessen, daß die Alten ganz
andere Farbunterschiede für wichtig hielten als wir heute und
insofern Tönungen unter einem Begriff zusammenfaßten, die
wir deutlich auseinander halten würden, und umgekehrt. In diesem
Zusammenhang sei etwa darauf hingewiesen, daß die grüne
Olive bei den Alten als oliva alba firmiert. Außerdem handelt
es sich ja insofern tatsächlich um eine helle Sauce, als die
üblichen Zutaten (z. B. Defritum) und Zubereitungstechniken (z.B.
starkes Anbraten) zur Erzielung einer dunklen Sauce hier nicht zum
Einsatz kommen. Auch heute noch unterscheiden wir ja zwischen heller
und dunkler (bzw. brauner) Kalbsbrühe (vgl. Bocuse 1977: 93-94;
Witzigmann 1986: 327-329), obwohl sich die helle Kalbsbrühe ja
keineswegs ungetrübt und wasserklar präsentiert.

Item aliam ad eum impensam
- Cum prope tolli debeat (scil. lepor), teres piper,
dactilum, laser, uvam passam, caroenum, liquamen, oleum. suffundes,
et, cum bullierit, piper asparges et in-feres. (lib. oct., VIII., 2.)
Interpretation:
1 TL Pfeffer, 4 entkernte Datteln, 1 Messerspitze Teufelsdreck, ½
Tasse Sultaninen, 1 TL Liquamen, 1 TL Öl im Möser zerstoßen.
Mit 1 Tasse Caroenum, durcharbeiten. Zum Kochen bringen, über
den fast fertig gebratenen Hasen geben. Etwas anziehen lassen. Mit
1 TL zerstoßenem Pfeffer bestreuen.
Anmerkungen: Dieses Rezept sieht im Unterschied zum vorgenannten
Hasenrezept (lib. oct., VIII., 1.) nicht ausdrücklich wenig (modice)
Öl für die Sauce vor. Es ist jedoch wichtig, die Ölmenge
knapp zu halten und eventuell sogar das Öl, in dem der Hase gegart
wurde, vor Zugabe der Sauce abzuschütten. Dies gilt entsprechend
übrigens auch für die meisten anderen apicianischen Saucenrezepte:
Sobald sie stärker erhitzt werden, fallen diese Saucen leicht
auseinander, wenn sie sich mit zuviel Öl verbinden sollen.

Aliter in leporem: ex sanguine et iecinere
et pulmonibus leporinis minutal
- Adicies in caccabum liquamen et oleum, cocturam, porrum
et coriandrum mi-nutatim concides, iecinera et pulmones in caccabum
mittes. cum cocta fuerint, teres piper, cuminum, coriandrum, laseris
radicem, mentam, rutam, puleium, suffundes acetum, adicies iecinera
leporum et sanguinem, teres. <adicies> mel et <ius> de suo
sibi, aceto temperabis, exinanies in caccabum, pulmones leporum minutatim
concisos in eundem caccabum mittes, facies ut ferveat. cum ferbuerit,
amulo obligas, piper asparges et inferes.
Interpretation: 1 kleine Stange Porree (das Weiße) und die
Blätter von 6 Stengeln Koriander fein hacken, in 1 EL Öl
und 1 TL Liquamen anschwitzen, die grob zerkleinerten Innereien zugeben,
durchbraten. Inzwischen 1 TL Pfeffer, 1 TL Kreuzkümmel, 1 TL
Korianderkörner, 1 Messerspitze Teufelsdreck, je 1 EL Minze,
Raute und Flohkraut im Mörser zerstoßen, mit 1 EL Essig
verrühren. Das mit 1 EL Essig verrührte Blut eines Hasen
und die durchgebratene Leber zugeben. Zutaten im Mörser zu einer
Leberpaste zerstoßen. 1 EL Honig zugeben und 2 Becher Hasenbrühe.
Mit Essig abschmeken. Die Lunge fein hacken, zur Lebenpaste geben.
Durchrühren. Zum Kochen bringen, mit Amulum binden, mit zerstoßenem
Pfeffer bestreuen.
Anmerkungen: Ein für das Verständnis von Apicius besonders
wichtiges Rezept. Es klärt, was mit der Formel ius de suo sibi
gemeint sein muß. Nur bei reichlicher Flüssigkeitszugabe
macht es bei diesem Gericht nämlich Sinn eine Bindung mit Amulum
vorzusehen. Ohne ius entsteht bei der Verarbeitung der Leber eine
sehr feste, trockene Masse, die auch durch die Beigabe der gebratenen
Lungenstückchen nicht plötzlich zu zerfließen beginnt.
Alföldi-Rosenbaum (1981: 89) deutet ius de suo sibi als "Brühe
von der Leber und der Lunge". Diese Deutung ergibt jedoch nur
dann einen Sinn, wenn man bereits die beim Garen von Leber und Lunge
vorgesehene coctura als "Brühe" auffaßt. Ich
glaube jedoch, daß coctura hier lediglich summarisch die Zutaten
bezeichnet (Porree und Koriander), die zum Garen von Leber und Lunge
Verwendung finden. Selbst wenn coctura jedoch als "Brühe"
aufzufassen wäre, bliebe immer noch die Frage, um was für
eine Brühe es sich handeln bzw. wo diese Brühe herkommen
soll. Ich denke deshalb, daß wir ius de suo sibi, erstens, generell
als Fonds bzw. als Jus anzusehen haben, und zwar bei Hasengerichten
als Hasenfonds, bei Ziegengerichten als Ziegenfonds und so weiter;
zweitens, daß dieser Fonds nicht von den Zutaten stammt, die
man gerade zubereitet, sondern daß er separat schon vorher hergestellt
wird.

Frikadellen (Bouletten)
- Zutaten: 500 g Beesteakhack, 2 fein gehackte Zwiebeln,
1 Ei, 125 g Joghurt, 1 EL Scharfer Senf, 1 EL feingehackte Petersilienblätter,
50 g Butterschmalz, 1 TL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 100
g Weizenmehl.
Zubereitung: Hackfleisch mit Zwiebeln, Ei, Joghurt, Senf und 2 TL
Salz sowie 1 TL Pfeffer vermengen. Tischtennisballgroße Klopse
formen und in Mehl wenden. Fett stark erhitzen und Klopse darin von
allen Seiten anbraten. Hitze reduzieren und Klopse unter häufigem
Wenden durchgaren lassen.
Beilage: Kartoffelsalat oder Brat- oder Salzkartoffeln, Rot- Blumen-,
Rosen- oder Jägerkohl, Senf und (Gewürz-)Ketchup.
Anmerkungen: Statt Weizenmehl kann man auch Kichererbsenmehl nehmen.
Statt Joghurt verwenden viele in Milch, Wasser, oder Sahne getränktes
Weißbrot, das wie der Joghurt die Klopse weicher macht. Man
kann beides auch weglassen. Um besonders feine Frikadellen zu erhalten,
empfiehlt es sich, die Zwiebeln vor dem Vermengen mit dem Fleisch
zu blanchieren oder glasig zu braten. Als Fleisch eignet sich alles
Muskelfleisch, auch das von Geflügel. Gerne werden Frikadellen
aus einer gleichanteiligen Mischung von Rinder- und Schweinehack zubereitet.
Kleine Würfel von Leber, Niere und Herz geben den Frikadellen
ein spezifisches Aroma. Als zusätzliche Würzmittel eignen
sich Rosmarin (gemahlen), Thymian (gerebelt), Paprikapulver, Koriandersamen
(gemahlen), Chili (gemahlen).- Häufig werden Frikadellen als
dicke Fladen von 100 g Gewicht hergestellt.
Literatur: Escoffier (1921: 458).

Falscher Hase
- Zutaten: 1 kg gemischtes Hack vom Rind und Schwein,
3 fein gehackte Zwiebeln, 3 Eier, 250 ml Schlagsahne, 500 g entrindetes
Weißbrot, 2 EL feingehackte Petersilienblätter, 1 EL gerebelter
Majoran, 2 EL scharfer Senf, 100 g Butterschmalz, 1 EL Salz, 2 EL gemahlener
schwarzer Pfeffer, 1 feingemahlene Vogelaugenchilischote, 5 Scheiben
durchwachsener Speck.
Zubereitung: Weißbrot grob zerreißen. Mit der Sahne tränken,
und dann mit allen anderen Zutaten, außer Butterschmalz und
Speck, verkneten. Einen Laib daraus formen. Mit Speckscheiben belegen.
Dabei den Speck gut andrücken. Butterschmalz in einem Bräter
zerlassen. Den Laib hineinlegen. Im auf 150° C vorge-heizten Ofen
1 Stunde braten.
Beilage: Clermont, Mayonnaise, Ketchup, Salzkartoffeln, glacierte
Karotten, Erbsen.
Anmerkungen: Manchmal werden in das Gemisch, bevor man den Laib formt,
drei hartgekochte Eier eingelegt.- Ähnlich verfährt mit
Hack vom Hasen, wobei man allerdings die Hackmenge um 30% reduziert
und statt dessen feingehackten fetten Speck nimmt. Man erhält
dann einen "echten" Hare Cake, den man in einer Kastenform
backt, anstatt ihn zu zu braten.- Leberkäse wird wie Hare Cake
zubereitet.
Literatur: Verral (1759: 124), Escoffier (1921:660).

Königsberger Klopse
- Zutaten: 250 g Kalbshack, 1 Ei, 1 Eigelb, 120 ml Sahne,
eine 2 cm dicke Scheibe Kastenweizenbrot, 3 fein gehackte Sardellenfilets
aus der Salzlake, 1 EL und ½ TL Salz, 1 TL gemahlener weißer
Pfeffer, 1 ½ Zitronen, 1 EL fein gehackte Petersilie, 30 g Kapernknospen
aus der Salz-Essig-Lake, 20 g Butter, 20 g Mehl, 1 Zwiebel, 2 EL fein
gehackte Lauchzwiebel, 1 Lorbeerblatt, 1 Nelke.
Zubereitung: Die Weißbrotscheibe entrinden, mit 40 ml Sahne
verkneten. Zusammen mit 1 Ei, den Sardellenfilets, ½ TL gemahlenem
weißen Pfeffer und der fein gehackten Lauchzwiebel in eine Schüssel
geben. Die Schale einer halben Zitrone abreiben und mit dem Kalbshack
in die Schüssel geben. Alles gut vermengen und 12 nicht ganz
tischtennisballgroße Klopse formen. 1 ½ l Wasser mit
1 EL Salz, dem Saft einer Zitrone, 1 Zwiebel, 1 Nelke und ein Lorbeerblatt
zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. Wenn das Wasser aufhört
zu sprudeln und nur noch ganz wenig perlt, vorsichtig die Klopse einlegen.
Klopse 20 Minuten ziehen lassen. Butter bei mittlerer Hitze schmelzen
lassen und mit dem Mehl zu einer Einbrenne verrühren. Eine Tasse
von dem Kochwasser nach und nach in die Einbrenne rühren. 40
ml Sahne mit ½ TL gemahlenem weißen Pfeffer zufügen.
1 Eigelb und 40 ml Sahne verrühren. Eßlöffelweise
etwas von der Sauce zu der Eigelb-Sahne-Mischung geben. Diese anschließend
unter die restliche Sauce rühren. Die Kapernknospen und den Saft
einer halben Zitrone einrühren. Die Klopse in die Sauce legen
und darin wenden.
Beilage: Salzkartoffeln, Kopfsalat in Zitronen-Zucker-Sahne-Marinade.
Anmerkungen: Statt Kalbshack kann man behelfsmäßig auch
gemischtes Hack vom Rind und Schwein nehmen, statt Sardellenfilets
1 TL Salz, statt Sahne Milch.

Rindermarkbällchen gebraten
- Zutaten: 2 Tassen 3 Minuten blanchiertes, feingewürfeltes
und mit dem Saft von ½ Zitrone mariniertes Rindermark, 3 Tassen
Weißbrotkrume, 75 ml Schlagsahne, 2 EL feingehackte Petersilie,
½ TL Salz, 1 TL feingemahlener schwarzer Pfeffer, 4 EL Weizenmehl,
2 verschlagene Eigelb, 50 g Butterschmalz.
Zubereitung: Mark, 2 Tassen Weißbrotkrume, 1 Eigelb, Sahne,
Petersilie, Salz und Pfeffer mit der Gabel zu Teig kneten. Bällchen
von 2 cm Durchmesser formen. In dem Mehl rollen. Durch 1 Eigelb ziehen.
In 1 Tasse Weißbrotkrume wenden. Schmalz auf große Hitze
stellen. Hitze reduzieren. Bällchen in dem Schmalz rings-um in
5 Minuten goldbraun braten.
Beilage: Kürbispurée, Bärlauchpesto, Totentrompeten.

Rindermarkbällchen gekocht
- Zutaten: 90 g 3 Minuten blanchiertes, feingewürfeltes
und mit dem Saft von ½ Zi-trone mariniertes Rindermark, 50 g
Weißbrotkrume, 1 EL Weizenmehl, ½ EL feingehackte Petersilie,
je ½ TL Salz, feingemahlener schwarzer Pfeffer und feingeriebene
Muskatnuß, 3 Eigelb, 2 l Consommé.
Zubereitung: Mark abtropfen lassen. 5 Minuten im vorgeheizten offenen
Ofen bei kleiner Hitze ziehen lassen. Mit dem Eigelb pürieren.
Dann nach und nach Salz, Pfeffer, Muskat, Krume, Petersilie und Mehl
zufügen. Dabei weiter pürieren. Purée über Nacht
kühl stellen. Am nächsten Tag Bällchen von 1,5 cm Durchmesser
formen. Consommé bei gut mittlerer Hitze erwärmen. Wenn
der Consommé siedet, Bällchen darin 8 Minuten köcheln
lassen.
Anmerkungen: Man sollte nicht zuviele Bällchen gleichzeitig
garen. Sie sollen sich bei dem Vorgang nicht berühren.- Die Bällchen
werden meistens als Einlage für Consommés verwendet (wie
Eier-stich bzw. Royale).
Literatur: Escoffier (1921: 128).

Schweineleberpastete
- Zutaten: 500 g Schweineleber, 500 g Schweinebrust mit
Schwarte, 1 EL Salz, 1 EL gemahlener schwarzer Pfeffer, 4 EL Schweineschmalz,
1 mittelgroße Zwiebel (gehackt), 1 durchgepreßte Knoblauchzehe,
1 TL Thymian, 2 EL fein gemahlene Gewürzmischung aus 3 Nelken,
2 Lorbeerblättern, 2 Salbeiblättern, 2 Chilischoten, 1 TL
Korianderkörner, 1 TL Bohnenkraut, ½ Stange Zimt, 1 TL schwarzer
Pfeffer.
Zubereitung: Schweineleber und -brust grob würfeln, salzen und
pfeffern, in dem Schmalz anbraten. Zwiebeln, Knoblauch, Thymian und
Gewürzmischung zugeben. Bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem
Zugeben von Wasser 1 Stunde schmoren. Mischung erst durch die grobe,
dann durch die feine Scheibe des Fleischwolfes drehen. In Gläser
füllen und eine Stunde bei 90° C einkochen.
Beilage: Saure Gurken, Senf, Graubrot, Butter, eingelegte Rote Beeten.
Anmerkungen: Enten-, Gänse-, Puten-, Kanichenleberpasteten usw.
werden entsprechend zubereitet. Variieren kann man die Pasteten, indem
man vor dem Einkochen der Wurstmasse ganze Pfefferkörner (schwarze,
grüne, weiße, rote), Pistazien, Olivenstücke oder
Sultaninen zufügt.

Schweinebauch mit Shiitake
- Zutaten: 1 kg Schweinebauch, 2 Stengel in dünne
Scheiben geschnittenes Zitronengras, 2 EL fein gehackter Galgant, 1
EL Garnelenpaste, 1 TL Salz, 4 in feine Scheiben geschnittene rote Chilischoten,
1 EL Gelbwurzpulver, 2 EL dunkle Sojasauce (Industrieprodukt), 5 fein
gehackte mittelgroße Zwiebeln, 1 gehäufter EL Palmzucker,
4 grob gehackte Kaffir-Limetten-Blätter, 1 gehäufter EL fein
gehackte Ingewerwurzel, 1 gehäufter EL Tamarindenmark, 2 durchgedrückte
Knoblauchzehen, 5 in dünne Scheiben geschnittene Shiitake (ohne
Stiel), 1 EL Liquamen, 1 EL gehackte Korianderblätter, 4 geviertelte
und entkernte rote Chilischoten.
Zubereitung: Schweinebauch quer in dünne Streifen schneiden.
Zitronengras, Galgant, Garnelenpaste, Salz und Chili mit etwas Wasser
im Mörser zerstampfen. Mit den Schweinebauchstreifen vermengen.
15 Minuten ziehen lassen. 1 l Wasser zum Kochen bringen. Marinierte
Schweinebauchstreifen, Gelbwurz, Sojasauce, Palmzucker, Tamarindenmark
und Liquamen in das kochende Wasser geben. ½ Stunde bei reduzierter
Hitze kochen lassen. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Pilze und Limetten-Blätter
zugeben. 15 Minuten köcheln lassen. Korianderblätter und
geviertelte Chilischoten einrühren.
Beilage: Reis.
Anmerkungen: Die Garzeit hängt wesentlich mit von der Schnittstärke
der Schweinebauchstreifen ab. Bei dicken Streifen sollte man sie gegebenenfalls
verlängern.

Wurstebrei
- Zutaten: Wie Schweineleberpastete, nur Schweineleber
durch Schweinebauch ersetzen.
Zubereitung: Ebenfalls wie Schweineleberpastete, nur Fleisch länger
schmoren: 4 Stunden.
Beilage: Chilisauce, Bratkartoffeln, Jägerkohl.

Schweinsohren in Sojasud
- Zutaten: 200 g Schweinsohren, 3 Lorbeerblätter,
4 Vogelaugenchilischoten, 4 Pimentkörner, 1 grobgehackte Zwiebel,
1 EL schwarze Pfefferkörner, 1 EL Salz, 1 TL Thymian, ½
Tasse Reisessig, ½ Tasse Sojasauce (Industrieprodukt), 1 grob
gehackte mittelgroße Karotte, ½ Tasse gefrostete Erbsen,
½ Tasse Judasohren, ½ Tasse in 5 x 5 cm dünne Streifen
geschnittener Kohlrabi, 1 Tasse Sojabohnenkeimlinge, 1 EL feingehackte
Petersilie, 1 EL Szechuanpfeffer, 1 ganzes Stück Sternanis, 1 EL
feingeriebener Ingwer, 2 quer in dünne Streifen geschnittene Frühlingszwiebeln,
½ in grobe Rauten geschnittener grüner Paprika, ¼
Tasse Sonnenblumenöl, 1 EL Maismehl.
Zubereitung: Schweinsohren für 5 Minuten in 1 l brühend
kochendes Wasser gaben. Abspülen. Schweinsohren mit Lorbeer,
Chili, Piment, Salz, Thymian, grob gehackter Zwiebel und schwarzen
Pfefferkörnern in 1 l brühend kochendes Wasser geben. Wenn
das Wasser wieder aufkocht, Hitze reduzieren und 2 ½ Stunden
leise kochen lassen. Szechuanpfeffer mit Sternanis fein mahlen. Judasohren
für ½ Stunde in sehr heißes Wasser geben, dann in
5 mm breite Streifen schneiden. Schweinsohren abtropfen lassen. Brühzutaten
wegspülen. Schweinsohren in grobe Stücke und dann in 5 mm
breite Streifen schneiden. Sonnenblumenöl zum Sieden bringen.
Schweinsohren und alle verbleibenden Zutaten (außer Petersilie)
unter Rühren zugeben und unter Rühren 3 Minuten schmoren.
Maismehl mit 2 EL Wasser verrühren, zufügen. Alles noch
weitere drei Minuten schmoren. Mit der Petersilie bestreuen.
Beilage: Reis.

Schweinskopfsülze
- Zutaten: 1 Schweinskopf von 4 kg, Pökelsalz, 1
EL schwarzer Pfeffer, 4 Lorbeerblätter, 4 Chilischoten, 4 Nelken,
1 Zweig Thymian, 1 Zweig Rosmarin, 1 EL Bohnenkraut, 1 Zweig Salbei.
Zubereitung: Schweinskopf senkrecht spalten, Hirn entfernen, 5 Tage
unter Zufügung aller Gewürze naß pökeln (100
g Pökelsalz auf 1 l Wasser). Die beiden Schweinskopfhälften
in der Pökellake täglich wenden. Aus der Pökellake
nehmen, abspülen und in kaltem Wasser zum Kochen bringen. Hitze
verringern und 4 Stunden kochen lassen. Kopfhälften aus dem Sud
nehmen und das Fleisch nicht zu grob würfeln. In einen irdenen
Topf füllen. Sud auf ½ l einkochen und zufügen. Mit
Aluminiumfolie abdecken und darauf eine mit 500 g beschwerte Platte
legen. Abkühlen lassen.
Beilage: Remouladensauce, Senf, saure Gurken, Bratkartoffeln.
Anmerkungen: Wenn man die Sülze gerne säuerlich mag, nimmt
man zum Auffüllen der Fleischwürfel etwas weniger Kochsud
und dazu den Saft von 1 Zitrone. Oft gibt man dem Fleisch blanchierte
Karottenwürfel und Erbsen sowie grobgehackte Petersilie bei.
Man nimmt dann mehr Kochsud und fügt Gelatine (Industrieprodukt)
hinzu (2 g pro dl Flüssigkeit).- Ähnlich wird Kalbskopfsülze
hergestellt. Man pökelt den Kalbskopf meistens aber nicht, sondern
fügt dem Kochwasser einfach 1 EL Salz pro l hinzu.

Schwarzsauer
- Zutaten: 1 kg Schweinebauch, 2 Zwiebeln, 4 Nelken,
2 Lorbeerblätter, 1 EL Salz, 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer,
1 l Schweineblut, 1 Tasse Essig.
Zubereitung: Schweinebauch mit Zwiebeln, Nelken, Lorbeerblättern,
Salz und Essig zwei Stunden in zwei l Wasser kochen. Schweinebauch
herausnehmen, in grobe Würfel schneiden. Sud durch ein Sieb geben
und das Blut langsam mit 1 l von dem Sud verrühren. Pfeffern.
Die Flüssigkeit auf mittlere Hitze stellen und weiter-rühren,
bis sie dickt. Die Fleischwürfel zugeben und gründlich mit
der dicken Flüssigkeit verrühren.
Beilage: Haferbreiklöße
Anmerkungen: Statt Schweinebauch kann man auch Gänseklein nehmen
und verwendet dann statt Schweineblut Gänseblut. Die angegebene
Essigmenge ist das Minimum.

Eisbein mit Sauerkraut
- Zutaten: 1 Eisbein von 750 g, 2 kg Sauerkraut, 750
g geschälte mehligkochende Kartoffeln, 1 EL Salz, ½ Flasche
trockener Weißwein, 50 g Butter.
Zubereitung: Eisbein mit Kraut, Weißwein, Butter und Salz zum
Kochen bringen. Hitze reduzieren und 2 Stunden leise köcheln
lassen. ½ Stunde vor Ende der Garzeit die Kartoffeln obenauf
legen. Falls der Wein zu stark verkocht, etwas Wasser zugießen.
Beilage: Scharfer Senf.

Geräucherter Schinken
- Zutaten: 1 Hinterschinken von 5 kg, Pökelsalz,
Gewürze wie bei Schweinskopfsülze.
Zubereitung: Schinken unter Zufügung aller Gewürze zehn
Tage naß pökeln (1 Teil Pökelsalz auf 10 Teile Wasser).
Schinken anschließend mindestens 1 Woche in den Rauch hängen,
möglichst neben einem Feuer aus viel Thymian und Rebholz.
Beilage: Schwarzbrot, Butter, Spiegelei, Mixed Pickles.

Gekochter Schinken
- Zutaten: wie geräucherter Schinken.
Zubereitung: Wie für geräucherten Schinken pökeln.
Anschließend 6 Stunden wässern. Dann in kaltem Wasser aufsetzen,
zum Kochen bringen und 2 ½ Stunden bei verringerter Hitze garen.
Beilage: (wenn man den Schinken heiß serviert) Röstkartoffeln,
Béarnaise, gedünsteter Rosenkohl; (wenn man den Schinken
kalt serviert) Weißbrot, Butter, Tomatensalat.
Anmerkungen: Um den Geschmack zu variieren kann man dem Kochwasser
1 EL Kümmel beigeben oder 25 getrocknete Feigen. Wenn man Feigen
verwendet, sollte man den Schinken nach dem Kochen von der Schwarte
befreien, rautenförmig ritzen, mit 150 g Honig beträufeln
und im gut vorgeheizten Ofen ½ Stunde glacieren.

Schinkenessenz

Mit Bourbon und Honig glacierter Schinken
- Zutaten: 1 gekochter Schinken ohne Schwarte, ¼
l Bourbon, 1 EL Thymianhonig, 3 EL Olivenöl, 1 feingehackte Zwiebel,
500 g geschälte und auf halbe Daumenlänge zugeschnittene Karotten,
1 TL Salz, ¼ l Hühnerbrühe, 12 Pfefferkörner,
6 Korianderkörner, 1 Nelke, 2 Vogelaugenchilischoten, 1 TL Oregano,
1 TL Thymian, 1 geschälte und segmentierte Apfelsine.
Zubereitung: Zwiebeln im Öl bei mittlerer Hitze glasig werden
lassen. Mit etwas Bourbon ablöschen. Salz, Hühnerbrühe,
Honig, feingemahlene Gewürze und Karotten zugeben. Für 10
Minuten auf größere Hitze geben. Den Schinken darauf legen,
mit reichlich Bourbon flambieren und für ¾ Stunde bei
mittlerer Hitze in den Ofen schieben. Den Schinken im 5-Minuten-Abstand
mit dem Sud begießen. Abschließend die Apfelsinensegmente
in den Sud geben, den Schinken noch einmal mit Bourbon flambieren,
5 Minuten ruhen lassen. Dünn aufschneiden.
Beilage: Kartoffelkroketten, Spinat.

Blätterteigtaschen mit gekochtem Schinken
und Morcheln
- Zutaten: 1 mittelgroße fein gehackte Zwiebel,
1 fein gehackte Chilischote, 24 TL fein gewürfelter gekochter Schinken,
12 Spitzmorcheln, 2 cl Trester, eine Tasse mit Portwein oder Madeira
parfümierte Demi glace, 12 Scheiben Blätterteig (Industrie-produkt)
mit 10 cm Kantenlänge, 20 g Butter, 1 EL Olivenöl, 1 TL gemahlener
schwarzer Pfeffer, 1 verrührtes Ei.
Zubereitung: Spitzmorcheln waschen. Fett erhitzen. Zwiebel darin
glasig werden lassen. Chilischote, Schinken und Morcheln zufügen,
mit Trester ablöschen. Demi glace zugeben, etwas einkochen lassen,
pfeffern. Jeweils 2 TL Schinken und 1 Morchel auf 1 Blätterteigscheibe
legen. Die Ränder der Scheiben mit dem Ei einstreichen und verkleben.
Jede Teigtasche mit etwas Ei bestreichen und bei 150° C im Ofen
20 Minuten backen. Mit der Sauce garnieren.

Blätterteigtaschen mit Lammhack und Mittelmeergemüse
- Zutaten: 2 mittelgroße fein gehackte Zwiebeln,
2 bis 3 zerdrückte Knoblauchzehen, 3 entkernte, feingehackte Chilischoten,
400 g Lammhack, 1 feingewürfelte Aubergine, 2 feingewürfelte
Zucchini, je ½ Tasse feingehackter Dill und feingehackte Petersilie,
1 EL Oregano, 4 cl Trester, 1 Tasse trockenen Weißwein, 40 runde
Scheiben Blätterteig (Industrieprodukt) mit 10 cm Durchmesser,
4 geschlagene Hühnereier, 2 Tassen geraspelten Edamer und Regato,
6 bis 8 EL Olivenöl, gemahlener Pfeffer, Salz, 2 bis 3 verrührte
Eigelb.
Zubereitung: 2 Backbleche mit Öl einfetten. Restliches Öl
in der Pfanne erhitzen. Zwiebel darin glasig werden lassen. Chili,
Hack, Aubergine, Zucchini, Kräuter und Knoblauch zufügen,
erst mit Trester, dann mit Wein ablöschen, etwas einkochen lassen,
pfeffern und salzen. Abkühlen lassen. Geschlagene Eier und geraspelten
Käse unterrühren. Jeweils 1 EL der Mischung auf eine Blätterteigscheibe
legen. Den Rand der Scheiben fest zusammendrücken. Jede Teigtasche
mit etwas Eigelb bestreichen und bei 150° C im Ofen 20 Minuten
backen.
Beilage: Mit einer anderen Farce gefüllte Tomaten, Peperoni
und Zucchiniblüten.
Anmerkungen: Man kann das Lammhack durch beliebiges anderes Hack
ersetzen. Entsprechendes gilt für die Gemüse (Tomaten statt
Auberginen und so weiter). Wenn das Gericht milde sein soll, zum Beispiel
für Kinder, läßt man den Chili weg.

Schinkenbällchen
- Zutaten: 250 g kurz geräucherter Schweineschinken,
250 g ungeräucherter Schweineschinken, 250 g Weißbrot, 0,2
l Milch, 1 EL Senf, 3 EL gehackte Petersi-lie, 4 feingehackte Vogelaugenchilischoten,
1 Ei, 1 EL feingemahlener schwarzer Pfeffer, ½ TL Salz, 1 Tasse
Mehl, 4 EL Olivenöl.
Zubereitung: Weißbrot entrinden, grob zerpflücken, mit
der Milch übergießen, durchkneten. Überschüssige
Mlch abgießen. Fleisch durch die feine Scheibe des Fleischwolfes
drehen, mit den übrigen Zutaten (außer dem Mehl) gut durcharbeiten.
Ziegenaugengroße Bällchen formen und in Mehl wenden. Bällchen
in dem Olivenöl kräftig rundum anbraten, anschließend
auf verringerter Hitze 20 Minuten durchziehen lassen.
Beilage: ????????, Röstbrot, Weißkohlsalat.
Anmerkungen: Aus dem Bratfett kann man eine Sauce zubereiten, indem
man die Bällchen aus dem Öl nimmt, das Öl bis auf einen
kleinen Rest abschüttet, ¼ l Rotwein angießt und
über großer Hitze mit 1 EL Demi glace etwas einkochen läßt.
Zum Schluß würzt man gegebenenfalls noch etwas nach.

Lammleber im Netz (Crépinettes d'agneau)
- Zutaten: 1 Lammleber, 1 Lammnetz, 20 Sultaninen, 20
Mandelkerne, 2 cl Cognac, 1 TL Salz, 12 Pfefferkörner, 1 getrocknete
Vogelaugenchilischote, ½ getrocknete Tomate, 1 TL Rosmarinnadeln,
1 EL feingehackte Petersilie, 1 kleine feingehackte Zwiebel, 1 durchgedrückte
Knoblauchzehe, 2 EL Honig, ½ Tasse Rotwein, 3 EL Olivenöl.
Zubereitung: Leber in nicht zu grobe Würfel schneiden. Lammnetz
in warmem Wasser einweichen und in 8 gleich große Stücke
schneiden. Sultaninen und Mandelkerne mit kochenden Wasser übergießen
und ein paar Minuten ziehen lassen. Sultaninen von eventuell noch
vorhandenen Stielenden befreien. Mandelkerne häuten. Öl
stark erhitzen. Leber darin unter Wenden braten, bis sie ringsum Farbe
angenommen hat. Aus der Pfanne heben. Hitze reduzieren. In der Gewürzmühle
feingemahlene Pfefferkörner, Chilischote, getrocknete Tomate
und Rosmarinnadeln mit Honig, Sultaninen, Mandelkernen, Zwiebel, Knoblauch,
Rotwein und Cognac in die Pfanne geben. Einkochen. Leber und Petersilie
zufügen. Gut umrühren. Etwas abkühlen lassen. Ofen
auf mittlere Hitze bringen. Lebermischung auf die ausgebreiteten Lammnetzstücke
verteilen. Lammnetz über der Mischung von allen Seiten einschlagen.
Mit der Einschlagseite auf ein Rost legen und im Ofen 20 Minuten braten.
Beilage: gekochter Broccoli, Salzkartoffeln, warme Pflaumensauce,
????????.
Anmerkungen: Mit Gewinn kann man 12 der Mandelkerne feinmahlen oder
grobhacken. In diesem Fall achtet man darauf daß in jedes Lammnetzstück
auch ein ganzer Mandelkern gelangt.

Innereien vom Milchzicklein im Netz (Crépinettes
de chevreau)
- Zutaten: Herz, Nieren und Leber und Netz von einem
Milchzicklein, 2 TL Majoran, 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 TL
Salz, 1 entkernte feingehackte Vogelaugenchilischote, 1 TL gerebelter
Thymian, 1 EL feingehackte Petersilie, 1 kleine feingehackte Zwiebel,
1 durchgepreßte Knoblauchzehe.
Zubereitung: Herz, Nieren und Leber von anhängenden Fasern und
Fett befreien. In nicht zu grobe Würfel schneiden. Netz in warmem
Wasser einweichen und in 4 gleich große Stücke schneiden.
Nierenfett bei mittlerer Hitze auslassen. Innereien-Mischung mit den
Kräutern und Gewürzen vermengen und auf die ausgebreiteten
Netzstücke verteilen. Netzstücke über der Mischung
von allen Seiten einschlagen. Ringsum bei mittlerer Hitze 15 Minuten
in dem Nierenfett braten.
Beilage: Bärlauch-Avocado-Klöße, Leipziger Allerlei.
Anmerkungen: Das Netz des Zickleins reicht manchmal nicht aus. Man
nimmt dann das Netz eines anderen Zickleins hinzu.

Iecinera haedina vel agnina
- aquam mulsam facies, et ova, partem lactis admiscis
eis ut incisa iecinera sor-beant, coques ex oenogaro, piper asperso
et inferes. (lib. sep., X., 1.)
Interpretation: Eine Lamm- oder Ziegenleber in mundgerechte Stücke
zerteilen. Ein Ei mit je ½ Tasse Milch und aquam mulsam verrühren
und die Leber darin ½ Stunde marinieren. Inzwischen 1 Tasse
Oenogarum zum Sieden bringen. Die Leber mitsamt der Marinade hineingeben
und 15 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren. Mit 1 EL zerstoßenem
Pfeffer bestreuen.
Anmerkungen: Alföldi-Rosenbaum (1981: 68) deutet aquam mulsam
vage als Honigwasser. Andererseits ist auch ihr klar, daß Mulsum
eigentlich eine Mischung aus Most oder Wein mit Honig ist. Ich bin
davon ausgegangen, daß aquam mulsam einfach mit Mulsum aromatisiertes
Wasser bezeichnet und habe mich für ein Mischungsverhältnis
von 1:1 entschieden Die Hauptschwierigkeit des Rezeptes ergibt sich
aus der Frage, ob es sich eher um ein Schmor- oder ein regelrechtes
Kochrezept handelt. Außerdem ist nicht zu ersehen, ob die Leber
vor dem Garen nur in Oenogarum mariniert werden soll, oder ob die
Marinade zusammen mit dem Oenogarum als Schmorsud gedacht ist.- Die
hier mitgeteilte Interpretation befriedigt mich noch nicht.

Strammer Max
- Zutaten: 100 g in Würfel mit 5 mm Kantenlänge
geschnittener Holsteiner Katenrauchschinken, 2 Eier, 1 Scheibe Schwarzbrot,
je ¼ TL grobgemahlener und feingemahlener schwarzer Pfeffer,
¼ TL Salz, 2 EL Butter.
Zubereitung: Schwarzbrot mit 1 EL Butter bestreichen. Den gewürfelten
Schinken darauf geben. Mit dem grobgemahlenen Pfeffer bestreuen. 1
EL Butter in der Pfanne erhitzen, Eier hineinschlagen und braten,
bis das Eiweiß am Rand eine braune Kruste bildet. Eier auf den
Schinken legen, mit Salz und feingemahlenem Pfeffer bestreuen.
Beilage: Gewürzgurken, Radieschen, eingelegte Silberzwiebeln,
eingelegte Rote Beeten.
Anmerkungen: Statt Holsteiner Katenrauchschinken eignet sich auch
luftgetrockneter Bayonner oder Ammerländer Schinken.

Schinkenragoût mit Spinat und Palmenherzen
- Zutaten: ½ Tasse in Würfel mit 5 mm Kantenlänge
geschnittener Bayonner Schinken, ½ Tasse in Würfel mit 5
mm Kantenlänge geschnittenes Röstbrot, 1 Tasse Weißwein,
1 TL feingemahlener schwarzer Pfeffer, 1 EL feingehackte Salbeiblätter,
je 1 EL Schweineschmalz und Zitronensaft, 1 Tasse blanchierter feingehackter
Spinat, ½ TL Salz, 1 TL Muskatnuß, 1 EL Butter, 6 fingerdicke
Scheiben gekochte Palmenherzen.
Zubereitung: Schmalz bei kleiner Hitze zerlassen. Schinken, Brot,
Wein, Salbei und Pfeffer einrühren. 2 Stunden köcheln lassen.
Bei Flüssigkeitsverlust eßlöffelweise Wasser zugeben.
Am Ende soll die Flüssigkeit verkocht sein. Den Zitronensaft
über das Ragoût sprenkeln. Butter bei kleiner Hitze zerlassen.
Spinat, Salz und Muskatnuß einrühren. 15 Minuten ziehen
lassen. 1 Tasse Wasser zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. Palmenherzen
darin 15 Minuten erwärmen. 6 Spinathäufchen bilden. Darauf
je eine Scheibe der Palmenherzen legen. Auf diese Kombination je 1
TL Ragoût geben. Übriges Ragoût beistellen.
Literatur: La Varenne (1651: 96).

Schinken mit Mangoldgrün
- Zutaten: 1 Scheibe von 250 g Bayonner Schinken, ½
l Milch, ½ TL gemahlene Koriandersamen, 3 Tassen Kalbsbrühe,
1 Tasse trockener Weißwein, 1 Mangold, je 1 TL Salz, geriebene
Muskatnuß, Zitronensaft und Pfeffer, ½ feingehackte Zwiebel,
1 durchgedrückte Knoblauchzehe, 25 g Butter, 1 Tasse Demi glace,
½ Tasse Crème double, 2 EL Ketchup, 1 Tasse Croûtons.
Zubereitung: Schinken für 2 Tage mit dem Koriander in die Milch
legen. An einen kühlen Ort stellen. Aus der Milch nehmen. In
der Kalbsbrühe und dem Weißwein auf kleiner Hitze 4 Stunden
köcheln lassen. Die Hauptrippen aus dem Mangold schneiden. Das
Mangoldgrün grobhacken. In ½ l Wasser mit dem Salz 10
Minuten dünsten. Abtropfen lassen. Leicht ausdrücken. Feinhacken.
Zwiebel bei mittlerer Hitze in der Butter glasig werden lassen Knoblauch,
feingehacktes Mangoldgrün, Muskatnuß und Pfeffer zugeben.
10 Minuten bei verringerter Hitze schmoren lassen. Mit dem Zitronensaft
besprenkeln. Auf einen Teller füllen. Demi glace, Crème
double und Ketchup zu einer Sauce verrühren. Bei mittlerer Hitze
erwärmen. Schinken aus der Kochflüssigkeit heben. Schwarte
und Fett abschneiden. Schinken auf das Mangoldgrün legen. Mit
der Sauce überziehen. Die Croûtons ringsum streuen.
Anmerkungen: Statt Mangoldgrün kann man Spinat nehmen, statt
Bayonner genauso Ammerländer Schinken.
Literatur: Verral (1759: 52-53), Carême (1832: 484-485).

Schinken paniert
- Zutaten: 1 Scheibe von 250 g Bayonner Schinken, ½
l Milch, ½ TL gemahlene Koriandersamen, 3 Tassen durchgeseihte
Aalsuppe, je 1 Tasse feingeriebene Weißbrotkrume und feingeraspelter
Parmesan, ½ Tasse Weizenmehl, 1 verschlagenes Eigelb, 50 g Butterschmalz.
Zubereitung: Schinken für 2 Tage mit dem Koriander in die Milch
legen. An einen kühlen Ort stellen. Aus der Milch nehmen. In
der Aalsuppe auf kleiner Hitze 3 Stunden köcheln lassen. Aus
der Suppe nehmen. Abtropfen lassen. In dem Mehl wenden. Durch das
Eigelb ziehen. Weißbrotkrume und Parmesan vermengen. Den Schinken
damit panieren. 50 g Butterschmalz bei großer Hitze zerlassen.
Schinken darin von beiden Seiten je 1 Minute braten. Aus dem Fett
heben. Im auf 50° C vor-heizten Ofen 20 Minuten ziehen lassen.
Beilage: Gribiche, glacierte Süßkartoffeln.
Literatur: La Varenne (1651: 96-97).

Schinken geröstet
- Zutaten: 1 Scheibe von 250 g Bayonner Schinken, ½
l Milch, ½ TL gemahlene Koriandersamen, 3 Tassen Hühnerbrühe,
1 EL Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Schinken für 2 Tage mit dem Koriander in die Milch
legen. An einen kühlen Ort stellen. Aus der Milch nehmen. In
der Hühnerbrühe auf kleiner Hitze 3 Stunden köcheln
lassen. Aus der Brühe nehmen. Abtropfen lassen und trockentupfen.
Mit dem Öl bestreichen. Über glühender Holzkohle unter
zweimaligem Wenden 20 Minuten rösten.
Beilage: Bigarade, Kartoffelchips.
Literatur: Verral (1759: 53).

Rindermark mit Mangoldrippen
- Zutaten: 1 Mangold, 2 Tassen Kalbsbrühe, 2 TL
Zitronensaft. 3 Rindermarkknochen von 4 cm Länge, 2 Tassen Allemande,
2 ½ TL Salz, 1 TL feingemahlener schwarzer Pfeffer, 1 TL feingeriebene
Muskatnuß, 1 EL feingehackte Petersilie, ½ Tasse geraspelter
Parmesan.
Zubereitung: Mark aus den Knochen drücken. In der Kalbsbrühe
die Markstücke bei mittlerer Hitze mit je 1 TL Salz und Zitronensaft
4 Minuten blanchieren. Aus der Brühe nehmen. In kaltem Wasser
abkühlen lassen. Quer in 3 mm dicke Scheiben schneiden. Das Grün
von den Hauptrippen des Mangolds schneiden. Die Rippen quer in 4 cm
lange Stücke schneiden. 12 Minuten in ¾ l Wasser mit 1
TL Salz bei mittlerer Hitze kochen. Abgießen. Allemande bei
kleiner Hitze unter Rühren 15 Minuten erwärmen. ½
TL Salz sowie Pfeffer und Muskatnuß einrühren. Die Hälfte
der Allemande auf den Boden einer feuerfesten Terrine geben. Die Rippenstücke
auf-legen. Darüber die Markscheiben breiten. Mit der zweiten
Hälfte der Allemande bedecken. Petersilie und Parmesan überstreuen.
Im vorgewärmten Ofen bei 50° C 20 Minuten ziehen lassen.
Für 2 Minuten unter den heißen Salamander stellen.
Beilage: Croûtons.
Anmerkungen: Statt Mangoldrippen kann man auch Spargel oder Kardenrippen
nehmen (beides geschält). Kardenrippen müssen allerdings
länger gekocht werden (30 Minuten).
Literatur: Bocuse (1977: 309).

Joghurt Kebab
- Zutaten: 200 g Lammrückenfleisch ohne Knochen
und Fett, ½ Zitrone, 2 daumendick geschnittene Scheiben Weißbrot,
250 g Joghurt, 5 Knoblauchzehen, 1 TL feingemahlener Kreuzkümmel,
½ TL feingemahlener schwarzer Pfeffer, 1 TL Salz, ½ TL
feingemahlene Vogelaugenchilischoten.
Zubereitung: Lammrückenfleisch in nicht zu kleine Würfel
schneiden, mit dem Saft der halben Zitrone und 1 TL Salz für
15 Minuten marinieren, abtropfen lassen, in je ½ TL Kreuzkümmel,
Pfeffer und Chili wenden. Weißbrotscheiben im auf 150° C
vorgeheizten Ofen anrösten, in grobe Würfel schneiden. Knoblauchzehen
in den Joghurt pressen und mit ½ TL Kreuzkümmel darin
verrühren. Brotwürfel in einen Tontopf geben, mit der Joghurtmischung
abdecken und bei 150° C im Ofen erhitzen. Fleischwürfel auf
Holzspieße stecken und über Holzkohle von allen Seiten
knusprig werden lassen. Fleischwürfel-Spieße auf die Joghurtmischung
legen.
Beilage: Gemischter Salat, eingelegte Oliven.
Anmerkungen: Statt auf Spießchen über Holzkohle kann man
die Fleischwürfel auch in der Pfanne mit Olivenöl braten.
Als Alternative zu Fleischwürfeln nimmt man gleichermaßen
gewürzte Hackfleischbällchen.

Vindaloo
- Zutaten: 1 kg Lammkeule (ohne Knochen), 3 mittelgroße
fein gehackte Zwiebeln, ½ frische fein gehackte Knoblauchzwiebel,
2 EL fein gehackte frische Ingwerwurzel, je 1 TL feingemahlene Kreuzkümmelsamen,
schwarze Pfefferkörner, Kardamomsamen, Zimtstangen, braune Senfsaat,
Bockshornkleesamen, Koriandersamen, getrocknete Gelbwurz und getrocknete
Vogelaugenchilischoten, 1 EL brauner Zucker, ½ Tasse Butterschmalz,
½ Tasse Essig, 1 TL Salz.
Zubereitung: Fleisch nicht zu grob würfeln und in dem Butterschmalz
rundum kräftig anbraten. Hitze reduzieren. Übrige Zutaten
(außer Essig) hinzufügen. Wenn die Zwiebeln braun werden,
1 Tasse Wasser und den Essig zufügen. Zudecken und eine Stunde
schmoren lassen. Zwischendurch umrühren und gegebenenfalls mehr
Wasser zufügen.
Beilage: Frisches Gemüse, gekochter Reis, Mango Chutney.
Anmerkungen: Statt Lamm kann man auch Rind, Schwein, Pute oder Huhn
nehmen. Entscheidend ist der durch den Essig bedingte säuerliche
Geschmack, den man nach Gutdünken durch weitere Zugabe noch verstärken
kann.
Literatur: Kumar (2000: 41).

Haedum sive agnum Parthicum
- Mittes in furnum. teres piper, rutam, cepam, satureiam,
damascena enucleata, laseris modicum, vinum, liquamen, et oleum. fervens
colluitur in disco, ex aceto sumitur. (lib. oct., VI., 10.)
Interpretation: Eine Ziege oder ein Lamm in nicht zu große
Stücke schlagen. 4 EL Pfeffer, 6 Tassen gehackte Raute, 2 Tassen
gehackte Zwiebeln, ½ Becher Bohnenkraut, 20 entkernte Trockenpflaumen,
1 TL laser, ¼ l Rotwein, ¼ l Liquamen und 2 Tassen Öl
im Mörser zerstampfen. Über die Fleischstücke geben.
Im Ofen braten, bis das Fleisch beginnt, sich von den Knochen zu lösen.
Das Fleisch auf eine Platte geben und mit 1 Tasse Essig beträufeln.
Anmerkungen: Ob man die Tiere im ganzen oder zerlegt in den Ofen
gibt, hat auf das Ergebnis keinen größeren Einfluß.
Der heutigen Gewohnheit in den Mittelmeerländern entspricht es
allerdings eher, wenn die Tiere vor dem Braten portioniert werden.-
Alföldi-Rosenbaum (1981: 81) bemerkt zu diesem Rezept: "Pasticum
steht in den Manuskripten: dies wurde von früheren Herausgebern
in Part(h)icum verbessert <...>. André stellt die Lesart
der Handschriften wieder her: "pasticus concerne l´agneau
ou le chevreau sevré et qu´on tue après qu´il
a commencé à manger." Obwohl das Wort nicht durch
Analogien belegt ist, schließe ich mich hier <...> dieser
Lesung an. Es fragt sich nur, ob pasticus wirklich das heißt,
was André annimmt. Ein anderer Vorschlag: Könnte pasticus
für lacte pastus stehen, das in unserem Kochbuch einmal vorkommt
<...>? Wir hätten dann in diesem Rezept einen Vorläufer
des heute in Rom so beliebten abacchio, das eigentlich ein "Milchlämmchen"
ist <...>." Die in meiner Interpretation angegebenen Mengen
beziehen sich auf ausgewachsene Tiere.- In der römischen Literatur
nicht unbeliebt ist eine Figur, die allgemein als ??????? ????????
bezeichnet wird. Wenn man das Rezept so liest, könnte es sein,
daß nicht der fertige Braten mit Essig beträufelt, sondern
das Fleisch vorher in Essig gepökelt werden soll. Dieses Verfahren
ist auch heute noch in den Mittelmeerländern verbreitet. - Der
furnus, den Apicius vor Augen hat, dürfte der klassische aus
Ziegeln gemauerte bienenkorbförmige Ofen sein, den man - wie
einst - in den Dörfern oft antrifft. Das Garen erfolgt darin
bei niedrigen Temperaturen, nachdem zuvor Brot gebacken wurde. Die
Garzeit kann sich über fünf, sechs oder mehr Stunden erstrecken.
(Natürlich läßt sich auch ein moderner Gas- oder Elektroofen
benutzen und an Stelle eines ganzen Tieres z. B. nur eine Keule zubereiten.
Die angegebenen Zutaten sind dann entsprechend zu reduzieren.)

Rogan Josh
- Zutaten: 1 kg Lammkeule (ohne Knochen), 2 EL feingehackte
Ingwerwurzel, ½ feingehackte Knoblauchzwiebel, 5 feingehackte
Zwiebeln, ½ Tasse Butterschmalz, 1 EL feingemahlene Zimtstangen,
1 TL feingemahlene Kardamomsamen, 3 feingemahlene Nelken, 3 feingemahlene
Lorbeerblätter, 12 feingemahlene schwarze Pfefferkörner, 1
EL Rosenpaprika, 4 getrocknete, feingemahlene Vogelaugenchilischoten,
2 TL feingemahlene Koriandersamen, 2 TL feingemahlener Kreuzkümmel,
1 EL feingemahlene Bockshornkleesamen, 1 TL Salz, 500 g Sahnejoghurt.
Zubereitung: Fleisch nicht zu grob würfeln und in dem Butterschmalz
rundum kräftig anbraten. Hitze reduzieren. Übrige Zutaten
(außer Joghurt) hinzufügen. Wenn die Zwiebeln braun werden,
1 Tasse Wasser und 250 g Joghurt zufügen. Zudecken und 1 Stunde
schmoren lassen. Zwischendurch umrühren und gegebenenfalls mehr
Joghurt zufügen. 5 Minuten vor Ende der Garzeit den restlichen
Joghurt einrühren.
Beilage: Gekochter Reis, diverse Chutneys, Mixed Pickles.
Anmerkungen: Der Joghurt sollte so fett wie möglich sein.
Literatur: Kumar (2000: 38)

Korma
- Zutaten: 1 kg Lammkeule (ohne Knochen), 2 EL feingehackte
Ingwerwurzel, ½ feingehackte Knoblauchzwiebel, 3 feingehackte
Zwiebeln, ½ Tasse Butterschmalz, 1 TL feingemahlene Kardamomsamen,
3 feingemahlene Nelken, 1 EL Rosenpaprika, 3 feingehackte Vogelaugenchilischoten,
2 TL feingemahlene Koriandersamen, 2 TL feingemahlener Kreuzkümmel,
½ Tasse enthäutete und gestiftelte Mandeln, 1 TL Salz, 250
g Sahne.
Zubereitung: Fleisch nicht zu grob würfeln und in dem Butterschmalz
rundum kräftig anbraten. Hitze reduzieren. Übrige Zutaten
(außer Sahne) hinzufügen. Wenn die Zwiebeln braun werden,
Sahne zufügen. Zudecken und 1 Stunde schmoren lassen. Zwischendurch
umrühren und gegebenenfalls etwas Wasser zufügen.
Beilage: Gekochter Reis, diverse Chutneys, gelbe Linsen.
Anmerkungen: Statt Lamm kann man auch Huhn, Rind oder Schwein nehmen,
statt Sahne Joghurt und Kokosmußmilch. Nicht unbeliebt ist auch
die Beifügung von gemahlenen Anissamen.
Literatur: Kumar (2000: 38)

Lammkarree mit Minzsauce
- Zutaten: 2 Lammkarrees, 1 EL Salz, 1 EL grob gemahlener
schwarzer Pfeffer, 1 EL getrockneter, gerebelter Thymian, 3 EL Olivenöl,
100 g Butter, 1 l Lammbrühe, 100 g Champignons, ¼ l Rotwein,
6 mittelgroße Tomaten, 50 g Speck, 1 mittelgroße Karotte,
125 g Sellerieknolle, 1 mittelgroße Zwiebel, 2 cl Weinbrand, ½
Tasse Zucker, Saft von 1 Zitrone, 1 Tasse Wasser, 1 Tasse fein gehackte
Minze, 1 EL Branntweinessig.
Zubereitung: Lammbrühe zum Kochen bringen. Hitze reduzieren.
Champignons 15 Minuten in 50 g Butter bei mittlerer Hitze dünsten,
zur Lammbrühe geben und ½ Stunde mitköcheln lassen.
Karotte, Sellerie und Zwiebel schälen. Grob hacken. Speck feinwürfeln
und in 25 g Butter bei mittlerer Hitze mit der Karotte, dem Sellerie
und der Zwiebel 15 Minuten rösten. Mit 2 cl Weinbrand ablöschen.
Tomaten achteln und mit dem Rotwein zu dem Röstgemüse geben.
Hitze erhöhen und die Lammbrühe zugeben. Wiederholt kräftig
umrühren und den Bodensatz einmengen. Hitze reduzieren und 1
Stunde köcheln lassen. Flüssigkeit durch ein Sieb geben
und dabei die Feststoffe kräftig ausdrücken. Flüssigkeit
auf ½ Tasse zu Glace einkochen. 1 Tasse Wasser, Zucker, Zitronensaft
und Essig zum Kochen bringen. Kräftig einkochen, bis die Flüssigkeit
leicht dickt. Minze einrühren. Warm halten. Lammkarrees in dem
Öl und 25 g Brutter bei gut mittlerer Hitze ringsum kräftig
anbraten (12 Minuten), 5 Minuten ruhen lassen. Mit der Glace überziehen.
Minzsauce beistellen.
Beilage: Porridge, Kaiserschoten.
Anmerkungen: Lammkarrees kann man auch zu einer Krone formen, wobei
die Knochen nach außen weisen sollten. Man nimmt dafür
normalerweise vier Karrees. Die Karrees werden kreisförmig mit
Draht oder Garn verbunden und auf ein Rost gestellt, das man in einen
vorgeheizten (250° C) Ofen stellt. Wenn das Fleisch gut gebräunt
ist, nimmt man die Hitze weg und lässt das Fleisch bei geöffnetem
Ofen noch 5 Minuten ruhen. In dieser Form heißt das Gericht
Lammkrone (crown of lamb). Den Porridge füllt man in die Mitte
der Krone, die Zuckerschoten außen herum (oder umge-kehrt).
Von der Glace braucht man hierfür 1 Tasse. Auch die Menge der
Minzsauce sollte man für die Lammkrone verdoppeln.

Lammrücken mit Rotweinsauce
- Zutaten: 800 g ausgelöster Lammrücken ohne
Fett und Knochen in etwa gleichgroßen Stücken (so genannte
Lammlachse), 500 g Lammknochen, 1 halbe mittelgroße, grobgehackte
Sellerieknolle, 1 Tasse grobgehacktes Selleriekraut, 3 mittelgroße
grobgehackte Zwiebeln, 2 durchgepresste Knoblauchzehen, 1 mittelgroße
in grobe Scheiben geschnittene Lauchstange (ohne die dunkelgrünen
Blätter), 4 vollreife, grobgehackte, mittelgroße Tomaten,
1 grobgehackte Petersilienwurzel, 3 ge-trocknete Vogelaugenchilischoten,
1 grobgewürfelte große Karotte, 20 schwarze Pfefferkörner,
3 Nelken, 3 Lorbeerblätter, 1 TL Oregano, 1 TL Thymian, 1 EL Salz,
1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, ½ l kräftiger trockener
Rotwein, 6 EL Olivenöl.
Zubereitung: Lammknochen in 3 EL Olivenöl kräftig anbraten.
Zwiebeln und Karotte zufügen. Ebenfalls kräftig bräunen.
Mit 1 ½ l Wasser übergießen. Zum Kochen bringen.
Knoblauch, Lauch, Sellerie und Selleriekraut, Chili, Tomaten, Petersilie,
Pfefferkörner, Nelken, Lorbeer, Oregano und Thymian zugeben.
Hitze reduzieren. 3 Stunden leise köcheln lassen. Sud durch ein
Sieb geben. Dabei kräftig ausdrücken. Abkühlen lassen.
Fett abschöpfen. Auf ½ l einkochen. Rotwein zugeben. Abermals
auf ½ l einkochen. ½ EL Salz unterrühren. Lammrückenfleisch
mit ½ EL Salz und gemahlenem Pfeffer würzen. In 3 EL Öl
bei mittlerer Hitze 5 Minuten auf jeder flachen Seite braten.
Beilage: In Butter geschmorte Steinpilze, Salzkartoffeln, Wachsbohnensalat.

Kalbskopf alte Art
- Zutaten: 1 Kopf vom Milchkalb (gesäubert und gebrüht),
eine grob zerteilte Zitrone, 50 g Mehl, 2 dl Weißweinessig, 2
grobgehackte Karotten, 1 Tasse grobgehackte Zwiebeln, 4 Nelken, 1 Knolle
grob zerschnittener Knoblauch, 1 Bund Petersilie, 1 kleine Handvoll
Thymian, 2 Lorbeerblätter, 1 Tasse grobgehacktes Selleriekraut,
2 EL getrocknete Basilikumblätter, 1 Tasse grobgehackter Kerbel,
2 EL Salz, 40 schwarze Pfefferkörner.
Zubereitung: Zunge aus dem Kopf heraustrennen und für anderweitige
Verwendung pökeln. Alle Zutaten außer Kopf, Mehl, Zitrone
und Salz in 2 ½ l Wasser zum Kochen bringen. Hitze reduzieren.
2 ½ Stunden köcheln lassen. Ohne Druck durch ein Sieb
geben. Mehl mit etwas Wasser verrühren. Passierte Brühe
abkühlen las-sen. Den Kalbskopf mit der Brühe, der Mehl-Wasser-Mischung,
dem Salz und der Zitrone zum Sieden bringen. Schaum abschöpfen.
Hitze reduzieren. Leise 2 Stunden sieden lassen. Aufsteigenden Schaum
gelegentlich abschöpfen.
Beilage: Gemüse der Jahreszeit, Sauce Poulette, Remoulade oder
Gribiche, Vinaigrette, Chilisauce, Mango Chutney.
Anmerkung: Der Reiz dieses Gerichts liegt in der Unversehrheit des
Kopfes. Er soll sich hübsch präsentieren, umgeben von farblich
variierenden Gemüsen. Die diversen Saucen werden in Saucièren
beigestellt. Für Kalbskopf auf hamburgische Art steckt man vor
dem Servieren in den Kopf noch Spieße mit Hahnenkämmen,
Trüffeln oder Spitzmorcheln und geschälten Flußkrebsen
oder Carabineros.
Literatur: Escoffier (1921: 496-497), Bocuse (1977: 237).

Wiener Schnitzel
- Zutaten: 1 Kalbsschnitzel von 125 g, 30 g Mehl, 1 verschlagenes
Ei, 50 g frische Weißbrotbrösel, 40 g Butter, ½ TL
Salz, 1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, Saft von 1 Zitrone, 4 Sardellen,
vier dünne Zitronenscheiben, 16 Kapern.
Zubereitung: Schnitzel in zwei gleichgroße Stücke schneiden.
Beide Stücke auf 3-4 mm flach klopfen, mit dem Salz und dem Pfeffer
bestreuen, in dem Mehl wenden. Überschüssiges Mehl abklopfen.
Fleisch in dem Ei wenden, mit den Bröseln bestreuen. Butter kräftig
erhitzen Die Schnitzel von jeder Seite zwei Minuten darin braten,
mit dem Zitronensaft beträufeln. Auf jede Scheibe zwei Zitronenscheiben
legen, darauf je eine gerollte Sardelle setzen und ringsum mit je
vier Kapern umgeben.
Beilage: Kartoffelsalat.
Anmerkungen: Wiener Filet à l'impériale wird genauso
zubereitet. Nur nimmt man statt Schnitzel Filet, das nicht geklopft,
sondern lediglich sehr flach gedrückt wird. Die Sardellen ersetzt
man durch Kaviar, die Zitronenscheiben durch Crème fraîche.-
Beim Mailänder Schnitzel ersetzt man 50% der Brösel durch
geriebenen Parmesan.- Statt Butter nehmen viele zum Braten Schweineschmalz.

Cordon bleu
- Zutaten: 1 Kalbsschnitzel von 2 cm Dicke (150 g), 1
dünne Scheibe gekochter Schinken, 2 Scheiben Edamer, ½ TL
Salz, ¼ TL gemahlener weißer Pfeffer, 2 EL Mehl, 1 verrührtes
Hühnerei, ½ Tasse geriebenes Weißbrot ohne Rinde,
1 EL But-ter, 1 EL Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Kalbschnitzel quer in zwei gleichgroße Stücke
schneiden. Beide Stücke auf 5 mm Dicke klopfen. Salzen, pfeffern.
Auf eines der Stücke 1 Scheibe Käse legen. Darauf 1 Scheibe
Schinken. Darauf die zweite Scheibe Käse und die zweite Scheibe
Kalbsschnitzel. Überstehende Käse- und Schinkenscheiben
ab-schneiden. Fest zusammendrücken und mit Spießchen durchbohren.
Erst im Mehl, dann im Hühnerei, zum Schluss in dem geriebenen
Weißbrot wenden. Bei mittlerer Hitze in der Butter und dem Öl
von jeder Seite 4 Minuten goldbraun braten.
Beilage: Kohlrabi mit Sahnesauce, Salzkartoffeln.
Anmerkungen: Statt gekochtem kann man auch geräucherten oder
luftgetrockneten Schinken nehmen.

Zürcher Geschnetzeltes
- Zutaten: 500 g Kalbsschnitzel, ¼ l trockener
Weißwein, 2 cl Cognac, 1 mittelgroße fein gehackte Zwiebel,
1 TL Salz, 1 TL Pfeffer, 200 g Sahne, 50 g Butter.
Zubereitung: Kalbsschnitzel in bleistiftdicke Streifen schneiden.
In der Butter bei mittlerer Hitze die Zwiebeln glasig werden lassen.
Kalbsschnitzelstreifen, Salz und Pfeffer zugeben. 2 Minuten unter
Rühren braten. Fleisch und Zwiebeln aus der Pfanne heben. Hitze
erhöhen, und Cognac, Wein sowie Sahne in die Pfanne geben. Die
Mischung etwas dicken lassen. Dann Hitze reduzieren, und die Fleisch-Zwiebel-Mischung
zufügen. 3 Minuten ziehen lassen.
Beilage: Rösti, Gurkensalat.
Anmerkungen: Von dem Kalbsschnitzel kann man 150 g durch Kalbsnieren
ersetzen, die man in feine Scheiben schneidet. Außerdem werden
dem Fleisch oft 50 g in feine Scheiben geschnittene Champignons zugefügt.
Nieren und Champignons werden zusammen mit dem Fleisch in die Pfanne
gegeben, herausgenommen und wieder zugefügt.

Kalbssattel Orlow
- Zutaten: 1 Sattel vom Milchkalb, 2 TL Salz, 1 EL gemahlener
schwarzer Pfeffer, je ¼ l Soubise, Duxelles und Mornay, 1 Tasse
geriebener Gruyère.
Zubereitung: Kalbssattel parieren, salzen und pfeffern. Im auf 150°
C vorgeheizten Ofen ¾ Stunde braten. Aus dem Ofen nehmen. Auskühlen
lassen. Vom Rückgrat her das Fleisch in der Mitte auf beiden
Seiten lösen. An den Enden jeweils 1 ½ cm stehen lassen.
Die Rückenstücke quer in kleimfingerdicke Scheiben schneiden.
Die Soubise mit der Duxelles verrühren und das Knochengerüst
sowie die Fleischscheiben damit links und rechts bestreichen. Die
Fleischscheiben an ihren ursprüglichen Platz zurücksetzen.
Meistens bleiben drei Fleischscheiben übrig, die man beiseite
legt. Die Fleischscheiben auf dem fertig montierten Sattel beidseitig
mit je einem langen Spieß fixieren. Die Mornay über den
Sattel geben und mit mit dem Reibekäse bestreuen. Für ¾
Stunde im auf 150° C vorgeheizten Ofen braten und anschließend
1 Minute unter den heißen Salamander stellen.
Beilage: Pommes Pont Neuf, glacierte Karotten, gedünstete grüne
Bohnen.
Anmerkungen: Das Gericht gewinnt, wenn man zwischen den Fleischscheiben
jeweils noch je eine Scheibe Gänsestopfleber und schwarzen Trüffel
plaziert. Für Kalbssattel Metternich nimmt man statt Soubise,
Duxelles und Mornay nur Béchamel mit einer kräftigen Prise
Paprikapulver. Zwischen die Fleischscheiben gehört jeweils eine
Scheibe vom schwarzen Trüffel. Es gibt natürlich noch zahlreiche
Varianten: mit Schinken anstelle von Trüffeln (Nelson), mit Curry
und Tomatenpurée (à l'Orientale), mit Steinpilzen und
Krebsbutter (Romanow) etc. Wie den Kalbssattel kann man auch Hirsch-
oder Schweinerücken zubereiten. Auch ein schlichtes Filet ist
- bei geringerer Garzeit - geeignet (von welchem Tier auch immer).
Literatur: Escoffier (1921: 493ff.).

Saltimbocca
- Zutaten: 3 Scheiben Kalbsfilet von je 6 mm Dicke, drei
1 mm dünn geschnittener Parmaschinken, 9 Salbeiblätter, ½
TL Salz, 1 TL gemahlener schwarzer Peffer, 4 EL Olivenöl.
Zubereitung: Kalbsfiletscheiben auf 3 mm flach drücken, auf
einer Seite salzen, auf beiden Seiten pfeffern, jeweils eine Seite
mit 3 Salbeiblättern bedecken, darauf je eine Scheibe Schinken
legen. Den Schinken mit Spießchen auf dem Fleisch fixieren.
Olivenöl stark erhitzen. Darin die Filetscheben 30 Sekunden auf
der nicht belegten Seite braten. Scheiben wenden und von der anderen
Seite 15 Sekunden braten.
Beilage: gedünsteter Broccoli, Makkaroni mit geriebenem Parmesan.
Anmerkungen: Statt Kalbsfilet kann man auch Kalbsschnitzel nehmen.
Das Fleisch kann dann nicht einfach flachgedrückt, sondern muß
flachgeklopft werden.

Kalbsfiletrouladen mit Schinken und Käse
- Zutaten: 2 Scheiben Kalbsfilet von je 6 mm Dicke, je
1 EL gewürfelter Bayonner Schinken und Schweizer Emmenthaler (Kantenlänge
2 mm), 1 EL feingehackte Petersilie, 1 TL grobgemahlener schwarzer Pfeffer,
3 EL Butterschmalz.
Zubereitung: Kalbsfiletscheiben auf 3 mm flach drücken. Jeweils
auf einer Seite mit der Hälfte des Schinkens, des Käses,
des Pfeffers und der Petersilie bestreuen. Die Filetscheiben mit der
Füllung zu Rouladen formen und mit Spießchen fixieren.
Butterschmalz stark erhitzen. Darin die Rouladen 1 Minute rollen.
Im auf 80° C vor-geheizten Ofen 10 Minuten weitergaren.
Beilage: Bordelaise, Spinat, Streichholzkartoffeln.
Anmerkungen: Im Prinzip sind alle Schinken- und Hartkäsesorten
geeignet; also, was Schinken angeht, Holsteiner oder Ammerländer
usw. genauso wie Bayonner; was Käse angeht, kann man statt Emmenthaler
auch Comté nehmen oder Greyerzer usw.

Kalbsfilet sizilianisch
- Zutaten: 500 g Kalbsfilet (Mittelstück), 2 TL
Salz, 4 TL gemahlener schwarzer Pfef-fer, 5 Sardellenfilets, 2 große
Knoblauchzehen, ½ Tasse Olivenöl, 2 Tassen Pizzaiola.
Zubereitung: In das Fleisch ringsum 18 1 cm breite und 2 cm tiefe
Einstiche machen. Sardellen zu 18 Stücken schneiden. Knoblauch
zu 18 Stiften schneiden. Je 1 Sardellenstück mit je 1 Knoblauchstift
in je 1 der Einschnitte im Fleisch drücken. Fleisch bei großer
Hitze in dem Öl 8 Minuten ringsum anbraten. Im auf 60° C
vorheizten Ofen 20 Minuten ziehen lassen. Auf die Pizzaiola legen.
Beilage: Nudeln, Chicorée Mornay.

Hamburger Weißwurst
- Zutaten: 125 g Kalbsfilet, 150 g fetter frischer ("grüner")
Speck, 50 g zerdrückte Gänsestopfleber, 2 Eier, 50 g feingeriebene
Zwiebeln, je 1 TL Salz, feingemahlener weißer Pfeffer und feingeriebene
Muskatnuß, je 1 EL feingehackte Petersilie und geschälter
feingehackter Trüffel, je 50 ml Schlagsahne und Crème double,
25 g Butterschmalz, 80 cm gebrühter Schweinedarm (Kaliber 28-30)..
Zubereitung: Zwiebel in dem Schmalz bei mittlerer Hitze glasig werden
lassen. Abgießen. Filet und Speck grob würfeln. Zweimal
durch den Fleischwolf drehen. Zwiebel und übrige Zutaten (außer
dem Darm) dazugeben. Vermengen. Den Darm quer in 4 gleichgroße
Stücke schneiden. Jedes Stück an einem Ende zuknoten und
locker mit je ¼ der Wurstmasse füllen. Die Würste
am noch offenen Ende zuknoten. In leise siedendem Wasser 20 Minuten
kochen.
Beilage: Mild gesalzener Störrogen (Kaviar), Brioche.
Anmerkungen: Anstelle von Kalbsfilet verwendet man auch Hummerschwanz.-
Münchner Weißwürste werden wie die französischen
Boudins blancs meistens nicht mit Kalbsfilet, sondern mit (magerem)
Schweinefleisch zubereitet. Als Beilage reicht man dazu süßen
Senf und Laugenbrezel.- Wenn die Würste vor dem Garen recht prall
wirken, sticht man sie ringsum an verschiedenen Stellen sechsmal mit
einer dünnen Nadel ein, um zu verhindern, daß sie platzen.-
Alternativ zu Schweinedarm kann man Aluminiumfolie nehmen, in die
man die Wurstmasse rollt. Im übrigen erfolgt die Zubereitung
wie im Darm. Man nimmt sie dann vor dem Servieren aus der Folie. Da
Weißwürste an der gepflegten Tafel ohnehin nicht in dem
ungenießbaren Schweinedarm aufgetischt werden können, macht
das optisch keinen Unterschied.- Um die "Erfindung" der
Weißwurst ranken sich viele Anekdoten. Eine besonders hübsche
bezieht sich auf die Hamburger Weißwurst. Der französische
General Louis Nicolas d'Avoût (1770-1823), soll sich während
der sogenannten Franzosenzeit in Hamburg (1813-1814) als Gouverneur
der Stadt Boudins blancs gewüscht haben, woraufhin der Koch überlegte,
wie man diese nach französischem Geschmack servieren könnte.
Er kam so auf die Idee mit dem Kaviar als Beilage.
Literatur: Escoffier (1921: 548),

Frankfurter Würstchen
- Zutaten: 3 m gebrühter Saitling (Kaliber 20-22),
1 kg Schweinehack aus Schulter und Bauch, 1 EL Salz, 1 EL feingemahlener
weißer Pfeffer, 1 TL feingemahlene Muskatblüte, 250 g fein
zerschlagenes Eis.
Zubereitung: Saitling spülen. Übrige Zutaten feinpürieren.
In den Saitling füllen. Dabei den Saitling nach und nach in Abständen
von 15 cm verknoten. Jedes Würstchen sechsmal mit einer Rouladennadel
einstechen. 2 l Wasser zum Kochen bringen. Hitze reduzieren, bis das
Wasser keine Blasen mehr wirft. Würstchen dar-in 20 Minuten brühen.
Beilage: Sauerkraut, Kartoffelbrei, scharfer Senf.
Anmerkungen: Die Länge der Würstchen kann man variieren.
Oft werden die Würstchen angeräuchert (4 Stunden). Wiener
Würstchen werden ähnlich hergestellt. Man verwendet allerdings
gemischtes Hack (Schwein und Rind).- Ob Frankfurter oder Wiener Würstchen:
Sie werden in Deutschland außerhalb Frankfurts meistens als
Wiener bezeichnet, in den USA fast stets als Frankfurter oder kurz
"Franks".- Der Name "Wiener" soll auf einen Wurstmacher
zurückgehen, der sein Handwerk in Frankfurt erlernte und sich
dann in Wien niederließ Er hieß, wie ich hörte, Johann
Georg Lahner (1772-1845).- Eine weitere Variante sind die Røde
Pølser. Diese werden mit Koschinelle (Cochinelle) oder synthetischen
Ersatzstoffen rötlich gefärbt und gehören als Hauptbestandteil
zu dänischen Hotdogs.

Thüringer Rostbratwurst
- Zutaten: 3 m gesalzener Schweinedarm (Kaliber 20-22),
1 kg Schweinehack aus Schulter und Bauch (60:40), 1 EL Salz, 1 EL feingemahlener
weißer Pfeffer, 1 TL feingemahlener Kümmel, 1 Ei, 100 ml
Milch.
Zubereitung: Darm wässern und spülen. Übrige Zutaten
feinpürieren. In den Darm füllen. Dabei den Darm nach und
nach in Abständen von 20 cm verknoten. Jede Wurst sechsmal mit
einer Rouladennadel einstechen. 2 l Wasser zum Kochen bringen. Hitze
reduzieren, bis das Wasser keine Blasen mehr wirft. Würste darin
5 Minuten brühen. Abkühlen lassen. Dann über Holzkohle
bei mittlerer Hitze 16 Minuten rösten. Dabei viermal wenden.
Beilage: Rotkohl, Thüringer Kartoffelklöße, scharfer
Senf, geschmorte Zwiebeln.
Anmerkungen: Statt Schweinedarm kann man auch den zarteren Saitling
(gleiches Kaliber) benutzen. Man wendet die Würste dann öfter,
damit sie nicht platzen.- Ebenso wie Thüringer werden Nürnberger
Rostbratwürste hergestellt, die man lediglich in kürzeren
Abständen (8 cm) knotet.

Blutwurst (Rotwurst)
- Zutaten: 80 cm gesalzener Schweinedarm (Kaliber 28-30),
250 g Schweineflomen, 200 ml Schweineblut, 50 ml Schlagsahne, 100 g
feingehackte Zwiebeln, 40 g Schweineschmalz, 3 EL und 1 TL Salz, 1 TL
schwarze Pfefferkörner, ½ TL Muskatblüte, 1 TL Piment,
½ TL Worcestershiresauce.
Zubereitung: Darm wässern und spülen. Schweineflomen durch
den Fleischwolf drehen. Mit dem Schweineblut und der Schlagsahne vermengen.
Zwiebeln bei mittlerer Hitze in 20 g Schweineschmalz glasig werden
lassen. Pfeffer, Muskatblüte und Piment feinmahlen. Mit den Zwiebeln,
1 TL Salz und der Worcestershiresauce zu Flomen, Blut und Sahne geben.
Verquirlen. Darm an einer Seite verknoten und mit der Mischung füllen.
Die Mischung im Darm zusammendrücken (nicht zu sehr). Den Darm
am zweiten Ende verknoten. Die beiden Enden miteinander verknoten,
so daß ein Wurstring entsteht. 3 l Wasser mit 3 EL Salz zum
Kochen bringen. Hitze reduzieren. Wurstring auf ein Rost legen. In
das Wasser heben. 20 Minuten garen. Spätestens nach 10 Minuten
steigt die Wurst meistens auf (man sticht sie dann dreimal mit einer
Nadel an). Abkühlen lassen. Längs halbieren. Häuten.
In 20 g Schweineschmalz bei mittlerer Hitze von beiden Seiten jeweils
4 Minuten braten.
Beilage: Kartoffelbrei, Apfelbrei, scharfer Senf.
Anmerkungen: Für das Wolfen des Flomens werden regional unterschiedlich
feine Scheiben benutzt. Ebenso variieren die Würzung und weitere
Zutaten. Für Englische Blutwurst fügt man 125 g gekochten
Langkornreis hinzu, für Hamburger Grützwurst 60 g Haferflocken,
für Flämische Blutwurst 2 EL braunen Rohrzucker und je 1
EL in heißem Wasser eingeweichte Sultaninen und Korinthen. Anstelle
von Flomen wird oft auch Speck genommen, den man meistens nicht wolft,
sondern würfelt. Bremer Pinkel wird ähnlich zubereitet,
allerdings ohne Blut, sondern zu jeweils gleichen Teilen aus Flomen,
Hafer und Zwiebeln. Oldenburger Pinkel enthält neben Flomen auch
gewolftes mageres Fleisch.
Literatur: Escoffier (1921: 548-549).

Kölsche Kaviar
- Zutaten: 125 g Blutwurst (Flönz), 1 Roggenbrötchen
(Röggelchen), je 1 EL Butterschmalz, Butter und scharfer Senf,
1 Gewürzgurke, ½ in Scheiben geschnittene Zwiebel (Schnittbreite
3 mm).
Zubereitung: Flönz häuten. Längs halbieren. Bei mittlerer
Hitze von beiden Seiten jeweils 4 Minuten braten. Auf einen Teller
legen. Mit den Zwiebelscheiben bestreuen. Röggelchen längs
waagerecht halbieren. Butter, Senf und Gewürzgurke beilegen.
Anmerkungen: Man kann die Wurst auch ungebraten reichen oder - vor
allem bei größeren Kalibern - in quer geschnittenen Scheiben
(gebraten oder ungebraten).- In Schottland wird die Blutwurst (Black
Pudding) statt mit Röggelchen meistens mit Porridge gegessen.
Sie gehört neben Bückling (Kipper), Rührei, gebratenen
Speckscheiben, geschmorten Bohnen in Tomatensauce (Baked Beans), Grilltomate,
Marmelade, Konfitüre, Toast, Croissant, frischem Brot und frischen
Brötchen, Kartoffelpuffern (Hash Browns), Käse, gebratenen
Champignons und Süßgebäck (Danish Pastry) zum Full
Breakfast.

Kalbsschnitzel natur
- Zutaten: 1 Kalbsschnitzel von 125 g, ½ TL Salz,
1 TL gemahlener schwarzer Pfef-fer, 30 g.Butter.
Zubereitung: Schnitzel auf 3 mm flach klopfen, salzen und pfeffern.
Butter bei mittlerer Hitze zum Sieden bringen. Schnitzel in der Butter
von jeder Seite 3 Minuten braten.
Beilage: Reis, Leipziger Allerlei.
Anmerkungen: So wird das Fleisch für viele Schnitzelgerichte
zubereitet, die sich ansonsten nur durch die Saucen unterscheiden,
mit denen man sie serviert. Zu den bekanntesten dieser Gerichte gehören:
Zigeunerschnitzel (mit geschmortem Paprika), Jägerschnitzel (mit
geschmorten oder gebratenen Pilzen) und Schnitzel Holstein (mit Spiegelei
und reicher Salz- sowie Räucherfischgarnitur, z. B. Rollmops,
Hummerscheiben mit Kaviarhaube, Panaché aus Räucherstör
und Räucherlachsstreifen, Bückling).- Für Zigeunerschnitzel
nimmt man eher Schweine- als Kalbsschnitzel.- In vielen Fällen
nutzt man für die Saucenzubereitung das Bratfett der Schnitzel,
dem man Wein hinzufügt (Marsala, Port, Sherry usw.), Bier, Senf,
geraspelten Käse oder Chutney. Solche Saucen werden oft mit Sahne
reicher gemacht.

Schnitzel Holstein
- Zutaten: 1 Kalbsschnitzel von 125 g, 1 TL Salz, 2 TL
gemahlener schwarzer Pfef-fer, 75 g Butter, 1 Ei, 1 Ölsardinenfilet,
1 TL feingehackte Petersilie, 1 Sardellenfilet, 2 kleine Kapernknospen,
1 Stück Aalfilet à 25 g, 1 Scheibe Räucherlachs à
25 g, ½ dünn geschnittene Zitronenscheibe, ½ TL Sahnemeerrettich,
1 Scheibe vom gekochten Hummerschwanz (1 cm dick), ½ TL Crème
fraîche, 1 TL Belugakaviar, 4 Scheiben geröstete, entrindete
und diagonal geviertelte Weißbrotscheiben.
Zubereitung: Schnitzel mit ½ TL Salz und 1 TL Pfeffer einreiben.
30 g Butter bei mittlerer Hitze zum Sieden bringen. Schnitzel in der
Butter von jeder Seite 4 Minuten braten. 20 g Butter bei mittlerer
Hitze zum Sieden bringen. Ei aufschlagen. In die siedende Butter geben.
Vom Feuer nehmen. 4 Minuten braten. Mit ½ TL Salz und 1 TL
Pfeffer bestreuen. Schnitzel auf einen großen Teller legen.
Das Ei auflegen. Ölsardine mit der Petersilie bestreuen und beilegen.
Sardellenfilet zu einer offenen Rosette rollen, die Kapernknospen
aufsetzen und zum Schnitzel legen. Lachsscheibe zu einer offenen Rosette
rollen, den Sahnemeerettich einfüllen, die Zitronen einstecken
und zum Schnitzel legen. Die Hummerscheibe mit der Crème fraîche
überziehen, den Kaviar aufsetzen und zum Schnitzel legen. Weißbrot
und 25 g Butter beistellen.
Anmerkung: Die Zubereitung, genauer: das Arrangement, soll nach Friedrich
August v. Holstein benannt sein, der nach dem Sturz Bismarcks (1890)
als "graue Eminenz" die Staatsgeschäfte in Deutschland
stark beeinflußte, wenn nicht lenkte. Es gibt eine Geschichte,
die viel kolportiert wird, derzufolge Holstein, wenn er in Eile war,
in seinem - bei diesen Kolportagen stets unbenannten - Berliner Stammlokal
seine Lieblingsvorspeisen (die Fische und Meeresfrüchte) und
sein Lieblingshauptgericht (Schnitzel) zusammen servieren ließ,
um Zeit zu sparen. Das dürfte Unfug sein, weil man gewiß
keine Zeit sparen kann, wenn man sich den Teller üppig füllen
läßt - auch wenn dabei aus zwei oder mehr Tellern einer
wird. Aber das macht nichts. Die Geschichte ist amüsant.

Kalbsschnitzel Brillat-Savarin
- Zutaten: 1 Kalbsschnitzel zu 150 g, 50 g geklärte
Butter, ½ feingehackte Zwiebel, 50 g in feine Scheiben geschnittene
Champignons, 1 ½ TL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer,
100 g Crème double, Saft von einer halben Zitrone, ¼ l
Demi glace, 4 cl Weinbrand, 1 EL feingehackte Petersilienblätter.
Zubereitung: Kalbsschnitzel auf 0,5 cm flach klopfen. Mit ½
TL Salz und 1 TL Pfeffer bestreuen. Bei großer Hitze in der
geklärten Butter von jeder Seite 45 Sekunden braten. Aus dem
Fett nehmen. Warm stellen. Hitze unter dem Fett auf mittlere Temperatur
reduzieren. Zwiebel darin glasig werden lassen. Champignons mit je
1 TL Salz und Pfeffer und dem Zitronensaft zugeben. 5 Minuten unter
Rühren schmoren lassen. Demi glace und Crème double zugeben.
Bei großer Hitze auf die Hälfte einkochen. Kalbsschnitzel
mit dem Weinbrand flambieren. Auf einen Teller legen. Weinbrandrest
zu den Champignons geben. Einrühren. Über das Fleisch geben.
Mit der Petersilie bestreuen.
Beilage: Trüffel unter der Asche, Crème Dubarry, glacierte
Karotten.
Anmerkungen: Der durch sein Buch "Physiologie du goût"
berühmt gewordene Jean-Anthelme Bril-lat-Savarin (1755-1826)
ist nicht nur der Namensgeber für diese Kalbsschnitzelzubereitung,
sondern auch für einen Weichkäse aus Kuhmilch mit mindestens
70% Fett in der Trockenmasse. Der Affineur Henri Androuët soll
ihn zu Ehren Brillat-Savarins in den 30er Jahren des XIX. Jahrhunderts
vorgestellt haben, der einmal sagte: "Un dessert sans fromage
est une belle à qui il manque un oeil."

Kalbsfilet mit Brandade vom Eisbein
- Zutaten: 1 Scheibe Kalbsfilet von 80 g, ½ Tasse
Brandade vom Eisbein, 25 g Butter, ½ TL Salz, 1 TL gemahlener
schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Filet salzen und pfeffern. Butter in einer Pfanne stark
erhitzen. Darin das Filet von jeder Seite 1 Minute braten. Herausnehmen.
Fett aus der Pfanne abgießen, die Brandade in die Pfanne füllen
und abseits vom Feuer unter Rühren erhitzen. Über das Filet
geben.
Beilage: Bratkartoffeln, Spinat.
Anmerkungen: Man kann das Filet auch flach drücken (auf 3 mm).
Dann verringert sich die Bratzeit pro Seite auf 30 Sekunden.

Pfälzer Saumagen
- Zutaten: 1 Schweinemagen, 700 g Schweinehack, 700 g
Mett, 700 g geschälte Kartoffeln, 4 EL Salz, 2 EL feingemahlener
schwarzer Pfeffer, ½ TL Muskat, ½ TL Kardamom, 1 feinzerstoßenes
Lorbeerblatt, 1 feinzerstoßene Vogelaugenchilischote, 5 Pimentkörner,
8 Korianderkörner, je 1 TL gerebelte Majoran- und Thymianblätter,
1 TL feingehackte Basilikumblätter, 100 g feingehackte Zwiebeln.
Zubereitung: Schweinemagen spülen. Kartoffeln in 2 l Wasser
mit 2 EL Salz zum kochen bringen. Hitze reduzieren. 5 Minuten köcheln
lassen. Abgießen. In Würfel (5 mm Kantenlänge) schneiden.
Kartoffeln und übrige Zutaten mit 2 EL Salz vermengen. Den Magen
an 2 Öffnungen zubinden. Zutaten von der dritten Öffnung
in den Magen füllen, ohne ihn zu prall zu füllen (evtl vorhandene
Übermenge beiseite legen). Dritte Öffnung zubinden. Magen
auf jeder Seite sechsmal mit einer Nadel einstechen. 3 l Wasser zum
Kochen bringen. Hitze reduzieren. Wenn das Wasser nicht mehr sprudelt,
Magen einlegen. 3 Stunden garen.
Beilage: Sauerkraut.
Anmerkungen: Die Füllung wird lockerer, wenn man statt Schweinehack
gewürfelten Schweinenacken (3 mm Kantenlänge) verwendet.
Hannelore Kohl, die Ehefrau eines 1982-1998 amtierenden Kanzlers der
Bundesrepublik Deutschland soll ein entsprechendes (milder gewürztes)
Rezept vorgelegt haben.- Ähnlich wird Haggis zubereitet. Nur
nimmt man anstelle eines Schweinemagens einen Schafsmagen, ersetzt
Schweinehack durch Lammhack, Mett durch feingehackte Innereien vom
Schaf (Leber, Lunge, Herz, Nieren, Milz) und Kartoffeln durch Haferflocken,
die allerdings entbehrlich sind. Der Verzicht darauf macht das Gericht
edler.- Haggis wird oft als schottisches Nationalgericht bezeichnet.
Der schottische Schriftsteller Robert Burns (1759-1796) hat dem Gericht
ein eigenes Gedicht gewidmet, das beim Burns Supper am 25. Januar
(Burns' Geburtstag) neben dem von der Tafelgesellschaft Hand in Hand
gesungenen Lied "Auld Lang Syne" regelmäßig vorgetragen
wird:
"Address to a Haggis
Fair fa'your honest, sonsie face,
Great chieftain o'the pudding race!
Aboon them a'ye tak your place,
Painch, tripe, or thairm:
Weel are ye wordy o'a grace
As lang's my arm.
The groaning trencher there ye fill,
Your hurdies like a distant hill,
Your pin wad help to mend a mill
In time o'need,
While thro'your pores the dews distil
Like amber bead."
"His knife see rustic Labour dicht,
An'cut you up wi'ready slicht,
Trenching your gushing entails bricht,
Like only ditch;
And then, O what a glorious sicht,
Warm-reekin, rich!
Then, horn for horn, they stretch an'strive:
Deil take the hindmaist! on they drive,
Till a'their weel-swall'd kytes belyve,
Are bent like drums,
Then auld Guidman, maist live to rive,
"Bethankit" hums.
Is there that o're his French ragout
Or olio that wad staw a sow,
Or fricassee wad mak her spew
Wi'perfect scunner,
Looks down wi'sneering, scornfu'view
On sic a dinner?
Poor devil! See him owre his trash,
As feckless as a wither'd rash,
His spindle shank, a guid whip-lash,
His nieve a nit;
Thro'bloody flood or field to dash,
O how unfit!
But mark the Rustic, haggis fed,
The trembling earth resounds his tread.
Clap in his wallie nieve a blade,
He'll make it whistle;
An'legs an'arms, an'heads will sned,
Like taps o'thrissle.
Ye Pow'rs wha mak mankind your care,
And dish them out their bill o'fare,
Auld Scotland wants nae skinskin ware
That jaups in luggies;
But if ye wish her gratefu'prayer,
Gie her a haggis!"
Die traditionelle Beilage zu Haggis sind Kartoffel- und Zuckerrübenpurée
(Neeps and Tatties) sowie scharf gewürzte Saucen. Als Getränk
wird zu Haggis vorzugsweise schottischer Whisky gereicht, aber auch
Wein und Bier sind statthaft. Nur einen Toast bringt man nicht aus
ohne ein Glas Whisky in der Hand.
Literatur: Escoffier (1921: 521-522), Burns (1993: 264 und 341).

Steak mit Rosmarin
- Zutaten: 1 zweifingerdickes Rinderkotelett ohne Filet,
1 Zwiebel, 2 Knoblauchze-hen, 2 cl Trester, 2 frische und 2 getrocknete
Tomaten, 2 Lorbeerblätter, 2 Chilischoten, 2 Pimentkörner,
24 schwarze Pfefferkörner, 1 Tasse Rotwein, 2 EL Rosmarinnadeln,
6 EL Olivenöl, Salz.
Zubereitung: Fleisch vom Knochen lösen und sauber zuschneiden.
3 EL Öl auf große Hitze bringen, Knochen und Parüren
darin kräftig anbraten, grob gehackte Zwiebel und grob geschnittene
Knoblauchzehen zugeben. Wenn alles schön braun ist, mit Trester
ablöschen, grob gehackte Tomaten, Lorbeerblätter, Piment,
Chili-schoten, 12 Pfefferkörner, Rotwein und 1 ½ EL Rosmarinnadeln
zugeben. Gut durchrühren. Wenn die Zutaten aufkochen, Hitze reduzieren.
2 ½ Stunden unter gelegentlicher Zugabe von Wasser köcheln
lassen. Es soll immer mindestens 1 Tasse Flüssigkeit im Topf
sein. Schmorgut unter kräftigem Drücken durch ein Sieb geben.
Ein paar Rosmarinnadeln einstreuen und auf kleiner Flamme weiter köcheln
lassen, mit Salz abschmecken. ½ EL Rosmarinnadeln mit ½
TL Salz und 12 Pfefferkörnern in der Gewürzmühle fein
mahlen. Fleisch darin wenden. 3 EL Öl auf gute Hitze bringen,
Fleisch darin von jeder Seite 5 Minuten braten, anschließend
für jeweils 15 Sekunden auch die Ränder anbraten. Fleisch
aus der Pfanne nehmen und 5 Minuten ruhen lassen, dann aufschneiden
und mit etwas Sauce übergießen. Restliche Sauce beistellen.
Beilage: Pommes Pont Neuf, Römersalat.
Anmerkungen: Wenn der Rosmaringeschmack nicht zu stark werden soll,
gibt man ihn insgesamt in die Sauce und brät das Fleisch ohne
Rosmarin, Pfeffer und Salz. Erst wenn das Fleisch fertig gebraten
ist, pfeffert und salzt man es.

Tournedos Rossini
- Zutaten: 1 kg Rinderfilet, 150 g schwarze Trüffeln,
500 g Gänsestopfleber, 200 g Butter, ¾ l Demi Glace, 1 Tasse
Madeira, 1 kg Weißbrot, 500 ml warmes, gut gedicktes Kalbs- oder
Rindergelée, 2 EL Salz, 2 EL grob gemahlener schwarzer Pfef-fer.
Zubereitung: Trüffeln schälen. Trüffelschale mit dem
Madeira zum Kochen bringen. Hitze reduzieren. Wenn der Madeira fast
verkocht ist, die Demi Glace zugeben. 1 ½ Stunden ziehen lassen.
Durch ein Sieb geben. Trüffeln je zur Hälfte fein hacken
beziehungsweise in dünne Scheiben hobeln. Die gehackten Trüffeln
in die Sauce geben. Sauce bei kleiner Hitze wieder aufs Feuer geben
und leise köcheln lassen. Weißbrot in 1,5 cm dicke Scheiben
schneiden und runde Scheiben mit 6 cm Durchmesser ausstechen. Scheiben
in 100 g Butter bei nicht zu großer Hitze von beiden Seiten
goldbraun rösten. Mit dem Gelée überziehen. Rinderfilet
in 4 cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben so zuschneiden, daß
sie alle etwa so groß sind wie die Brotscheibchen. Die Tournedos
in 75 g Butter von jeder Seite bei großer Hitze je 1 ½
Minuten braten. Warmstellen. Anschließend salzen und pfeffern.
Die Leber in 1 cm dicke Scheiben schneiden und so zuschneiden, daß
sie in der Größe den Brotscheibchen und den Tournedos entsprechen.
Leberscheiben bei mittlerer Hitze von jeder Seite je 1 Minute braten.
Salzen und pfeffern. Leberreste durch ein Sieb in die Sauce drücken
und mit der Sauce und 25 g grob gewürfelter kalter Butter verquirlen.
Auf jede Brotscheibe ein Tournedos geben, darüber ein Stück
Leber, darüber 1 EL gehobelte Trüffeln und darüber
2 EL Sauce.
Beilage: Selleriepurée, Zuckerschoten.
Anmerkungen: Klassisch serviert man Tournedos Rossini ohne weitere
Beilagen. Heute bevorzugt man es, farblich abgestimmte Beilagen zu
reichen (auch glacierte Karotten, Gratin-Kartoffeln oder ähnliches).
Dafür läßt man dann meistens die Brotscheibchen weg.-
Das Gericht ist benannt nach dem Opernkomponisten Gioacchino Rossini
(1792-1868), für den es aus Anlaß der Uraufführung
seines "Guillaume Tell" kreiert worden sein soll.
Literatur: Escoffier (1921: 442).

Entrecôte mit Rotweinsauce
- Zutaten: 2 zweifingerdicke Scheiben Entrecôte,
500 g Rinderknochen, 2 cl Cognac, 1 mittelgroße Zwiebel, ¼
Sellerieknolle, 1 Stengel Selleriekraut, 1 Karotte, 4 Stengel Petersilie,
3 mittelgroße Tomaten, 1 Stange Lauch, 3 kleine rote Chilischoten,
½ Petersilienwurzel, 20 schwarze Pfefferkörner, 3 Nelken,
1 EL Salz, 2 TL grob gemahlener schwarzer Pfeffer, 75 g gut gekühlte
Butter, 1 Tasse trockener Rotwein, 4 EL Olivenöl.
Zubereitung: Knochen in 2 EL Öl kräftig anbraten. Mit Cognac
ablöschen. Zwiebel, Sellerie, Karotte, Petersilie, Petersilienwurzel
Tomaten, Lauch und Chilischoten grob hacken. Mit 1 ½ l Wasser,
Pfefferkörnern und Nelken zu den Knochen geben. Aufkochen lassen,
Hitze reduzieren. 2 ½ Stunden köcheln lassen. Sud durch
ein Sieb geben. Sud auf eine Tasse einkochen. Rotwein zugeben. Mischung
auf eine Tasse einkochen. Butter esslöffelweise mit ½
EL Salz in kleinen Würfeln unter den Sud rühren. Entrecôtes
in 2 EL Olivenöl bei gut mittlerer Hitze von einer Seite 2 Minuten
anbraten, wenden, 5 Minuten von der anderen Seite braten, nochmals
wenden und weitere 3 Minuten braten. Entrecôtes mit ½
EL Salz und dem grob gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreuen.
Beilage: Rosenkohl, Röstkartoffeln.
Anmerkungen: Genauso kann man Filetsteak und so weiter zubereiten.
Literatur: Escoffier (1921: 421).

Entrecôte Mirabeau
- Zutaten: 2 zweifingerdicke Scheiben Entrecôte,
1 TL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer Peffer, 50 g geklärte Butter,
2 EL Sardellenbutter, 2 Sardellen, 2 entkernte schwarze Oliven.
Zubereitung: Entrecôtes von beiden Seiten salzen und pfeffern
und in der geklärten Butter bei großer Hitze von beiden
Seiten je 2 Minuten braten. Fleisch vom Feuer nehmen. Mit der Sardellerbutter
auf der Oberseite bestreichen. Für 15 Minuten in den auf 80°
C vorheizten Ofen geben. Sardellen in feine Streifen schneiden. Oliven
feinwürfeln. Sardellen und Oliven auf die Entrecôtes geben.
Beilage: Crème Dubarry, grüne Bohnen, Purée Crécy.
Anmerkungen: Wie ich verschiedentlich las, ist der Namenspatron des
Gerichts Victor de Riqueti, der durch erotische Romane einer breiteren
Öffentlichkeit bekannt gewordene Marquis de Mirabeau (1749-1791).
Literatur: Escoffier (1921: 422).

Rinderfilet im Lammnetz
- Zutaten: 1 Mittelstück vom Rinderfilet (500 g),
1 Lammnetz, 1 TL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Rinderfilet in das Lammnetz wickeln. Überstehende
Teile des Lammnetzes abschneiden. Im vorgeheizten Ofen auf dem Rost
10 Minuten bei 200° C braten. Hitze auf 150° C reduzieren,
10 Minuten weiterbraten. Aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten ruhen lassen.
Salzen und Pfeffern.
Beilage: Chili-Tomaten-Sauce, gebackene Kartoffeln, Knoblauch-Petersilien-Joghurt
oder Schnittlauch-Quark.
Anmerkungen: Genauso wird Chateaubriand zubereitet - nur ohne Netz..

Rinderfiletspitzen Stroganow
- Zutaten: 1 kg Rinderfilet, 1 Zwiebel, 250 g Champignons,
150 g gekochte Rote Beeten, 1 EL Senf, 250 g Crème Fraîche,
1 EL scharfer Senf, 1 TL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 2
EL feingehackte Petersilie, 3 EL Sonnenblumenöl, 50 g Butter.
Zubereitung: Rinderfilet in Streifen schneiden, in Sonnenblumenöl
und Butter unter Rühren bei großer Hitze 1 Minute kräftig
anbraten, aus der Pfanne nehmen. Zwiebel feinhacken, Champignons vierteln,
Rote Beeten in Streifen schneiden. Zwiebel bei mittlerer Hitze in
der Pfanne glasig werden lassen. Rote Beeten und Champi-gnons zugeben.
Pfanne zudecken. 3 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen. Abgießen.
Mit Sahne und Senf zurück in die Pfanne geben. Hitze erhöhen.
5 Minuten ohne Deckel kochen. Rinderfilet sowie Salz und Pfeffer zugeben.
2 Minuten weitergaren. Mit der Petersilie überstreuen.
Beilage: Reis.
Anmerkungen: Manche lieben es, dem Gericht mit dem Fleisch gewürfelte
Gewürz- oder Salzgurken zuzufügen (100 g) oder auch 1 TL
Zucker. Um die Sauce anzureichern, kann man mit Senf und Sahne ½
Tasse Velouté zufügen.- Die Familie Stroganow erhielt,
so wird berichtet, von Zar Iwan IV. ("dem Schrecklichen")
im Jahre 1558 ein Privileg zur Ausbeutung Sibirens. Sie soll dadurch
bemerkenswerten Reichtum erlangt und später Zar Peter dem Großen
die finanziellen Mittel zur Errichtung von St. Petersburg ermöglicht
haben, wofür dieser sich, wie ich hörte, mit der Aufhebung
des Privilegs bedankte. Nach welchem der Stroganows das Gericht benannt
sein könnte, ist nicht bekannt. Es heißt, die Familie sei
nach der Oktoberrevolution aus Rußland geflohen und habe sich
in Paris niedergelassen. Da weder Carême noch Escoffier das
Rezept erwähnen, darf man annehmen, daß es aus dem XX.
Jahrhundert stammt oder - andere Möglichkeit - von der Familie
beziehungsweise einem ihrer Köche mitgebracht wurde. So wird
berichtet, Ayn Rand habe die Rinderfiletspitzen Stroganow geschätzt
und gelegentlich auch selbst zubereitet. Sie verließ Rußland
erst 1925, was dafür spricht, daß sie das Gericht bereits
kannte, als sie in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderte.
Aber bis auf weiteres gilt wohl, wie bei den meisten Rezepten: Zeit
und Ort der Entstehung sind nicht bekannt.

Rinderfilet Wellington
- Zutaten: 1 kg Rinderfilet (Mittelstück), 2 mittelgroße
Zwiebeln, 500 g Champignons, ½ Tasse fein gehackte Petersilie,
2 EL Salz, 2 EL feingemahlener schwarzer Pfeffer, 250 g Sahne, 4 cl
Weinbrand, 125 g Butter, 3 EL Sonnenblumenöl, ein Hühnerei,
Ein 30 x 30 cm großes Stück Blätterteig (gut gekühlt,
aber nicht gefroren).
Zubereitung: Zwiebeln und Champignons feinhacken und mit 1 EL Salz
und 1 EL Pfeffer in 50 g Butter bei mittlerer Hitze 15 Minuten unter
gelegentlichem Rühren schmoren. Mit Weinbrand ablöschen.
Sahne zugeben und weitere 15 schmoren. Nötigenfalls Hitze erhöhen,
damit die Masse stark dickt. Petersilie unterrühren und beiseite
stellen. Rinderfilet bei guter Hitze in 50 g Butter und 3 EL Sonnenblumenöl
ringsum insgesamt 10 Minuten anbraten bzw. bis es außen ringsum
eine schöne braune Farbe hat. Das Filet mit 1 EL Salz und EL
Pfeffer bestreuen. 10 Minuten ruhen lassen. Das Ei kräftig schlagen,
bis es gut vermengt und leicht schaumig ist. Blätterteig auf
einer breiten Bahn Klarsichtfolie ausbreiten. Auf die Mitte des Blätterteigs
die Hälfte der Champignon-Zwiebel-Mischung (Duxelles) geben und
das Rinderfilet darauf legen. Die zweite Hälfte der Champignon-Zwiebel-Mischung
über das Rinderfilet löffeln. Diese Füllung in den
Blätterteig einrollen, indem man den Teig mit der Klarsichtfolie
über die Füllung rollt. Der Blätterteig soll sich in
Rollrichtung 5 cm überlappen. An der Überlappungsstelle
den Blätterteig innen und außen mit Ei bestreichen und
vorsichtig fest zusammendrücken. Überstehenden Blätterteig
abschneiden. Den Teig dann von links und rechts soweit kürzen,
daß er sich ohne allzu lange Randstücke beiderseitig verschließen
lässt. Randstücke mit Ei einstreichen, etwas einrollen und
vorsichtig fest zusammendrücken. Ofen auf 200° C vorheizen.
Auf einem Backblech 25 g Butter verreiben. Die Blätterteigrolle
von der Folie auf das Backblech rollen. Auf der Oberseite der Rolle
in der Mitte ein 1 cm großes Loch ausstechen. Die Rolle auf
der Oberseite mit Ei bestreichen. Aus den Blätterteigresten Blumen-
oder andere Muster ausstechen und auf die Rolle legen. Diese Muster
ebenfalls mit Ei bestreichen. 30 Minuten backen bzw. bis der Teig
goldbraun ist.
Beilage: Cumberland Sauce, Herzogin-Kartoffeln, weißer Spargel.
Anmerkungen: Der Legende zufolge soll das Gericht erstmalig nach
der Schlacht bei Waterloo bzw. Belle-Alliance (18. Juni 1815) für
Arthur Wellesley, den Herzog von Wellington, zubereitet worden sein,
allerdings nicht mit Rinder-, sondern mit Roßfilet. Ob der (72jährige)
preußische Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher
("General Vorwärts") mitaß, der die Schlacht
zugunsten des schon fast geschlagenen Wellingtons ("Ich wollte,
es wäre Nacht oder die Preußen kämen!") gewendet
hatte, ist nicht bekannt

Sukiyaki
- Zutaten: 200 g Rinderfilet, 3 EL ausgelassenes Nierenfett
vom Rind, 8 Shiitake, 100 g für 45 Minuten in Salzwasser gekochte
Bambussprossen, 50 g Sojabohnensprossen, ½ Tasse in kaltem Wasser
eingeweichte, abgetropfte Glasnudeln (Industrieprodukt), 4 in 4 cm lange
Stücke geschnittene Lauchzwiebeln, 2 Tassen Sake, 1 Tasse Sojasauce
(Industrieprodukt), 1 Tasse Zucker, 1 EL feingeriebene Ingwerwurzel.
Zubereitung: Filet in 2 mm dünne Scheiben schneiden. Shiitake
in 3 mm dünne Scheiben schneiden. Bambussprossen in 3 mm dünne,
rechteckige Stücke schneiden. In einem großen Wok oder
einer großen Pfanne bei gut mittlerer Hitze das Nierenfett umschwenken.
Unter Rühren Sake, Sojasauce, Zucker und Ingwer zufügen.
Wenn der Sud zu köcheln beginnt, die Zutaten für je 4 Minuten
hineingeben, das Fleisch nur für 1 Minute. .
Beilage: Reis, rohes Eigelb (zum Einstippen für das Fleich und
eventuell die anderen Zutaten), Karotten-Rettich-Salat.
Anmerkungen: Alternative oder ergänzende Zutaten können
unter anderem Lauch, Karotten, Tofu oder Chinakohl sein.

Gulasch (Pörkölt, Paprikàs)
- Zutaten: 250 g Rinderkeule ohne Knochen, 1 mittelgroße
Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 2 Tomaten, 2 EL Rosenpaprika, ½ TL
Salz, ½ TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 3 EL Schweineschmalz,
1 Tasse Rotwein.
Zubereitung: Fleisch in grobe Würfel schneiden. Schmalz in der
Pfanne stark erhitzen. Fleisch darin unter Wenden kräftig anbraten.
Mit ein bißchen Rotwein ablöschen. Hitze etwas reduzieren.
Fein gehackte Zwiebel zugeben. Unter Rühren Zwiebel gut Farbe
annehmen lassen. Durchgepresste Knoblauchzehe sowie ge-schälte
und entkernte Tomaten zugeben. Hitze weiter reduzieren. Restlichen
Wein zufügen. Zwei Stunden unter gelegentlichem Umrühren
schmoren lassen. Eventuell zwischendurch Wasser zuschütten, damit
das Fleisch immer zu rund einem Drittel in Flüssigkeit liegt.
Salz, Pfeffer und Paprika zufügen. ½ Stunde weiter-schmoren.
Beilage: Gurkensalat; Tarhonya, Makkaroni oder Salzkartoffeln.
Anmerkungen: Im Herkunftsland des Gerichts, in Ungarn, gibt es noch
das sogenannte Kesselgulasch, das während des Garens mit gewürfelten
Kartoffeln angereichert wird.- Der deutsche Begriff "Gulasch"
leitet sich vermutlich von Gulyàs her, einem mehr suppig, also
mit mehr Flüssigkeit angelegten Gericht, das in Deutschland dementsprechend
als Gulaschsuppe bezeichnet wird. Das hier beschriebene Gulasch heißt
in Österreich auch Wiener Gulasch.- Szegediner Gulasch ist eine
Mischung aus Gulasch, Sauerkraut, Kartoffeln und (saurer) Sahne.-
Als "Rosenpaprika" wird in Deutschland scharfes Paprikapulver
bezeichnet.

Pfefferpotthast
- Zutaten: 250 g Rinderkeule ohne Knochen, 3 Tassen in
schmale Streifen geschnittene Zwiebeln, ½ TL Salz, 2 TL gemahlener
schwarzer Pfeffer, 3 EL Butter-schmalz.
Zubereitung: Fleisch in Scheiben schneiden. Fett in der Pfanne stark
erhitzen. Fleisch darin unter Wenden kräftig anbraten. Hitze
etwas reduzieren. Zwiebeln zugeben. Unter Rühren Zwiebeln gut
Farbe annehmen lassen. Mit wenig Wasser ablöschen. Salzen und
pfeffern. 2 ½ Stunden schmoren. Dabei immer wieder Was-ser
zufügen.
Beilage: Salzkartoffeln, Blumenkohl mit Holländischer Sauce.
Anmerkungen: Dieses westfälische Gericht ist eine der zahlreichen
Varianten von ??????? bzw. Carbonade.

Schaschlik
- Zutaten: Je 150 g zartes Fleisch vom Rind, Schwein
und Lamm, 100 g durchwachsener Speck, 2 EL Butterschmalz, 2 TL Thymian,
2 TL Salz, 2 TL fein gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 rote Paprikaschote,
4 kleine Zwiebeln.
Zubereitung: Zwiebeln längs halbieren. Paprika erst längs
vierteln, entstrunken und entkernen und dann quer in insgesamt 16
Stücke schneiden. Fleisch in nicht zu grobe Würfel, Speck
in dünne Scheiben schneiden. Fleisch salzen, pfeffern und mit
Thymian bestreuen. Auf acht Spieße jeweils abwechselnd zwei
Stücke Rind, Speck, Paprika, Lamm und eine halbe Zwiebel stecken.
Das Rost eines Holzkohlengrills mit etwas Butterschmalz bestreichen
und die Spieße bei nicht zu großer Hitze von vier Seiten
jeweils 8 Minuten grillen. Zwischendurch das Rost immer wieder mit
dem Butterschmalz bestreichen.
Beilage: Frisches Weißbrot, ????????, Römersalat.
Anmerkungen: Man kann auch anderes Fleisch nehmen: Reh, Pute, Poularde,
Hirsch, Hase, Springbock zum Beispiel; und statt Speck Cabanossi.
Wenn man Schaschlik in der Pfanne zubereiten möchte, zerlässt
man das Butterschmalz bei gut mittlerer Hitze und brät die Spieße
darin von jeder Seite 6 bis 7 Minuten. Für ???????? verzichtet
man auf Lamm und Rind und verwendet Schwein. Außerdem lässt
man Paprika und Zwiebeln weg und nimmt statt Butterschmalz Olivenöl.
Das gleiche gilt für Shish Kebab, wo man allerdings Schwein durch
Lamm ersetzt.

Ochsenschwanzragoût
- Zutaten: 1 Ochsenschwanz, 2 große grobgewürfelte
Zwiebel, 1 große zerdrückte Knoblauchzehe, 4 kleine getrocknete
Chilischoten, 3 Pimentkörner, 2 Lorbeerblätter, 2 grob gehackte
frische Tomaten, 1 grob gehackte getrocknete Tomate, 2 cl Gin, 1 TL
Liebstöckl, 1 TL Oregano, 20 Pfefferkörner, 1 TL Salz, 1 TL
gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 TL Rosenpaprikapulver, 7 EL Olivenöl,
1 Tasse dunkler Rotwein.
Zubereitung: Ochsenschwanz enttalgen und an den Bandscheiben quer
in Stücke schneiden. 4 EL Olivenöl kräftig erhitzen.
Ochsenschwanzstücke darin rundum anbraten. 1 gewürfelte
Zwiebel zugeben und, wenn sie Farbe angenommen hat, mit Gin ablöschen.
Alle übrigen Zutaten außer Salz zugeben, die Mischung knapp
mit Wasser bedecken und sprudelnd zum Kochen bringen. Abschäumen.
Hitze reduzieren und drei Stunden köcheln lassen. Ochsenschwanz
aus dem Sud nehmen und Fleisch von den Knochen lösen. Brühe
durch ein Sieb geben und Fett abschöpfen. Rotwein zu der Brühe
geben, auf ½ l einkochen. Salzen. Das Fleisch mit 1 gewürfelten
Zwiebel in 3 EL Öl kräftig anbraten, unter Rühren mit
der Sauce übergießen und auf kleiner Hitze fünf Minuten
ziehen lassen. Gemahlenen Pfeffer und Rosenpaprikapulver unterrühren.
Beilage: Blumenkohl mit zerlassener Butter und Muskatnuß.
Anmerkungen: Die zur Sauce eingekochte Brühe soll dickflüssig
sein. Falls nötig Brühe mit 1 (in ½ Tasse Wasser
aufgelösten) gehäuften EL Mehl andicken.

Ochsenschwanzragoût in Blätterteig
- Zutaten: 1 Ochsenschwanz, 2 große grobgewürfelte
Zwiebel, 1 große zerdrückte Knoblauchzehe, 4 kleine getrocknete
Chilischoten, 3 Pimentkörner, 2 Lorbeerblätter, 2 grobgehackte
frische Tomaten, 1 grobgehackte getrocknete Tomate, 2 cl Gin, 1 TL Liebstöckl,
1 TL Oregano, 20 Pfefferkörner, 1 TL Salz, 1 TL gemahlener schwarzer
Pfeffer, 1 TL Rosenpaprikapulver, 7 EL Olivenöl, 1 Tasse dunkler
Rotwein. 8 runde Blätterteigscheiben von 10 cm Durchmesser, 4 verrührte
Eigelb, 1 Tasse Pflaumensauce.
Zubereitung: Ochsenschwanz enttalgen und an den Bandscheiben quer
in Stücke schneiden. 4 EL Olivenöl kräftig erhitzen.
Ochsenschwanzstücke darin rundum anbraten. 1 gewürfelte
Zwiebel zugeben und, wenn sie Farbe angenommen hat, mit Gin ablöschen.
Alle übrigen Zutaten außer Salz zugeben, die Mischung knapp
mit Wasser bedecken und sprudelnd zum Kochen bringen. Abschäumen.
Hitze reduzieren und drei Stunden köcheln lassen. Ochsenschwanz
aus dem Sud nehmen und Fleisch von den Knochen lösen. Brühe
durch ein Sieb geben und Fett abschöpfen. Rotwein zu der Brühe
geben, etwas einkochen. 1 Tasse abschöpfen und den Rest auf ½
l einkochen. Salzen (½ TL). Das Fleisch mit 1 gewürfelten
Zwiebel in 3 EL Öl kräftig anbraten, unter Rühren mit
der Sauce übergießen und auf kleiner Hitze fünf Minuten
ziehen lassen. Gemahlenen Pfeffer und Rosenpaprikapulver unterrühren.
Abkühlen lassen. Je 1 EL Ochsenschwanzragoût auf eine Blätterteigscheibe
geben. Die Blätterteigscheiben halbmondförmig zusammendrücken,
mit etwas verrührtem Eigelb bestreichen und im vorgeheizten Ofen
bei mittlerer Hitze 15 Minuten backen. Die abgeschöpfte Tasse
Brühe mit der Pflau-mensauce auf eine Tasse einkochen, salzen
(¼ TL) und auf eine Platte gießen. Mit den Blätterteighalbmonden
belegen. Nicht verwendete Füllung um Halbmonde verteilen.
Beilage: Gemischter Salat.

Ochsenschwanzragoût mit Gemüsen
- Zutaten: 1 Ochsenschwanz, 2 große grob gewürfelte
Zwiebel, 2 große zerdrückte Knoblauchzehen, 4 kleine getrocknete
Chilischoten, 3 Pimentkörner, 1 EL grob gehackter Ingwer, 2 grob
gehackte frische Tomaten, 1 grob gehackte getrocknete Tomate, 8 cl Sake,
1 EL gehackte Petersilie, 1 EL Korianderkraut, 20 Pfefferkörner,
1 TL Salz, 1 ganzes Stück Sternanis, 7 EL Sonnenblumenöl,
4 grob gewürfelte Paprikaschoten, 250 g in dünne Scheiben
geschnittene Champignons, 3 gestiftelte Karotten, gemahlene Gewürzmischung
(aus ½ Stück Sternanis, 1 TL Fenchelsamen, 2 EL Szechuanpfeffer,
6 kleinen getrockneten Chilischoten, 1 Stange Zimt und 4 Nelken), 4
EL Sojasauce (Industrieprodukt), ¼ TL Sesamsamenöl.
Zubereitung: Ochsenschwanz enttalgen und an den Bandscheiben quer
in Stücke schneiden. 4 EL Öl kräftig erhitzen. Ochsenschwanzstücke
darin rundum anbraten. 1 gewürfelte Zwiebel zugeben und, wenn
sie Farbe angenommen hat, mit 4 cl Sake ablöschen. Knoblauch,
4 Chilischoten, Piment, Ingwer, Tomaten, Petersilie, Korianderkraut
und Pfeffer zugeben. Die Mischung knapp mit Wasser bedecken und sprudelnd
zum Kochen bringen. Abschäumen. Hitze reduzieren und drei Stunden
köcheln lassen. Ochsenschwanz aus dem Sud nehmen und Fleisch
von den Knochen lösen. Brühe durch ein Sieb geben, Fett
abschöpfen, auf ½ l einkochen. Sal-zen (½ TL).
1 gewürfelte Zwiebel in 3 EL Öl glasig werden lassen, Paprika,
Champignons, Karotten zugeben. Umrühren. Mit 4 cl Sake und 4
EL Sojasauce ablöschen. Gemahlene Gewürze (Sternanis, Fenchel,
Szechuanpfeffer, Chili, Zimt, Nelken) zugeben. Umrühren. Fleisch
zufügen. Unter Rühren esslöffelweise mit der entfetteten
Brühe übergießen und 10 Minuten auf großer Hitze
schmoren lassen. Vom Feuer nehmen und Sesamsamenöl unterrühren.
Beilage: gekochter Reis.

Ochsenschwanzragoût in Currysauce
- Zutaten: 1 Ochsenschwanz, 2 große grobgewürfelte
Zwiebeln, 2 große zerdrückte Knoblauchzehen, 4 Vogelaugenchilischoten,
3 Pimentkörner, 1 EL grob gehackte Ingwerwurzel, 14 grob gehackte
frische Tomaten, 1 grob gehackte getrocknete Tomate, 2 EL Palmzucker,
2 cl Arrak, 20 Pfefferkörner, 1 TL Salz, 7 EL Butterschmalz, Curry
(aus 6 Vogelaugenchilischoten, ½ TL Kardamom, ½ Tasse
Curry-blättern (murraya koenigiii), 1 EL Gelbwurzwürfeln,
30 Korianderkörnern, 20 Pfefferkörnern, 4 Nelken, 1 TL feingeriebener
Ingwerwurzel, 1 getrockneten Tomate).
Zubereitung: Ochsenschwanz enttalgen und an den Bandscheiben quer
in Stücke schneiden. 4 EL Butterschmalz kräftig erhitzen.
Ochsenschwanzstücke darin rundum anbraten. 1 gewürfelte
Zwiebel zugeben und, wenn sie Farbe angenommen hat, mit Arrak ablöschen.
Knoblauch, 4 Chilischoten, Piment, Ingwer, 2 frische Tomaten, 1 getrocknete
Tomate und 20 Pfefferkörnern zugeben. Die Mischung knapp mit
Wasser bedecken und sprudelnd zum Kochen bringen. Abschäumen.
Hitze reduzieren und drei Stunden köcheln lassen. Ochsenschwanz
aus dem Sud nehmen, Fleisch von den Knochen lösen und alle Sehnen
und Häute entfernen. Brühe durch ein Sieb geben, Fett abschöpfen.
Brühe auf ½ l einkochen. Salzen (½ TL). 1 gewürfelte
Zwiebel in 3 EL Butterschmalz glasig werden lassen, Tomaten und Palmzucker
zugeben. Eine Stunde bei kleiner bis mittlerer Hitze köcheln
lassen, durch ein Sieb pressen. Currygewürze mahlen und mit der
Brühe zu den durchgepressten Tomaten und Zwiebeln geben. Umrühren.
Fleisch zufügen. Unter Rühren 15 Minuten auf mittlerer Hitze
schmoren lassen.
Beilage: gekochter Reis, Chutney, gewürfelte Bananen, gewürfelte
Äpfel, gewürfelte Rote Beeten, geröstete Pinienkerne,
gewürfelte Gewürzgurken.

Ochsenschwanzragoût mit Kartoffeln und
Tomaten
- Zutaten: 1 Ochsenschwanz, 4 EL Maisöl, 2 EL helle
Sojasauce (Industrieprodukt), 1 EL Salz, 1 TL gemahlener weißer
Pfeffer, 4 EL fein gehackte Korianderwurzel, 500 g nicht zu fein gewürfelte
mehligkochende Kartoffeln, 500 g entkernte, nicht zu fein gewürfelte
Tomaten (mit Schale), 20 in dünne Scheiben geschnittene grüne
Chilischoten, 5 fein gehackte mittelgroße Zwiebeln, 2 durchgepresste
Knoblauchzehen, 1 EL Palmzucker, 1 EL fein gehackte Ingwerwurzel, 2
EL gehackte Korianderblätter.
Zubereitung: Ochsenschwanz enttalgen und an den Bandscheiben quer
in Stücke schneiden. 4 EL Maisöl kräftig erhitzen.
Ochsenschwanzstücke darin rundum anbraten. 1 ½ l Wasser
zum Sieden bringen. Ochsenschwanz, Sojasauce, Salz, Pfeffer, Korianderwurzel
und Palmzucker zugeben. 2 ¼ Stunden bei mäßiger
Hitze köcheln lassen. Ochsenschwanz herausheben. Fleisch von
den Knochen lösen. Mit Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch
und Ingwer zurück in den Sud geben. 15 Minuten weiterkochen.
Korianderblätter unterrühren.
Beilage: gekochter Reis.

Roastbeef
- Zutaten: 1 kg Rinderrücken ohne Knochen, 4 EL
Schweineschmalz.
Zubereitung: Rinderrücken von allen Seiten bei guter Hitze anbraten.
Hitze reduzieren und auf der Ober- und Unterseite in je 15 Minuten
fertigbraten. Abseits vom Feuer 15 Minuten ruhen lassen.
Beilage: Salz, Pfeffer, Béarnaise, Bratkartoffeln.
Anmerkungen: Roastbeef wird meistens kalt gegessen. Am besten schmeckt
es jedoch, wenn es noch lauwarm ist. Roastbeef soll bei der Zubereitung
nur außen eine braune Schicht bekommen, innen darf es allenfalls
rosa werden, aber nicht zu sehr.

Rinderroulade
- Zutaten: 1 Scheibe aus der Rinderkeule (ca 1 cm dick),
½ TL scharfer Senf, 1 kleine, geschälte Zwiebel, 2 sehr
dünne Scheiben durchwachsener Speck, ½ TL Salz, 1 TL feingemahlener
schwarzer Pfeffer, 1 EL Butter, 1 EL Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Rindfleischscheibe klopfen, salzen, pfeffern, mit Senf
bestreichen und mit Speck belegen. Zwiebel in Streifen schneiden und
über den Speck streuen. Rindfleischscheibe von einer Seite her
aufrollen, mit zwei Küchen- bzw. Rouladennadeln fixieren. Butter
und Sonnenblumenöl stark erhitzen. Rinderrolle darin ringsum
kräftig anbraten. Hitze reduzieren, 1 Tasse Wasser zufügen,
Deckel auflegen und 2 Stunden schmoren.
Beilage: gekochter Rosenkohl, Salzkartoffeln.
Anmerkungen: Es ist nicht unpopulär, die Füllung von Rinderrouladen
durch Gurken- und Karotten-streifen zu ergänzen. Manche fügen
auch Käsestreifen hinzu sowie Thymian oder andere Kräuter.
Außerdem kann man das Wasser durch Demi glace oder Wein ersetzen,
vor dem Braten Zwiebeln im Bratenfett anschwitzen oder sogar, wenn
die Rouladen angebraten sind, Schmorgemüse (Lauch- und Karottenscheiben,
Petersilie oder Petersilienwurzeln, Knoblauch, Tomaten), und diverse
Gewürze (Chili, Nelken oder Piment, Oregano) hinzufügen.
In dem Fall gibt man den Schmorsaft nach dem Herausheben der Roulade
durch ein Sieb und kocht ihn mit in Wasser oder Wein verrührtem
Mehl noch einmal auf, um ihn zu binden. Zur Verfeinerung wird gerne
Sahne zugefügt (z. B Schmant, Créme double oder Schlagsahne),
öfter auch Paprikapulver.- Farsu Magru wird ähnlich zubereitet.
Der Hauptunterschied besteht darin, daß man eine 2 cm dicke
Scheibe Fleisch nimmt, die man von der langen Seite soweit aufschneidet,
daß sie sich aufklappen läßt, aber ein Stück
bleibt. Ansonsten verfährt man genauso wie bei einfachen Rouladen.
Bei der Füllung für diese sizilianische Zubereitung verzichtet
man auf Senf, nimmt aber in jedem Fall Käse hinzu. Das Wasser
zum Schmoren ergänzt man mit Spanischer Sauce oder Pizzaiola.

Geschmorte Rinderkeule provenzalisch
- Zutaten: 2 kg Rinderkeule ohne Knochen, 1 zerdrückte
Knoblauchzehe, 6 ganze Knoblauchzehen, 1 grob gehackte mittelgroße
Zwiebel, 1 Bund schlichte Petersilie, 25 schwarze Pfefferkörner,
1 mittelgroßer Thymianzweig, 10 Salbeiblätter, 4 Lorbeerblätter,
Schale von 1 Apfelsine, 1 l trockener Weißwein, 2 cl Cognac, 4
Nelken, 6 EL Olivenöl, 750 g in dünne Scheiben geschnittene
Karotten, 200 g geschabter in dünne Scheiben geschnittener Stangensellerie,
250 g Champignons, 250 g kleine Zwiebeln, 200 g in dünne Scheiben
geschnittener fetter Speck, 500 g gehäutete, entkernte und grobgewürfelte
Tomaten, 150 g entkernte, in breite Streifen geschnittene schwarze Oliven,
½ geriebene Muskatnuß, 1 EL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer
Pfeffer.
Zubereitung: Rinderkeule in grobe Würfel schneiden. Würfel
in Wein mit gehackter Zwiebel, Thymian, Petersilie, 2 EL Olivenöl,
Salbei, zerdrückter Knoblauchzehe, Lorbeerblättern, Cognac,
Nelken und Apfelsinenschale 6 Stunden marinieren. Würfel aus
der Marinade nehmen, abtropfen lassen und in 4 EL Olivenöl bei
mittlerer Hitze rundum anbraten. In demselben Öl die Karotten
und den Sellerie 5 Minuten braten. ½ EL, 1 TL Pfeffer und die
Muskatnuß zugeben. Umrühren. Aus dem Öl nehmen. Die
Fleischmarinade aufkochen, 15 Minuten bei reduzierter Hitze ziehen
lassen, durch ein Sieb geben. Speck kurz in kochendem Wasser blanchieren.
Abtropfen lassen. Den Boden eines Schmortopfes damit auslegen. Alle
übrigen Zutaten mischen und zusammen mit der Marinade darüber
geben. Im vorgeheizten Ofen bei mittlerer Hitze 4 Stunden schmoren.
Beilage: Salzkartoffeln, Nudeln, Römersalat.
Anmerkungen: Alle Stunde sollte man die Flüssigkeitsmenge kontrollieren
und gegebenenfalls Rinderbrühe zugeben. Bei einem sehr fest schließenden
oder mit Teig versiegelten Topf erübrigt sich das.

Rindfleisch mit grünen Chilies und weißen
Auberginen
- Zutaten: 500 g Rinderkotelett (ohne Knochen und Fett),
¾ l Kokusnußmilch, 2 EL thailändische Fischsauce (z.
B. Nam Plaa), 1 EL Palmzucker, 10 kleine weiße Auberginen (geviertelt),
4 mittelgroße frische rote Chilschoten (geviertelt und entkernt),
5 bis 6 Kaffir-Limetten-Blätter (in nicht zu kleine Stücke
geschnitten), 30 kleine Blätter Thaibasilikum, 25 kleine grüne
Chilischoten (in dünne Scheiben geschnitten), 2 bis 3 grob gehackte
Schalotten, 2 zerdrückte Knoblauchzehen, 1 EL Galgant (gewürfelt),
1 Stengel Zitronengras (in dünne Scheiben geschnitten), 1 EL gemahlene
Korianderkörner, 1 EL Salz, 1 EL thailändische Garnelenpaste,
1 EL gehackte Korianderwurzel, 1 TL gemahlener weißer Pfeffer,
dünn abgehobene Schale von 1 Kaffir-Limette (gehackt).
Zubereitung: Rindfleisch in 0,5 cm dicke Scheiben, dann in etwas
breitere, nicht zu lange Streifen schneiden. Schalotten, Knoblauch,
Galgant, Zitronengras, Korianderkörner und -wurzel, Salz, Garnelenpaste
und Limettenschale (im Mörser) mit etwas Kokusnußmilch
zu Brei verarbeiten. Diese Mischung unter Rühren mit der restlichen
Kokusnußmilch sowie den grünen Chilis zum Kochen bringen.
Rindfleisch, Fischsauce, Palmzucker, Auberginen, rote Chilis und Limettenblätter
zugeben. Erneut aufkochen lassen. Hitze stark reduzieren. Zehn Minuten
ziehen lassen. Mit den Basilikumblättern bestreuen.
Beilage: gekochter Reis.
Anmerkungen: Statt thailändischer Fischsauce kann man auch Liquamen
nehmen, das allerdings einen höheren Salzgehalt hat. Man nimmt
in diesem Fall nur 1 EL und würzt gegebenenfalls vor Beigabe
der Basilikumblätter noch einmal nach.

Marinierte Fleischspießchen (Satay)
- Zutaten: Je 200 g Hähnchenbrust-, Rinder- und
Schweinefilet, 1 EL feingemahlene Gelbwurz, 1 EL Palmzucker, 1 TL feingemahlene
Korianderkörner, ½ TL Kreuzkümmel, 4 EL Maisöl,
1 EL feine thailändische Fischsauce oder Liquamen, 2 durchgepreßte
Knoblauchzehen.
Zubereitung: Fleisch in nicht zu dünne Streifen schneiden. Übrige
Zutaten im Mörser zu Brei verarbeiten. Fleischstreifen in dem
Brei 1 Stunde marinieren und dann schlangenförmig auf Holzstäbchen
stecken. Über Holzkohle von jeder Seite 3 Minuten grillen.
Beilage: süßsaure Gurkensauce, Erdnußsauce, Reis.
Anmerkungen: Statt das Fleisch zu grillen, kann man es auch mit 4
EL Maisöl in der Pfanne braten. Dann erübrigen sich die
Holzstäbchen.

Fritierte Schnittchen mit Schweinefilet und
Garnelen
- Zutaten: 1 EL fein gehacktes Korianderkraut, 2 durchgepresste
Knoblauchzehen, 250 g Schweinehack, 250 g Garnelenschwänze, 1 TL
Salz, 2 fein gehackte Zwiebeln, 1 fein gehackte Lauchzwiebel, 1 Hühnerei,
1 TL gemahlener weißer Pfeffer, 2 EL thailändische Fischsauce,
4 fein gehackte rote Chilischoten, 10 entrindete und geviertelte 1 cm
dicke Scheiben Kastenweißbrot, ½ l Maisöl.
Zubereitung: Alle Zutaten (außer dem Brot) zum einem Teig verkneten.
Die Weißbrotscheiben-Viertel damit dick bestreichen. Öl
auf 180° C erhitzen. Schnittchen darin von jeder Seite 2 Minuten
fritieren bzw. bis sie goldbraum sind. Dabei mit der bestrichenen
Seite beginnen.
Beilage: Pflaumensauce mit Tamarindenmark, süßsaure Gurkensauce,
Ernußsauce.

Spanferkel
- Zutaten: 1 Spanferkel von 15 kg Gewicht, 2 kg Pökelsalz,
1 EL Meersalz, 84 Pfefferkörner, 13 Lorbeerblätter, 250 g
Zucker, 24 Wacholderbeeren, 6 Nelken, 1 Strauch Thymian, 3 Zitronen,
1 Zwiebel, 2 Chilischoten.
Zubereitung: Vom Spanferkel den Kopf abschlagen und spalten, das
Gehirn herauskratzen (zum Tierfutter geben), Nieren und Leber herausnehmen,
die Hinter- und die Vorderschinken abtrennen, davon die vier Pfoten
abschlagen, den Rücken in vier, die Brust in zwei Teile zerlegen.
Pfoten
Die Pfoten sorgfältig säubern, in Leinen- oder Baumwolltüchlein
binden, mit 4 Wacholderbeeren, 12 Pfefferkörnern, 1 Zweig Thymian,
4 Nelken, 3 Lorbeerblättern, 1 EL Meersalz zum Kochen bringen
und auf kleiner Flamme zehn Stunden kochen. Im Sud abkühlen lassen.
Die Pfoten aus den Tüchlein wickeln und im Ofen bei 150°
C anderthalb Stunden rösten.
Beilage: Kartoffelsalat.
Sülze
8 Wacholderbeeren, 20 Pfefferkörner, einen Zweig Thymian, 4
Lorbeerblätter, 2 Nelken und 50 g Zucker in 2 l Wasser mit 250
g Pökelsalz zum Kochen bringen, abkühlen lassen und für
fünf Tage die beiden Kopfhälften zum Pökeln einlegen.
Die Kopfhälften herausnehmen, über Nacht wässern, abspülen
und anschließend zweieinhalb Stunden bei geringer Hitze kochen.
Alles Fleisch von den Knochen lösen, in Würfel schneiden,
mit dem Saft von drei Zitronen und ¼ l Kochsud übergießen,
kaltstellen.
Beilage: Sauer eingelegtes Gemüse.
Schmorbrust
Von zwei Rückenstücken die Schwarte mit dem darunter liegenden
Fett abtrennen, grob würfeln und bei geringer Hitze ausbraten.
Das gewürfelte Fleisch eines Bruststückes mit einer Gewürzmischung
zugeben, die aus zwei Nelken, zwölf Pfefferkörnern, einem
Zweig Thymian, zwei Lorbeerblättern, 2 Chilischoten, 1 EL Meersalz
besteht (alle Gewürze fein im Mörser zerstoßen). Hitze
kurz erhöhen, eine gehackte Zwiebel zugeben, nach dem Aufwallen
Hitze wieder verringern und 2 Stunden schmoren lassen. Alles durch
die grobe Scheibe des Fleischwolfes drehen, kaltstellen.
Beilage: Bratkartoffeln, Krautsalat.
Schinken und Kassler
12 Wacholderbeeren, 40 Pfefferkörner, einen Zweig Thymian,
4 Lorbeerblätter, 2 Nelken und 200 g Zucker in genügend
Wasser mit 1750 g Pökelsalz zum Kochen bringen, abkühlen
lassen und für 5 Tage die 4 Schinken und die beiden entschwarteten
Rückenstücke zum Pökeln einlegen. Danach herausheben,
über Nacht wäs-sern, abspülen und anschließend
einen Hinterschinken 2 Stunden bei geringer Hitze kochen. Den anderen
Hinterschinken und beide Rückenstücke für eine Woche
in den Rauch hängen. Die beiden Vorderschinken 2 Stunden an sehr
heißer Holzkohle grillen.
Beilage: Sauerkraut und Kartoffelpurée mit geschmorten Zwiebeln
zu den gegrillten Vorderschinken und dem Kassler; Röstbrot, feingewürfelter
roter Gemüsepaprika und Remouladensauce zu dem gekochten Schinken;
Schwarzbrot, Butter, saure Gurken und Radieschen zu dem geräucherten
Schinken.

Gegrillte Schweinerippchen (Spareribs)

Gegrillte Schweinefiletscheiben

Schweinefilet mit Backflaumen
- Zutaten: 1 Mittelstück vom Schweinefilet (500 g),
10 entkernte und geviertelte Backpflaumen, 500 ml Schlagsahne, 3 EL
Johannisbeergelée, 1 TL Salz, 2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer,
1 TL gerebelter Thymian, 25 g Butter, 25 g Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Backpflaumen in 1 Tasse Madeira aufkochen und 15 Minuten
ziehen lassen. Schweinefilet in Butter und Öl salzen, pfeffern
und mit dem Thymian bestreuen. Bei großer Hitze ringsum 8 Minuten
anbraten. Aus dem Fett nehmen. In Aluminiumfolie wickeln. Im vorgeheizten
Ofen bei 50° C 15 Minuten weiter garen. Fett aus dem Gefäß
schütten, in dem das Filet angebraten wurde. Die Sahne mit Backpflaumen
(ohne den Wein) und Johannisbeergelée aufkochen. Hitze reduzieren.
15 Minuten leise köcheln lassen. Filet aus der Folie nehmen.
Fleischsaft aus der Folie in die Soße rühren. Filet in
fingerdicke Scheiben schneiden und in die Soße geben. 5 Minuten
ziehen lassen.
Beilage: Röstkartoffeln, Erbsen.

Geschmorte Schweineschulter

Gekochter Schinken süß-sauer
- Zutaten: 2 daumendicke Scheiben gekochter Schinken,
2 daumendicke Scheiben Ananas (entstrunkt), 1 Karotte, 1 grüne
Paprika, 1 EL Sojasauce, 2 EL Tomaten-Ketchup, 1 EL brauner Zucker,
1 EL Weißweinessig, 1 EL Sake, ½ TL Sesamsamenöl,
1 TL feingehackter Ingwer, 4 feingehackte Vogelaugenchilischoten, 1
fein gehackte junge Zwiebel, 1 TL feingemahlener schwarzer Pfeffer,
½ TL Salz, 3 EL Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Schinken und Karotte in Streifen schneiden. Paprika
und Ananas grob würfeln. Sonnenblumenöl 3 Minuten auf großer
Flamme erhitzen. Zwiebel, Paprika, Karotte, Ananas und Schinken zugeben.
Mehrfach wenden. übrige Zutaten (außer Sesamsamenöl)
zufügen. 3 Minuten braten. Vom Herd ziehen, Sesamsamenöl
unterrühren.
Beilage: Chinesische Nudeln oder Reis.
Anmerkungen: Man kann das Gericht beliebig erweitern mit Judasohren,
Brechbohnen, Erbsen, Bambussprossen, Bohnenkeimlingen, Kohlrabi usw.
Entscheidend für die Anmutung ist die farbliche Kombination der
Gemüse.

Schweinebraten
- Zutaten: 1 kg Schweinefleisch aus dem Schinken mit Haut
(im Stück), 1 TL Salz 1 TL gemahlener weißer Pfeffer, 1 grob
gehackte mittelgroße Zwiebel, 1 TL Thymian, 3 Stengel schlichte
Petersilie, 1 grob gehackte mittelgroße Karotte, 1 große
rote getrocknete Chilischote (geviertelt), 1 grob gehackte mittelgroße
Tomate, ¼ l Rotwein.
Zubereitung: Haut des Schinkenstücks in etwa fingerbreiten Abständen
längs und quer einschneiden. Salzen und pfeffern. Ofen auf 150°
C vorheizen. Schinkenstück mit der Hautseite nach oben 1 ¼
Stunde auf dem Rost über der mit ¾ l Wasser, Karotte,
Petersilie, Zwiebel, Chilischote, Thymian und Tomate gefüllten
Saftschale braten. Hitze auf 200° C erhöhen und weiterbraten,
bis die Haut durchgängig Bläschen wirft. Warm stellen. Inhalt
der Saftschale durch ein Sieb geben, dabei kräftig ausdrücken.
Sud unter gelgentlichem Umrühren um die Hälfte einkochen.
Rotwein zugeben und kochen, bis der Alkohol verdampft ist. Mehl in
½ Tasse Wasser ver-rühren. In den Sud rühren. 5 Minuten
weiterkochen, wobei der Sud etwas dicken soll.
Beilage: Rotkohl, Salzkartoffeln.
Anmerkungen: Eine Variante zu diesem Rezept ergibt sich, wenn man
den Braten, bevor er ins Rohr geschoben wird, zusätzlich mit
4 cl Rum flambiert und anschließend 4 cl Rum mit ½ Tasse
braunem Zucker, 1 TL Thymian und ¼ TL gemahlenem Piment vermischt
und den Braten damit einreibt (hauptsächlich auf der Hautseite).

Zweimal gebratenes Schweinefleisch
- Zutaten: Reste vom Schweinebraten (ohne Schwarte und
Fettrand), Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Schweinebratenreste in bleistiftstarke Streifen schneiden,
bei starker Hitze unter Rühren 5 Minuten in Sonnenblumenöl
kräftig rösten.
Anmerkung: Zweimal gebratenes Schweinefleisch eignet sich als knusprige
Beilage zu zahlreichen Gerichten, zum Beispiel zu Hühnerfrikassee
oder zu Gemüseeintöpfen.

Karbonade
- Zutaten: 4 Schweinekoteletts, ½ Tasse Mehl, 1
Hühnerei, 1 Tasse Paniermehl aus getrocknetem feingeriebenen Weißbrot,
1 EL Salz, 1 EL grobgemahlener schwarzer Pfeffer, Saft von einer Zitrone,
3 EL Butter, 3 EL Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Salz und Pfeffer mit dem Mehl vermischen. Schweinekoteletts
durch die Mischung ziehen. Ei verrühren. Schweinekoteletts durch
das Ei, danach durch das Paniermehl ziehen und bei mittlerer Hitze
in der Butter und dem Öl von jeder Seite 5 Minuten braten. Vom
Feuer nehmen, 3 Minuten ruhen lassen, anschließend mit dem Zitronensaft
beträufeln.
Beilage: Petersilienkartoffeln und Kohlrabi.
Anmerkungen: Genauso wird Schusterkarbonade zubereitet. Man nimmt
dafür 5 mm dicke Scheiben vom Schweinebauch.

Schweinekoteletts mit westfälischer Sauce
- Zutaten: 4 Schweinenackenkoteletts, je 1 EL Salz und
grobgemahlener schwarzer Pfeffer, 3 EL Butter, 3 EL Sonnenblumenöl,
1 Tasse westfälische Sauce.
Zubereitung: Schweinekoteletts salzen und pfeffern. Bei mittlerer
Hitze in der Butter und dem Öl von jeder Seite 5 Minuten braten.
Die westfälische Sauce darüber geben.
Beilage: Wurzelgemüse.
Anmerkungen: Statt westfälischer kann man auch Bayonner Sauce
nehmen.

Birnen, Bohnen und Speck
- Zutaten: 500 g durchwachsener Speck, 1 kg grüne
Bohnen (Brechbohnen), 1 Bund Bohnenkraut, 4 Kochbirnen, Salz, ½
TL gemahlener schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Speck mit Bohnenkraut in 1,5 l Wasser zum Kochen bringen.
1 ½ Stunden bei reduzierter Hitze köcheln lassen. Bohnenkraut
herausnehmen. Birnen zufügen. ¼ Stunde weiter köcheln
lassen. Bohnen zugeben. Nochmals ¼ Stunde köcheln lassen.
Mit Salz abschmecken. Kochwasser durch ein Sieb ablaufen lassen. Pfeffern.
Beilage: Salzkartoffeln, scharfer Senf.

Hamburger Rundstück warm
- Zutaten: 1 aufgeschnittenes Hamburger Rundstück,
3 sehr dünne Scheiben Schweinebraten, 3 EL heiße Schweinebratensauce,
½ TL Senf.
Zubereitung: Rundstück aufschneiden. Der Reihe nach eine Scheibe
Schweinebraten auf die Unterseite des mit Senf bestrichenen Rundstücks
legen, mit 1 EL Sauce übergießen, dann die zweite Scheibe
mit 1 EL Sauce, dann die dritte mit 1 EL Sauce. Die Oberseite des
Rundstücks schräg anlegen.
Beilage: Gewürzgurken, Rote Beeten, eingelegte Silberzwiebeln.
Anmerkungen: Hamburger Rundstücke sind knusprige, mit Ei überglänzte,
sehr luftige Brötchen.

Hamburger Beefsteak
- Zutaten: 4 Hamburger Rundstücke, 500 g Beefsteakhack,
4 große Scheiben Tomate, 4 Blatt Römer- oder Eisbergsalat,
12 Scheiben dünn geschnittene Salatgurke, 4 große Zwiebelscheiben,
4 EL Remouladensauce, 2 TL Senf, 1 TL Salz, ½ TL gemahlener schwarzer
Pfeffer, 3 EL Sonnenblumenöl.
Zubereitung: Brötchen auf der Schnittseite rösten. Beefsteakhack
mit Salz und Pfeffer würzen, zu vier fingerdicken Fladen formen,
im sehr heißen Öl von jeder Seite 3 Minuten kräftig
braten. Herausnehmen. Anschließend Zwiebelscheiben von jeder
Seite ½ Minute braten. Die Unterseiten der Brötchen erst
mit dem Senf, dann mit der Remouladensauce bestreichen. Darauf je
drei Gurkenscheiben, ein Salatblatt und einen Fleischfladen sowie
auf den Fleischfladen eine Tomaten- und eine Zwiebelscheibe legen.
Die Oberseiten der Brötchen schräg anlegen.
Beilage: Pommes Pont Neuf, Tomaten-Ketchup.
Anmerkungen: An Stelle von Rindfleisch wird immer häufiger auch
Putenfleisch genommen. Escoffier reichert das Beefsteak à la
Hambourgeoise, wie er es nennt, mit glacierten Zwiebeln und Ei an
- wie es in Hamburg eigentlich auch üblich ist. In Griechenland
füllt man das Beefsteakhack gerne mit einem Streifen Feta. Man
bildet dann nur zwei Fladen zu je 250 g und wickelt den Käse
vor dem Braten mit leichtem Druck in die beiden Fladen ein. So entsteht
???????, zu dem man Kohlsalat, ???????? und Pommes Pont Neuf reicht.-
Die Initialzündung seines "Siegeszuges" um die Welt
mag das Hamburger Beefsteak, heute meistens kurz als "Hamburger"
bezeichnet, bei der Weltausstellung 1904 in St. Louis, Missouri, USA,
angetreten haben. Es soll dort zum ersten Mal einer größeren
Öffentlichkeit bekannt geworden sein (übrigens zusammen
mit dem insgesamt weniger erfolgreichen Hotdog). Inzwischen wird Hamburger
Beesteak meistens in sesambestreuten Milchbrötchen serviert.
Literatur: Escoffier (1921: 431), Bocuse (1977: 176-177).

Beefsteak Tartare
- Zutaten: 200 g Beefsteakhack, ½ TL Salz, 1 TL
gemahlener schwarzer Pfeffer.
Zubereitung: Hack mit den Gewürzen verkneten. Zu einem runden
Fladen formen.
Beilage: Sauce Tartare (Tatarensauce), glacierte Zwiebeln, Kapernknospen,
feingehackte Petersilienblätter.
Amerkungen: Genauso wird Beefsteak auf amerikanische Art zubereitet.
Man setzt jedoch in die Mitte des Fladens die halbe Schale von einem
Hühnerei mit dem Eigelb darin. Man kann natürlich auch die
Schale weglassen. Eine Variante zu dem rohen Eigelb sind Spiegeleier
oder hartgekochte, gewürfelte Eier.
Literatur: Escoffier (1921: 431).

Pfannenschaschlik
- Zutaten: 150 g Kalbsleber, 150 g Rinderfilet, 100 g
Speck, 2 TL Salz, 1 TL fein gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 TL Rosenpaprika,
2 kleine fein gehackte rote Chilischoten, 2 cl Weinbrand, 3 mittelgroße
feingewürfelte Zwiebeln, 1 durchgepresste Knoblauchzehe, 2 EL Maisöl,
5 EL Butter, ½ Tasse Rotwein, 500 g Kalbsknochen, 1 kleine Stange
Lauch, 5 Stengel Petersilie, 1 Stengel Selleriekraut, ¼ Sellerieknolle,
1 Petersilienwurzel, 1 Karotte, 12 schwarze Pfefferkörner, 2 Nelken,
2 kleine ganze rote Chilischoten, 3 Champignons, 2 Tomaten, 2 mittelgroße
grob gehackte Zwiebeln, 2 grob gehackte Knoblauchzehen.
Zubereitung: Kalbsknochen in 3 EL Butter anbraten. Lauch, Petersilie,
Petersilienwurzel, Selleriekraut, Sellerieknolle, Champignons, Karotte
und Tomaten grob hacken. Mit den grob gehackten Zwiebeln und Knoblauchzehen
sowie Pfefferkörnern, Nelken und ganzen Chilischoten zu den Kalbsknochen
geben. Verrühren. Mit Wasser auffüllen und 2 Stunden leise
köcheln lassen. Durch ein Sieb geben und auf eine Tasse einkochen.
Kalbsleber in kleinfingerdicke, nicht zu lange Streifen schneiden.
Rinderfilet grob würfeln, Speck in kleine Scheibchen schneiden
(1 cm x 2,5 cm x 2,5 cm). Speck und fein gehackte Zwiebeln bei mittlerer
Hitze in dem Maisöl und 2 EL Butter glasig werden lassen. Aus
der Pfanne nehmen. Kalbsleber in dem Fett ringsum anbraten. Aus der
Pfanne nehmen. Rinderfilet in dem Fett ringsum anbraten. Aus der Pfanne
nehmen. Durchgepressten Knoblauch mit dem Weinbrand, 1 Tasse Rinderbrühe
und dem Wein in die Pfanne rühren. Hitze erhöhen und auf
die Hälfte einkochen lassen. Hitze reduzieren. Fein gehackte
Chilischoten, Rosenpaprika, Fleisch und Zwiebeln zufügen und
10 Minuten leise schmoren lassen.
Beilage: gekochter Reis, Gurkensalat.
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